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Algorithmusbasierte, zentrale Vergabe von Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen

Präferenzen und Akzeptanzfaktoren

Title: Algorithmusbasierte, zentrale Vergabe von Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen

Bachelor Thesis , 2020 , 371 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Linda Müller (Author)

Computer Science - Commercial Information Technology
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Summary Excerpt Details

Bei der Vergabe von Kita-Plätzen kommt es nicht nur auf die Anzahl der Plätze, sondern auch auf deren effiziente Vergabe an. Intelligente Vergabesysteme bergen das Potenzial, die Vergabe zu verbessern. Bislang werden dennoch häufig Vergabesysteme - seien sie digital oder analog, dezentral oder zentral - eingesetzt, die keine hinreichende Koordination ermöglichen. Abhilfe könnte ein System schaffen, das die Plätze mit Hilfe eines Algorithmus vergibt, der die Wünsche der Eltern in Bezug auf eine Kita sowie die Aufnahmekriterien der Kitas (sog. Präferenzen) bestmöglich berücksichtigt. Aber was benötigt es, um ein solch intelligentes System zum Erfolg zu führen? Ziel der Arbeit ist es, Faktoren zu ermitteln, die die Akzeptanz eines solchen Systems beeinflussen. Zudem soll sie die Grundlage für die wichtigste funktionale Anforderung dieses Systems liefern, indem die Präferenzen von Eltern und Kita-Leitungen identifiziert werden.

Hierzu stützt sich diese Arbeit auf einen im Kern qualitativen Forschungsansatz: Auf Basis theoretisch fundierter Interviews mit Eltern und Kita-Leitungen werden am Beispiel des Aachener Kita-Portals Akzeptanzfaktoren und Präferenzen erhoben. Mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse werden 11 übergeordnete Akzeptanzfaktoren sowie 21 elterliche und 13 übergeordnete kitaseitige Präferenzen identifiziert. Die übergeordneten Akzeptanzfaktoren und Präferenzen können teils in weitere Faktoren unterteilt werden. Die Akzeptanz wird zum einen durch systemspezifische Faktoren beeinflusst. Maßgeblich ist hier vor allem die Wahrnehmung der Risiken, der Fairness, der Erfüllung individueller Präferenzen und des Zeitaufwands. Zum anderen wirken sich auch allgemeine Faktoren, insbesondere die Benutzeroberfläche, Systemqualität und Unterstützung bei der Nutzung des Systems aus. Kritische Aspekte des Kita-Portals sind vor allem der Zeitaufwand und mangelnde Verfahrenstransparenz.

Als Präferenzen werden seitens der Eltern am häufigsten die Entfernung zum Wohnort, die Pädagogik, der Betreuungsumfang, Geschwisterkinder in derselben Kita sowie der persönliche Eindruck von der Kita genannt. Aus Perspektive der Kita ist die Vergabeentscheidung vor allem durch Geschlecht und Alter der Kindes, die Entfernung zum Wohnort, Geschwisterkinder in der Kita sowie die Dringlichkeit der Betreuung bedingt. Außerdem wird die Vergabe maßgeblich dadurch beeinflusst, ob Eltern mit der pädagogischen Arbeitsweise einverstanden sind oder diese gar ausdrücklich wünschen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Motivation

1.2 Präferenz- und algorithmusbasierte Kita-Platzvergabe

1.3 Zielsetzung und Methode

1.4 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Funktionale und nicht-funktionale Anforderungen

