Seit der Veröffentlichung der internationalen Schulleistungs-Vergleichsstudien TIMSS, PISA sowie IGLU und dem vergleichsweise schlechten Abschneiden der Schülerschaft in Deutschland bei diesen Studien wird intensiv um den Reformbedarf schulischer Bildung diskutiert.
In der vorliegenden Hausarbeit befasse ich mich mit dem Thema Bildungsstandards und Kompetenzerwerb vor dem Hintergrund der Fragestellung, inwiefern diese neuen Steuerungselemente in den aktuellen Lehrwerken Niederschlag gefunden haben.
Ich habe für die Lehrwerksanalyse die Lehrwerke „deutsch kombi 1“ und „deutsch kombi 2“ ausgesucht , die ich im Hinblick auf den Lesekompetenzbegriff untersuchen werde.
Die Arbeit ist wie folgt gegliedert:
Nach der Einleitung in Kapitel 1 wird in Kapitel 2 der Begriff Bildungsstandards erläutert: Was sind Bildungsstandards, warum wurden sie eingeführt und welche Ziele werden verfolgt? Es folgen eine Auseinandersetzung mit dem Kompetenzbegriff unter besonderer Berücksichtigung des Lesekompetenzbegriffs. Im dritten Teil nehme ich eine Lehrwerkanalyse vor. Zu-nächst wird der Aufbau und das Konzept des Lehrwerkes beschrieben, danach werden die in den Werken aufgeführten Aufgaben- und Fragestellungen hinsichtlich der in den Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss geforderten Lesekompetenzen zugeordnet und bewertet.
Im Anhang befinden sich in Tabellenform die Analysen der einzelnen Lesekompetenzbereiche aus „deutsch kombi 1“ und „deutsch kombi 2“ sowie der Fragenkatalog für eine Analyse eines Sprachunterrichtswerkes nach Henriette Hoppe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bildungsstandards und Kompetenzerwerb
2.1 Was sind Bildungsstandards?
2.1.1 Hintergrund der Einführung von Bildungsstandards
2.1.2 Ziele der Bildungsstandards
2.1.3 Konzeption und Aufbau der Bildungsstandards für das Fach Deutsch
2.1.4 Der Begriff Kompetenz
2.1.4.1 Systematisierungsansätze von Kompetenzen
2.1.5 Lesekompetenz
2.1.5.1 Lesekompetenz nach PISA
2.1.5.2 Lesekompetenz im Rahmen der Bildungsstandards
3. Lehrwerk-Analyse der Lehrwerke „deutsch kombi 1“ und deutsch kombi 2“
3.1 Aufbau und Konzept
3.2 Analysekriterien allgemein
3.2.1 Analysekriterien nach Henriette Hoppe
3.2.2 Analysekriterien hinsichtlich der Ermittlung der Lesekompetenz
3.2.2.1 Kompetenzbereich Lesen – mit Texten und Medien umgehen
3.2.2.2 Literarische Texte verstehen und nutzen
3.2.2.3 Sach- und Gebrauchstexte verstehen und nutzen
3.2.2.4 Medien verstehen und nutzen
3.2.2.5 Methoden und Arbeitstechniken
3.2.3 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern aktuelle Bildungsstandards und der damit verbundene Kompetenzerwerb, insbesondere im Bereich der Lesekompetenz, in den Lehrwerken "deutsch kombi 1" und "deutsch kombi 2" implementiert wurden und welche methodische Umsetzung hierbei erfolgt.
- Theoretische Grundlagen von Bildungsstandards und Kompetenzbegriffen.
- Analyse des Aufbaus und Konzepts der Lehrwerke „deutsch kombi 1“ und „deutsch kombi 2“.
- Überprüfung der Umsetzung des Kompetenzbereichs „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“ gemäß Bildungsstandards.
- Anwendung von Analysekriterien nach Henriette Hoppe zur Bewertung der Aufgabenstellungen.
- Vergleich der Gewichtung von literarischen Texten gegenüber Sach- und Gebrauchstexten.
Auszug aus dem Buch
2.1.5 Lesekompetenz
Da ich mich im Rahmen dieser Hausarbeit im Schwerpunkt mit der Analyse eines Lehrwerkes im Hinblick auf Lesekompetenz befasse, wird im Folgenden nur der Begriff der Lesekompetenz näher erläutert.
