Soziale Ungleichheit und Bildung im Kontext digitaler Medien


Bachelorarbeit, 2020

58 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitun

1 Dimensionen, Determinanten, Indikatoren etc.- Die wichtigsten Begriffe zur Entstehung und Analyse Sozialer Ungleichheit

2 Theorien sozialer Ungleichheit
2.1 Karl Marx
2.2 Pierre Bourdieu
2.2.1 Das Habitus- Konzept
2.2.1 Die Kapital- Theorie

3 Soziale Ungleichheiten und Bildu
3.1 Soziale Ungleichheiten und Bildung in Bezug auf die soziale Herkunft
3.2 Soziale Ungleichheiten und Bildung in Bezug auf die schulsystematische Selektion

4 Die Rolle der Medien im Hinblick auf soziale Ungleichhei
4.1 Medienkompetenz und Bildung
4.2 Medienumgang und Mediennutzung Jugendlicher anhand der JIM-Studie 2018
4.3 Medien als Verstärker sozialer Ungleichheiten

5 Funktion und Gegenstand der Sozialen Arbeit im Kontext von Medien und Bildun
5.1 Der Bildungsauftrag der Sozialen Arbeit
5.2 Hilfefunktion der Sozialen Arbeit

6 Medienpädagogik und Lebensweltorientieru
6.1 Handlungsorientierte Medienpädagogik
6.2 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

7 Handlungsfelder der Sozialer Arbe
7.1 Medienpädagogische Tätigkeitsfelder in der Sozialen Arbeit
7.1.1 Kinder- und Jugendhilfe
7.1.2 Altenhilfe
7.1.3 Soziale Hilfen
7.1.3 Gesundheitshilfe
7.2 Zusammenfassung zu den Tätigkeitsfeldern der Sozialen Arbeit in der mediatisierten Gesellschaft

8 Ausblick für die Soziale Arbei

9 Faz

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichni

Einleitung

„Wir erschaffen eine Welt, die alle betreten können, ohne Bevorzugung oder Vorurteil be­züglich Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft“ (Barlow (1996)).

Im Jahr 1996 schrieb John Perry Barlow als Reaktion auf die Verabschiedung des Tele­communications Act der USA die „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“. Mit „ Cyber­space“ ist hier die Welt des Internets, die virtuelle Welt, auch als Virtual Reality bekannt, gemeint, deren Freiheiten mit dem Telecommunications Act eingeschränkt werden sollten. Das Cyberspace braucht, laut Barlow, keine Regierung, denn dort lebt die „Zivilisation des Geistes“, die humaner und gerechter ist, als die Regierung der realen Welt jemals sein könnte. Es sei eine Welt, die Jede*n ohne Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund diverser Faktoren behandelt (vgl. ebd.). Somit würde im Internet keine soziale Ungleichheit herrschen. Aber ist das denn wirklich so? Sind Medien Gleichmacher?

Betrachtet man John Barlows Unabhängigkeitserklärung aus der heutigen Perspektive, so erscheint seine Aussage utopisch, denn vor allem was die Bildung (der wichtigsten Res­source des Menschen) angeht, erkennt man, dass Medien eher verstärkend als gleichma­chend wirken. In den letzten Jahrzehnten haben die Medien eine immer größer werdende Rolle in unserer Lebenswelt eingenommen. Sie wirken in jeden Lebensbereich ein.

Die vorliegende Arbeit thematisiert, welche Rolle der Bildung in der mediatisierten Gesell­schaft bezüglich der sozialen Ungleichheiten zukommt.

Das erste Kapitel dient hierbei der Begriffserklärung. Es werden Termini erläutert, die im Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit bedeutend sind und die der Analyse der sozialen Ungleichheiten bzw. deren Entstehung nützen.

