Die folgende Arbeit befasst sich mit der Thematik gezielter Tötungen am Beispiel des Luftangriffs auf den iranischen Generals Qasem Soleimanis. Er war als Anführer der für Auslandsoperationen zuständigen Al-Quds-Brigaden einer der mächtigsten Männer im Nahen Osten. Getötet wurde er zu Beginn des Jahres am dritten Januar durch einen Raketenangriff des amerikanischen Militärs.
Genauere Hintergründe und mögliche Motive werden beruhend auf der Beziehungsdynamik des Irans und der USA in der Arbeit aufgezeigt. Herausgestellt wird, dass Soleimani keine unmittelbar bevorstehende Bedrohung darstellte, sondern als Mittel zur Vergeltung und Abschreckung vor künftigen Anschlägen auf die USA vollständig instrumentalisiert und umgebracht wurde. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Analyse der Legalität und der Legitimität der Tötung Soleimanis. Aufgrund der fehlenden Transparenz und den widersprüchlichen Mitteilungen von Seiten der amerikanischen Regierung ist eine fundierte Aussage über die Legalität dieser Tötung nicht möglich.
Aussagen über die Legitimität dieses Anschlags lassen sich basierend auf verschiedenen ethischen Ansätzen und Perspektiven, wie beispielsweise der deontologischen und der konsequentialistischen Ethik treffen. Je nachdem von welcher ethischen Perspektive aus eine Bewertung der Legitimität stattfindet, ergibt sich daraus eine entsprechende Beurteilung der Legitimität der Tötung Soleimanis. Ein Ausblick in die Zukunft legt Vergeltungsanschläge des Irans und weitere zukünftige Konflikte zwischen dem Iran und den USA nahe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die gezielte Tötung von Qasem Soleimani
2.1 Politische Rolle von Qasem Soleimani
2.2 Ablauf der gezielten Tötung
2.3 Beweggründe des US-Präsidenten
3 Diskussion der Legalität gezielter Tötungen
4 Analyse der Legitimität gezielter Tötungen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen und rechtlichen Grenzen gezielter Tötungen, wobei der Luftangriff auf den iranischen General Qasem Soleimani als zentrale Fallstudie dient. Ziel ist es, die Legalität und Legitimität dieser Maßnahme vor dem Hintergrund der Beziehungsdynamik zwischen den USA und dem Iran kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der politischen Bedeutung und Rolle von Qasem Soleimani
- Dokumentation des Tathergangs der gezielten Tötung im Januar 2020
- Rechtliche Einordnung gezielter Tötungen in internationalen Konflikten
- Ethische Reflexion mittels deontologischer und konsequentialistischer Ansätze
- Diskussion von Transparenzproblemen bei staatlichen Gewaltmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
Die gezielte Tötung von Qasem Soleimani
Vor knapp zwei Monaten wurde der iranische General Qasem Soleimani in der Nacht zum dritten Januar vom US-Militär gezielt getötet. Dieses Kapitel zeigt auf, was hinter seiner Tötung steckt und warum diese stattgefunden hat. Zu Beginn wird die Stellung Soleimanis in der Politik erklärt. Darauffolgend wird der genaue Tathergang der gezielten Tötung im Irak beschrieben und anhand aktueller Nachrichtenmeldungen zusammengefasst. Im dritten Teil werden die Hintergründe und mögliche Motive vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump zur Tötung Soleimanis aufgezeigt. Dabei stellt sich die Frage, ob die Tat tatsächlich eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung durch Soleimani abwehren sollte oder ob sie lediglich ein Vergeltungsschlag Trumps darstellt.
2.1 Politische Rolle von Qasem Soleimani
Qasem Soleimani wurde als einer der mächtigsten Männer im Nahen Osten bezeichnet. Er hat die Militärstrategie des Irans in den letzten 40 Jahren enorm geprägt (Krüger, 2020b). Auf fast jede militärische Entscheidung des Irans nahm Soleimani Einfluss (Baumstieger, 2020a). Als Kommandeur der Al-Quds-Brigaden, der Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarde für exterritoriale Operationen, hat er die militärischen Strategien des Irans im Irak, Syrien und im Libanon mitbestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Konzept des Targeted Killing und Darstellung der Relevanz am Fallbeispiel Qasem Soleimani.
2 Die gezielte Tötung von Qasem Soleimani: Analyse der Rolle des Generals, des Tathergangs und der zugrunde liegenden Motive des US-Präsidenten.
3 Diskussion der Legalität gezielter Tötungen: Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der völkerrechtlichen Einstufung der Tötung als Akt der Selbstverteidigung.
4 Analyse der Legitimität gezielter Tötungen: Ethische Bewertung der Tötung auf Basis der kantianischen Pflichtethik sowie der utilitaristischen Verantwortungsethik.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Legalität und Legitimität sowie Einschätzung der zukünftigen sicherheitspolitischen Konsequenzen.
Schlüsselwörter
Gezielte Tötung, Qasem Soleimani, Targeted Killing, Völkerrecht, Menschenrechte, Deontologie, Utilitarismus, US-Außenpolitik, Iran, Militärstrategie, Selbstverteidigung, Legitimität, Legalität, Terrorismusbekämpfung, Instrumentalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ethischen und rechtlichen Parameter von gezielten Tötungen anhand des Falls von Qasem Soleimani.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Völkerrecht, die Menschenrechte, politische Gewalt sowie die ethische Rechtfertigung von Tötungsentscheidungen durch staatliche Akteure.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage befasst sich damit, inwieweit die gezielte Tötung von Qasem Soleimani legal und legitim im Sinne internationaler Normen und ethischer Prinzipien war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Aufarbeitung des Falles sowie eine normative Analyse mittels deontologischer und konsequentialistischer Ethikmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Tathergangs, die Untersuchung der rechtlichen Zulässigkeit und eine philosophische Reflexion der Legitimität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Targeted Killing, Völkerrecht, Deontologie, Utilitarismus und politische Eskalation.
Warum spielt die Kant'sche Zweck-an-sich-Formel eine Rolle für die Bewertung?
Sie dient dazu, die Instrumentalisierung von Menschen zu hinterfragen und zu prüfen, ob Soleimanis Tötung die Menschenwürde verletzt hat.
Welche Schwierigkeit ergibt sich bei der legalen Einordnung der Tat?
Die Intransparenz der US-Regierung und das Fehlen offengelegter Beweise für eine "unmittelbare Bedrohung" erschweren eine völkerrechtlich fundierte Aussage.
- Arbeit zitieren
- Alicia Beez (Autor:in), 2020, Eine Analyse ethischer und rechtlicher Grenzen gezielter Tötungen am Beispiel des Todes von Qasem Soleimani, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916614