1.1 Problemhintergrund
Ende der 1990er Jahre wurden Beobachter aufmerksam auf den starken Anstieg des amerikanischen Aktienmarktes und stellten Vergleiche zu Japan Ende der 1980er auf. Ökonomen machte sich Sorgen, ob die Erfahrung die Japan mit der geplatzten Blase und einer zehn Jahre langen Stagnation auch die USA treffen könnte. Viele Ähnlichkeiten wie der starke Wirtschaftswachstum und rasches Steigen des Aktienmarktes konnten festgestellt werden. Emerging Japanese Superstate oder Japan as Number One, diese Bezeichnung erhielt Japan in den 1980er Jahren auch von amerikanischen Volkswirten. Mit einer Wachstumsrate von durchschnittlich 3,9% des BIP ließ man die Welt aufhorchen. Nach dem Platzen der Bubbles allerdings stagnierte die Wirtschaft. Ähnliches wurde auch in den USA befürchtet. Nach dem Platzen der Aktienblase wurde deutlich, dass die USA nicht in eine Stagnation gefallen war. Es braucht halt mehr „than a bubble to become Japan“.
1.2 [...]
1.3 Problemstellung
Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der Frage, ob die USA aus den Fehlern der Japaner im Post-bubble Verhalten gelernt haben. Dafür ist es notwendig festzustellen, ob die Situationen der beiden Länder vergleichbar waren und ob die Japaner Fehler gemacht haben. Nur wenn dies der Fall ist, können die USA dieses Fehlverhalten vermieden haben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
1.1 Problemhintergrund 1
1.2 Begriffliche Grundlagen 1
1.3 Problemstellung 2
1.4 Gang der Untersuchung 2
2 Japan in den 1980ern und die USA in den 1990ern 2
2.1 Finanzielle Lage 3
2.2 Wirtschaftslage 4
2.3 Fiskalpolitik 5
2.4 Geldpolitik 5
2.5 Unterschiede 7
3 Situation in der Post-bubble Phase 8
3.1 Probleme in Japan Anfang der 1990er Jahre 8
3.2 Ungleichgewicht zwischen Sparen und Investitionsnachfrage 9
3.3 Probleme im Bankenwesen 10
3.4 Wechselkursbedingte Argumentation der Krise 12
3.5 Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den USA 13
4 Lektionen aus Japans Fehlern 14
4.1 Geldpolitik 14
4.2 Fiskalpolitik 16
4.3 Finanzielle Überwachung - Bankenproblem 17
5 Schlussbetrachtung 18
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemhintergrund
1.2 Begriffliche Grundlagen
1.3 Problemstellung
1.4 Gang der Untersuchung
2 Japan in den 1980ern und die USA in den 1990ern
2.1 Finanzielle Lage
2.2 Wirtschaftslage
2.3 Fiskalpolitik
2.4 Geldpolitik
2.5 Unterschiede
3 Situation in der Post-bubble Phase
3.1 Probleme in Japan Anfang der 1990er Jahre
3.2 Ungleichgewicht zwischen Sparen und Investitionsnachfrage
3.3 Probleme im Bankenwesen
3.4 Wechselkursbedingte Argumentation der Krise
3.5 Ähnlichkeiten und Unterschiede zu den USA
4 Lektionen aus Japans Fehlern
4.1 Geldpolitik
4.2 Fiskalpolitik
4.3 Finanzielle Überwachung - Bankenproblem
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die USA nach dem Platzen ihrer eigenen Aktienblase aus den wirtschaftspolitischen Fehlern gelernt haben, die Japan nach dem Zusammenbruch der „Bubble Economy“ Anfang der 1990er Jahre in eine langanhaltende Stagnation führten.
- Vergleichende Analyse der konjunkturellen Ausgangslage in Japan und den USA
- Untersuchung der geld- und fiskalpolitischen Reaktionen auf geplatzte Vermögensblasen
- Analyse struktureller Unterschiede im Bankensektor und deren Einfluss auf die Stabilität
- Evaluation der Lerneffekte der US-Wirtschaftspolitik gegenüber den japanischen Erfahrungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Probleme in Japan Anfang der 1990er Jahre
Japans Aktienkurse brachen 29.12 1989 zusammen und fielen in den nächsten Jahren über 40%. Der Nikkei verlor in den ersten neun Monaten 1990 ca. 50% und sank bis 2003 auf fast 8000 Punkte. Grundstückspreise erreichten 2003 den Wert von 1980 ca. 45% zum Spitzenwert. Die Wirtschaft lief allerdings anfänglich auf einer gesunden Basis weiter. Das reale BIP Wachstum wuchs mehr als 5% in 1990. Unternehmensinvestitionen in Anlagevermögen und Ausrüstungen waren sehr stark und wuchsen mehr als 10%. Anfang 1991 verlangsamte sich die Wirtschaft. Konsumwachstum und Investitionen verlangsamten sich. Immobilieninvestitionen sanken und die Preise am Aktien- und Immobilienmarkt fielen. Die BoJ senkte die Leitzinsen 1991 und 1992. Konsumwachstum wurde langsamer und die Unternehmensinvestitionen fielen scharf.
