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Zur Geschichte der Lokalanästhetika im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Title: Zur Geschichte der Lokalanästhetika im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Project Report , 2020 , 69 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author)

Pharmacology
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In der vorliegenden Arbeit wird die geschichtliche Entwicklung der Lokalanästhetika im 19. und frühen 20. Jahrhundert untersucht. Im Mittelpunkt steht dabei die damalige Nutzung des Kokains als Lokalanästhetikum, wobei seinerzeit die Schreibweise ‚Cocain‘ verwendet wurde. Zunächst wird die Entwicklung bis hin zur Entdeckung des Cocains als Lokalanästhetikum aufgezeigt. Im weiteren Verlauf wird dargelegt, in welchen medizinischen Bereichen Cocain zur lokalen Anästhesierung eingesetzt wurde. Ausgehend vom Erkennen der Gefahren des Cocains wird erörtert, wie sich die Suche nach Ersatzpräparaten gestaltete. Berücksichtigung finden hierbei u.a. Orthoform, Eucain B, Stovain und Novocain.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zielstellung

3 Material und Methodik

4 Zur geschichtlichen Entwicklung der Lokalanästhetika

4.1 Entwicklung bis zur Entdeckung des Cocains als Lokalanästheticum

4.1.1 Lokalanästhesie vor Cocain

4.1.2 Die Cocapflanze

4.1.3 Einführung der Pflanze in Europa

4.1.4 Anfängliches Interesse an Cocain in der Medizin

4.1.5 Isolierung des Cocains

4.1.6 Erste Hinweise auf eine lokalanästhesierende Wirkung des Cocains

4.2 Entdeckung des Cocains zur Lokalanästhesierung

4.2.1 Cocain zur Anästhesierung des Auges

4.2.2 Anästhesierung der Schleimhaut in Rachen und Kehlkopf

4.2.3 Lokalanästhesie von Cocain in der Zahnmedizin

4.2.4 Infiltrationsanästhesie mit Cocain

4.2.5 Leitungsanästhesie nach Oberst

4.2.6 Cocainisierung des Rückenmarks

4.2.7 Kombination mit Adrenalin

4.2.8 Therapien mit Cocain

4.3 Erkennen der Gefahren von Cocain

4.3.1 Dosierung des Cocains

4.3.2 Vergiftungserscheinungen bei der Lokalanästhesie mit Cocain

4.3.3 Cocainabhängigkeit von Ärzten

4.3.4 Psychische Nebenwirkungen von Cocain

4.4 Suche nach Ersatzpräparaten

4.4.1 Tropacocain

4.4.2 Orthoform

4.4.3 Eucain B

4.4.4 Holocain

4.4.5 Alypin

4.4.6 Stovain

4.4.6 Novocain (Procain)

4.4.7 Anaesthesin (Benzocain)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die wissenschaftliche Erforschung und die klinische Einführung von Lokalanästhetika, wobei ein besonderer Fokus auf den Strategien zur Entwicklung und Vermarktung dieser Substanzen im deutschsprachigen Raum liegt.

  • Historische Entwicklung der Lokalanästhesie von Cocain bis Novocain.
  • Einfluss von wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf die Arzneimittelforschung.
  • Rolle von Personen, Firmen und wissenschaftlichen Institutionen bei der Etablierung neuer Betäubungsmethoden.
  • Therapeutischer Einsatz von Lokalanästhetika in verschiedenen medizinischen Fachbereichen.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Cocain zur Anästhesierung des Auges

Im September 1884 führte Koller Tier- und Selbstversuche durch und überprüfte die Verwendung des Cocains zur Anästhesierung des Auges. Zunächst träufelte er großen Ochsenfröschen Cocain in ein Auge, so dass das andere Auge zur Kontrolle bzw. zu Vergleichszwecken fungierte. Koller bemerkte, dass Reize der verschiedensten Art auf die cocainisierten Augen keine Abwehrbewegungen der Frösche zur Folge hatten. Er konnte die Kornea und Sklera berühren, sie mit Hitze und Säure behandeln sowie mit elektrischem Strom reizen, ohne dass die Frösche reagierten. Damit konnte er nachweisen, dass das cocainisierte Auge voll anästhesiert war. Zugleich zeigte er, dass die Cocainanästhesierung keine Nachwirkungen und Schädigungen des Auges zur Folge hatte. Anschließend wiederholte er die Versuche auch an Kaninchen und an Hunden.

Im Selbstversuch cocainisierte er sich ein Auge und konstatierte die völlige Unempfindlichkeit und Reaktionslosigkeit desselben. Schließlich überredete er heimlich einen Patienten zur Staroperation unter Cocainisierung. Die Operation erfolgte ohne Zeugen, war aber ein voller Erfolg.

