Die Lehre von Luther zeigte den Ausdruck seiner inneren Zustände und seiner geistlichen Abenteuer. Martin Luther hielt die Ehe ausschließlich für „die Weltsache“ und fasste die Gelegenheit beim Schopf und übertrug staatlicher Behörde entscheidende Stimme in den Angelegenheiten, die das Eherecht in weiterem Sinne betreffen, dessen Folge die Legalisierung der Scheidungen war. Durch die Lehre über Scheidungen erschütterte Luther die Grundlagen der Ehe. Nicht nur erlaubte der Reformator die Scheidungen, aber auch die Vielehe.
Inhaltsverzeichnis
1. Martin Luthers Kindheit und Jugend
1.1 Verhältnis zu seinen Eltern
1.2 Studium
2. Berufen oder entführt?
3. Luthers Widerstand und Veröffentlichung von 95 Thesen
3.1 Die Reformation – Erneuerung oder Destruktion?
4. Säkularisierung der Ehe
4.1 Die Negation des Sakraments der Ehe
4.2 Die Legalisierung der Ehen von Priestern
4.5 Die Frau nach Luther
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Säkularisierung der Ehe durch Martin Luther und beleuchtet die gravierenden theologischen sowie gesellschaftlichen Veränderungen, die durch seine Lehre in Bezug auf die Ehe, Scheidung und die Stellung der Frau hervorgerufen wurden.
- Analyse der kindlichen Prägung und Ausbildung Martin Luthers.
- Untersuchung der Hintergründe des Klostereintritts und des Bruchs mit der Kirche.
- Darstellung der Reformation als Prozess der Entsakralisierung der Ehe.
- Kritische Beleuchtung der Haltung Luthers zur Polygamie und Scheidung.
- Untersuchung des lutherischen Frauenbildes und der Folgen für die soziale Rolle der Frau.
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Negation des Sakraments der Ehe
Nach der Bibel (dem offenbarten Wort Gottes) und damit der römisch-katholischen Lehre der Kirche, schuf Gott den Menschen aus Liebe und nominierte ihn für die Liebe, die angeborene Berufung eines jeden Menschen ist. Gott hat Mann und Frau als freie, rationale und bewusste Menschen ins Dasein gebracht, von wem sie kommen, wer sie sind und was ihre Natur ist, welche Gemeinschaft sie sind und warum sie zusammen erschaffen können. In der katholischen Religion ist diese Gemeinschaft untrennbar, deshalb kann sie von einem Menschen geschaffen werden, der Verstand, freien Willen und Gedächtnis (das Reich des Geistes) hat. Damit sich diese spirituelle Natur materialisieren kann, wird ein Körper benötigt. Der Mensch drückt sich im Körper aus (angefangen vom Wort, über die Tat und jeden anderen Akt der Existenz), unter anderem so denkt er und worauf er zielt.
Martin Luther negiert den Begriff der Person selbst. Bei Luther ist der Mensch keine Person. Der Mensch ist höchstens, wie Luther selbst behauptet, „tierisch“. Als Tier kann ich zum Beispiel nicht sagen, dass ich verstehe. Fragen Sie sich daher, worauf Luthers Ermutigung zur Schaffung von Ehen hinweist, die angeblich den Schöpfungsentwurf erfüllen? Darüber hinaus Die Luther-Prädestinationstheorie spricht von der Tatsache, dass Gott den Menschen zur Heirat prädestiniert, was bedeutet, dass es sich nicht um einen Willensakt der Frau/des Menschen selbst handelt. Außerdem gilt dieser Begriff für jede Manifestation der menschlichen Existenz, was bedeuten würde, dass der Mensch kein Subjekt, sondern ein Objekt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Martin Luthers Kindheit und Jugend: Das Kapitel behandelt die familiäre Herkunft, das Verhältnis zu den Eltern und die schulische sowie universitäre Ausbildung Luthers in verschiedenen deutschen Städten.
2. Berufen oder entführt?: Es werden die verschiedenen Motive für Luthers Eintritt in das Augustinerkloster analysiert, wobei zwischen Legenden und historischen Erklärungsansätzen unterschieden wird.
3. Luthers Widerstand und Veröffentlichung von 95 Thesen: Dieses Kapitel erörtert die Auslöser der Reformation, Luthers Kritik an der Ablasspraxis und die daraus resultierende Spaltung der Kirche.
4. Säkularisierung der Ehe: Der Fokus liegt auf der Aufhebung des sakramentalen Eheverständnisses, der veränderten Rolle von Priesterehen sowie der Entwicklung einer neuen Moralvorstellung.
Schlüsselwörter
Martin Luther, Reformation, Säkularisierung, Ehe, Sakrament, Protestantismus, Scheidung, Erbsünde, Klerus, Polygamie, Frauenbild, 95 Thesen, Theologie, Kirchengeschichte, Naturrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theologischen und praktischen Veränderungen, die Martin Luther bezüglich der Institution der Ehe eingeleitet hat, und wie diese die katholische Sichtweise untergruben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entsakralisierung der Ehe, die Folgen der Reformation für das Eherecht sowie das von Luther geprägte Frauenbild.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die Säkularisierung der Ehe durch Martin Luther und deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche und kirchliche Ordnung darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische und theologische Analyse, die primär Quellen und Literatur zur Reformationsgeschichte auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie Luthers, die Entstehung der Reformation, die Ablehnung des sakramentalen Ehecharakters sowie spezifische Aspekte wie Scheidung und Polygamie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kritische Begriffe sind Säkularisierung, Sakrament, Reformation, Eheverständnis, Erbsünde und die historische Rolle Luthers.
Wie bewertet der Autor Luthers Haltung zur Scheidung?
Der Autor sieht in Luthers Befürwortung der Scheidung eine drastische Abkehr vom christlichen Eheverständnis, die den Weg für spätere, stärker säkularisierte Lebensformen ebnete.
Welche Rolle spielt die Polygamie in der Argumentation?
Die Akzeptanz der Bigamie durch Luther im Fall des Landgrafen Philipp von Hessen wird als ein Skandal gewertet, der Luthers Glaubwürdigkeit und seine lehramtlichen Prinzipien belastete.
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- Maria Pasko (Author), 2018, Die Negation der Institution der Ehe von Martin Luther, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916666