„In der durch kleinere Auftragsvolumen und drastisch reduzierte Gewinnpannen
geprägten Zeit, hängt die Entwicklung eines Unternehmens mehr als je zuvor von der
Leistungsfähigkeit des Einkaufs ab“
Dieses einleitende Zitat soll zeigen, wie sich das Ansehen des Einkaufs innerhalb der
Unternehmen gesteigert hat. Wurden in den letzten Jahren noch den Aktivitäten auf
Vertriebsseite in vielen Unternehmen oftmals mehr Aufmerksamkeit geschenkt, so ist heute durch die dynamischen Marktverhältnisse die Kostenseite umso wichtiger für den Unternehmenserfolg.
Besonders durch die immer geringere eigene Wertschöpfung der Unternehmen, die sich
zunehmend auf ihre Kernkompetenzen spezialisieren, müssen immer mehr Rohstoffe,
Baugruppen, Lohnarbeiten oder Dienstleistungen von Lieferanten bezogen werden. Dies hat zwar den Vorteil, dass Kosten in der eigenen Fertigung eingespart werden können, jedoch muss dann in der Beschaffung der Grundstein gelegt werden, damit diese Auslagerungen für das Unternehmen auch rentabel sind.
Dadurch, dass immer mehr Systemkomponenten und komplette Baugruppen von Lieferanten bezogen werden, müssen auch immer weniger Einzelteile beschafft werden. Pro Bestellung werden damit immer kleinere Lieferlose kostenintensiver Produkte in immer häufigeren Frequenzen geordert, womit die Logistikkosten weiter ansteigen.
Zudem machen es die immer kürzer werdenden Produktlebenszyklen notwendig, dass der Einkauf durch genaue Markt- und Lieferantenkenntnis in der Lage sein muss, zeitnah Zugang zu neuen Technologien zu bekommen. Dadurch erhöhen sich aber auch die Gesamtkosten der Beschaffung, da der Aufwand für Forschung und Entwicklung für die Lieferanten der neuen Produktkomponenten steigt und diese die Kosten an den Kunden überwälzen. Somit gewinnt die Einbindung von Lieferanten in den Entwicklungsprozess und der daraus resultierende Aufbau von strategischen
Partnerschaften an großer Bedeutung. Dabei profitieren der Lieferant und der Kunde
gegenseitig von dem jeweils erarbeiteten Know-How.
[...]Langfristig leistet der Einkauf damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungs- und Qualitätssicherung, Lieferbereitschaft, Liquiditätserhaltung sowie zur Wirtschaftlichkeitund Flexibilität der jeweiligen Unternehmung.
Inhaltsverzeichnis
1. Aktuelle Entwicklungen im Einkauf und deren Bedeutung
2. Wertsteigerungen
2.1 Begriffsbestimmung von Wertsteigerungen des Unternehmens
2.2 Messung der durch den Einkauf erreichbaren Wertsteigerung
2.2.1 Die Erfolgsformel – “Der Gewinnbeitrag des Einkaufs“
2.2.2 Die Hebelwirkung von Einkaufskostenreduzierungen
3. Der Einkäufer als Erfolgspotenzial
3.1 Anforderungsprofil der Einkaufsmitarbeiter
3.2 Ableitung von Unternehmensziele auf Einkaufs- und Einkäuferziele
4. Gesamtkostenbetrachtung und Potenzialanalyse im Einkauf
4.1 Gesamtkostenbetrachtung
4.2 Potenzialanalyse
4.2.1 Angebotseinholung
4.2.2 Total Cost Of Ownership
4.2.3 Qualitätskosten
4.2.4 Einkaufskonditionen
5. Lieferantenmanagement
5.1 Gegenstand und Teilbereiche des Lieferantenmanagements
5.1.1 Lieferantenauswahlsystem
5.1.2 Lieferantenbeziehungssystem
5.1.3 Lieferantenbewertungssystem
6. Beschaffungsmarktforschung
6.1 Beschaffungsmarktforschung als Informationsquelle und Entscheidungshilfe
6.2 Voraussetzungen für die Durchführung einer Beschaffungsmarktforschung
6.2.1 Produktauswahl
6.2.2 Methodenauswahl
6.2.3 Informationsbedarf und Informationsquellen
7. Fazit der Studienarbeit
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die Rolle des Einkaufs als zentralen Hebel zur Wertsteigerung von Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie durch strategisches Lieferantenmanagement, fundierte Beschaffungsmarktforschung und eine gesamtheitliche Kostenbetrachtung nachhaltige Gewinnsteigerungen erzielt werden können.