Am 15. September 1884 stellte Koller auf dem 16. Orphthalmologenkongress in Heidelberg seine Ergebnisse zur Anästhetisierung des Auges mit Cocain vor und veröffentlichte sie in der Wiener Medizinischen Wochenzeitschrift. In der Veröffentlichung teilte Koller mit, dass Cocain die gleichsam merkwürdige wie bekannte Eigenschaft besitzt, bei lokaler Anwendung die Zungenschleimhaut anästhetisch zu machen. Zudem sei bekannt, dass das Cocain sowohl bei lokaler Anwendung als auch von der Blutbahn aus die Pupille erweitern würde. Koller ging davon aus, dass eine Substanz, die die sensiblen Nervenenden der Zungenschleimhaut lähmen kann, auch die Hornhaut und die Bindehaut anästhesieren kann. Der Heidelberger Orphthalmologenkongress von 1884, der in der Medizinwelt große Aufmerksamkeit auf sich zog, gilt als der Beginn der Lokalanästhesie.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Geschichte der Narkose und die Entdeckung der lokalanästhesierenden Wirkung von Cocain durch Karl Koller, welche die moderne Anästhesie begründete.

2 Zielstellung: Das Kapitel definiert das Ziel der Arbeit, die Entwicklungs-, Prüfungs- und Vermarktungsstrategien von Lokalanästhetika sowie deren Einsatz in der Medizin zu beleuchten.

3 Material und Methodik: Dieses Kapitel erläutert die verwendete Literaturrecherche sowie die systematische Zeitschriftenrecherche zur Untersuchung der Geschichte der Lokalanästhetika.

4 Zur geschichtlichen Entwicklung der Lokalanästhetika: Dieser Hauptteil beschreibt chronologisch die historische Entwicklung von der Entdeckung des Cocains über die Suche nach Ersatzstoffen wie Novocain bis hin zu den verschiedenen klinischen Anästhesieformen.

Schlüsselwörter

Lokalanästhetika, Cocain, Anästhesie, Geschichte der Medizin, Pharmazie, Novocain, Infiltrationsanästhesie, Leitungsanästhesie, Spinalanästhesie, Karl Koller, Arzneimittelforschung, Schmerztherapie, Toxikologie, Adrenalin, Medizingeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der geschichtlichen Entwicklung der Lokalanästhesie, ausgehend von der Entdeckung der lokalanästhesierenden Wirkung von Cocain bis hin zur Etablierung modernerer Präparate wie Novocain.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entdeckung der lokalanästhesierenden Eigenschaften verschiedener Substanzen, die klinische Erprobung und Verbreitung in der Medizin sowie die damit verbundenen Gefahren und die industrielle Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Strategien zur Entwicklung und Vermarktung von Lokalanästhetika unter Berücksichtigung gesundheits- und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen sowie den medizinischen Einsatz und die beteiligten Akteure zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche und einer systematischen Zeitschriftenrecherche, um den wissenschaftshistorischen Forschungsstand und die historische Verwendung in der Medizin zu erfassen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die Entwicklung vom Cocain bis zum Novocain, verschiedene Methoden wie die Infiltrations- und Leitungsanästhesie sowie die Erkennung der Gefahren (Vergiftungen, Abhängigkeiten) und die Suche nach Ersatzpräparaten detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Lokalanästhetika, Cocain, Medizingeschichte, Arzneimittelforschung, Novocain, Infiltrationsanästhesie und die Rolle bedeutender Mediziner wie Karl Koller.

Welche Rolle spielte Sigmund Freud bei der Entdeckung?

Freud experimentierte früh mit Cocain und erkannte zwar die lokale betäubende Wirkung, verfolgte dies jedoch nicht weiter, da er sich auf andere therapeutische Potenziale konzentrierte. Er ermöglichte jedoch den entscheidenden Kontakt zu Karl Koller.

Warum war die Kombination mit Adrenalin so bedeutend?

Die Kombination ermöglichte eine Verlangsamung der Resorption des Lokalanästhetikums durch eine lokale Gefäßverengung, wodurch die Anästhesieeffekte gesteigert und die Toxizität durch geringere Dosierungen gesenkt werden konnte.

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Details

Title
Zur Geschichte der Lokalanästhetika im 19. und frühen 20. Jahrhundert
College
University of Heidelberg
Grade
2,3
Author
Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author)
Publication Year
2020
Pages
69
Catalog Number
V917180
ISBN (eBook)
9783346237323
ISBN (Book)
9783346237330
Language
German
Tags
geschichte lokalanästhetika jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Soziologe / PR-Berater (DPRG) Tilmann Wörner (Author), 2020, Zur Geschichte der Lokalanästhetika im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/917180
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