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Lesesozialisation der Frau im 18. und 19. Jahrhundert

Title: Lesesozialisation der Frau im 18. und 19. Jahrhundert

Term Paper , 2002 , 35 Pages , Grade: 2

Autor:in: Fatima Oturak-Pieknik (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Mit der vorliegenden Arbeit werde ich die Lesesozialisation der Frau im 18. und 19. Jahrhundert darstellen. Im Focus meiner Betrachtung steht die deutsche Frau des Bildungsbürgertums. Um ein besseres
Verständnis dieser Zeit herstellen zu können, finde ich es wichtig, kurz auf die bürgerliche Familie im 18. und 19. Jahrhundert einzugehen. Anschließend folgt ein kurzer Beitrag über die Frau des
Bildungsbürgertums im 18. Jahrhundert. Die gesamte Arbeit wird sich
durchgängig nur auf die Lesesozialisation der Frau in Deutschland
beziehen, da das Thema ansonsten den Rahmen sprengen würde.
Eingangs stellten sich für mich folgende Fragen:
Gab es im 18. und 19. Jahrhundert eine frauenspezifische Lektüre?
Wenn ja, was wurde bevorzugt gelesen?
Was bedeutete die „Lesesuchtdebatte“ zu dieser Zeit?
Wie stand die Gesellschaft des Bildungsbürgertums dem „Viellesen“
gegenüber? Wie war das Rezeptionsverhalten der Frauen?
Was / worüber schrieben die Frauen dieser Zeit?
Welchen Status hatte die Frau als Schriftstellerin? Diesen Fragen werde ich auf den Grund gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesentliche Merkmale der bürgerlichen Frau im 18. und 19. Jahrhundert

2.1 Die bürgerliche Frau und die gesellschaftlichen Normen des 18. Jahrhunderts

3. Die (literarische ) Bildung der bürgerlichen Frau des 18. Jahrhunderts

3.1 Die Moralische Wochenschrift des 18. Jahrhunderts

3.2 Die Anstandsbücher des 18. Jahrhunderts

4. Die sozialen Formen des Lesens von Frauen

5. Lektüreempfehlungen und die Tendenz zur schöngeistigen Literatur

5.1 Die „Lesesuchtdebatte“

5.2 Der Väterliche Rath

6. Die Inhalte der Frauenschriften im ausgehenden 18. Jahrhundert

6.1 Das Rezeptionsverhalten der Frauen

7. Mädchen- und Frauenliteratur des 19. Jahrhunderts und der Kampf um die Anerkennung dieser Literatur

8. Die weibliche Position in Bezug auf die Literatur

8.1 Die männliche Position in Bezug auf die Literatur

9. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Lesesozialisation der Frau im Bildungsbürgertum des 18. und 19. Jahrhunderts in Deutschland, wobei die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die literarische Bildung sowie das Rezeptionsverhalten im Vordergrund stehen. Das Ziel ist es, die Entwicklung frauenspezifischer Lektüre, die Auswirkungen der sogenannten „Lesesuchtdebatte“ und die Stellung der Frau als Leserin und Schriftstellerin im Kontext patriarchaler Normen zu beleuchten.

  • Die gesellschaftliche Rolle und Bildung der bürgerlichen Frau im 18. Jahrhundert
  • Die Entwicklung und Funktion der "Moralischen Wochenschriften" und Anstandsbücher
  • Soziale Formen der Literaturrezeption (z. B. Lesezirkel)
  • Die "Lesesuchtdebatte" und ihre Auswirkungen auf die Wahrnehmung weiblicher Lektüre
  • Der Kampf um die Anerkennung von Mädchen- und Frauenliteratur im 19. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Moralische Wochenschrift des 18. Jahrhunderts

Im 18. Jahrhundert entstanden immer mehr Journale für das lesende Bürgertum. Dies hing mit dem Anwachsen der Buchproduktion und der Erweiterung des Lesepublikums zusammen. So entstand auch die Moralische Wochenschrift (Ursprung in England). Die Blütezeit dieses Journaltyps lag in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Moralische Wochenschrift avancierte zum populärsten Sprachrohr der Aufklärung. Ziel der Wocheschrift war es, ein breites, bürgerliches Lesepublikum zu erreichen. Es sollte auf belehrende und unterhaltsame Weise bürgerliche Werte wie „Tugend“ und „Moral“ gefördert werden.

