Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Kursangebots namens "Mit Bewegung gesund in die Zukunft" in der Primärpräventionsmaßnahme. Dabei wird sowohl auf die Grob- und Detailplanung als auch die Dokumentation und Evaluation des Kursprogramms eingegangen.
Beim Kursangebot selbst soll durch das Vermeiden von Fachtermini eine möglichst große Zielgruppe angesprochen werden, welche an unspezifischen Rückenschmerzen aufgrund von Bewegungsmangel oder anderen Faktoren leidet. Unabhängig
von Alter, Geschlecht oder sozialem Stand hat der Begriff "Bewegung" für jeden Menschen eine ganz individuelle Bedeutung und einen unterschiedlichen Stellenwert im Leben.
Mit der neutralen Bezeichnung wird auf keine spezielle Krankheit oder ein besonderes Leiden hingewiesen, sodass der angesprochene Personenkreis möglichst groß ist. "Gesund in die Zukunft" vermittelt den Präventionsgedanken einer möglichst beschwerdefreien Zeit mithilfe von Maßnahmen während des Kurses und begleitend danach.
Inhaltsverzeichnis
- 1 INFORMATIONEN ZUR PRÄVENTIONSMASSNAHME
- 1.1 Mit Bewegung Gesund in die Zukunft
- 1.2 Handlungsfeld und Präventionsprinzip
- 1.3 Bedarfsermittlung der Maßnahme
- 1.3.1 Prävalenz und epidemiologische Daten zu Rückenschmerzen
- 1.3.2 Ursachen und Risikofaktoren von Rückenschmerzen
- 1.3.3 Gesundheitliche Auswirkungen und Risiken von Rückenschmerzen
- 1.4 Wirksamkeitsnachweis
- 1.5 Zielgruppe
- 1.6 Ziele der Maßnahme
- 1.6.1 Förderung physischer Gesundheitsfaktoren
- 1.6.2 Förderung psychosozialer Gesundheitsfaktoren
- 1.6.3 Förderung und Gewöhnung an körperliche Aktivität
- 2 GROBPLANUNG DES KURSPROGRAMMS
- 2.1 Begründung Kursinhalt I:
- 2.2 Begründung Kursinhalt II:
- 2.3 Begründung Kursinhalt III:
- 3 DETAILPLANUNG DES KURSPROGRAMMS
- 4 DOKUMENTATION UND EVALUATION DES KURSPROGRAMMS
- 5 LITERATURVERZEICHNIS
- 6 TABELLENVERZEICHNIS
- 7 ANHANG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der Entwicklung einer spezifischen Präventionsmaßnahme in Form eines Kursprogramms. Das primäre Ziel ist es, ein Programm zu konzipieren, das den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zur Umsetzung von Präventionsmaßnahmen entspricht und sich auf eines der prioritären Handlungsfelder konzentriert. Insbesondere zielt die Arbeit darauf ab, Menschen mit unspezifischen Rückenschmerzen, die oft durch Bewegungsmangel verursacht werden, durch gezielte Interventionen zu unterstützen und langfristig zu einer beschwerdefreieren Lebensweise zu befähigen.
- Entwicklung eines Präventionskursprogramms zur Reduktion von Rückenschmerzen
- Analyse von Prävalenz, Ursachen und Risikofaktoren von Rückenschmerzen
- Förderung physischer Gesundheitsfaktoren durch Bewegung und Koordination
- Verbesserung psychosozialer Gesundheitsfaktoren und Stressmanagement
- Gewöhnung an körperliche Aktivität im Alltag und Barrierefreiheit
- Dokumentation und Evaluation der Präventionsmaßnahme
Auszug aus dem Buch
1.3 Bedarfsermittlung der Maßnahme
Rückenschmerzen weisen eine hohe Prävalenz in der deutschen Bevölkerung aus. Jeder sechste Mann und jede vierte Frau geben an, in den letzten 12 Monaten einmal unter chronischen Rückenschmerzen gelitten zu haben. Hierbei handelt es sich um Schmerzen, welche über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten fast jeden Tag auftreten (Robert Koch-Institut, 2015, S. 69). Noch deutlicher wird das Bild in Betrachtung der Lebenszeitprävalenz in verschiedenen Regionen mit einem Wert zwischen 74% und 85% (Raspe, 2012, S. 13). Zur Schärfung des Bewusstseins für Ursachen und wirksame Verhaltensänderungen ist eine geeignete Präventionsmaßnahme dringend erforderlich. 44% der Personen die mindestens einmal im Monat unter Rückenschmerzen leiden geben an, die Symptome mit Schmerzmitteln zu bekämpfen. Unter den 30–59 Jährigen sind es sogar 50%, wobei die Altersgruppe von 18–29 bevorzugt auf Schmerzsalben und Wärmepflaster zurückgreift (Statista, 2017).
