Diese Hausarbeit beschäftigt sich vornehmlich mit den Veränderungen des Controllings durch die Digitalisierung. Nach einer kurzen Begriffsdefinition und -abgrenzung zeigt diese Hausarbeit Auswirkungen auf ausgewählte Wirkungsfelder des Controllings auf und wird mit einem zusammenfassenden Fazit abgeschlossen.
Digitalisierung, Industrie 4.0, Big Data, Predictive Analytics. Dies alles sind Schlagworte, mit denen vor ein paar Jahren noch kaum jemand etwas anfangen konnte. Digitalisierung ist mit Sicherheit eine der größten Veränderungen nicht nur im Alltag, sondern auch in der gesamten Unternehmenslandschaft. Infolgedessen ist auch ein tiefgreifender Wandel von
Geschäftsmodellen nicht zu vermeiden, welcher Unternehmen jeglicher Größenordnung betrifft.
Oftmals ist es jedoch so, dass unter dem Begriff der Digitalisierung der Schwerpunkt häufig auf die Prozesse in der
Produktion, im Vertrieb und im Marketing gelegt wird. Tatsächlich wird das Controlling häufig nicht beachtet, wenn es um den Einzug der Digitalisierung im Unternehmen geht, was auch die dritte WHU-Zukunftsstudie (2017) bestätigt. Auch wenn die Rahmenbedingungen der Unternehmensumwelt für eine erweiterte Digitalisierung der Unternehmensabläufe gegeben sind, ist bei lediglich einem Viertel der untersuchten Unternehmen bereits eine umfassende, ausgereifte Digitalisierungsstrategie vorhanden.
Nichtsdestotrotz haben rund die Hälfte der Unternehmen keine Strategie zur Digitalisierung vorliegen, und folglich auch kein Budget für eine Digitalisierung im Controlling eingeplant. Zu oft wird Controlling noch mit den detailverliebten, altmodischen und "kontrollierenden" Methoden des internen Rechnungswesens gleichgesetzt, ist jedoch mit den fortschreitenden Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sozusagen über sich hinausgewachsen.
Controlling umfasst sowohl Chancen, als auch Risiken im Unternehmen und stellt nicht selten die rechte Hand der Unternehmensführung dar. Gerade deshalb sollte die Digitalisierung im Unternehmen unbedingt, zeitnah und vollumfänglich die
Domäne des Controllings erfassen, was zwar einige nicht zu unterschätzende Veränderungen in diesem Unternehmensbereich hervorruft. Jedoch ist dies im Zuge der Wandlung der Unternehmensumwelt und des internationalisierten Wettbewerbes unvermeidlich, um kurz und auch langfristig konkurrenz- und handlungsfähig zu bleiben.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSDEFINITIONEN UND -ABGRENZUNG
2.1 CONTROLLING
2.2 DIGITALISIERUNG IM CONTROLLING
3 AUSWIRKUNGEN AUF AUSGEWÄHLTE WIRKUNGSFELDER DES CONTROLLING
3.1.1 Prozesse
3.1.2 IT-Systeme
3.1.3 Rollenverständnis
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des Controllings durch die fortschreitende Digitalisierung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Aufgabenspektrum, die Prozesse und das Rollenverständnis des Controllers im Zuge der digitalen Transformation wandeln und welche Anpassungen für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit erforderlich sind.