Die Blätter erschienen regelmäßig, meist anonym, von einem fiktiven Autor bzw. einer fiktiven Verfassergesellschaft verfasst. Jede Nummer behandelte nur ein Thema. Die Themen stammten aus verschiedenen Wissens- und Lebensbereichen (Vernunft und Passion, Weltweisheit, Erziehung, Gesellschaft, Ästhetik, Sprache, Dichtung etc.), dienten aber letztendlich nur dem einen Ziel: Förderung der menschlichen Tugenden. Fragen zur Religion wurden kaum thematisiert, das Thema Politik wurde nicht behandelt. Briefe, Träume, Gedichte, Fabeln, Lieder, Epigramme, Dialoge, Beispielgeschichten wechselten einander ab.

Die Themen wurden leicht verständlich dargeboten. Oft überwog jedoch ein lehrhafter Ton. Zum ersten Mal in der Geschichte des Journalwesens wurden die Frauen angesprochen. Man machte eine Abgrenzung zwischen Lesern und Leserinnen. Die Frauen wurden aufgefordert zum Lesen und Schreiben (Leserinnenbriefe, Gedichte....). Die Moralische Wochenschrift beinhaltete konkrete Lesempfehlungen für die Frauen (Bücherlisten). Es wurde von der „Frauenzimmerbibliothek“ gesprochen. Schon die erste deutsche Moralische Wochenschrift (der Vernunftler, 1713 – 1714) enthielt eine Bibliothek für Frauen. Brandes merkt aber an, dass es sich hier um noch keine eigenständige Bibliothek, sondern um eine Kopie des englischen Spectator handelt[e]. In den Lektüreempfehlungen der Moralischen Wochenschrift war der Säkularisierungsprozess zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Lesesozialisation der Frau im 18. und 19. Jahrhundert ein und definiert den Fokus auf das Bildungsbürgertum.

2. Wesentliche Merkmale der bürgerlichen Frau im 18. und 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert die Veränderung der bürgerlichen Familienstruktur und der spezifischen Geschlechterrollen im Städtebürgertum.

2.1 Die bürgerliche Frau und die gesellschaftlichen Normen des 18. Jahrhunderts: Es wird die Abhängigkeit der Frau im bürgerlichen Beamtentum sowie der Einfluss pietistischer Erziehung und sozialer Kontrolle thematisiert.

3. Die (literarische ) Bildung der bürgerlichen Frau des 18. Jahrhunderts: Hier wird der bildungspolitische Wandel und das Entstehen eines neuen Leitbildes der "Ebenbürtigkeit" diskutiert.

3.1 Die Moralische Wochenschrift des 18. Jahrhunderts: Das Kapitel analysiert die Rolle der Wochenschriften als Aufklärungsorgane, die erstmals auch Frauen als Zielgruppe adressierten.

3.2 Die Anstandsbücher des 18. Jahrhunderts: Untersucht wird die Funktion von Anstandsbüchern als normative Quellen für Verhaltensweisen und Lebenswelten von Frauen.

4. Die sozialen Formen des Lesens von Frauen: Behandelt werden gesellige Formen der Literaturrezeption wie Lesegesellschaften und Zirkel.

5. Lektüreempfehlungen und die Tendenz zur schöngeistigen Literatur: Das Kapitel beleuchtet den Wandel im Lektürekanon von der Vernunftbildung hin zur Unterhaltung.

5.1 Die „Lesesuchtdebatte“: Erläutert werden die gesellschaftlichen Ängste vor dem "Viellesen" und die damit verbundenen moralischen Vorwürfe.

