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Die Substantivflexion im Deutschen in verschiedenen Grammatiken

Title: Die Substantivflexion im Deutschen in verschiedenen Grammatiken

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nelli Schulz (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Das substantivische Paradigma wird nach seiner Form und Funktion mit grammatischen Kategorien (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) und in Singular oder Plural unterschieden. Allgemein spricht man von Flexion, „wenn die betrachteten sprachlichen Einheiten Wortformen in einem strikten Sinne sind, also synthetische Formen“ (Eisenberg 2004, 150). Das Substantiv lässt sich in das Gebiet der Deklination einordnen. Es hat mit den anderen deklinierten Wortarten (Adjektiv, Pronomen, Artikel) vor allem die Flexion des Kasus gemeinsam. Da das Deutsche zu den flektierenden Sprachen gehört, hat es komplexe Flexionsparadigmen. Man bezeichnet das Deutsche als konservativ, denn die Tendenz zum Abbau des Flexionssystems ist, im Gegensatz zu anderen Sprachen, eher gering. Der Grund liegt in der Zentralität des Flexionssystems für die Grammatik.

Das Substantivparadigma enthält acht Positionen: vier für die Kasus im Singular und vier für die im Plural. Die einzelne Wortform wird mit Kategorienpaaren beschrieben, z.B. Nominativ Singular. Die jeweiligen Kasus und Numeri sind die Einheitenkategorien, ihnen steht die Wortkategorisierung nach dem Genus gegenüber: Die Formen des Paradigmas sind Maskulinum, Femininum oder Neutrum. Der Kasus wird als die äußere Kategorisierung des Substantivs bezeichnet – er zeigt die syntaktische Funktion an, während der Numerus nach der Bedeutung gewählt wird. Dabei ist tendenziell eine Angleichung der Kasusformen zu beobachten. Das betrifft den Dativ (dem Mann(e)), den Akkusativ (einen Mensch(en)) und den Genitiv (des Konjunktiv(s)) (vgl. ebd., 135ff.).

In meiner Arbeit möchte ich vier Grammatiken gegenüberstellen, die sich der Flexion des Substantivs zugewandt und unterschiedliche Flexionsparadigmen erstellt haben: 1. die Grammatik des Instituts für deutsche Sprache (1997), 2. Gerhard Helbig und Joachim Buscha (2001), 3. Hans Jürgen Heringer (1989) und 4. Peter Eisenberg (2004). Dabei werde ich die Grammatiken jeweils in einem kurzen Abriss skizzieren. Ich verwende die Aufstellungen der Autoren und auch deren Beispiele. Anschließend werde ich die Grammatiken miteinander vergleichen. Es kommt mir darauf an, strukturelle Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Grammatik des Instituts für deutsche Sprache

3. Die Grammatik von Gerhard Helbig und Joachim Buscha

4. Die Grammatik von Hans Jürgen Heringer

5. Die Grammatik von Peter Eisenberg

5.1 Die Paradigmentafeln des Substantivs

5.2 Die Pluralbildung

6. Vergleich

6.1 Allgemeines

6.2 Der spezielle Vergleich zwischen den vier Grammatiken

6.3 Auffälligkeiten beim Vergleich

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die unterschiedlichen Ansätze zur Flexion des Substantivs im Deutschen anhand von vier einflussreichen Grammatiken zu untersuchen und einander gegenüberzustellen. Dabei wird analysiert, wie diese Werke die Flexionsparadigmen strukturieren, welche Kriterien für die Klassifizierung herangezogen werden und wo Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der systematischen Erfassung liegen.

  • Vergleichende Analyse von vier deutschen Standardgrammatiken
  • Strukturelle Untersuchung von Substantivparadigmen
  • Differenzierung zwischen starker, schwacher und gemischter Deklination
  • Systematik der Pluralbildung und Kasusmarkierung
  • Integration von Fremdwörtern in das Flexionssystem

Auszug aus dem Buch

6.1 Allgemeines

Alle Grammatiken entwickeln eine Systematik mithilfe der folgenden Kriterien: dem Numerus, dem Kasus, dem Genus, der Zuordnung der Singular- und Pluralreihen und der phonologischen Distribution. Allgemein gelten für die deutsche Substantivflexion strukturell typologische Charakteristika, die sie von anderen Flexionssystemen unterscheiden. Es gibt relativ viele Flexionsklassen, das Flexionsklassensystem ist intakt und überschaubar und es befindet sich nicht im Zustand der Aufsplitterung in Einzelfälle. Die Klassenzugehörigkeit der Substantive ergibt sich weniger aus deren außermorphologischen Eigenschaften als vielmehr aus dem Genus oder dem phonologischen Wortausgang. Es gibt deutliche Präferenzen für die Zugehörigkeit zu bestimmten Flexionsklassen. Bevorzugt wird die Zugehörigkeit eines Wortes zu der Flexionsklasse, die die meisten Wörter mit den entsprechenden Eigenschaften enthält. Wurzel nennt Feminina auf verzweigendem Reim, die die schwache Flexion gegenüber der starken bevorzugen. Es existieren wenige formal unterscheidende Kategorienmarker (die vier Suffixe -e, -(e)n, -(e)s, -er und der Umlaut), dafür aber viele Kombinationsmöglichkeiten dieser Marker. Es werden unterschiedliche formale Mittel bei der Flexion verwendet: agglunative Suffixe (Dativ Plural Hund-e-n) und fusionierender Vokalwechsel (Mutter – Mütter) (vgl. Wurzel 1994, 29ff.).

