Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur

Migration und Bildung. Inwiefern bedingt die Herkunft Bildungsungleichheiten?

Titel: Migration und Bildung. Inwiefern bedingt die Herkunft Bildungsungleichheiten?

Seminararbeit , 2020 , 20 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht, in welcher Form und in welchem Ausmaß Migration die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund einschränkt. Hierfür möchte ich Boudons Ansatz der migrationsspezifischen Bildungsungleichheit nutzen, um die Problematik genauer zu erklären, was ebenfalls durch empirische Befunde belegt wird. Anschließend möchte ich beantworten, wo die Defizite liegen und welche Interventionsmöglichkeiten sich bieten.

Schülerinnen und Schüler aus anderen Herkunftsländern in das deutsche Bildungssystem einzugliedern ist bereits seit den 1950er Jahren ein Thema. Dank des Wirtschaftswunders kamen Arbeitskräfte aus anderen Ländern, die letztendlich blieben. Daraus ergab sich, dass für die Kinder der Gastarbeiter ein adäquates Bildungsangebot bereitgestellt werden musste. Auch heute flüchten politisch Verfolgte und Menschen, die dem Krieg entkommen, wollen nach Deutschland, um sich und ihren Kindern die Chance auf ein sicheres Leben zu bieten.

Demnach ist Migration im Hinblick auf das Bildungssystem nach wie vor aktuell und benötigt auch heute, wenn man sich die Ergebnisse der PISA-Studie ansieht, eine Reformierung. PISA (Programme for International Student Assesment) offenbarte, dass es Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund deutlich schwerer fällt, sich in das deutsche Bildungssystem zu integrieren, als jenen, die in Deutschland geboren wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung

2.1 Soziale Ungleichheiten

2.2 Migration

2.3 Bildungsungleichheit

3 Bildungsungleichheiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

3.1 Migrationsspezifische Bildungsungleichheit nach R. Boudon (1974)

3.2 Empirische Befunde

4. Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, in welcher Form und in welchem Ausmaß Migration die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem einschränkt, wobei insbesondere die migrationsspezifischen Bildungsungleichheiten nach dem Ansatz von Raymond Boudon analysiert werden.

  • Grundlagen der sozialen Ungleichheit und Migrationsbegriffe
  • Theoretische Herleitung durch primäre und sekundäre Herkunftseffekte
  • Analyse empirischer Befunde zu Schulleistung und Bildungsabschluss
  • Die Rolle der deutschen Sprache als zentraler Bildungsfaktor
  • Interventionsmöglichkeiten und bildungspolitische Perspektiven

Auszug aus dem Buch

3.1 Migrationsspezifische Bildungsungleichheit nach R. Boudon (1974)

Ich möchte nun genauer auf Bildungsungleichheit im Zusammenhang mit Migration eingehen. Mit Blick auf die Ergebnisse renommierter Schulleistungsstudien wie IGLU und PISA lässt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg feststellen14. Der französische Soziologe Raymond Bourdon hat einen Erklärungsansatz zu dieser Problematik entwickelt, der in dieser Arbeit als theoretische Grundlage dienen soll. Dieser behandelt hauptsächlich die migrationsspezifischen Disparitäten im Zusammenhang mit Bildungserfolg und konzentriert sich auf Herkunftseffekte. Laut Boudon wählen Eltern für ihre Kinder, indem sie Vor- und Nachteile höherer Bildung abwägen, die Bildung, die ihnen vorteilhafter für ihr Kind erscheint. Diese Entscheidung wirkt sich dann die Bildungslaufbahn, die ein Kind durchläuft, aus. Faktoren, die auf diese Entscheidungen einwirken, nennt Boudon primäre und sekundäre Effekte15.

Mit primären Effekten sind die „cultural effects of the stratification system“16, also die je nach Schicht variierenden soziokulturellen Hintergründe gemeint. Sie wirken auch ohne das Zutun von Bildung, da sie ihren Ursprung in der Familie des Kindes haben. Sie beschreiben die Ressourcenverfügbarkeit nach sozialer Herkunft und schulischen Leistungen, sowie den damit einhergehenden Bildungserfolg17. Demnach sind Kinder, die aufgrund der besseren ökonomischen Lage ihrer Familie mehr Zugriff auf Ressourcen haben, hinsichtlich ihrer Bildung erfolgreicher, als Kinder aus niedrigen sozialen Schichten18.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Zuwanderung ein und skizziert die Problematik, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem strukturell benachteiligt sind.

2 Begriffsklärung: Hier werden die theoretischen Fundamente der Arbeit gelegt, indem die Begriffe soziale Ungleichheit, Migration und Bildungsungleichheit definiert und in ihren soziologischen Kontext eingeordnet werden.

3 Bildungsungleichheiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Dieses Kapitel verknüpft den theoretischen Ansatz von Raymond Boudon mit aktuellen empirischen Daten, um die Mechanismen hinter Bildungsdisparitäten bei Migrantenkindern aufzuzeigen.

4. Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem?: Die Analyse verdeutlicht anhand von Studien wie IGLU und PISA, dass institutionelle Defizite und sprachliche Hürden zu einer Verstetigung der Bildungsbenachteiligung beitragen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer frühzeitigen Sprachförderung sowie einer verbesserten Lehrerausbildung als zentrale Lösungsansätze.

Schlüsselwörter

Migration, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Boudon, Primäre Effekte, Sekundäre Effekte, Sprachförderung, Chancengleichheit, Schulleistung, Bildungsabschluss, Integrationspolitik, Bildungsexpansion, IGLU, PISA

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht, wie sich Migration und soziale Herkunft auf die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen im deutschen Schulsystem auswirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind soziale Ungleichheit, die theoretischen Ansätze zur Bildungsbenachteiligung, die Rolle der Sprache sowie die empirische Analyse von Schulleistungsstudien.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Ausmaß und den Formen der Benachteiligung, die Kinder mit Migrationshintergrund erfahren, und inwiefern ihre Herkunft dabei bildungsungleichheitsfördernd wirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den theoretischen Erklärungsansatz von Raymond Boudon zu primären und sekundären Herkunftseffekten, um aktuelle Daten aus Bildungsstudien wie IGLU und PISA zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die theoretische Analyse nach Boudon sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit empirischen Befunden zur Bildungsbenachteiligung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, soziale Herkunft, sprachliche Kompetenz und Integrationsförderung.

Welche Rolle spielen die primären Effekte nach Boudon in dieser Untersuchung?

Sie beschreiben die soziokulturellen Hintergründe und Ressourcenverfügbarkeiten in den Familien, die bereits vor dem Eintritt in das Bildungssystem wirken und den Bildungserfolg beeinflussen.

Warum wird die Sprache als besonders kritischer Faktor hervorgehoben?

Die Arbeit stellt fest, dass deutsche Sprachkenntnisse in hohem Maße an den Bildungserfolg geknüpft sind und Defizite in diesem Bereich oft als maßgebliche Ursache für Bildungsbenachteiligung identifiziert werden.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Migration und Bildung. Inwiefern bedingt die Herkunft Bildungsungleichheiten?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Sozialstruktur II
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V918187
ISBN (eBook)
9783346232946
ISBN (Buch)
9783346232953
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration Bildung Bildungsungleichheiten Boudon Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Migration und Bildung. Inwiefern bedingt die Herkunft Bildungsungleichheiten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918187
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  20  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum