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Raumsemantik und Figurenkonstellation in Hermann Brochs "Die Schuldlosen"

Title: Raumsemantik und Figurenkonstellation in Hermann Brochs "Die Schuldlosen"

Seminar Paper , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tanja Wagner (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Rahmen dieser Hausarbeit wird der Text „Die Schuldlosen. Roman in elf Erzählungen.“ von Hermann Broch bezüglich Figurenkonstellation und Raumsemantik untersucht. Zuerst wird ein Überblick über die äußere und innere Struktur des Textes gegeben. Anschließend wird der Held A. vorgestellt und sein Parcours durch die semantischen Räume nachgezeichnet.
Die mit ihm korrespondierenden weiteren Figuren des Textes werden einbezogen und die Gruppenbildungen innerhalb der Figuren betrachtet. Speziell soll auch noch gezeigt werden, dass die Konzeption von Mutter und Vater im Werk eine zentrale Stellung einnimmt. Als Letztes wird ergründet, wie sich der Text literaturgeschichtlich als Erzähltext der 1950er Jahre einordnen lässt. Eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse schließt die Hausarbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Inhalte und Ziele der Arbeit

2 Präsentation des Textes

3 Figurenkonstellation und Raumsemantik

3.1 Der Held A.

3.1.1 Aussehen und leibliche Abstammung

3.1.2 Von Holland nach Afrika und um die ganze Welt

3.1.3 Auf dem Weg zu einer neuen Heimat

3.1.4 Die Dreiecksbeziehung von Baronin W., Hildegard und Zerline

3.1.5 Melitta vs. Hildegard

3.1.6 Im Alten Jagdhaus

3.1.7 Besuch vom Großvater

3.2 Der Gegenheld Zacharias

3.2.1 Von A bis Z

3.2.2 Zacharias vs. Hildegard = Bürgertum vs. Adel

3.3. Konzeption von Mutter und Vater

4 Literaturgeschichtliche Einordnung von „Die Schuldlosen“

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit analysiert Hermann Brochs Roman „Die Schuldlosen“ im Hinblick auf die Figurenkonstellation und die Semantik der erzählten Räume. Ziel ist es, die innere Struktur des Werkes, die Entwicklung des Protagonisten A. sowie die zentralen Rollenbilder von Mutter und Vater zu untersuchen und das Werk in seinen literaturgeschichtlichen Kontext einzuordnen.

  • Strukturelle Analyse der Roman-Erzählungen und Zeitachsen
  • Figurenkonstellation (A., Baronin, Zacharias, Melitta, Zerline)
  • Raumsemantische Oppositionen (Heimat/Fremde, Stadt/Land)
  • Konzeption von Elternrollen im Beziehungsgeflecht
  • Literaturgeschichtliche Einordnung in die Nachkriegszeit

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Von Holland nach Afrika und um die ganze Welt

Holland und Afrika sind im Text zwei oppositionelle Räume. Bis 1908 war A. nur in Holland gewesen. Er hatte dort eine höhere Schule besucht, da er befähigt gewesen wäre, die Abiturprüfungen abzulegen. Aufgrund Prüfungsangst nahm er daran aber nicht teil. Stattdessen siedelte er willentlich und aktiv nach Afrika über. Diese Tat entspricht allerdings nicht den Regularien im Raum Holland, da der Vater erbost über das Verhalten seines Sohnes gewesen war und ihm weiteren Unterhalt verwehrte (DS 95). Nach Holland zu kommen bedeutete für A. nach Hause zu kommen (DS 21), darf also mit Heimat gleichgesetzt werden.

Den Gegensatz dazu stellt Afrika dar, das in weiter Ferne liegt (DS 62). Dort hatte er weder einen Vater noch eine Mutter, die beide im Raum Holland, dem sie zugeordnet sind, verblieben. Auch nach dem Tod des Vaters ist die Mutter nicht zu ihrem Sohn gekommen (DS 122), was für die Aufrechterhaltung der Grenze zwischen Holland und Afrika spricht und die besondere Verbindung von Heimat mit der Mutter betont. Als A. die Heimat verließ, behielt er das ihm eigene Charakteristikum bei, sich keinen Prüfungen unterziehen zu wollen und zieht deshalb, sobald er Rede und Antwort stehen muss, weiter (DS 95).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Inhalte und Ziele der Arbeit: Vorstellung der Forschungsabsicht, den Roman „Die Schuldlosen“ bezüglich Figurenkonstellation und Raumsemantik zu untersuchen.

2 Präsentation des Textes: Analyse der äußeren Struktur, der Erzählzeit und der Anordnung der elf Erzählungen in Vor-, Nach- und Mittelgeschichten.

3 Figurenkonstellation und Raumsemantik: Umfassende Untersuchung der Hauptfiguren A. und Zacharias sowie deren Interaktionen im Kontext räumlicher Gegebenheiten.

3.1 Der Held A.: Detaillierte Betrachtung des Protagonisten, seiner Herkunft, seiner Reisen, seiner Wohnorte und seiner psychologischen Entwicklung.

3.1.1 Aussehen und leibliche Abstammung: Beschreibung des physischen Erscheinungsbildes und der familiären Hintergründe von A.

3.1.2 Von Holland nach Afrika und um die ganze Welt: Untersuchung der Raum-Opposition zwischen der Heimat Holland und dem als Kolonie-Raum semantisierten Afrika.

3.1.3 Auf dem Weg zu einer neuen Heimat: Analyse des Bahnhofsplatzes als Zwischenraum und Wendepunkt in der Biografie von A.

3.1.4 Die Dreiecksbeziehung von Baronin W., Hildegard und Zerline: Untersuchung der Lebensgemeinschaft der drei Frauen und deren Beziehung zum Baron.

3.1.5 Melitta vs. Hildegard: Kontrastierung der beiden Frauenfiguren als Repräsentantinnen unterschiedlicher Schichten und Eigenschaften.

3.1.6 Im Alten Jagdhaus: Analyse der Umsiedlung der Figuren an einen neuen, symbolisch aufgeladenen Ort.

3.1.7 Besuch vom Großvater: Darstellung der letzten Phase im Leben von A. und der Konfrontation mit der Vater-Figur.

3.2 Der Gegenheld Zacharias: Charakterisierung der Figur Zacharias als konträr zum Protagonisten konzipierte Antagonistenfigur.

3.2.1 Von A bis Z: Analyse der Verbindung zwischen A. und Zacharias sowie deren biografischer Unterschiede.

3.2.2 Zacharias vs. Hildegard = Bürgertum vs. Adel: Typisierung der Figuren als Repräsentanten der gesellschaftlichen Schichten Bürgertum und Adel.

3.3. Konzeption von Mutter und Vater: Untersuchung der symbolischen und funktionalen Bedeutung von Elternrollen innerhalb des Figurengefüges.

4 Literaturgeschichtliche Einordnung von „Die Schuldlosen“: Verortung des Romans in der Literatur der Nachkriegszeit und im Exil-Kontext.

5 Zusammenfassung: Synthese der Kernaussage, dass jeder Mensch eine spezifische Schuld trägt, sowie Einordnung der künstlerischen Gestaltungsmittel des Werkes.

Schlüsselwörter

Hermann Broch, Die Schuldlosen, Figurenkonstellation, Raumsemantik, Schuld, Schuldlose, Exilliteratur, Protagonist A., Zacharias, Mutterbild, Vaterfigur, Nachkriegsliteratur, Erzählstruktur, gesellschaftliche Schichten, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hermann Brochs Roman „Die Schuldlosen“ mit Fokus auf die Figurenkonstellation und die Bedeutung der erzählten Räume.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Untersuchung der inneren und äußeren Textstruktur, das Verhalten des Helden A., die Rollenkonzeption von Mutter und Vater sowie die literaturgeschichtliche Verortung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Figuren und Räume im Werk miteinander interagieren und welche Rolle das Konzept der Schuld für die Charaktere spielt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin verwendet eine struktur- und motivanalytische Vorgehensweise, gestützt auf literaturwissenschaftliche Sekundärquellen und kultursemiotische Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Figuren A. und Zacharias, deren räumliche Verortung, die Dreiecksbeziehungen der Frauenfiguren sowie die zentrale Konzeption der Elternrollen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Raumsemantik, Schuld-Thematik, literarische Komposition, Exilliteratur und psychologische Figurencharakterisierung.

Warum spielt der Bahnhof im Roman eine so zentrale Rolle?

Der Bahnhof dient als Raum der Fremde und des Reisens, der einen scharfen Kontrast zum Wunsch von A. nach Heimat und Sesshaftigkeit bildet.

Inwieweit lässt sich das Verhältnis von Hildegard und Zacharias als gesellschaftlich deuten?

Die Autorin deutet dies als typenhafte Konfrontation zwischen dem alten Adel und dem aufkommenden, kleinbürgerlichen Proletariat, was die schizoide Haltung gegenüber politischen Umbrüchen widerspiegelt.

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Details

Title
Raumsemantik und Figurenkonstellation in Hermann Brochs "Die Schuldlosen"
College
University of Passau
Course
Proseminar Erzähltexte der 50er Jahre
Grade
1,7
Author
Tanja Wagner (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V91641
ISBN (eBook)
9783638051996
ISBN (Book)
9783638944847
Language
German
Tags
Raumsemantik Figurenkonstellation Schuldlosen Broch Erzähltext 1950er Jahre Nachkriegsliteratur Roman Schlafwandler Dreieck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Wagner (Author), 2006, Raumsemantik und Figurenkonstellation in Hermann Brochs "Die Schuldlosen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91641
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