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Entstehung, Gegenwart und Zukunft des Radikalen Konstruktivismus

Titre: Entstehung, Gegenwart und Zukunft des Radikalen Konstruktivismus

Dossier / Travail , 2002 , 23 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Fabian Kockartz (Auteur)

Médias / Communication - Théorie, Modèles, Définitions
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Die vorliegende Arbeit behandelt die recht junge Theorie des Radikalen Konstruktivismus. Diese spezielle Art des konstruktivistischen Denkens entstand Mitte der 70er Jahre des 20. Jh. und schlug „große Wellen“, die über die Scientific Community hinaus bis in die Alltagsvorstellungen der Menschen reichten.

Im wissenschaftlichen Bereich bedeuteten die neuen, skeptisch geprägten, Überlegungen und Postulate der Anhänger des Radikalen Konstruktivismus (RK) zwar keinen Paradigmenwechsel, sie sorgten allerdings gerade in den Medien- und Kommunikationswissenschaften nachhaltig für große Veränderungen in Bezug auf Theorien- und Modellbildungen. Der RK lieferte beispielsweise die Grundlagen für die Entwicklung eines komplett neuen Konzepts zur Bestimmung und Analyse von Kommunikations- und Medienereignissen. In wie weit beeinflussen Medien das Erkennen und die Vorstellung der Wirklichkeit? Für diese und ähnliche zentrale Fragen in den Medienwissenschaften gab der RK neue Antwortmöglichkeiten, die klassische, behavioristische Erklärungen (scheinbar) obsolet machten.

Ziel der Arbeit ist es, die wichtigsten Kritikpunkte am RK aufzuzeigen und daraus Ansätze zu entwickeln, die sich auf die zukünftige Entwicklung dieses Diskurses beziehen.

Da ich der Auffassung bin, dass man sich im Zuge von wissenschaftlichen Diskursen durchaus einer objektiven Wahrheit (zumindest) annähern kann und ich diesen Anspruch auch in den folgenden Ausführungen vertrete, lässt sich die Position, die ich in dieser Arbeit einnehme, als realistisch bezeichnen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wurzeln des Radikalen Konstruktivismus

2.1 Die Vorsokratiker

2.2 Giambattista Vico

2.3 Jean Piaget

2.4 Kybernetik und Systemtheorie

2.5 Hirnforschung

3. Der Radikale Konstruktivismus – Viabilität als Maßstab des Handelns

4. Wissenschaft verläuft in Kontroversen – Kritik am Radikalen Konstruktivismus

4.1 Das Problem der Viabilität als Maßstab des Handelns

4.2 Das Argument des ethischen Vorteils

4.3 Selbstanwendung und Selbstwiderlegung

5. Zukunftskonstruktionen

5.1 Solide Grundlage schaffen

5.2 Realen Gegner benennen

5.3 Entglorifizierung von Trivialem

5.4 Zentrale Begriffe und Sachverhalte klären

5.5 Mehr Homogenität

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die grundlegenden Kritikpunkte am Radikalen Konstruktivismus (RK) kritisch zu analysieren, um auf dieser Basis konstruktive Ansätze für die zukünftige Entwicklung dieses Diskurses zu formulieren. Dabei wird insbesondere untersucht, inwieweit die Theorie durch ihre epistemologischen Voraussetzungen in Widersprüche gerät und wie eine realistisch orientierte, weiterführende Perspektive aussehen könnte.

  • Historische und theoretische Herleitung des Radikalen Konstruktivismus
  • Analyse des zentralen Konzepts der Viabilität als Maßstab des Handelns
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Themen Ethik, Selbstanwendung und Selbstwiderlegung
  • Entwicklung von Perspektiven für eine wissenschaftlich solidere Zukunft des Diskurses
  • Forderung nach einer klaren Begriffsdefinition und semantischen Eindeutigkeit

Auszug aus dem Buch

4.3 Selbstanwendung und Selbstwiderlegung

Der RK behauptet, dass wir uns der absoluten Wirklichkeit, trotz Forschung und Wissenschaft nicht einmal annähern können, da wir keinen (direkten) Zugang zur Wirklichkeit haben, sondern einen durch das Subjekt konstruierten. Daraus folgern Radikale Konstruktivisten, dass Theorien, die von Menschen aufgestellt werden, falsch sein können (bzw. nicht viabel sind), da man sie nicht mit der absoluten Wirklichkeit vergleichen kann. Da nun aber die Wirklichkeit nach dem Verständnis der Radikalen Konstruktivisten nicht einmal realitätsadäquat im Subjekt abgebildet wird, kommen sie zu dem Schluss, dass menschliches Wissen, aus realistischer Sicht, definitiv falsch ist.