Kaspar H. Spinner versteht unter dem Begriff der Kompetenzen Fähigkeiten, über die ein Mensch verfügt und die er in gegebenen Situationen angemessen einsetzt (vgl. Spinner 2006: 7). In der Psychologie und Didaktik sind verschiedene Modelle zur Lesekompetenz entwickelt worden, die nach Spinner den Kompetenzerwerb oft stufenweise darstellen und nach mehreren Ebenen unterscheiden.
So werde als erster Schritt oftmals die Identifizierung der Buchstaben als Zeichen betrachtet. Da aber Buchstaben noch keine Bedeutung vermitteln, ist Sprachwissen erforderlich, indem Buchstabenkombinationen als Wörter erkannt werden.
Die nächste Ebene betrifft das Erfassen der Semantik und Syntax, da sprachliche Aussagen nicht nur aus einer Aneinanderreihung isolierter Wortbedeutungen bestehen, sondern erst in semantischen und syntaktischen Zusammenhänge in den Sätzen erkannt werden. Auf dieser Ebene sei auch das Erfassen von nicht ausdrücklich Gesagtem , „das Herstellen von Interfe renzen“ (Spinner 2006: 8), zur Bedeutungserfassung notwendig.
Die nächste Stufe betrifft das Erkennen und Herstellen von Zusammenhängen zwischen den einzelnen Sätzen bis hin zum Erfassen des gesamten Textsinnes. Es gehe hier um die Fähigkeit, „Makrostrukturen und mentale Modelle“ des Gesamttextes zu bilden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema im Kontext internationaler Leistungsvergleichsstudien wie PISA und legt die Forschungsfrage zur Umsetzung von Bildungsstandards in den Lehrwerken fest.
2. Bildungsstandards und Kompetenzerwerb: Dieses Kapitel definiert Bildungsstandards, erläutert deren Ziele sowie den Kompetenzbegriff und beleuchtet detailliert das Verständnis von Lesekompetenz.
3. Lehrwerk-Analyse der Lehrwerke „deutsch kombi 1“ und deutsch kombi 2“: Der Hauptteil beschreibt das Konzept der Lehrwerke, definiert Analysekriterien und bewertet die Umsetzung der Lesekompetenz-Standards in den verschiedenen Kompetenzbereichen.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Bildungsstandards, deutsch kombi 1, deutsch kombi 2, Kompetenzerwerb, PISA, Reading Literacy, Schulbuchforschung, Aufgabenanalyse, Henriette Hoppe, literarische Texte, Sachtexte, Mediennutzung, Didaktik, Hauptschulabschluss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Lehrwerke „deutsch kombi 1“ und „deutsch kombi 2“ hinsichtlich der Implementierung von Bildungsstandards, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Entwicklung der Lesekompetenz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Bildungsstandards, die Analyse der Konzeption und Struktur der Lehrwerke sowie die fachspezifische Überprüfung der geforderten Lesekompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern die aktuellen Steuerungselemente (Bildungsstandards) in den untersuchten Deutsch-Lehrwerken Niederschlag gefunden haben und ob die Aufgabenstellungen die geforderten Kompetenzen abdecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt zur Lehrwerkanalyse ein strukturiertes Analyseraster in Anlehnung an Henriette Hoppe, um die Aufgabenstellungen hinsichtlich der Qualitätsmerkmale und Kompetenzanforderungen zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Aufbau und Konzept der Lehrwerke beschrieben, gefolgt von einer detaillierten Analyse der verschiedenen Lesekompetenzbereiche wie literarische Texte, Sachtexte und Mediennutzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind insbesondere Lesekompetenz, Bildungsstandards, kompetenzorientierter Unterricht, PISA-Studie und die spezifische Analyse der Lehrwerke "deutsch kombi".
Welche Diskrepanz stellt die Autorin bei den Sachtexten fest?
Die Analyse zeigt, dass der Bereich der Sachtexte weniger Raum einnimmt als der literarische Bereich und nicht alle geforderten Kompetenzen explizit durch Aufgabenstellungen abgedeckt werden, was jedoch mit dem frühen Entwicklungsstand der Jahrgangsstufen 5 und 6 begründet wird.
Wie bewertet die Autorin die Umsetzung des Bereichs „Medien verstehen und nutzen“?
Die Autorin sieht hier eine Themenvielfalt vermissen, da sich die Lehrwerke fast ausschließlich auf das Internet konzentrieren und andere Medien wie Zeitung, Radio oder Fernsehen kaum Berücksichtigung finden.
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- M.A. Kathrin Tauras (Author), 2007, Lesekompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91800