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Die "collegia" in der Politik des Publius Clodius Pulcher. Bedeutung und Einfluss

Titel: Die "collegia" in der Politik des Publius Clodius Pulcher. Bedeutung und Einfluss

Hausarbeit , 2019 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jan Henrik Deventer (Autor:in)

Weltgeschichte - Altertum
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit geht den Fragen nach, weshalb es für Publius Clodius Pulcher von Bedeutung war, die collegia wieder zu erlauben und inwieweit diese Teil war, um seine Ziele zu verwirklichen. Um diesen Fragen nachzugehen, wird zunächst ein Blick auf die collegia geworfen, genauer gesagt auf die verschiedenen Arten von Vereinen, auf deren Aufbau und Aufgaben sowie die Bedeutung für die plebs, um zu verstehen, warum die Vereine wichtig für die plebs urbana waren.

Dazu wird das Verbot und die Wiederzulassung der collegia behandelt, um die Situation, in der Clodius die collegia in seine Politik einband, nachzuvollziehen. Anschließend wird die Verwendung der Vereine durch Clodius in den Fokus gerückt. Speziell wird darauf eingegangen, wie er mithilfe der collegia seine Anhänger organisierte und sie in seine politische Agitation einband.
Als Hauptquellen zu Clodius dient Cicero, der in seinen Reden und in den Briefen an Atticus häufig Clodius‘ Handeln zum Thema machte. Aufgrund der Feindschaft zwischen den bei-den wird Clodius von Cicero äußerst negativ beschrieben, was sich auch in der Forschungsliteratur widerspiegelt, in der Clodius bis heute umstritten ist und in der Regel mit der politischen Gewalt unweigerlich in Verbindung gebracht wird.

Die collegia, die Vereine der Römer, waren eine der wichtigsten Institutionen der einfachen Stadtbevölkerung von Rom. In ihnen organisierten sich Berufsgruppen wie Handwerker oder Kaufleute, aber auch Priester und bestimmte Teile des öffentlichen Lebens, indem sie Mitglieder unterstützen oder gemeinsam religiöse Kulte ausübten. Die ältesten von ihnen führten sich selbst auf den zweiten König von Rom, Numa Pompilius, zurück und wurden schon in dem Zwölftafelgesetz erwähnt. Doch ihr wahrer Ursprung liegt weitestgehend im Dunkeln. Sie waren Teil der Gesellschaft seit Beginn der römischen Republik, doch nach dem Bacchanalienskandal 186 v. Chr., bei dem sich die römische Republik durch den Kultverein des Bacchus bedroht sah, griff der Staat in die collegia ein, was in dem vollständigen Verbot im Jahr 64 v. Chr. mündete. Der plebs urbana war damit ein wichtiger Teil des öffentlichen Lebens genommen worden und in dieser Situation erkannte ein Politiker die Gunst der Stunde: Publius Clodius Pulcher, Volkstribun im Jahr 58 v. Chr..

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die collegia

2.1. Arten, Aufbau und Bedeutung der collegia

2.1.1 Die verschiedenen Arten der collegia

2.1.2 Aufbau und Aufgaben

2.2 Verbot und Wiederzulassung

3. Die Politik des P. Clodius Pulcher und die collegia

3.1. Die Organisation der collegia unter Clodius

3.2. Die collegia in der politischen Agitation des Clodius

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der collegia (römische Vereine) auf die politische Strategie des Volkstribuns P. Clodius Pulcher in der ausgehenden römischen Republik. Dabei wird analysiert, wie Clodius das Verbot und die anschließende Wiederzulassung dieser Organisationen nutzte, um sich als Patron der plebs urbana zu etablieren und seine politische Macht zu festigen.

  • Struktur und soziale Bedeutung der römischen collegia
  • Politisches Instrumentarium des P. Clodius Pulcher
  • Reorganisation der Vereine zur Rekrutierung und Mobilisierung von Anhängern
  • Einsatz der sodalitates zur politischen Agitation und Straßengewalt
  • Rolle der Berufsvereine bei der Beeinflussung von Volksversammlungen