Wurzel beschreibt die Prinzipien des Aufbaus von Flexionssystemen. Es gibt zwei Typen von Paradigmenstrukturbedingungen: Der erste Typ ist dadurch gekennzeichnet, dass „das Auftreten einer lexikalischen Grundform mit bestimmten außermorphologischen, d.h. syntaktischen, phonologischen und/oder semantischen Eigenschaften, das Auftreten von Flexionsformen mit bestimmten Kategorienmarkern impliziert“ (ebd., 32) (z.B. Wenn ein Substantiv auf -e endet, hat es im Plural den Marker -n: Hase – Hasen.). Der zweite Typ beschreibt implikative Zusammenhänge zwischen dem Auftreten eines Markers in der Flexionsform einer Kategorie, aber auch einer anderen (z.B. Wenn ein Substantiv im Plural den Marker -er hat, hat er im Dativ Plural den Marker -n: die Männer – den Männern.) (vgl. ebd., 32f.). In unseren Grammatiken finden wir den zweiten Typ vor, denn alle gehen auf die Kasusmarkierung ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel definiert den theoretischen Rahmen der Substantivflexion und legt die Forschungsfrage zur Gegenüberstellung der vier ausgewählten Grammatiken fest.

2. Die Grammatik des Instituts für deutsche Sprache: Es wird der Ansatz der IDS-Grammatik skizziert, die Substantive nach drei Flexionstypen im Singular und fünf im Plural einteilt.

3. Die Grammatik von Gerhard Helbig und Joachim Buscha: Das Kapitel erläutert die starke, schwache und gemischte Deklination nach Helbig/Buscha und stellt deren Pluralklassifizierung dar.

4. Die Grammatik von Hans Jürgen Heringer: Hier wird die Systematik Heringers vorgestellt, die auf einer Einteilung in zehn Klassen basiert und einen Fokus auf die reinen Endungstafeln legt.

5. Die Grammatik von Peter Eisenberg: Dieses Kapitel analysiert Eisenbergs segmentierende Analyse und seine Einteilung in vier Flexionsklassen sowie die sechs Pluralklassen.

6. Vergleich: Dieser Abschnitt bietet eine übergreifende Gegenüberstellung der vier Ansätze unter Berücksichtigung von Kriterien wie Genus, Kasus und phonologischer Distribution.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Unterschiede und strukturellen Ähnlichkeiten in der Behandlung der Substantivflexion in den untersuchten Werken.

Schlüsselwörter

Substantivflexion, Deklination, Pluralbildung, Kasusmarkierung, Flexionsklassen, Paradigmen, starke Deklination, schwache Deklination, Genus, Morphologie, Sprachwissenschaft, grammatische Kategorien, Nomina, Sprachvergleich, IDS-Grammatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Darstellung der Substantivflexion im Deutschen in vier verschiedenen linguistischen Standardgrammatiken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Flexionsparadigmen des Substantivs, die Einteilung in Flexionsklassen, die Bildung des Plurals sowie die Markierung des Kasus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Vergleich der unterschiedlichen methodischen Ansätze der vier Grammatiken zur Erfassung der deutschen Substantivflexion und das Herausarbeiten von strukturellen Gemeinsamkeiten und Differenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, bei der die theoretischen Konzepte, Schemata und Kategorisierungen der ausgewählten Grammatiken gegenübergestellt und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ansätze des Instituts für deutsche Sprache, von Helbig/Buscha, von Heringer sowie von Eisenberg einzeln skizziert und anschließend in einem Vergleichskapitel kritisch ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Substantivflexion, Deklination, Paradigmen, Kasusmarkierung und Pluralmorphologie charakterisieren.

Welche Bedeutung kommt dem Genus in den Grammatiken zu?

Das Genus spielt eine zentrale Rolle bei der Kategorisierung, wird jedoch von den Autoren unterschiedlich stark als Sortierungskriterium priorisiert.

Wie gehen die Grammatiken mit dem sogenannten Nullplural um?

Der Umgang mit dem Nullplural variiert: Während einige Grammatiken ihn als eigenen Typus führen, betrachten andere ihn eher als Randerscheinung oder behandeln ihn innerhalb prosodischer Regeln.

Inwiefern beeinflusst die S-Flexion die Systematik?

Die S-Flexion nimmt in allen betrachteten Werken eine Sonderstellung ein, da sie bei Eigennamen, Fremdwörtern und Kurzwörtern besonders produktiv ist und oft separat behandelt wird.

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Details

Title
Die Substantivflexion im Deutschen in verschiedenen Grammatiken
College
Technical University of Chemnitz  (Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Eisenberg-Syntax: Nominalgruppen
Grade
1,3
Author
Nelli Schulz (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V91760
ISBN (eBook)
9783638058469
ISBN (Book)
9783640204687
Language
German
Tags
Substantivflexion Grammatiken Eisenberg-Syntax Nominalgruppen Sprachwissenschaft Linguistik IDS Helbig Buscha Heringer Eisenberg Paradigmentafel Plural Paradigma Kasus Flexion Nomen Deklination Nullplural Umlaut Markiertheit Endungen endungslos Kasusbestimmung Nomendeklination Dativ Genitiv Nominativ Akkusativ Deklinationstyp Markierung schwach stark Schwa Grammatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nelli Schulz (Author), 2007, Die Substantivflexion im Deutschen in verschiedenen Grammatiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91760
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