Kapitel zwei befasst sich mit den Theorien der sozialen Ungleichheit. Dabei wird die Theorie von Karl Marx und die Kapitaltheorie und das Habitus- Konzept von Pierre Bourdieu erläu­tert und in Bezug zueinander gestellt.

Als Nächstes werden soziale Ungleichheiten im Zusammenhang mit Bildung mit Blick auf die Familiensozialisation und das deutsche Schulsystem unter Zuhilfenahme verschiedener Theorien erläutert.

Anschließend werden anhand von empirischen Studien die Medien bezüglich sozialer Un­gleichheiten in den Blick genommen.

Das fünfte Kapitel befasst sich dann mit dem Gegenstand und der Funktion der Sozialen Arbeit.

Im darauffolgenden Kapitel wird sich mit der Medienpädagogik im Kontext der Sozialen Arbeit befasst, um daraufhin abschließend die medienpädagogischen Felder der Sozialen Arbeit zu erläutern, mit den Herausforderungen, welchen diese sich stellen muss. Die Bachelorarbeit schließt mit dem Fazit ab und gibt einen Ausblick darüber, wie die Sozi­ale Arbeit in einer mediatisierten Gesellschaft wirken kann.

1 Dimensionen, Determinanten, Indikatoren etc.- Die wichtigsten Begriffe zur Entstehung und Analyse Sozialer Ungleichheiten

Zunächst muss man sich mit dem Begriff „Ungleichheit“ auseinandersetzen. Was dieser Begriff bedeutet, wie soziale Ungleichheiten entstehen und wie diese analysiert werden können, wird in dem folgenden Kapitel nähergebracht.

Stefan Hradil definiert soziale Ungleichheit als einen „Zustand, bei dem Menschen von knappen Gütern und Ressourcen einer Gesellschaft regelmäßig mehr bzw. weniger als an­dere erhalten“. (Hradil, S. (2005), S. 30)

Soziale Ungleichheiten setzen die ungleiche Verteilung der von der Gesellschaft begehrten Güter und Ressourcen wie beispielsweise Wohlstand und Prestige voraus. Soziale Ungleichheiten bedingen also der Knappheit von Gütern und Ressourcen, die als wertvoll für die Gesellschaft gelten. Diese Knappheit zieht immer einen Vorteil für einen Menschen und gleichzeitig einen Nachteil für einen anderen Menschen nach sich. Deswe­gen ist soziale Ungleichheit ein Ausdruck sozialer Beziehungen, denn die knappe Vertei­lung von Ressourcen betrifft nie eine Person oder Gruppe allein, sondern auch immer an­dere Mitglieder der Gemeinschaft, die die knappen Güter begehren. „Aus der Vielzahl mög­licher Ungleichheitsmerkmale wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Beruf, Konfession, Be­hinderung sollen nur diejenigen berücksichtigt werden, die die Lebensbedingungen der ein­zelnen Gesellschaftsmitglieder dauerhaft bestimmen und gesellschaftlich bedingt sind.“ (Bock-Rosenthal E. (2006), S. 205).

Für die Forschung von sozialen Ungleichheiten gelten jedoch nur jene Ungleichheiten, die als ungerecht empfunden werden können, die veränderbar sind, die durch die Art und Weise des Zusammenlebens, der Produktion und der Verteilung der gesellschaftlichen Gü­tern geregelt werden können, als relevant. (vgl. ebd.). Somit entwickeln sich soziale Un­gleichheiten aus menschlichem Zusammenleben und führen zu unterschiedlichen Hand­lungschancen, welche mit Blick auf die allgemeinen Lebensziele wie Einkommen, Gesund­heit, Macht bestimmt werden (vgl. Bock-Rosenthal (2006), S. 206).

Um soziale Ungleichheiten zu beschreiben und zu analysieren verwendet man die Begriffe „Dimensionen“, „Indikatoren“, „Determinanten“ sowie „sozialer Status“ und „Sozialstruktur“.