2.2 Vergabe von Kita-Plätzen in Deutschland

2.3 Matching-Märkte

2.4 Marktdesign zweiseitiger Matching-Märkte

2.5 Technologieakzeptanz

3. Methodik und Vorgehensweise

3.1 Planung der Interviews

3.2 Durchführung der Interviews

3.3 Vorbereitung der Auswertung

3.4 Auswertung

4. Kategoriensystem für die Leitfadenkonstruktion und Auswertung

4.1 Präferenzen

4.2 Akzeptanzfaktoren

5. Ergebnisse

5.1 Präferenzen der Eltern

5.2 Präferenzen der Kita-Leitungen

5.3 Datenmodell

5.4 Vergabeprozess in der Stadt Aachen

5.5 Akzeptanz des aktuellen Systems

5.6 Problematik des aktuellen Systems

5.7 Akzeptanz des zentralen Systems

5.8 Zwischenfazit zur Akzeptanz des zentralen Systems

6. Fazit

6.1 Abschließende Zusammenfassung

6.2 Implikationen

6.3 Limitationen

6.4 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Faktoren zu ermitteln, welche die Akzeptanz eines algorithmusbasierten, zentralen Vergabesystems für Kindertageseinrichtungen beeinflussen, und gleichzeitig die zentralen Präferenzen von Eltern und Kita-Leitungen als Grundlage für funktionale Anforderungen dieses Systems zu identifizieren.

  • Technologieakzeptanz von E-Government-Systemen
  • Marktdesign zweiseitiger Matching-Märkte
  • Nutzerzentrierte Anforderungsanalyse
  • Qualitative Interviewstudie am Beispiel der Stadt Aachen
  • Prozessmodellierung der Kita-Platzvergabe

Auszug aus dem Buch

Die Problematik zweiseitiger Matching-Märkte

Das Matching in zweiseitigen Matching-Märkten bringt einige Probleme. Hierbei sind insbesondere die Tendenz zum verfrühten Abschluss von Transaktionen und die Marktverstopfung zu nennen (Roth 2016, S. 71):

Tendenz zum verfrühten Abschluss von Transaktionen: Menschen möchten potenziellen Konkurrenten im Markt möglichst zuvorkommen. Der Drang zur Eile bei Transaktionen führt dazu, dass Transaktionen tendenziell immer früher abgeschlossen werden. Der Matching-Markt ist dadurch nicht mehr in der Lage, „gute Paarungen“ zu bilden. Ein Beispiel hierfür sind Medizinstudenten, die sich bereits in der Anfangsphase ihres Studiums für Assistenzarztstellen bewerben müssen, ohne ihre später favorisierte Spezialisierung tatsächlich zu kennen. Die Krankenhäuser auf der anderen Seite wählen Medizinstudenten, deren Erfolg des Studiums sie noch nicht einschätzen können (Roth 2016, S. 75-78, 94).

Marktverstopfung: Reglementierungen wie Bewerbungsstichtage oder -zeiträume können zwar zu einer ausreichenden Marktdichte führen. Das bedeutet, dass viele Menschen zu einem Zeitpunkt gleichzeitig am Markt teilnehmen. Märkte, die sich durch Angebote und Antworten auf eben diese Angebote auszeichnen, erfordern allerdings eine Kommunikation zwischen den Parteien. Die sog. „Turnaround Time“, die Zeit für die Ablehnung eines Angebots und die Erstellung eines neuen Angebots, verursacht sog. „Bottlenecks“, weil Angebote meistens serienmäßig, also nacheinander statt parallel bearbeitet werden. Neben einer längeren Prozesszeit führt dies zu „strategischem Handeln“ der Akteure bei der Bewerbung, das heißt sie geben ihre Präferenzen (i. a. S.) nicht wahrheitsgemäß an, weil sie dadurch ihre Chancen auf ein besseres Angebot erhöhen können. Hierdurch wird es für den Markt schwieriger, eine stabile Zuordnung entsprechend der tatsächlichen Präferenzen zu erreichen (Roth 2016 S. 75, 129-135; Roth und Xing 1997, S. 284–286).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Problematik des Kita-Platzmangels und führt in die Motivation sowie die Zielsetzung der Untersuchung ein.

2. Theoretische Grundlagen: Legt den theoretischen Rahmen dar, umfassend Anforderungen, Matching-Märkte und Theorien zur Technologieakzeptanz.