Der RK entwickelt diese Ansicht aus den Ergebnissen der Forschung auf dem Gebiet der Neuro-Biologie und Neuro-Physiologie. Allen voran das Prinzip der Undifferenzierten Codierung liefert die Begründung. Doch handelt es sich dabei um Erkenntnisse, welche die menschliche Wahrnehmung betreffen und damit auf der Objektebene angesiedelt werden müssen. Die Formulierung einer wissenschaftlichen Theorie ist aber ein Vorgang, der sich auf der Metaebene des RK abspielt. Die Ergebnisse aus naturwissenschaftlichen Untersuchungen über das menschliche Gehirn zu nehmen und diese direkt auf die wissenschaftliche Theoriebildung (und damit auf eine metatheoretische Ebene) zu übertragen ist äußerst fragwürdig. Hier wird das Problem einer unreflektierten Selbstanwendung deutlich, denn: Aus den Beschränkungen der menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit ergibt sich [...] mitnichten, dass die wissenschaftliche Theoriebildung die gleichen Begrenzungen aufweisen muß. (Groeben 1998, 154)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und erläutert die philosophisch geprägte Herangehensweise sowie das Ziel, Kritikpunkte aufzuzeigen und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.

2. Die Wurzeln des Radikalen Konstruktivismus: Dieses Kapitel skizziert die historischen und interdisziplinären Wurzeln des RK, von den Vorsokratikern über Piaget bis hin zur Kybernetik und Hirnforschung.

3. Der Radikale Konstruktivismus – Viabilität als Maßstab des Handelns: Das Kapitel definiert den RK als Wissenstheorie und erörtert das zentrale Prinzip der Viabilität, welches als Ersatz für den klassischen Wahrheitsbegriff dient.

4. Wissenschaft verläuft in Kontroversen – Kritik am Radikalen Konstruktivismus: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Theorie, insbesondere hinsichtlich der Probleme der Viabilität, ethischer Argumentationen und der logischen Selbstwiderlegung.

5. Zukunftskonstruktionen: Das abschließende Kapitel formuliert Vorschläge für die Weiterentwicklung des RK, darunter die Suche nach realen Gegnern und eine stärkere semantische Klarheit der Begriffe.

Schlüsselwörter

Radikaler Konstruktivismus, Wissenstheorie, Viabilität, Erkenntnistheorie, Selbstreferenz, Systemtheorie, Wirklichkeitskonstruktion, Kognitive Autonomie, Objektive Wahrheit, Wissenschaftskritik, Neurobiologie, Diskurs, Selbsterkenntnis, Interdisziplinarität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem Radikalen Konstruktivismus auseinander, beleuchtet dessen Entstehung und hinterfragt seine theoretische Konsistenz aus einer realistischen Sichtweise.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Erkenntnistheorie, die wissenschaftstheoretische Begründung des Konstruktivismus, die Probleme der Selbstanwendung sowie die ethischen Implikationen des Viabilitätsbegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Kritikpunkte am RK offenzulegen und auf dieser Grundlage konstruktive Ansätze zu formulieren, wie der Diskurs künftig wissenschaftlich fundierter und widerspruchsfreier geführt werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt eine philosophische Herangehensweise, um generalistisch die Widersprüche in den Grundstrukturen des RK zu analysieren und interdisziplinär zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Herleitung, die Darstellung des Ist-Zustandes der Theorie und eine ausführliche methodisch-kritische Auseinandersetzung mit den logischen Grenzen des Modells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Radikaler Konstruktivismus, Viabilität, Erkenntnistheorie, Selbstreferenz, Kognitive Autonomie und Wissenschaftskritik.

Warum hält der Autor den Begriff der Viabilität für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass Viabilität allein nicht als wissenschaftliches Gütekriterium ausreicht, da es keinen Fortschritt ohne ein übergeordnetes Ziel oder einen Wahrheitsbegriff ermöglicht und zudem Missbrauch Tür und Tor öffnet.

Was meint der Autor mit der "Selbstwiderlegung" des Radikalen Konstruktivismus?

Damit ist das logische Paradoxon gemeint, dass der RK, sofern er behauptet, jedes Wissen sei konstruiert, selbst nur eine Konstruktion ist und damit seine eigenen wissenschaftlichen Grundlagen, wie z.B. neurobiologische Erkenntnisse, untergräbt.

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Résumé des informations

Titre
Entstehung, Gegenwart und Zukunft des Radikalen Konstruktivismus
Université
University of Siegen  (Institut für Medienforschung)
Cours
Einführung in den Medienstudiengang
Note
2,0
Auteur
Fabian Kockartz (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
23
N° de catalogue
V9160
ISBN (ebook)
9783638159340
ISBN (Livre)
9783638640886
Langue
allemand
mots-clé
Glasersfeld Radikaler Konstruktivismus Konstruktivismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Fabian Kockartz (Auteur), 2002, Entstehung, Gegenwart und Zukunft des Radikalen Konstruktivismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9160
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Extrait de  23  pages
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