- Messung und Hebelwirkung von Einkaufskostenreduzierungen
- Anforderungsprofile und Erfolgspotenziale von Einkaufsmitarbeitern
- Methoden der Potenzialanalyse und Total Cost of Ownership (TCO)
- Strategische Gestaltung von Lieferantenbeziehungen
- Bedeutung der Beschaffungsmarktforschung als Informationsgrundlage
Auszug aus dem Buch
4.2 Potenzialanalyse
„Überall, wo Kosten entstehen, gibt es auch eine Chance, Kosten einzusparen!“
Eine Potenzialanalyse ist ein nützliches Instrument um „Einsparpotenziale für die einzelnen Kostenblöcke im Einkauf zu ermitteln und diesen den Aufwand gegenüberzustellen, den die Potenzialerreichung erfordert.“
Um eine Potenzialanalyse durchführen zu können, muss zunächst untersucht werden, wie sich die Gesamtkosten im Unternehmen verteilen, beispielsweise in Personalkostenanteile, sonstige Kostenanteile und Einkaufskostenanteile.
Nach dieser Aufspaltung, werden die Einkaufskosten weiter differenziert.
Dabei wird untersucht:
• für welche Kostenträger Kosten anfallen (Einzelne Beschaffungsobjekte).
• welche Kostenarten anfallen (Fehlmengen-, Lager-, Beschaffungskosten).
• wie hoch die entstandenen Kosten sind.
• welchen Anteil die einzelnen Kosten an den Gesamtkosten einnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aktuelle Entwicklungen im Einkauf und deren Bedeutung: Beleuchtet den Bedeutungsgewinn des Einkaufs durch steigende Materialkostenanteile und dynamische Marktverhältnisse.
2. Wertsteigerungen: Definiert Wertsteigerungen und stellt die Erfolgsformel für den Gewinnbeitrag des Einkaufs vor.
3. Der Einkäufer als Erfolgspotenzial: Analysiert das Anforderungsprofil von Einkaufsmitarbeitern und die Bedeutung zielgerichteter Aufgabenverteilung.
4. Gesamtkostenbetrachtung und Potenzialanalyse im Einkauf: Erläutert Instrumente wie TCO und Methoden zur Identifikation und Realisierung von Einsparpotenzialen.
5. Lieferantenmanagement: Beschreibt die Gestaltung von Lieferantenbeziehungen durch Auswahl-, Beziehungs- und Bewertungssysteme.
6. Beschaffungsmarktforschung: Diskutiert die Notwendigkeit von Marktwissen als Entscheidungsgrundlage und die Methoden zur Informationsgewinnung.
7. Fazit der Studienarbeit: Führt die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Rolle des Einkaufs für die Wettbewerbsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Einkauf, Wertsteigerung, Materialkosten, Lieferantenmanagement, Potenzialanalyse, Beschaffungsmarktforschung, Gewinnbeitrag, Total Cost of Ownership, Einkaufsziele, Wettbewerbsfähigkeit, Beschaffung, Kosteneinsparung, Lieferantenbewertung, Strategischer Einkauf, Unternehmenswert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Beitrag des Einkaufs zur Steigerung des Unternehmenswertes und zeigt auf, welche strategischen Werkzeuge für eine effektive Kostenoptimierung zur Verfügung stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Erfolgsrechnung im Einkauf, das Anforderungsprofil an Mitarbeiter, die Methodik der Potenzialanalyse, das Lieferantenmanagement sowie die Beschaffungsmarktforschung ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein professioneller Einkauf durch gezielte Instrumente aktiv den Unternehmenserfolg beeinflussen und Kosten nachhaltig senken kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die betriebswirtschaftliche Kennzahlensysteme, Modelle zur Lieferantenklassifizierung sowie Methoden der Markt- und Potenzialanalyse strukturiert darstellt.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Hebelwirkung des Einkaufs, der Anwendung von TCO-Betrachtungen, dem Aufbau von Lieferantenbeziehungen und der systematischen Beschaffungsmarktforschung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Wertsteigerungspotenzial, Lieferantenmanagement, Kostenoptimierung, TCO und strategische Beschaffungsentscheidungen.
Warum spielt das Lieferantenmanagement eine so große Rolle für den Unternehmenserfolg?
Aufgrund der Spezialisierung auf Kernkompetenzen wächst die Abhängigkeit von Zulieferern; ein professionelles Management stellt sicher, dass nur leistungsfähige Partner gebunden werden.
Was besagt die „Zeitfalle“ des Einkäufers?
Sie beschreibt das Problem, dass ca. 70% der Arbeitszeit in verwaltende Routineaufgaben fließen, anstatt in wertschöpfende und gewinnbringende Tätigkeiten.
Warum ist eine Potenzialanalyse für den Einkauf so wertvoll?
Sie macht Einsparpotenziale quantifizierbar und setzt sie ins Verhältnis zum Aufwand, was eine priorisierte und rationale Ressourcensteuerung ermöglicht.
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- Wirtschaftsassistent (BA) Fabian Schiemer (Author), 2008, Beitrag des Einkaufs zur Wertsteigerung des Unternehmens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91767