- Grundlagen des Controllings und Definition der Digitalisierung
- Einfluss der Digitalisierung auf Controlling-Prozesse
- Bedeutung von Big Data und IT-Systemen für die Datenverarbeitung
- Wandel des Rollenbildes vom Informationslieferanten zum Business Partner
- Anforderungen an Kompetenzen und Mindset der Controller
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Prozesse
Wird das Controlling an sich zwar von einer Reihe von Prozessen dominiert, worauf die Digitalisierung Einfluss nimmt, unterschiedet sich jedoch der Einfluss maßgeblich in seiner Intensität, Ausprägung und auf die betroffenen Prozessschritte (Vgl. Langmann, 2019, S. 10). Abbildung 2 weist einen Überblick auf die betroffenen Prozesse und Teilprozesse auf, an jenen deutlich erkennbar ist, dass das Reporting als Hauptprozess mitunter am stärksten durch Veränderungen der Digitalisierung betroffen ist. Grundsätzlich hat das Reporting die Aufgabe, Informationen herauszufiltern, Dokumentationen zu erstellen und diese gemäß dem vereinbarten Ziel bereitzustellen (Vgl. Schön, 2018, S. 19). Digitalisierung hat dazu geführt, dass die unternehmensinternen, aber vor allem auch die unternehmensexternen Daten sich immens vergrößert haben. Insbesondere die Verwendung von sogenannten Big Data weist einen großen Einfluss auf das Controlling im Allgemeinen und das Reporting im Speziellen auf. Kieninger, Wehanna und Vocelka (2016) sprechen davon, dass „Die durch Big Data initiierten Veränderungen“ eine Kraft entfalten werden, „die Methoden, Instrumente, Kompetenzen sowie Organisationen, also die gesamte Welt des Controllings tiefgreifend neu definiert“ (S. 241). Um die Big Data, im unternehmerischen Sinne alle relevanten internen, externen, strukturierten und unstrukturierten Daten fach- und zielgerecht quantifizieren zu können, werden Big Data-Technologien wie beispielsweise Sentiment-Analysen eingesetzt, um vor allem unstrukturierte Daten aus den Sozialen Medien auszuwerten (Langmann, 2019, S. 13; Kienninger, et al., 2016, S. 241). Die Integration von Big Data im Reporting kann mit dem Einsatz von geeigneten Instrumenten die Aussagekraft und die Aktualität der Informationen und somit das Berichtwesen des Controlling effizient und effektiv erhöhen (Weichel & Herrmann, 2016, S. 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Digitalisierung für die heutige Unternehmenswelt und verdeutlicht die Notwendigkeit, das Controlling aktiv in diesen digitalen Wandel einzubeziehen.
2 BEGRIFFSDEFINITIONEN UND -ABGRENZUNG: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Controlling und Digitalisierung, um ein einheitliches Verständnis der betrachteten Materie zu schaffen.
3 AUSWIRKUNGEN AUF AUSGEWÄHLTE WIRKUNGSFELDER DES CONTROLLING: Hier werden die konkreten Folgen der Digitalisierung analysiert, insbesondere in den Bereichen Prozesse, IT-Infrastruktur sowie der Rolle des Controllers.
4 FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die strategische Bedeutung einer aktiven Anpassung des Controllings an die Herausforderungen der Digitalisierung.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Controlling, Business Partner, Big Data, digitale Transformation, Unternehmensführung, Reporting, IT-Systeme, Datenmanagement, Controller-Leitbild, Automatisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Prozessveränderung, Analyse, Datenqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Bereich des Controllings in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Prozessgestaltung, der Rolle der Informationstechnologie, der Nutzung von Datenmengen (Big Data) sowie der Neudefinition des Rollenbildes für Controller.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich Controlling durch die Digitalisierung verändert und welche Kompetenzen sowie strategischen Ansätze notwendig sind, um diese Transformation erfolgreich zu meistern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Auswertung bestehender Studien und Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Auswirkungen auf Prozesse, die notwendigen Anpassungen der IT-Systeme und die Anforderungen an ein modernes Rollenverständnis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Digitalisierung, Business Partner, Controlling, Big Data und digitale Transformation geprägt.
Wie verändert Big Data das Controlling?
Big Data ermöglicht durch die Verarbeitung großer, unstrukturierter Datenmengen eine genauere Entscheidungsfindung, erfordert jedoch neue analytische Kompetenzen und eine höhere Datenqualität.
Was bedeutet "Business Partner" im Kontext dieser Arbeit?
Das Rollenbild des Business Partners beschreibt den Controller als proaktiven Berater und Mitgestalter des Unternehmensmanagements, der über die reine Kontrollfunktion hinausgeht.
Welche Herausforderungen bestehen für Controller laut dem Text?
Controller stehen vor der Herausforderung, mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten, das eigene Kompetenzprofil zu erweitern und die Datenflut in wertvolle Informationen zu transformieren.
Warum ist das Rollenbild des Controllers im Wandel?
Da Standardaufgaben zunehmend automatisiert werden, verlagert sich der Fokus des Controllers hin zu interpretativen und strategisch beratenden Tätigkeiten im Sinne der Unternehmensführung.
- Arbeit zitieren
- Haschmat Ahmadzai (Autor:in), 2020, Veränderungen im Controlling durch Digitalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/916922