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Pierres Bourdieus Kapitalbegriff als eigenes Karrierekonzept. Kapitalien als Grundlage für Karrieren

Titel: Pierres Bourdieus Kapitalbegriff als eigenes Karrierekonzept. Kapitalien als Grundlage für Karrieren

Seminararbeit , 2020 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lauritz Tufan (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird am Beispiel von Pierre Bourdieus Soziologie dargestellt, inwiefern das Individuum die eigene Kontrolle darüber hat, wie es seine Karriere bzw. seine Lebensziele verwirklichen kann und inwiefern externe Umstände den Lebensverlauf eines Individuums beeinflussen. Wichtige Aspekte sind dabei beispielsweise die Rolle des Elternhauses, die eigene Bildung oder die Rolle des Staates.

Die These dieser Arbeit lautet, dass das Individuum Bourdieu zufolge durch seinen Habitus, seinem Handeln und seiner familiären Sozialisation die Möglichkeit hat, sich in der Gesellschaft zu verwirklichen. Die Kapitalien, die ein Individuum teilweise durch eigenständiges Handeln erwirbt, spiegeln seinen Karriereprozess wider. Allerdings haben makrosoziologische Prozesse, wie z. B. die Rolle des Staates in Einkommensfragen oder die Bildung von sozialen Klassen drastischen Einfluss auf die Karriere eines Individuums, da diese das ökonomische Kapital eines Individuums stark beeinflussen können.

Um zu verstehen, was überhaupt mit dem soziologischen Konzept der Karriere und Bourdieus Kapitalbegriff gemeint ist, soll im ersten Teil dieser Arbeit untersucht werden, mit welchen Themen sich die soziologische Karriereforschung beschäftigt und wie Bourdieu den Begriff Kapital definiert. Danach soll der aus Bourdieus Untersuchungen resultieren-de Karrierebegriff herausgestellt werden, indem dargestellt wird, wie sich die Karriere eines Individuums mithilfe von Bourdieus Kapitalien entwickelt.

Durch die Analyse der Mikro- und Makroebene soll verdeutlicht werden, dass sowohl das eigenständige Handeln eines Individuums als auch externe Umstände den Erwerb von Kapital und damit auch die Entstehung von Karrieren beeinflussen. Abschließend erfolgt ein Fazit, in dem die wichtigsten Befunde dieser Arbeit nochmals herausgestellt werden. Insgesamt stützt sich die Arbeit auf Bourdieus Untersuchung zum Kapitalbegriff sowie auf deutsch- und englischsprachige Studien.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION VON KARRIERE IN DER NEUEREN FORSCHUNG

3. PIERRE BOURDIEUS EIGENES KARRIEREKONZEPT

3.1 Bourdieus Kapitalbegriff

3.2 Bourdieus sozialer Raum

4. DIE KARRIERE DES INDIVIDUUMS

4.1 Karriereprozesse auf der Mikroebene

4.2 Karriereprozesse auf der Makroebene

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Gesellschaftsentwurf von Pierre Bourdieu und dessen Einfluss seines definierten Kapitalbegriffs auf die Karriere von Individuen zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Individuum durch eigenes Handeln seine Karriere gestalten kann und inwieweit externe, makrosoziologische Strukturen diesen Prozess beeinflussen oder einschränken.

  • Analyse des Kapitalbegriffs (ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital) im Kontext von Karrieren.
  • Untersuchung des Modells des sozialen Raums zur Erklärung von Lebensstilen und Berufswahl.
  • Differenzierung zwischen mikrosoziologischen Karriereprozessen (Handeln des Individuums) und makrosoziologischen Rahmenbedingungen.
  • Evaluation des Einflusses staatlicher Strukturen und sozialer Ungleichheit auf den Karriereverlauf.

Auszug aus dem Buch

3.1 Bourdieus Kapitalbegriff

Pierre Bourdieu stellt zu Beginn seiner Untersuchung dar, dass Begriff Kapital seiner Auffassung nach akkumulierte Arbeit beschreibe und Bezug auf die Verteilungsstruktur des gesellschaftlichen Lebens und des Wirtschaftslebens nehme. Dabei verdeutlicht er, dass das Kapital in der Gesellschaft in mehreren Erscheinungsformen auftrete, weshalb sich sein Kapitalbegriff vom kapitalistischen bzw. den in der ökonomischen Praxis auftretenden Kapitalbegriff unterscheide (vgl. Bourdieu 1983: 184). Er differenziert insbesondere zwischen drei Kapitalien, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Das ökonomische Kapital fasst er kurz als das in Geld konvertierbare Kapital zusammen (vgl. Bourdieu 1983: 186). Mit Blick auf die Fragestellung dieser Arbeit hat das ökonomische Kapital die Bedeutung, dass Karrieren eines Individuums nicht ohne Zugang zu Geld entstehen. Die Menge an ökonomischen Kapital, das ein Individuum beispielsweise von seinem Arbeitgeber erhält, ist zur Erfüllung bestimmter Karriereziele notwendig oder soll überhaupt erst die Rahmenbedingungen dafür schaffen, eine Karriere aufzubauen.

