Kennzeichen der Sozialformen im Unterricht


Hausarbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Partnerarbeit

3. Frontalunterricht

4. Gruppenarbeit

5. Einzelarbeit

6. Reflexion der umgesetzten Unterrichtsübung
6.1. Einleitung
6.2. Partnerarbeit
6.3. Gruppenarbeit

7. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

Der bekannte Erziehungswissenschaftler Wolfgang Schulz gilt als erster Autor, welcher in seinen Werken mit dem Begriff „Sozialformen“ arbeitete. Hilbert Meyer setzte sich später mit diesem Begriff intensiv auseinander und verfasste eine gültige Definition:

„Sozialformen regeln die Beziehungsstruktur des Unterrichts. Sie haben eine äußere, räumlich-personal-differenzierende und eine innere, die Kommunikations- und Interaktionsstruktur regelnde Seite.“[1]

Die äußere Struktur bezieht sich auf die räumlichen Vorgaben im Unterricht. Damit ist z.B. eine bestimmte Sitzordnung verbunden. Vorgegeben werden dieses Faktoren vom Lehrer selbst oder sind von architektonischer Art (z.B. Größe des Klassenraums).

Die innere Struktur bezieht sich mehr auf die Gesprächsformen, die im Unterricht vorherrschen. Damit ist z.B. gemeint, ob etwa gemeinsam mündliche Interpretationen erarbeitet werden, oder ob die Möglichkeit zur Diskussion gegeben ist.[2]

An dieser Stelle sei bereits erwähnt, welche Sozialformen in der Wissenschaft unterschieden werden. Es sind zum einen der traditionelle Frontalunterricht, zum anderen Einzelarbeit, Partnerarbeit und Gruppenarbeit.

„Im Studium lernt heute fast jeder Lehrerstudent schon in den ersten Semestern, dass Frontalunterricht etwas Schlechtes und Gruppenunterricht etwas Gutes ist. In der Schule erfährt er dann, dass es ohne Frontalunterricht überhaupt nicht geht – also praktiziert er ihn, aber mit schlechtem Gewissen und noch schlechterer Ausbildung.“[3]

Diese eben zitierte Stelle sagt bereits viel darüber aus, welche Aktualität die Wahl der richtigen Sozialformen nach wie vor hat. Einer aktuellen Auseinandersetzung darf man daher nicht einfach aus dem Weg gehen, sondern sollte gezielt auf problematische Aspekte eingehen, um Lösungen zu finden, von denen sowohl Lehrer als auch Schüler profitieren.

Bereits in ihrer Schulzeit bemerkten viele heutige Lehramtsstudenten, dass man einige Störungen im Unterricht sicher hätte vermeiden können, hätte der Lehrer eine größere Sorgfalt an den Tag gelegt, was die Unterrichtsplanung betrifft.

Fühlen sich Schüler nämlich von der entsprechenden Form des Unterrichts nicht angesprochen, so beschäftigen sie sich gerne mit unterrichtsfremden Inhalten, dem Verlauf der entsprechenden Schulstunde wird allerdings nur noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Hier finden wir allerdings die Problematik vor, dass ein Lehrer, der zu seiner Schulzeit selbst nur eine weniger ansprechende Gestaltung des Unterrichts kennen gelernt hat und auch nach seinem Studium viele Jahre seinen Unterricht relativ monoton gestaltet hat, seinen Unterricht mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr vollkommen ändern wird.

Daher ist es spätestens im Studium notwendig, dass Studierende über die unterschiedlichen Sozialformen informiert werden und sich vor allem selbst damit aktiv auseinandersetzen.

Gerade im Grundstudium sollten bereits Grundkenntnisse erworben werden, die in den folgenden Schulpraktika ausprobiert und umgesetzt werden können. Gibt es allerdings wirklich nur die bereits genannten Sozialformen (Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit)?

Grundsätzlich unterscheidet man in der aktuellen Diskussion diese Gestaltungsformen, auch wenn sich in der Literatur andere, weiterreichende Ansätze finden. So etwa sehen manche Autoren, dass auch das Projekt den Stellenwert einer eigenen Sozialform aufweist.

Der Verfasser dieser Arbeit hat sich allerdings darauf festgelegt, bei der eben genannten Einteilung zu bleiben. Denn bereits durch diese Aufgliederung ergibt sich eine Vielzahl thematischer Fragen. Als Beispiel soll wieder der Frontalunterricht dienen.

„Aus Sicht der Lehrkräfte hat sich der Frontalunterricht durch die Diskussion um handlungsorientierten Unterricht in den letzten Jahren verändert. Er ist schülerorientierter geworden und wird vermehrt zur Ergänzung bzw. Unterstützung anderer Methoden eingesetzt.“[4]

Lief diese angesprochene Sozialforme bereits seit Jahrhunderten ordnungsgemäß ab, war sie allerdings für Schüler nicht immer motivierend und wurde oft zu einer großen Belastung für den Lehrer.

Man sieht nun allerdings, dass das nicht mehr zwangsläufig gegeben ist, da der Frontalunterricht nicht immer gleich abläuft und sich vor allem weiterentwickelt hat. Das zu untersuchen, würde aber dem begrenzten Rahmen dieser Arbeit nicht entsprechen und wurde nur aufgeführt, um dem Leser die Problematik zu veranschaulichen. Diese Hausarbeit hat das Ziel, die wesentlichen Möglichkeiten des Durchführens des Unterrichts anzuführen und diese entsprechend zu belegen. Dadurch soll der Leser für die verschiedenen Sozialformen und deren Einsatz sensibilisiert werden.