Die Ursachen von Rückenschmerzen sind nicht immer eindeutig ermittelbar. Dies bestätigt die Statistik. Nicht spezifische Rückenschmerzen machen etwa 80% der gemeldeten Fälle aus (Raspe, 2012, S. 10). Zwar gibt es bestimmte Risikofaktoren welche ein Auftreten von Rückenschmerzen begünstigen, beispielsweise schwere körperliche Arbeit oder psychosoziale Belastungen, jedoch hängt es in den meisten Fällen von den individuellen Vorgeschichten der betroffenen Personen ab (Raspe, 2012, S. 10–11). Die Leitlinie für nicht spezifischen Kreuzschmerz führt ebenfalls eine geringe körperliche Kondition als Faktor auf (BÄK, KBV & AWMF, 2017, S. 18). Demnach stellt das körperliche Aktivitätsverhalten der deutschen Bevölkerung einen Risikofaktor dar. Etwa 79,6% der Erwachsenen im Alter von 18–79 Jahren erreichen die Bewegungsempfehlung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) nicht. In Abhängigkeit vom Sozialstatus traten keine wesentlichen Unterschiede auf (Krug et al., 2013, S. 765–771).
Die gesellschaftlichen Auswirkungen von Rückenbeschwerden werden in Angaben der Krankenkassen deutlich. Auf dem ersten Platz der AU-Tage (Arbeitsunfähigkeitstage) der deutschen Krankenkassen liegen Rückenschmerzen (Knieps & Pfaff, 2015, S. 81; Raspe, 2012, S. 15). Im Jahr 2010 gab es beispielsweise bei den AOK-Pflichtmitgliedern 14,5 Mio. AU-Tage aufgrund von Rückenschmerzen (Raspe, 2012, S. 15). Der hierdurch verursachte Schaden ist gewaltig. Neben den Krankheitskosten, welche im Jahr 2008 etwa 9 Mrd. Euro betrugen, kommen die Ausfälle der Bruttowertschöpfung hinzu (Raspe, 2012, S. 16). Bislang sind Rückenschmerzen noch zu keiner Dauererkrankung geworden. 44,2% der Arbeitsunfähigkeitstage der BKK-Erkrankten fallen auf Personen mit Rückenschmerzen an, jedoch sind nur 4,3% länger als sechs Wochen ausgefallen (BKK, 2013, S. 35). Eine Präventionsmaßnahme, um diese Ausfälle zu vermeiden und sowohl Kosten in der Behandlung als auch in der Wertschöpfung zu reduzieren, ist somit begründet.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Informationen zur Präventionsmaßnahme: Dieses Kapitel stellt das Präventionskursangebot „Mit Bewegung gesund in die Zukunft“ vor, erläutert dessen Handlungsfeld und Präventionsprinzip, ermittelt den Bedarf anhand epidemiologischer Daten zu Rückenschmerzen und begründet die Wirksamkeit der geplanten Maßnahmen.
Kapitel 2: Grobplanung des Kursprogramms: Hier werden die allgemeinen Rahmenbedingungen des Kursprogramms dargelegt und die drei Hauptinhalte – Wissensvermittlung, praktische Übungen und psychosoziale Aspekte – basierend auf den Zielen und Wirksamkeitsbelegen begründet.
Kapitel 3: Detailplanung des Kursprogramms: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Kurseinheiten über 10 Wochen, inklusive Lernzielen (Theorie und Praxis), Lerninhalten und Umsetzungsaspekten.
