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Die reziproke Entfaltung des Ich und der ‚Parola’ in Ungarettis "L’Allegria"

Title: Die reziproke Entfaltung des Ich und der ‚Parola’ in Ungarettis "L’Allegria"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Rafaela Breuer (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich mit Ungarettis Kriegstagebuch L’Allegria und wird zeigen, dass Ungarettis Dichtung über die Ambitionen, eine schöne Biographie zu hinterlassen, hinausgeht und das Ich im Dichtungsprozess zu sich selbst findet, d.h. seine Identität entfalten bzw. erneuern kann. Dichtung ist somit eng gekoppelt an das individuelle Erleben, in der L’Allegria insbesondere die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges. Jene Bewusstwerdung seiner selbst in der Dichtung setzt jedoch auf der formalen Ebene eine Erneuerung der ‚Parola’ voraus. Ohne eine solche Neuentdeckung bzw. Befreiung des Wortes ist die Entfaltung des Ich nicht möglich. Wir werden also sehen, dass Lyrik als Autobiographie und die ‚Poetica della Parola’ in Ungarettis L’Allegria in einem reziproken Verhältnis zueinander stehen.
Dafür werde ich zunächst auf die Allegria als biographischen Zyklus eingehen, um anschließend Ungarettis innovativen Stil in Bezugnahme auf Alfred Noyer-Weidners Aufsatz „Zur Frage der ‚Poetik des Wortes’ in Ungarettis L’Allegria“ zu erläutern. Exemplarisch dafür werde ich I Fiumi und Girovago analysieren. Schließlich werde ich die daraus resultierende Rolle des Dichters und jene des Lesers und ihr Verhältnis zueinander untersuchen und darüber reflektieren, ob Ungarettis Dichtung, indem sie sich auf Selbstfindung und Neusemantisierung bezieht, nicht einen gewissen Ausschluss des Lesers impliziert und letztendlich im Narzissmus des Dichters mündet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0) Einleitung

1) Die Allegria als Identitätssuche des Ich

1.1) Die Allegria als Zyklus

1.1.1) Die Form des Tagebuches

1.2) Der Titel der Allegria

1.3) ‚Innocenza’ und ‚Memoria’ als biographische Schlüsselbegriffe

2) Ungarettis Stil

2.1) ‚La Poetica della Parola’

2.1.1) Elementarisierung

2.1.2) Neusemantisierung

3) I Fiumi

3.1) I Fiumi als Biographie

3.2) Die „Tendenz zum bedeutungsträchtigen Wort“ in I Fiumi

4) Girovago

4.1) Girovago als Selbstbild des Ich

4.2) Die Tendenz zum „bedeutungsträchtigen Wort“ in Girovago

5) Das Verhältnis von Dichter und Leser bei Ungaretti

5.1) Die Rolle des Lesers

5.2) Die Rolle des Dichters

6) Die Allegria als Spiegel von Ungarettis Narzissmus?

7) Conclusio

8) Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Kriegstagebuch L'Allegria von Giuseppe Ungaretti mit dem Ziel aufzuzeigen, dass die Dichtung über eine rein biographische Dokumentation hinausgeht und ein Mittel zur Identitätsfindung und -entfaltung darstellt. Im Zentrum steht dabei die wechselseitige Beziehung zwischen dem lyrischen Ich und der Erneuerung des sprachlichen Ausdrucks.

  • Die Allegria als biographischer Zyklus und Identitätssuche.
  • Die "Poetica della Parola" als Mittel zur Überwindung der Sprachkrise.
  • Analytische Untersuchung der Gedichte "I Fiumi" und "Girovago".
  • Das komplexe Kommunikationsverhältnis zwischen Dichter und Leser.
  • Kritische Reflexion über narzisstische Tendenzen im Werk Ungarettis.

Auszug aus dem Buch

1) Die Allegria als Identitätssuche des Ich

Das Kriegstagebuch der Allegria stellt einen Spiegel von Ungarettis unmittelbar erlebten Sinneseindrücken dar. Die gesamte Allegria gestaltet sich als ‚Libro dell’io’, in dessen Zentrum das lyrische Ich steht, welches seine Erlebnisse, insbesondere jene des Krieges, mit Hilfe der Sprache verarbeitet. Die Allegria könnte man also als Ungarettis persönliche Autobiographie beschreiben. Sie geht jedoch über eine rein biographische Abbildung hinaus, Winfried Wehle sieht in ihr sogar therapeutische Funktion: (...) das Ich, das in ihnen (den Wortbildungen) laut wird, es ist, in fast mythischer Größe, der Ausländer. In ihm verkörpert sich so etwas wie die innerste Komplexion von Ungarettis Dichtung, die nie ganz sich schließende Wunde, die ein Leben lang poetisch behandelt werden wollte.