Lediglich die öffentlichen Investitionen hielten den BIP Wachstum bei 1%. In dieser Phase kam noch hinzu, dass auf dem gesamten Weltmarkt eine Rezession zu erkennen war (USA 1990, EU 1991). In den Jahren 1993 und 1994 hielten die Probleme an. Das Konsumwachstum stockte und die Unternehmensinvestitionen sanken. Zwar erwirtschaftete Japan nach dem Platzen der Bubble kontinuierlich Leistungsbilanzüberschüsse, eine Schrumpfung war seit 1991 nur in zwei von acht Jahren zu beobachten, doch man hatte zunehmend mit steigender Arbeitslosigkeit von 5% zu kämpfen. Darüber hinaus war das wirtschaftliche Wachstum unterproportional zum Wachstum der Produktionskapazitäten. Die Wirtschaft wuchs nicht stark genug um von den parallelen Kapazitätszuwächsen Gebrauch zu machen. Folglich nahm die Arbeitslosigkeit weiter zu und viele Produktionsstätten waren nicht ausgelastet. Dieser Zustand hielt gut acht Jahre an und ehe man sich versah, war Japan in eine Wachstumsrezession geraten. Auf dem Gütermarkt mussten japanische Exportunternehmen Einbußen in Südostasien hinnehmen. Zudem waren Zweigwerke japanischer Unternehmen gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder kurzzeitig komplett stillzulegen. Dies veranschaulicht die Auswirkungen bei den Direktinvestitionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, vergleicht die Situationen in Japan und den USA und definiert die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Japan in den 1980ern und die USA in den 1990ern: Dieses Kapitel analysiert die finanzielle Lage und wirtschaftliche Ausgangssituation beider Länder vor dem Platzen ihrer jeweiligen Vermögensblasen.
3 Situation in der Post-bubble Phase: Hier werden die wirtschaftlichen Entwicklungen, Bankenprobleme und Herausforderungen in der Zeit nach dem Platzen der Blasen detailliert beschrieben.
4 Lektionen aus Japans Fehlern: Dieses Kapitel bewertet kritisch die geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen sowie die Bankenaufsicht in Japan und vergleicht diese mit dem Vorgehen in den USA.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Erkenntnisse und bewertet, ob die USA aus den japanischen Fehlern gelernt haben, um eine ähnliche Stagnation zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Japan, USA, Wirtschaftsstagnation, Post-bubble Phase, Aktienmarkt, Immobilienblase, Geldpolitik, Fiskalpolitik, Bankenkrise, Liquiditätsfalle, BIP, Deflation, Zinspolitik, Finanzmarktkrise, Wirtschaftswachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum Japan nach dem Platzen seiner Wirtschaftsblase Anfang der 1990er Jahre in eine lang anhaltende Stagnation geriet, während den USA nach dem Platzen ihrer Dotcom-Blase ein solches Szenario erspart blieb.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Geldpolitik, die Fiskalpolitik, das Bankenwesen und die Rolle von Vermögensblasen in beiden Volkswirtschaften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die USA aus den wirtschaftspolitischen Fehlern gelernt haben, die Japan in der "verlorenen Dekade" begangen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende deskriptive Analyse, die makroökonomische Daten, historische Ereignisse und politikwissenschaftliche Einschätzungen gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Situation vor und nach den Finanzblasen, identifiziert die Fehler Japans, wie zögerliches Handeln und moral hazard, und stellt diese den Reaktionen der US-Entscheidungsträger gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich vor allem auf Begriffe wie "verlorene Dekade", "Geldpolitik", "Stagnation", "Liquiditätsfalle" und "Bankenkrise".
Warum wird Japan oft als mahnendes Beispiel für andere Nationen genannt?
Japan wird als Beispiel herangezogen, weil es trotz seiner wirtschaftlichen Stärke nach dem Platzen seiner Immobilien- und Aktienblasen über zehn Jahre lang mit Nullwachstum und Deflationsdruck zu kämpfen hatte.
Inwiefern unterschied sich die Rolle der Banken in den USA von der in Japan?
In Japan spielten Banken eine zentrale Rolle als Verbindungsstück zwischen Aktien- und Immobilienmarkt, während die USA ein stärker diversifiziertes Finanzsystem aufweisen, das weniger anfällig für die beschriebene Art der Stagnation war.
Welche Rolle spielte der "moral hazard" in Japan?
Das Konzept des moral hazard beschreibt, dass Einleger und Banken in Japan aufgrund staatlicher Rückendeckung riskantere Kredite vergaben, ohne die Konsequenzen eines Scheiterns fürchten zu müssen, was den Spekulationsboom befeuerte.
- Quote paper
- Philip Tien (Author), 2007, Lost decade in translation: Did the United States learn from Japan´s post-bubble mistakes?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91791