3. Methodik und Vorgehensweise: Erläutert das Vorgehen bei der Planung, Durchführung und Auswertung der Interviews sowie die Prozessmodellierung.

4. Kategoriensystem für die Leitfadenkonstruktion und Auswertung: Definiert die Kategorien und potenziellen Faktoren, die für die Leitfadenentwicklung und spätere Analyse genutzt wurden.

5. Ergebnisse: Präsentiert die erhobenen Daten zu Präferenzen und Akzeptanzfaktoren sowohl für das aktuelle als auch für das zentrale System.

6. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet Implikationen für Wissenschaft und Praxis sowie Limitationen ab.

Schlüsselwörter

Kita-Platzvergabe, Algorithmus, Matching-Märkte, Technologieakzeptanz, Nutzerpräferenzen, E-Government, Stadt Aachen, Qualitative Inhaltsanalyse, Marktdesign, User Satisfaction, Anforderungsanalyse, Systemakzeptanz, Little Bird, Prozessmodellierung, Benutzerfreundlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie ein algorithmusbasiertes, zentrales Vergabesystem für Kita-Plätze gestaltet sein muss, damit es von Eltern und Kita-Leitungen akzeptiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Technologieakzeptanz (z.B. nach dem TAM oder der UTAUT), das Marktdesign für zweiseitige Matching-Märkte sowie die Identifikation spezifischer Präferenzen der Beteiligten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Ermittlung der Akzeptanzfaktoren für ein zentrales System sowie die Erhebung der wichtigsten Präferenzen von Eltern und Kitas als Grundlage für funktionale Anforderungen an ein solches System.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, schwerpunktmäßig basierend auf Leitfadeninterviews mit Eltern und Kita-Leitungen, ergänzt durch eine quantitative Auswertungsmethode und Prozessmodellierung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodisches Vorgehen, die Erstellung des Kategoriensystems sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse zur Akzeptanz und zu Präferenzen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Kita-Platzvergabe, algorithmusbasierte Zuteilung, Matching-Märkte, Technologieakzeptanz und Nutzerpräferenzen.

Wie unterscheidet sich die "Dringlichkeit der Betreuung" als Präferenz zwischen Eltern und Kita-Leitungen?

Während für Eltern eher Entfernung und pädagogisches Konzept im Vordergrund stehen, bewerten Kita-Leitungen die Dringlichkeit anhand sozioökonomischer Faktoren, familiärer Härtefälle und der Notwendigkeit einer ausgewogenen Gruppenstruktur.

Warum wird der persönliche Kontakt als so wichtiges Akzeptanzkriterium genannt?

Sowohl Eltern als auch Kitas betrachten das persönliche Kennenlernen als essenziell, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, welches durch ein reines Online-System laut den Befragten schwer zu ersetzen ist.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich des aktuellen Kita-Portals in Aachen?

Das System wird zwar zur Datenerfassung geschätzt, jedoch aufgrund mangelnder Verfahrenstransparenz, hoher zeitlicher Belastung und einer intransparenten Vormerkungs- und Reservierungspraktik kritisiert.

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Details

Title
Algorithmusbasierte, zentrale Vergabe von Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen
Subtitle
Präferenzen und Akzeptanzfaktoren
College
Aachen University of Applied Sciences  (Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,0
Author
Linda Müller (Author)
Publication Year
2020
Pages
371
Catalog Number
V915689
ISBN (eBook)
9783346234247
ISBN (Book)
9783346234254
Language
German
Tags
Algorithmus Deffered-Acceptance Gale-Shapley Kita Kindergarten Kindertageseinrichtung Präferenzen Akzeptanz Akzeptanzforschung Technology Acceptance TAM UTAUT zentrale Platzvergabe Kita-Plätze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Müller (Author), 2020, Algorithmusbasierte, zentrale Vergabe von Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/915689
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