Unter „Dimensionen“ versteht man die Vielfalt konkreter Erscheinungen auf bestimmten Gebieten mittels beschreibender Kategorien. Es gibt vier Basisdimensionen: Materieller Wohlstand, Macht, Prestige und Bildung. (vgl. Hradil (2005), S. 31). Heute reichen jedoch diese vier Basisdimensionen nicht mehr aus, um soziale Ungleich­heiten zu beschreiben. Durch die vermehrten Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten, beispielsweise durch Sozialleistungen in der heutigen Gesellschaft, treten soziale Ungleich­heiten auch in den Dimensionen der Arbeit, Wohnsituation, Umwelt und Freizeit auf und sind deswegen, wenn man die sozialen Ungleichheiten analysiert, ebenfalls zu berücksich­tigen (vgl. ebd.).

Bei Dimensionen sozialer Ungleichheiten unterscheidet man zwischen „subjektiven“ und „objektiven“ Ungleichheiten.

Unter „objektiven“ Ungleichheiten sind solche zu verstehen, die durch ihren Bestand Vor- bzw. Nachteile vermitteln, ohne dass es den Betroffenen oder ihrem Umfeld bewusst ist oder für diese von Relevanz ist. Ein Beispiel für objektive Ungleichheit ist der formale Bil­dungsgrad.

Im Gegenzug dazu können „subjektive“ Ungleichheiten nicht ohne das Handeln und den Einfluss der Betroffenen bestehen. Ein Beispiel hierfür ist Integration, Prestige und teilweise auch Macht (vgl. Hradil (2005), S. 32).

Um soziale Ungleichheiten empirisch erfassen zu können, benötigt man „Indikatoren“. Diese messen die Lebenslagen und sind konkrete Anhaltspunkte der sozialen Wirklichkeit. „Soziale Wirklichkeit“ meint dabei jenen Teil der erfahrbaren Wirklichkeit, der sich im Zu­sammenleben der Menschen ausdrückt oder durch dieses Zusammenleben und Zusam­menhandeln hervorgebracht wird“ (Gukenbiehl H. (2016), S. 12).

Es gibt Dimensionen, in denen die Indikatoren relativ klar bestimmbar sind wie beispiel­weise die Dimension „materieller Wohlstand“ mit seinen Indikatoren Vermögen und Ein­kommen oder die „Wissensdimensionen“ mit dem Indikator formaler Bildungsabschluss. Jedoch gibt es auch Dimensionen, in denen sich die Indikatoren nicht eindeutig bestimmen lassen (vgl. Hradil (2005), S.32) und daher eine Kombination mehrerer Indikatoren notwen­dig ist. Ein Beispiel hierfür wäre die Dimension der „Macht“. Dabei zählen besondere Fach­kenntnisse, Erfahrungen, Position und Ämter, langjährige Mitgliedschaften in Gruppen und Organisationen etc. als auschlaggebende Indikatoren (vgl. Bendel, K. (2015), S.178).

Die „ Determinanten“ sozialer Ungleichheit sind „Faktoren, welche erfahrungsgemäß einen großen Einfluss auf die soziale Position in unterschiedlichen Dimensionen sozialer Un­gleichheit ausüben“ (Bendel, K. (2015), S. 178). Dazu gehören zum Beispiel Geschlecht, Alter, Beruf, Behinderungen, gesundheitliche Beeinträchtigungen, soziale und regionale Herkunft oder auch die ethnische Zugehörigkeit (vgl. Hradil (2005), S. 34).