Jene Selbstsuche hat ihre Wurzeln sicherlich in Ungarettis Kindheit und Jugend. Als Kind toskanischer Eltern wuchs er in Ägypten auf und fühlte sich stets als Fremdling, was er in seiner Dichtung reflektiert. Erst als Erwachsener betritt Ungaretti das erste Mal sein eigentliches Heimatland, Italien. Sein erster Kontakt mit dem eigenen Land passiert also durch die Sprache: „Der verzögerten Begegnung mit dem eigenen Land entspricht eine erhöhte Reflexion der geistig - sprachlichen Grundlagen.“ (Hinterhäuser 1990:185). Ungaretti selbst kommentiert dies wie folgt: „Conoscevo l’Italia sopratutto perché parlavo l’italiano, perché tutto ciò che m’era caro era nella mia lingua.“ (Ungaretti 2004:260).

Hier liegen die Ursprünge von Ungarettis Reziprozität von Sprache und Ich. Einer Selbstsuche des lyrischen Ich auf der inhaltlichen Ebene entspricht die Suche nach dem wahren Wert der ‚Parola’, die sich in erster Linie in der Form seiner Gedichte niederschlägt, wie ich unter 2) detaillierter darstellen werde.

Zusammenfassung der Kapitel

0) Einleitung: Die Arbeit skizziert die Fragestellung zur Verschränkung von Identitätssuche und sprachlicher Erneuerung in Ungarettis L'Allegria.

1) Die Allegria als Identitätssuche des Ich: Es wird untersucht, wie Ungaretti das Tagebuch als Form wählt, um persönliche Erfahrungen und die Identitätsfindung im Kriegskontext zu verarbeiten.

2) Ungarettis Stil: Dieses Kapitel erläutert die "Poetica della Parola", basierend auf den Prinzipien der Elementarisierung und Neusemantisierung.

3) I Fiumi: Eine exemplarische Analyse des Gedichts verdeutlicht die Verschränkung von Biographie und formaler Gestaltung.

4) Girovago: Anhand dieses Werkes wird der Fragmentismus und der Einsatz der Isolation zur inhaltlichen Akzentuierung weiter vertieft.

5) Das Verhältnis von Dichter und Leser bei Ungaretti: Das Kapitel diskutiert das Spannungsfeld zwischen Lesehilfe und Lesewiderstand im Kommunikationsprozess.

6) Die Allegria als Spiegel von Ungarettis Narzissmus?: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Geltungsanspruch des Dichters und der Darstellung seines Werkes.

7) Conclusio: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei Ungarettis Werk als Synthese aus Traditionsbewusstsein und Modernität eingeordnet wird.

8) Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Ungaretti, L'Allegria, Identitätssuche, Poetica della Parola, I Fiumi, Girovago, Elementarisierung, Neusemantisierung, Lyrik, Narzissmus, Sprachkrise, Italienische Literatur, Biographie, Sublimierung, Moderne Lyrik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit analysiert, wie Giuseppe Ungaretti in seinem Kriegstagebuch L'Allegria die Sprache als Werkzeug zur Identitätsfindung und -erneuerung nutzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Bedeutung der eigenen Biografie, die sprachliche "Elementarisierung", das Verhältnis zwischen Dichter und Leser sowie die kritische Reflexion des Dichter-Selbstbildes.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwiefern eine reziproke Beziehung zwischen dem lyrischen Ich und der Erneuerung des Wortes ("Parola") besteht und ob dies zur Identitätsstärkung des Dichters beiträgt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse, unter Einbeziehung biographischer Kontexte und theoretischer Aufsätze zur Poetologie Ungarettis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erarbeitung des Stils, die exemplarische Analyse der Gedichte "I Fiumi" und "Girovago" sowie die Untersuchung des Kommunikationsverhältnisses zwischen Dichter und Leser.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Innocenza", "Memoria", "Elementarisierung", "Neusemantisierung" und "Vertikalismus".

Welche Rolle spielt das Gedicht "I Fiumi" in dieser Arbeit?

Das Gedicht dient als exemplarisches Beispiel für den "Maximaltext", in dem Ungaretti seine Identitätssuche und die Verarbeitung seiner Lebensgeschichte durch die Flusssymbolik komprimiert.

Was bedeutet die "Poetica della Parola" im Kontext des Narzissmus?

Die Arbeit diskutiert, ob Ungarettis Anspruch, die Sprache allein aus der Krise zu retten, als Akt der Selbststilisierung oder Narzissmus gedeutet werden kann.

Inwieweit ist der Leser laut der Autorin involviert?

Der Leser wird durch den "Lesewiderstand" und die Offenheit der Texte aktiv gefordert, sich an der Rekonstruktion der Bedeutung zu beteiligen, anstatt nur passiv zu rezipieren.

Welche Bedeutung kommt der "Isolation des Wortes" zu?

Die Isolation des Wortes dient dazu, diesem seine ursprüngliche Reinheit und Bedeutungsschwere zurückzugeben, was den Kern von Ungarettis innovativer Sprachgestaltung ausmacht.

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Details

Title
Die reziproke Entfaltung des Ich und der ‚Parola’ in Ungarettis "L’Allegria"
College
University of Cologne
Course
Italienische Lyrik
Grade
1,0
Author
Rafaela Breuer (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V91704
ISBN (eBook)
9783638050708
Language
German
Tags
Entfaltung Ungarettis L’Allegria Italienische Lyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rafaela Breuer (Author), 2006, Die reziproke Entfaltung des Ich und der ‚Parola’ in Ungarettis "L’Allegria", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91704
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