Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Vor- und Nachteile des aktuellen Urteils zu ermitteln und die Auswirkung der gesetzlichen Regelungen in der Praxis anhand eines Fallbeispiels bezüglich zwei Studierender aufzuzeigen.
Die Chancengleichheit ist Deutschlands zentrales und bildungspolitisches Ziel, das auch als ein Grundrecht im Grundgesetz verankert ist. Die öffentlichen Bildungsausgaben erreichten im Jahr 2018 rund 138,8 Milliarden Euro und werden in den nächsten Jahren auch weiter steigen. Die Bildung hängt jedoch auch mit den Ausgaben einzelner Bürger zusammen. Großenteils ist es so, dass die Kosten für ein Studium höher liegen als die Einnahmen der Studierenden während des Studiums. Nach Angaben des DSW betragen die durchschn. Kosten pro Studenten monatlich 819,00 Euro. Ein siebensemestriges Studium verursacht durchschn. Kosten i.H.v. 35.000 Euro. Ohne finanzielle Unterstützung in Form von Subventionen oder Steueranreizen, könnte es vielen Steuerzahlern schwerfallen, die Kosten zu bewältigen. Es entstehen Erstausbildungskosten, da es sich bei den meisten um eine erstmalige Ausbildung handelt. Fraglich ist nun, inwieweit der Staat zu den Bildungskosten der einzelnen Steuerzahler beitragen sollte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Die Darstellung der steuerlichen Behandlung von Erstausbildungskosten
2.1 Definitionen von Aufwendungen
2.1.1 Definition der Erstausbildung
2.1.2 Definition der Zweitausbildung
2.1.3 Definition der Werbungskosten
2.1.4 Definition der Sonderausgaben
2.2 Die Relevanz des Abzugs von Sonderausgaben im Vergleich zu Werbungskosten
2.2.1 Verlustvortrag und seine Vorteile
2.3 Die Rechtsentwicklung der Erstausbildungskosten
2.4 Übersicht der aktuellen Rechtsgrundlage
3 Die Kosten der einzelnen Ausbildungsarten
3.1 Berufsausbildung im Unternehmen
3.2 Ausbildung durch ein erstmaliges Studium
4 Fallbeispiel: Steuerliche Behandlung zwei Studierender
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Kosten für eine erstmalige Berufsausbildung bzw. ein Erststudium in Deutschland. Ziel der Arbeit ist es, die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen zu analysieren, die Unterschiede zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben herauszuarbeiten und die Auswirkungen der aktuellen Rechtsprechung – insbesondere des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 19.11.2019 – anhand eines praktischen Fallbeispiels zu verdeutlichen.
- Grundlagen der steuerlichen Definitionen (Erst-/Zweitausbildung, Werbungskosten, Sonderausgaben)
- Die steuerliche Differenzierung und ihre Auswirkungen auf den Verlustvortrag
- Historische Entwicklung der Rechtsprechung zu Erstausbildungskosten
- Aktuelle Rechtslage nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts
- Praktischer Vergleich der steuerlichen Behandlung von zwei Studierenden
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition der Erstausbildung
Gemäß § 9 Abs. 6 S. 2-5 EStG liegt eine geordnete Erstausbildung vor, wenn es die erste Lehre – Berufsausbildung oder Erststudium - ist, die in Deutschland, in einem anderen Mitgliedstaat der EU, eines Vertragsstaats des EWR oder der Schweiz absolviert wird. Eine Berufsausbildung ist erstmalig, wenn der Steuerpflichtige vor den zu bewertenden Ausbildungsmaßnahmen keine andere Berufsausbildung oder Erststudium absolviert hat. Ferner wenn die vorherige Berufsausbildung oder das Erststudium ohne Abschluss beendet wurde. Die Erstausbildung muss eine Mindestdauer von 12 Monaten beinhalten. Außerdem muss die Erstausbildung vollzeitig stattfinden und mit einer Abschlussprüfung beendet werden. Es handelt sich um eine Vollzeit Ausbildung, wenn mindestens 20 Stunden pro Woche angestrebt wird. Es ist besonders wichtig, dass die Ausbildung berufliche Fähigkeiten und Kenntnisse vermittelt, um qualifizierte berufliche Tätigkeiten ausführen zu können. Zu diesem Zweck müssen Beginn und Ende der Berufsausbildung zeitlich festgelegt werden, die Ausbildungsziele müssen definiert sein und auf einem festen Lehrplan basieren. Eine Erstausbildung liegt auch vor, wenn der Steuerpflichtige eine durch Rechts- oder Verwaltungsvorschriften geregelte Berufsausbildung mit einer Mindestdauer von 12 Monaten nicht durchläuft, jedoch zur Prüfung zugelassen wird und diese Prüfung besteht. Das BVerfG ist der Ansicht, dass sich jede Erstausbildung i.d.R. auf das Leben vorbereitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der steuerlichen Absetzbarkeit von Bildungsausgaben ein und stellt die Relevanz der Thematik vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Kosten dar.
