Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Haut als menschliches Organ
3. Die Lehre von der gesunden Haut
4. Zeichen und Signaturen
5. Die Haut als Spiegel der Seele
6. Die kranke Haut
6.1. Die Lehre von der kranken Haut
6.2. Die Schuppenflechte
7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen
8. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Der Leib und seine Organe als Sinnträger“, geleitet von Nikolaus Heim an der FU Berlin im Sommersemester 1997, wird diese Arbeit einen Beitrag zum Thema Haut bedeuten.
Gegenstand der Diskussion ist die These, daß die Haut, ähnlich wie andere Organe, wie Herz, Auge, Nase etc., ein Medium zwischen der physischen und der psychischen Existenz des Menschen ist. Wie Gerhard Danzer vertritt auch Anne Maguire die These, daß seelische Vorgänge, Gefühle und Emotionen auch am eigenen Leibe erfahren werden. Das Morphologische, das Körpergeschehen, und das psychologische Erleben sind dennoch nicht voneinander getrennt. Ekel, Angst oder Müdigkeit sind nicht rein seelischer Natur, sie werden immer auch durch den Körper ausgedrückt. Schon Platon vertrat die Ansicht, daß alles Leibliche von höheren Seelenkräften dirigiert wird. Victor Poucel sprach sich in seinem ‘Plädoyer gegen die Widersacher des Leibes’ konkret zum Thema Haut schon 1890 gegen den in Europa weit verbreiteten Dualismus von Leib und Seele aus, wobei er die Haut als die äußere Grenze seiner eigentlichen Vorgänge betrachtete. Der Leib bedeutet das erste Universum, mit dem die Mystik der Erde durch das Erleben und Ertasten mit den Sinnen erlebt wird. Die am Ende dieser Arbeit aufgelisteten Autoren haben anschauliche Fallbeispiele zu diesem Thema gesammelt.
In der folgenden Arbeit geht es zunächst darum, die Haut als Organ mit ihren Fähigkeiten und Funktionen, als auch mit ihren Mythen und der Symbolhaftigkeit zu beschreiben. Anschließend wird die Lehre von der kranken Haut und ihren Erscheinungsformen, bzw. deren mögliche Bedeutung im Vordergrund stehen. Das letzte Kapitel liefert eine kurze, abschließende Diskussion zu dem Thema.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Haut als menschliches Organ
3. Die Lehre von der gesunden Haut
4. Zeichen und Signaturen
5. Die Haut als Spiegel der Seele
6. Die kranke Haut
6.1. Die Lehre von der kranken Haut
6.2. Die Schuppenflechte
7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Haut nicht nur als biologisches Schutzorgan, sondern primär als Medium zwischen der physischen und psychischen Existenz des Menschen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Zusammenhang zwischen seelischen Vorgängen und Hauterkrankungen liegt.
- Die Haut als komplexes menschliches Organ und Sinnesorgan
- Historische und kulturelle Vorstellungen von der Haut
- Die Haut als Spiegel seelischer Zustände und Konflikte
- Psychosomatische Aspekte und Symbolik von Hauterkrankungen
- Kritische Diskussion der Behandlungsmöglichkeiten psychosomatischer Erkrankungen
Auszug aus dem Buch
Die Haut als Spiegel der Seele
Wie bereits zuvor beschrieben, ist die Haut ein Trennungsorgan gegen den Kosmos, ein hüllendes Schutzorgan, ein Sinnesorgan, das sowohl zur Aufnahme von Reizen, wie auch zur Ausscheidung und Atmung wichtig ist. Aus dieser Erkenntnis und aus der These, daß der Körper seelische Zustände ausdrückt, ergeben sich nach Meinung verschiedener Autoren folgende Zusammenhänge zwischen Hauterkrankungen und psychischem Erleben: Hautallergien tauchen oft bei Menschen auf, die unfähig sind sich zur Wehr zu setzen. Nach Condrau werden besonders diejenigen Menschen von Allergien befallen, die sich übermäßig nach Zärtlichkeit sehnen, dennoch nicht die dafür erforderlichen Kontakte tolerieren.
Der Heidelberger Professor Karl Hansen hielt bereits 1928 auf der 90. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte eine Rede, in der er das Ausfallen der Nägel, das Ergrauen der Haare sowie Karies als psychoneurotisches Verhalten beschreibt, das oft als Folge von Katastrophenereignissen einsetzt. Ekzeme sind vielfach gedeutet worden, als Symptome verschmähter, unerfüllter Liebe und innerem Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach Zuneigung und der Furcht, auf der Suche danach seelisch verletzt zu werden. Weiterhin gelten Hautkrankheiten wie Dishydrose (abnorme Schweißbildung), Psoriasis (Schuppenflechte) und Akne als Indikatoren für Änderungen der seelischen Zustände.