Auszug aus dem Buch

3.1.Die Organisation der collegia unter Clodius

Nach der Verabschiedung des Gesetzes beauftragte Clodius seinen Gefolgsmann Sextus Cloelius mit der Reorganisation der collegia57, der gleichzeitig auch mit der Getreideverteilung beauftragt wurde, welche mit seinen Getreidegesetz anstand. Cloelius war ein Schreiber,58 ein zu den apparitores gehörendes Amt in den Diensten des römischen Staates,59 und hatte damit nennenswerte Verwaltungsfähigkeiten, sowie Erfahrungen mit der Gesetzgebung.Cloelius ist damit ein wichtiger Teil der Führungsschicht von Clodius‘ Anhängerschaft gewesen. Neben Cloelius hatte Clodius auch einige andere Vertraute die auch magistri collegiorum waren.60 Clodius hatte damit seine Anhängerschaft in offizielle Positionen gebracht und konnte mithilfe dieser die Getreideverteilung selbst kontrollieren, da für die Verteilung an das Volk die Organisationsstruktur der vici genutzt wurde.61 Neben der Getreideversorgung wurden die vici für die Rekrutierung neuer Mitglieder für Clodius Banden genutzt.62 Durch das Getreidegesetz konnte Clodius zahlreiche neue Anhänger gewinnen, die durch das kostenlose Getreide nicht länger an ihre alten Patrone gebunden waren, um zu überleben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der collegia für die einfache Stadtbevölkerung Roms ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, wie P. Clodius Pulcher diese Vereine gezielt für seine politische Karriere instrumentalisierte.

2. Die collegia: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Arten, den Aufbau und die sozialen Funktionen der römischen Vereine sowie die historische Entwicklung ihrer Verbote und Wiederzulassungen durch den Staat.

3. Die Politik des P. Clodius Pulcher und die collegia: Dieser Hauptteil analysiert, wie Clodius die Reorganisation der Vereine nutzte, um seine Anhänger zu strukturieren, politische Gewalt durch sodalitates auszuüben und seinen Einfluss in Volksversammlungen zu sichern.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die collegia für Clodius ein unverzichtbares Mittel darstellten, um eine eigenständige Machtbasis unabhängig von traditionellen Patronatsverhältnissen zu schaffen und so dauerhaft Einfluss auf die Politik der späten Republik auszuüben.

Schlüsselwörter

P. Clodius Pulcher, collegia, römische Republik, plebs urbana, Volkstribun, sodalitates, politische Agitation, Patronat, Getreidegesetz, Klientelwesen, Straßengewalt, Volksversammlung, Römische Geschichte, Vereine, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie P. Clodius Pulcher die römischen Vereine, die sogenannten collegia, als politisches Werkzeug nutzte, um seine Macht in der späten Römischen Republik auszubauen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die soziale Funktion der collegia, die römische Innenpolitik der späten Republik, das Klientelwesen sowie die Anwendung von politischer Gewalt durch paramilitärische Organisationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, welchen Einfluss die collegia auf Clodius' Politik hatten, wie sie seine Ziele unterstützten und wie er sie nutzte, um sich in der politischen Landschaft Roms zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung antiker Quellen (insbesondere Cicero) sowie moderner Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Reorganisation der Vereine durch Clodius, die Trennung in Berufsvereine für Versammlungen und sodalitates für Straßengewalt sowie die Auswirkungen des Getreidegesetzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie P. Clodius Pulcher, collegia, plebs urbana, politische Agitation, Patronat und Klientelwesen beschreiben.

Warum war das Verbot der collegia im Jahr 64 v. Chr. entscheidend für Clodius?

Das Verbot entzog der plebs wichtige soziale Strukturen. Clodius erkannte hierin eine Chance, sich durch die Wiederzulassung der Vereine als deren Patron zu profilieren und so die Loyalität der Bevölkerung zu gewinnen.

Wie unterschieden sich sodalitates von den traditionellen Berufsvereinen?

Während Berufsvereine primär soziale Zwecke hatten und als Machtbasis in Versammlungen dienten, fungierten die sodalitates als paramilitärische Organisationen, die gezielt für Straßengewalt und Einschüchterung eingesetzt wurden.

Welche Rolle spielte die Getreideverteilung für Clodius' politische Strategie?

Die kostenlose Verteilung des Getreides löste die Klienten aus ihren alten Abhängigkeiten und band sie direkt an Clodius, was ihm ein riesiges Rekrutierungspotenzial für seine politische Anhängerschaft verschaffte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die "collegia" in der Politik des Publius Clodius Pulcher. Bedeutung und Einfluss
Hochschule
Universität Münster  (Seminar für Alte Geschichte/Institut für Epigraphik)
Note
2,0
Autor
Jan Henrik Deventer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
16
Katalognummer
V915504
ISBN (eBook)
9783346225528
ISBN (Buch)
9783346225535
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cicero Clodius Späte Republik Republik Römisch Collegia Vereine Antike Milo Cloelius Rom Politische Gewalt Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan Henrik Deventer (Autor:in), 2019, Die "collegia" in der Politik des Publius Clodius Pulcher. Bedeutung und Einfluss, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915504
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Leseprobe aus  16  Seiten
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