2 Die Darstellung der steuerlichen Behandlung von Erstausbildungskosten: In diesem theoretischen Teil werden die maßgeblichen steuerrechtlichen Begriffe definiert und die Unterschiede zwischen der Behandlung als Sonderausgaben oder Werbungskosten detailliert erörtert.
3 Die Kosten der einzelnen Ausbildungsarten: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Kostentypen bei unterschiedlichen Ausbildungsformen, insbesondere im Kontext von Unternehmen versus Studium.
4 Fallbeispiel: Steuerliche Behandlung zwei Studierender: Ein konkreter Modellfall veranschaulicht die unterschiedlichen finanziellen Konsequenzen für zwei Studierende in Abhängigkeit von ihrem jeweiligen Ausbildungsstatus.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bewertet die aktuelle Rechtslage sowie die Bestätigung der Sonderausgabenregelung durch das BVerfG.
Schlüsselwörter
Erstausbildung, Zweitausbildung, Werbungskosten, Sonderausgaben, Einkommensteuergesetz, EStG, Verlustvortrag, Steuerbelastung, Studium, Berufsausbildung, Bundesverfassungsgericht, Steuerrecht, Ausbildungskosten, Rechtsentwicklung, Lebensführungskosten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die steuerliche Abzugsfähigkeit von Kosten, die im Rahmen einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums anfallen, und bewertet die rechtliche Situation nach aktuellen BVerfG-Beschlüssen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Unterscheidung zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben, die Bedeutung des Verlustvortrags und die historischen sowie aktuellen gesetzlichen Regelungen zu Ausbildungskosten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Vor- und Nachteile der gesetzlichen Regelungen zu analysieren und deren Auswirkungen in der Praxis durch ein Fallbeispiel transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Gesetzestexten, Fachkommentaren, Urteilen des Bundesfinanzhofs und des Bundesverfassungsgerichts sowie eine fallbeispielorientierte Untersuchung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Definition der steuerlichen Begriffe, eine Analyse der Rechtsentwicklung seit 2002 und eine Darstellung der Kosten bei verschiedenen Ausbildungsarten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Erstausbildung, Werbungskosten, Sonderausgaben, Verlustvortrag, EStG und die verfassungsrechtliche Einordnung durch das BVerfG.
Warum spielt der Verlustvortrag eine so wichtige Rolle für Studierende?
Der Verlustvortrag ermöglicht es, Ausbildungsaufwendungen, die in Jahren ohne Einkommen entstehen, in künftige Jahre mit hohem Einkommen vorzutragen und so die Steuerlast in diesen Jahren effektiv zu mindern.
Wie unterscheidet sich die steuerliche Situation für Studierende in der Erst- versus Zweitausbildung?
Kosten der Erstausbildung können meist nur als Sonderausgaben (begrenzt) abgesetzt werden, während Kosten der Zweitausbildung als Werbungskosten (unbegrenzt) abziehbar sind, was den Verlustvortrag erst ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Esma Koc (Autor:in), 2020, Die steuerliche Behandlung von Erstausbildungskosten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/917504