Alfred Lévy beschreibt in seinem Aufsatz Der Juckreiz, Zur Psychologie und Anthropologie von Hautkrankheiten, den Juckreiz als eine Form, um auf sich aufmerksam zu machen. Anzieu beschreibt in Das Haut-Ich diese Reaktion auf ähnliche Weise, indem sie das Kratzen als archaischen Ausdruck der Werdung von Aggression gegen den eigenen Körper oder aber auch als Tyrannei der Umwelt gegenüber auffaßt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale These auf, dass die Haut als Schnittstelle zwischen physischer und psychischer Existenz fungiert und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Die Haut als menschliches Organ: Dieses Kapitel beschreibt den anatomischen Aufbau der Haut sowie ihre vielfältigen biologischen Schutz- und Sinnesfunktionen.
3. Die Lehre von der gesunden Haut: Hier werden historische Vorstellungen der Haut als Grenzmembran zwischen Makro- und Mikrokosmos sowie die Bedeutung des Tastsinns analysiert.
4. Zeichen und Signaturen: Das Kapitel widmet sich der klinischen Bedeutung von Hautzeichen und der historischen bzw. mystischen Deutung von Hautveränderungen.
5. Die Haut als Spiegel der Seele: Die Verbindung zwischen psychischem Erleben und dermatologischen Krankheitsbildern wie Allergien oder Ekzemen steht hier im Mittelpunkt.
6. Die kranke Haut: Dieses Kapitel thematisiert den Übergang vom gesunden zum erkrankten Zustand der Haut unter Berücksichtigung psychologischer Faktoren.
6.1. Die Lehre von der kranken Haut: Einleitende Betrachtungen zu Hauterkrankungen als Ausdruck eines „Alarmzustands“ gegen die Welt.
6.2. Die Schuppenflechte: Eine detaillierte Untersuchung der Psoriasis als ein mögliches Beispiel für eine Krankheit mit psychologischen Ursachen.
7. Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung psychosomatischer Erkrankungen: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Trennung zwischen rein medizinischen und rein psychologischen Heilungsansätzen in der Behandlung.
Schlüsselwörter
Haut, Psychosomatik, Psoriasis, Neurodermitis, Leib-Seele-Dualismus, Hauterkrankungen, Sinnesorgan, Schuppenflechte, Grenzfunktion, Körperbild, Medizin, Psychologie, Tastorgan, Symptomatik, Heilungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Haut als zentrales Medium und Schnittstelle zwischen dem körperlichen Organismus und der psychischen Befindlichkeit des Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Anatomie der Haut, historische Mythen, die Verbindung von Hautveränderungen zu seelischen Zuständen sowie die psychosomatische Behandlungspraxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen körperlichem Geschehen und psychischem Erleben am Beispiel der Haut aufzuzeigen und dabei ein Bewusstsein für die Wechselwirkung beider Bereiche zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die medizinische, philosophische und psychologische Perspektiven und Fallbeispiele integriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biologische Beschreibung, die historische Deutung, die Rolle der Haut als Spiegel der Seele und die kritische Analyse der psychosomatischen Therapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Psychosomatik, Psoriasis, Haut als Spiegel der Seele, Leib-Seele-Dualismus und Grenzfunktion der Haut.
Wie unterscheidet sich der medizinische vom psychologischen Ansatz laut der Autorin?
Die Autorin beschreibt den medizinischen Ansatz als empirisch-biologistisch orientiert, während der psychologische Ansatz Hauterkrankungen oft als symbolische Ausdrucksform der Seele interpretiert.
Welches konkrete Krankheitsbeispiel dient zur Veranschaulichung der psychosomatischen Theorie?
Die Schuppenflechte (Psoriasis) wird ausführlich als Beispiel für chronische Erkrankungen mit potenziell psychologischen Ursachen herangezogen.
Warum warnt die Autorin vor einer zu starken Psychologisierung?
Sie warnt davor, alle körperlichen Leiden (wie etwa eine einfache Erkältung oder Krebs) ausschließlich auf ungelöste psychische Konflikte zurückzuführen, da dies die notwendige medizinische Behandlung gefährden kann.
- Quote paper
- Tatjana Schikorski (Author), 2002, Der Leib und seine Organe als Sinnträger - Die Haut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91568