5.2 Der Väterliche Rath: Analysiert den Einfluss von J. H. Campes Ratgeber auf die Mädchenliteratur und seine konservative Lektüreplanung.

6. Die Inhalte der Frauenschriften im ausgehenden 18. Jahrhundert: Untersucht die inhaltliche Dimension der von Frauen verfassten Schriften und deren Funktion als Flucht vor dem Alltag.

6.1 Das Rezeptionsverhalten der Frauen: Beschreibt, wie Frauen Literatur als therapeutischen Ersatz für ihr eingeschränktes Leben nutzten.

7. Mädchen- und Frauenliteratur des 19. Jahrhunderts und der Kampf um die Anerkennung dieser Literatur: Analysiert den Machtkampf um die Mädchenliteratur im Kontext der Frauenbewegung.

8. Die weibliche Position in Bezug auf die Literatur: Diskutiert die Entwicklung einer Theorie der weiblichen Pubertät und deren Bedeutung für die Lektüre.

8.1 Die männliche Position in Bezug auf die Literatur: Beleuchtet die extrem lesefeindliche Haltung männlicher Kritiker im 19. Jahrhundert.

9. Fazit: Die Arbeit fasst die Entwicklung der weiblichen Lesesozialisation zusammen und ordnet sie historisch ein.

Schlüsselwörter

Lesesozialisation, Frauenbild, Bildungsbürgertum, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Lesesuchtdebatte, Moralische Wochenschrift, Anstandsbücher, Mädchenliteratur, Rezeptionsverhalten, Geschlechterrollen, Aufklärung, Frauenbewegung, Backfischliteratur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Lesesozialisation von Frauen im deutschen Bildungsbürgertum zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert entwickelt hat und welche gesellschaftlichen Normen diesen Prozess beeinflussten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Rolle der Frau in der bürgerlichen Familie, die Entwicklung moralischer Schriften, die "Lesesuchtdebatte", die soziale Praxis des Lesens und der Kampf um die Legitimation der Mädchen- und Frauenliteratur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Zensur, erzieherische Intentionen und patriarchale Strukturen die weibliche Bildung und deren literarische Rezeption prägten, und zu klären, warum dies in einer eigenen weiblichen literarischen Kultur resultierte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturhistorische und sozialgeschichtliche Analyse, indem sie zeitgenössische Ratgeber, Journale und Sekundärliteratur zu den Themen Lektüre, Pubertät und Frauenbildung auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rolle der Frau, die Analyse der Moralischen Wochenschriften und Anstandsbücher, die Darstellung der Lesesuchtdebatte, die Untersuchung von Lesegesellschaften sowie die spezifische Betrachtung der Mädchenliteratur des 19. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lesesozialisation, Bildungsbürgertum, Lesesuchtdebatte, Mädchenliteratur, patriarchale Strukturen, Geschlechterrollen und Emanzipation.

Welche Bedeutung hatte das Werk "Väterlicher Rath" für die damalige Zeit?

J. H. Campes Werk galt als einflussreicher elterlicher Ratgeber, der die weibliche Bestimmung und Pflichten stark traditionell definierte und damit die Mädchenliteratur und die Debatte um weibliche Lektüre maßgeblich beeinflusste.

Warum gab es im 19. Jahrhundert einen Machtkampf um die Mädchenliteratur?

Dieser Kampf entstand, da sowohl männliche Kritiker als auch Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung die traditionelle Backfischliteratur stark hinterfragten, wobei es um Fragen der Moral, der Sexualität und der gesellschaftlichen Emanzipation der Frau ging.

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Details

Title
Lesesozialisation der Frau im 18. und 19. Jahrhundert
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Course
Lesekompetenz
Grade
2
Author
Fatima Oturak-Pieknik (Author)
Publication Year
2002
Pages
35
Catalog Number
V9154
ISBN (eBook)
9783638159289
Language
German
Tags
Lesesozialisation Frau Jahrhundert Lesekompetenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fatima Oturak-Pieknik (Author), 2002, Lesesozialisation der Frau im 18. und 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9154
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