Eine detaillierte Betraqchtung zweier Werke des land Art Künstlers Smithson anhand derer sein Enthropiebegriff anschaulich wird. Vor allem die kritische Auseinandersetzung mit dem Werk macht das Essay aktuell und zu einem wertvollen kunsthistorischen Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Robert Smithson als Vertreter der Land Art
2. Smithsons Entropiebegriff und sein Konzept „Art as Land Reclamation“
3. Beschreibung einzelner Werke in Hinblick auf den Entropieansatz von Smithson
3.1. The Sand Box Monument, 1967
3.2. Asphalt Rundown, 1970
3.3. Die Earthworks 1970
4. Das Naturverständnis Smithsons in Abgrenzung zu anderen Land Art-Künstlern
5. Auswertung und Diskussion.
6. Werkbetrachtung: Spiral Jetty und Broken Circle (1971)
7. Werkbeschreibung: Broken Circle und Spiral Hill
7.1 Rezeption
7.2 Interpretation
8. Film
8.1 Rezeption
9. Von Zentren und Peripherien
10. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Werk von Robert Smithson, insbesondere im Kontext seines Entropiebegriffs und der Land Art, um aufzuzeigen, wie Smithson die Beziehung zwischen Mensch, Natur und Zivilisation durch seine Earthworks kritisch thematisiert und neu definiert.
- Robert Smithsons Rolle als Hauptvertreter der Land Art.
- Die wissenschaftliche Herleitung und Anwendung des Entropiebegriffs.
- Analyse spezifischer Earthworks wie "Spiral Jetty" und "Broken Circle/Spiral Hill".
- Abgrenzung von Smithsons Naturverständnis zu anderen Land Art-Künstlern.
- Die Rolle von Film und Dokumentation in Smithsons künstlerischem Prozess.
Auszug aus dem Buch
3.2. Asphalt Rundown, 1970
Für Asphalt Rundown, ließ Smithson 1969 einen Lastwagen eine Wagenladung Asphalt den Abhang einer brachliegenden Kiesgrube nahe Roms hinunterkippen. Asphalt und Erde vermengten sich zu einer schleimigen Masse. Smithson wollte damit den durch Naturzerstörung verursachten Prozeß, und damit auch entropische Aspekte des Straßenbaus demonstrieren und die durch Naturzerstörung verursachte Verwandlung von organischer Natur in anorganische demonstrieren.
Der künstliche Lavafluß gleicht der Darstellung einer ökologischen Katastrophe und weist darauf hin, daß der Mensch selbst durch seinen Eingriff in die Erde zu einem geologischen Faktor geworden ist. Dieses Problem war der Ausgangspunkt von Smithsons Earthworks, die auf brachliegenden Industriegebieten entstanden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung positioniert Robert Smithson als prägenden Akteur der frühen Land Art, der sich durch die Nutzung von Natur als Arbeitsmaterial von industriellen Verwertungsmechanismen absetzt.
2. Smithsons Entropiebegriff und sein Konzept „Art as Land Reclamation“: Hier wird erklärt, wie Smithson physikalische Entropieprinzipien auf ökonomische und ökologische Prozesse überträgt, um eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Erschöpfung von Ressourcen zu schaffen.
3. Beschreibung einzelner Werke in Hinblick auf den Entropieansatz von Smithson: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand von Beispielen wie "The Sand Box Monument" und "Asphalt Rundown", wie Smithsons Entropieverständnis in konkreten Earthworks Gestalt annimmt.
4. Das Naturverständnis Smithsons in Abgrenzung zu anderen Land Art-Künstlern: Smithsons Fokus auf Industriebrachen und prozessuale menschliche Eingriffe wird der eher naturverklärenden Haltung anderer Land Art-Künstler gegenübergestellt.
5. Auswertung und Diskussion.: In diesem Teil wird Smithsons Bruch mit der Ästhetik der Moderne reflektiert und die Herausforderung seiner nicht-klassifizierbaren, heterogenen Werkerfahrung erörtert.
6. Werkbetrachtung: Spiral Jetty und Broken Circle (1971): Dieses Kapitel analysiert die Spirale als prähistorisches und kosmisches Symbol, das Smithsons Vision des Wärmetodes und die Verknüpfung von Natur und Geschichte ausdrückt.
7. Werkbeschreibung: Broken Circle und Spiral Hill: Eine detaillierte Untersuchung der in Emmen entstandenen Werke, wobei der Fokus auf dem dialektischen Verhältnis von Konstruktion und natürlich-geologischem Wandel liegt.
8. Film: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Smithson filmische Mittel einsetzte, um die Grenzen von Zeit und Raum zu sprengen und eine mythische Erzählung über die Entwicklung des Kosmos zu entwerfen.
9. Von Zentren und Peripherien: Der Fokus liegt hier auf Smithsons bewusster Abkehr von Kunstinstitutionen zugunsten einer stärkeren gesellschaftlichen und politischen Verankerung seines Wirkens.
10. Literatur: Eine Zusammenstellung der wissenschaftlichen Quellen und Texte, die die Basis für die vorliegende Untersuchung bilden.
Schlüsselwörter
Robert Smithson, Land Art, Entropie, Earthworks, Naturzerstörung, Industrialisierung, Kunsttheorie, Spiral Jetty, Broken Circle, Ökologie, Kunstpädagogik, Zivilisationskritik, Prozesskunst, Thermodynamik, Naturverständnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Robert Smithsons künstlerisches Werk, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der philosophischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Entropie im Kontext der Land Art liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Schnittstellen von Kunst, Geologie, Zivilisationskritik und Ökologie, insbesondere wie der Mensch als geologischer Faktor die Natur beeinflusst.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Smithson die Land Art als kritisches Instrument nutzt, um die Grenzen zwischen Kunst und wissenschaftlicher Erkenntnis zu überschreiten und den Betrachter zur kritischen Reflexion über unseren Planeten anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunstwissenschaftliche Analyse, die Schriften des Künstlers, seine Earthworks sowie deren Rezeption und theoretische Einordnung in den historischen Kontext der 60er und 70er Jahre kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung des Entropiebegriffs, gefolgt von einer detaillierten Analyse spezifischer Werke und einer kritischen Auseinandersetzung mit Smithsons Arbeitsweise im Vergleich zu Zeitgenossen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Entropie, Earthworks, Land Art, Zivilisationskritik, Prozeßkunst und das Werk von Robert Smithson im Speziellen.
Warum ist das Werk "Broken Circle" in Emmen so bedeutend für Smithson?
Es verdeutlicht Smithsons Konzept von "Art as Land Reclamation" in einer agrarisch kultivierten Umgebung und zeigt den Kampf zwischen menschlicher Naturbeherrschung und der Entropie in einer konkreten, geografischen Form.
Welche kritische Sichtweise nimmt die Autorin am Ende ein?
Die Autorin hinterfragt kritisch die Diskrepanz zwischen Smithsons theoretischer Zivilisationskritik und der Tatsache, dass er für die Erstellung seiner Werke selbst massive technische Maschinen und hohen Energieaufwand nutzte.
- Arbeit zitieren
- Tatjana Schikorski (Autor:in), 2001, Land Art: Der Künstler Smithson, Zwei Werkbetrachtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91566