Wie viele Bauklötze wiegt ein Meerschweinchen? Die Ausstellung „Mathe-Kings & Mathe-Queens“ zu Gast beim LVR


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2007
5 Seiten

Leseprobe

Wie viele Bauklötze wiegt

ein Meerschweinchen?

Die Ausstellung „Mathe-Kings &

Mathe-Queens“ zu Gast beim LVR

von Stefanie Nöldgen

Mathematik: an ihr scheiden sich die Geister. Von manchen geliebt und von vielen verdammt wird sie selten neutral bewertet. Auch längst der Schule entwachsene Menschen denken oft noch nach Jahren mit Unbehagen oder gar Grausen an endlose, trockene Mathestunden zurück, die von Unlust, Ablehnung oder vielleicht auch von Angst bestimmt waren. Diese Erfahrungen prägten ihren weiteren Umgang mit Mathematik. Manche kamen zu der Erkenntnis: „Dafür bin ich eh zu doof.“ Andere meinen: „Was hat das denn mit mir zu tun? Ich komm’ doch prima ohne Mathe klar!“ Und wirklich: Sofern Ausbildung, Studium oder Beruf es nicht erfordern, muss sich nach der Schulzeit niemand mehr mit Mathematik auseinandersetzen. Erst wenn die eigenen Kinder mit Matheaufgaben nach Hause kommen, gibt es kein Entrinnen mehr, aber auch das geht vorbei. Kommt Ihnen das bekannt vor? Können Sie auch ganz problemlos auf Mathe verzichten? Dann habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Die schlechte lautet: Wir sind tagtäglich und rund um die Uhr von Mathematik umgeben. Es gibt also kein Entkommen. Aber, und das ist die gute Nachricht, das alles hat nichts mit Mathematik unterricht zu tun.

„Mathe-Kings & Mathe-Queens“

Eindrucksvoll belegt werden diese Behauptungen durch die Wanderausstellung „Mathe-Kings & Mathe- Queens – Junge Kinder fassen Mathematik an“, die von Nancy Hoenisch, Elisabeth Niggemeyer und dem verlag das netz entwickelt wurde. Die Ausstellung ist vom 05. März bis zum 25. April 2007 im Landeshaus des LVR zu Gast und spricht vier- bis zehnjährige Kinder und deren erwachsene Begleiter/-innen an. „Ich freue mich, dass wir hier beim Landschaftsverband Rheinland einen Beitrag dazu leisten können, viele Kinder mit der Ausstellung an die Mathematik heranzuführen und sie hoffentlich nachhaltig dafür zu begeistern“, sagte Dr. Jürgen Rolle, Vorsitzender des Landesjugendhilfeausschusses Rheinland, zur Ausstellungseröffnung. „Mathematik ist eine Denkart, sie steckt im ganzen Universum“, machte Nancy Hoenisch den Besucher/- innen der Ausstellung am Tag der Eröffnung deutlich, denn Mathematik umfasst weit mehr als nur Zahlen. Wenn man genau hinsieht, kann man überall Mathematik entdecken, z. B. in Form von Mustern, Symmetrien oder geometrischen Figuren. Man findet sie in Musik und Rhythmen, in Bewegung und Tanz, in Früchten, Blumen und Bäumen, in Schmetterlingsflügeln, Sternenkonstellationen und Straßenpflaster oder auch in Pullovermustern. Ist der Blick wach, kann man überall fündig werden. Dieser ganzheitliche Blick auf die Mathematik wird in der Ausstellung sehr deutlich. Darüber hinaus macht sie allen Erwachsenen bewusst, dass Kinder anders denken als Erwachsene – und wie. Kinder beurteilen ihre Umwelt nach dem, was sie sehen. Sie leben in einer sinnlichen Welt der konkreten Dinge und brauchen viel Zeit und die intensive Auseinandersetzung mit greifbaren Gegenständen, um das abstrakte Denken zu erlernen. „Wir alle haben als Kinder so gedacht“, sagt Nancy Hoenisch, doch oft haben wir es inzwischen vergessen. Sie verwendet das Bild einer Brücke, um die unterschiedlichen Denkweisen von Kindern und Erwachsenen deutlich zu machen: Die Kinder stehen am einen, die Erwachsenen am anderen Ufer eines Flusses. Die Kinder müssen eine Brücke bauen, um von ihrem Ufer des konkreten Denkens zum Ufer der abstrakten Symbolwelt der Erwachsenen zu gelangen. Sechs Pfeiler tragen die Brücke. Sie heißen „Sortieren und Klassifizieren“, „Muster“, „Zahlen“, „Geometrie“, „Messen und Wiegen“ und „Statistik und grafische Darstellung“. Diese Themen müssen von den Kindern erarbeitet und das damit verbundene Wissen muss von ihnen konstruiert werden, damit die Pfeiler stabil und tragfähig werden. Im Laufe der Zeit entwickeln die Kinder eine mathematisch-logische Denkweise, die es ihnen ermöglicht, Vorgänge und Zusammenhänge zu begreifen. Müssen sie mit Symbolen wie z. B. Zahlen umgehen, bevor sie das entsprechende Wissen konstruiert haben, lernen sie oft die Dinge auswendig, ohne sie zu verstehen.

Die sechs Inseln

Die Ausstellung ist nach dem Vorbild der Brücke aufgebaut und umfasst sechs Inseln, die jeweils das Thema eines Pfeilers repräsentieren. Auf jeder Insel wartet eine Fülle von Material darauf, von den Kindern entdeckt und ausprobiert zu werden, Schatzkisten möchten erobert und Spiele wollen gespielt werden. Die Kindergruppen werden von je einem Reisebegleiter oder einer Reisebegleiterin geführt, der bzw. die sich im Matheland gut auskennt. Doch bevor die Reise richtig losgeht, trifft sich die ganze Gruppe in einer riesigen pinkfarbenen Krone, die mit Teppich ausgelegt ist und zum Verweilen einlädt. Hier ist die Gruppe unter sich und von der Außenwelt und ihren Ablenkungen abgeschottet, was den Reisebegleiter/-innen einen idealen Rahmen dafür bietet, die Gruppe zu begrüßen, ihr eine kleine Einführung zu geben und die drei grundlegenden Mathelandregeln zu vermitteln: 1. Nichts fliegt durch die Luft. 2. Nichts kommt in den Mund. 3. Nichts kommt in die Tasche. Auch die Kinder formulieren Regeln, die ihnen am Herzen liegen: Nicht schubsen, treten, hauen, spucken. Nichts kaputt machen. Nicht die anderen Kinder ärgern. Weglaufen soll man nicht. So, nachdem das geklärt ist, kann es losgehen!

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Details

Titel
Wie viele Bauklötze wiegt ein Meerschweinchen? Die Ausstellung „Mathe-Kings & Mathe-Queens“ zu Gast beim LVR
Autor
Jahr
2007
Seiten
5
Katalognummer
V91690
ISBN (eBook)
9783638050647
Dateigröße
364 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um einen Artikel, der bereits in einer Fachzeitschrift erschienen ist. Die Rechte liegen jedoch bei mir.
Schlagworte
Ausstellung, Mathe-Kings, Mathe-Queens, Frühförderung
Arbeit zitieren
Stefanie Nöldgen (Autor), 2007, Wie viele Bauklötze wiegt ein Meerschweinchen? Die Ausstellung „Mathe-Kings & Mathe-Queens“ zu Gast beim LVR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91690

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