Kapitel 4: Dokumentation und Evaluation des Kursprogramms: In diesem Abschnitt werden messbare Interventionsziele aus den Kurszielen abgeleitet und ein Evaluationskonzept vorgestellt, um den Erfolg der Präventionsmaßnahme zu überprüfen.
Schlüsselwörter
Prävention, Rückenschmerzen, Bewegungsmangel, Gesundheitsförderung, Kursprogramm, Bewegungstherapie, Selbstwirksamkeit, Coping-Strategien, physische Gesundheitsfaktoren, psychosoziale Gesundheitsfaktoren, körperliche Aktivität, GKV-Spitzenverband, Leitfaden Prävention, Wirbelsäule, Alltag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit der Entwicklung und Begründung eines Präventionskursprogramms für Menschen mit unspezifischen Rückenschmerzen, das darauf abzielt, durch Bewegung und weitere Maßnahmen die Gesundheit zu fördern und Schmerzepisoden zu vermeiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Primärprävention von Rückenschmerzen, die Förderung körperlicher Aktivität und Bewegungsgewohnheiten, die Verbesserung psychosozialer Gesundheitsfaktoren, die detaillierte Planung und die Evaluation von Präventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer evidenzbasierten Präventionsmaßnahme in Form eines Kursprogramms, das sich an den Vorgaben des „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbandes orientiert und in einem prioritären Handlungsfeld der Gesundheitsförderung angesiedelt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zur Bedarfsermittlung und Wirksamkeitsnachweisen von Präventionsmaßnahmen bei Rückenschmerzen und verwendet einen strukturierten Ansatz zur Programmentwicklung, der die Leitlinien des GKV-Spitzenverbandes berücksichtigt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Grob- und Detailplanung des Kursprogramms, dessen theoretische und praktische Lerninhalte sowie die Umsetzungsaspekte für jede Kurseinheit umfassend behandelt. Zudem wird ein Konzept zur Dokumentation und Evaluation des Programms vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Prävention, Rückenschmerzen, Bewegungsmangel, Gesundheitsförderung, Kursprogramm, Bewegungstherapie, Selbstwirksamkeit, Coping-Strategien, physische Gesundheitsfaktoren, psychosoziale Gesundheitsfaktoren, körperliche Aktivität, GKV-Spitzenverband, Leitfaden Prävention, Wirbelsäule und Alltag.
Wie heißt das entwickelte Kursprogramm und welche Zielgruppe spricht es an?
Das entwickelte Kursprogramm trägt den Titel „Mit Bewegung gesund in die Zukunft“ und richtet sich an eine breite Zielgruppe von Personen im Alter von 18-79 Jahren, die an unspezifischen Rückenschmerzen leiden, oft aufgrund von Bewegungsmangel oder psychosozialen Belastungen, und einen niedrigen oder geringen Sozialstatus aufweisen.
Welche Rolle spielen psychosoziale Faktoren bei der Prävention von Rückenschmerzen in diesem Kurs?
Psychosoziale Faktoren spielen eine zentrale Rolle, indem der Kurs kognitive, soziale und emotionale Eigenschaften verbessert, Stressmanagement-Maßnahmen vermittelt und die Selbstwirksamkeit sowie Handlungskompetenzen der Teilnehmer stärkt, um besser mit Rückenschmerzen umzugehen und diese zu vermeiden.
Wie wird die Wirksamkeit des Kursprogramms gemessen?
Die Wirksamkeit des Kursprogramms wird durch messbare Interventionsziele evaluiert, darunter die Senkung der subjektiven Stressbelastungsskala, die Steigerung der körperlichen Aktivität (mindestens 30 Minuten pro Tag) und die Reduktion des Körpergewichts um mindestens 2 kg, erfasst mittels Befragungen, Bewegungsprotokollen und anthropometrischen Messungen.
Was sind die Hauptinhalte der einzelnen Kurseinheiten?
Die Kurseinheiten umfassen die Vermittlung von Wissen über Anatomie und Funktionsweise des Rückens, praktische Übungen für den Alltag zur Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination sowie psychosoziale Inhalte zur Förderung des Gesundheitsbewusstseins und der Selbstwirksamkeit.
- Arbeit zitieren
- Arno Peise (Autor:in), 2019, Konzepte und Strategien der individuellen Gesundheitsförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/917086