Auf entsprechende Vor- sowie Nachteile einzugehen soll hierbei ein grundlegender Teil dieser Arbeit sein, damit sich der Leser ein Bild verschaffen kann, wie er seinen Unterricht entsprechend gestalten kann.

2. Partnerarbeit

Die Partnerarbeit ist eine effiziente Sozialform, die der Lehrer im Unterricht einsetzen kann. Bei der Arbeit mit dem Partner arbeiten zwei Schüler für eine kurze Zeit zusammen, wobei eine genaue Arbeitsanweisung vom Lehrer gestellt wird. Ein Argument für den Einsatz dieser Sozialform ist die Förderung der Gesprächsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler. Mit dem Einsatz der Partnerarbeit kann der Frontalunterricht aufgelockert und die Lehrerdominanz abgebaut werden. Die Arbeit mit dem Partner sehen Pädagogen als positiv für die Entwicklung eines Menschen, denn hierbei lernt er den Umgang mit anderen Meinungen. Bei der Partnerarbeit ist ein Dialog unumgänglich. So lernt der Schüler seine Interessen und Ansichten zu vertreten. Hierdurch sollen Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen entwickelt werden. Die Zusammenarbeit zweier Schüler ist immer und überall praktizierbar, sollte aber vor der Gruppenarbeit durchgeführt werden (sofern eine Gruppenarbeit angestrebt ist). Einsetzen kann man die Partnerarbeit in allen Stufen des Unterrichts (Einstieg, Wiederholung, Übung, Erarbeitung, Vertiefung, Festigung, Kontrolle). Diese Sozialform ist besonders gut geeignet, wenn einzelne Schüler isoliert sind. Der Lehrer sollte sich während der Erarbeitungsphase bei den Schülern informieren, ob eventuell Probleme auftreten und zum Abschluss der Zusammenarbeit die Ergebnisse sichern. Weiterhin muss die Lehrkraft im Falle eines Streits eingreifen und bei der Einigung helfen, ansonsten aber so weit wie möglich im Hintergrund agieren. Bei dieser Sozialform treten sowohl Vor- als auch Nachteile auf. Als erstes wird auf die Vorzüge der Partnerarbeit eingegangen. Ein bedeutender Punkt ist die Entlastung des Lehrers, wenn die Partnerarbeit im Unterricht eingesetzt wird. Das Entlasten wird dadurch ermöglicht, dass die Schüler selbständig und mit gegenseitiger Hilfe zusammen arbeiten. Dabei beteiligen sich die Schüler aktiv am Unterricht und setzen sich intensiver mit dem Unterrichtsstoff auseinander. Weiterhin ist die Partnerarbeit besonders geeignet für einen kurzfristigen Einsatz, da es keiner organisatorischen Vorbereitung bedarf. Auch durch eine feste frontale Sitzordnung steht dem Einsatz dieser Sozialform kein Hindernis entgegen. Der Lehrer kann das natürliche Kommunikationsbedürfnis der Schüler für die Unterrichtsarbeit nutzen und beugt damit Unterrichtsstörungen vor. Die Partnerarbeit schult die Fähigkeit zu gegenseitiger Hilfe und regt durch den Gedankenaustausch der beiden Schüler zu produktiven Beiträgen an. Schwächen der Partnerarbeit werden in der Literatur kaum beschrieben. Einige Aspekte werden jedoch von einigen Pädagogen genannt. Ein Punkt ist, dass ein unerwartet hoher Zeitbedarf auftauchen kann und die Zusammenarbeit von zwei Schülern bei größeren Projekten nicht geeignet ist. Weiterhin kann es zu Schwierigkeiten bei der gegenseitigen Korrektur wegen unzureichendem Wissen kommen, sowie zu einer unzureichenden Einschätzung der eigenen Leistungsanteile. Durch das natürliche Kommunikationsbedürfnis der Schüler kann es außerdem zu Abgelenktheit und Unterrichtsstörungen kommen. Bei der Partnerarbeit überwiegt der fachliche Aspekt die sozial-erzieherischen Aufgaben. Außerdem kann der Einsatz dieser Sozialform zu Dominanz und Abhängigkeit führen.

[...]


[1] Meyer, Hilbert: Unterrichts Methoden. Frankfurt am Main: Cornelsen-Scriptor Verlag, 6. Aufl., 1994, S. 138.

[2] Vgl. Meyer, a.a.O., S. 138.

[3] Meyer, a.a.O., S. 142.

[4] Pätzold, Günter; u.a.: Lehr-Lern-Methoden in der beruflichen Bildung. Oldenburg: BIS-Verlag, 2003, S.206.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Kennzeichen der Sozialformen im Unterricht
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltung
Didaktik der Geschichte
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V91625
ISBN (eBook)
9783638051903
ISBN (Buch)
9783638944793
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kennzeichen, Sozialformen, Unterricht, Didaktik, Geschichte
Arbeit zitieren
Johannes Kreuzer (Autor), 2008, Kennzeichen der Sozialformen im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91625

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