Das zweite von Bourdieu benannte Kapital ist das kulturelle Kapital, das in verschiedenen Formen auftrete. Das kulturelle Kapital könne in dem Individuum in Form von Verhaltens- und Handlungsmustern inkorporiert sein und verinnerlicht werden. Es trete aber auch auf, wenn ein Individuum bestimmte Güter auswählt oder das Individuum zahlreiche Bildungstitel erwerbe. Dabei könne beobachtet werden, dass insbesondere die Eltern für das kulturelle Kapital ihres Kindes verantwortlich seien (vgl. Bourdieu 1983: 186ff.). Bourdieu zeigt hierbei also auf, dass das kulturelle Kapital in verschiedenen Formen auftrete und ebenso in der Familie weitergegeben werden kann. Er betont allerdings, dass vor allem die Zeit, in der das Kapital vom Individuum aufgenommen wird, ein bedeutsamer Aspekt ist (vgl. Bourdieu 1983: 187). Mit anderen Worten ist der Zeitpunkt, wann ein Individuum das kulturelle Kapital erwirbt bedeutsam, um in seiner Karriere oder in seinen Karrierezielen voranzukommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, inwieweit das Individuum für seinen Lebensverlauf selbst verantwortlich ist oder durch externe Umstände gelenkt wird, und definiert das Forschungsinteresse an Bourdieus Kapitalbegriff.

2. DEFINITION VON KARRIERE IN DER NEUEREN FORSCHUNG: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die soziologische Karriereforschung und verdeutlicht, dass Karriere heute nicht mehr nur als Arbeitslaufbahn, sondern als komplexe Folge von Sozialisations- und Anpassungsprozessen verstanden wird.

3. PIERRE BOURDIEUS EIGENES KARRIEREKONZEPT: Das Kapitel erläutert Bourdieus Differenzierung von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital sowie sein Konzept des sozialen Raums als strukturgebendes Modell.

4. DIE KARRIERE DES INDIVIDUUMS: Hier wird analysiert, wie individuelles Handeln, familiäre Prägung und makrosoziologische Prozesse (wie die Rolle des Staates und soziale Ungleichheit) Karrieren wechselseitig beeinflussen.

FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Bourdieus Theorie weiterhin relevant ist, da sie zeigt, dass persönlicher Ehrgeiz zwar eine Rolle spielt, der Erfolg jedoch maßgeblich durch soziale Grenzen und die ungleiche Verteilung von Kapital determiniert wird.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Kapitalbegriff, Karriereforschung, sozialer Raum, ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital, Habitus, soziale Ungleichheit, Individualisierung, Bildung, Karriereverlauf, Makrosoziologie, Mikroebene, Machtmechanismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Karriere unter Anwendung der gesellschaftssoziologischen Theorien von Pierre Bourdieu, insbesondere unter Berücksichtigung seines Kapitalbegriffs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Transformation von Kapitalformen, die Bedeutung des sozialen Raums für Lebensstile und die wechselseitige Beeinflussung von individuellem Handeln und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwiefern Kapitalien die Karriere eines Individuums beeinflussen und inwieweit das Individuum nach Bourdieus Darstellung selbst Einfluss auf seine Karriere nehmen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Bourdieus ursprüngliche Studien sowie neuere deutsch- und englischsprachige soziologische Forschungsbeiträge zur Karriereanalyse systematisch verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Kapitalbegriffs und die Analyse von Karriereprozessen, unterteilt in mikrosoziologische (individuelles Handeln) und makrosoziologische (Struktur/Staat) Einflussebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kapitalform, Habitus, sozialer Raum, Karriereforschung und soziale Ungleichheit definiert.

Warum ist laut Autor ökonomisches Kapital der Ausgangspunkt für Karrieren?

Da sich Kapitalien transformieren lassen, dient ökonomisches Kapital oft als notwendige Basis, um den Zugang zu Bildung und anderen kulturellen oder sozialen Kapitalformen erst zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt der Staat laut der Arbeit bei der Karriereentwicklung?

Der Staat legt durch Institutionen und Gesetze Regeln fest, welche die Verhältnisse zementieren oder verändern können, und hat somit einen drastischen Einfluss auf die Verteilung von Kapital und die Aufstiegschancen.

Warum betont die Arbeit die Bedeutung des Elternhauses?

Das Elternhaus prägt den Habitus und ermöglicht den Transfer von kulturellem Kapital sowie den Zugang zu Netzwerken, was laut der zitierten Forschung einen wesentlichen Teil des Karriereverlaufs determiniert.

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Details

Titel
Pierres Bourdieus Kapitalbegriff als eigenes Karrierekonzept. Kapitalien als Grundlage für Karrieren
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Soziologie der Karriere
Note
1,3
Autor
Lauritz Tufan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V917987
ISBN (eBook)
9783346238221
ISBN (Buch)
9783346238238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karriere Soziologie Bourdieu Gesellschaft Individuum Makro Mikro
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lauritz Tufan (Autor:in), 2020, Pierres Bourdieus Kapitalbegriff als eigenes Karrierekonzept. Kapitalien als Grundlage für Karrieren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/917987
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Leseprobe aus  14  Seiten
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