Determinanten sozialer Ungleichheit stellen an sich keine Besser- oder Schlechterstellung einer Gruppe oder eines Individuums dar, jedoch können sie diese mit einer hohen Wahr­scheinlichkeit mit sich bringen. Ein Beispiel dafür wäre, dass Männer im Arbeitsleben bei gleichgelagerter Tätigkeit meist Einkommensvorteile im Vergleich zu ihren weiblichen Kol­leginnen haben (vgl. ebd.). Das Mannsein an sich ist zwar kein Vorteil, kann aber mit Vor­teilen einhergehen. (vgl. ebd.). Determinanten beschreiben Zusammenhänge, welche sta­tistisch auffallend sind, erklären jedoch nicht wie es zu diesen Auffälligkeiten kommt und warum bestimmte soziale Merkmale Vor- bzw. Nachteile hervorbringen. Am vorher genann­ten Beispiel mit den Einkommensvorteilen von Männern gegenüber Frauen wird dies deut­lich.

Es müssen also soziale Mechanismen benannt werden, welche die Ursache für die unter­schiedlichen Einkommensverhältnisse sind, beispielsweise geschlechterspezifische Macht­verhältnisse und/oder Zuständigkeiten in der Familie. Letzteres wäre etwa der Fall, wenn die Frau aus Reproduktionsgründen einen Halbtagsjob wahrnimmt, da sie sich um ihre Kin­der kümmert.

Als „ sozialen Status“ bezeichnet man die Besser- oder Schlechterstellung eines Men­schen bzw. einer Menschengruppe in dem Gefüge der sozialen Ungleichheit. Haben meh­rere Personen einen vergleichbaren Status, so wird von einer Statusgruppe gesprochen (vgl. Hradil (2005), S. 33).

Es gibt oft einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Positionen in den einzelnen Di­mensionen. So kann ein formell hoher Bildungsabschluss auch häufig einen höheren Ver­dienst mit sich bringen und eventuell auch höhere Positionen im Job mit Entscheidungsbe­fugnissen und somit auch ein höheres soziales Ansehen (vgl. Bendel, K. (2015), S. 178 f.) Dies hat sich in der Geschichte von einer Gesellschaft der Stände, in der die gesellschaft­liche Stellung der Individuen stark von der familiären Herkunft abhängt, ihre Zugehörigkeit zu einer Statusgruppe durch die Geburt und die Abgrenzung von anderen Ständen genau festgelegt war, hin zu einer Klassengesellschaft in der frühindustriellen Gesellschaft verän­dert.

Die Individuen wurden anhand ihrer Stellung innerhalb des Wirtschaftsprozesses anderen Individuen und/oder Gruppierungen entweder unter- oder übergeordnet. Von sozialen Schichten wurde in entwickelten Ländern im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts gespro­chen. Schichten sind Gruppierungen von Menschen mit ähnlich hohem Status innerhalb einer oder mehrerer berufsnaher Ungleichheitsdimensionen. Heute, in der postindustriellen Gesellschaft, gibt es einen Komplex von sozialen Lagen einschließlich vielfältiger Milieus und Lebensstile. (vgl. Hradil, S. (2005), S. 36ff.)

Unter „ sozialer Lage“ versteht man die Situation einer Bevölkerung, deren Lebensbedin­gungen maßgeblich durch eine bestimmte Determinante geprägt und ähnlich gestaltet sind (vgl. Hradil, S. (2005) S. 43., nach Zapf/ Habich (1996). Als Lebenslage bezeichnet man die Gesamtheit ungleicher Lebensbedingungen eines Individuums, welche durch das Zu­sammenwirken von Vor- und Nachteilen in verschiedenen Dimensionen zustande kommen (vgl. ebd., nach Hradil, S. (1987).

„Soziale Milieus“ fassen „Gruppen Gleichgesinnter“ zusammen, die gemeinsame Wert­haltungen und Mentalitäten aufweisen und auch die Art gemeinsam haben, ihre Beziehun­gen zu Mitmenschen einzurichten und ihre Umwelt in ähnlicher Weise zu sehen und zu gestalten (Hradil, (2005), S. 45).

Nun, da die Hauptbegriffe der sozialen Ungleichheiten, geklärt sind, bleibt die Frage, was die Ursache für soziale Ungleichheiten ist. Dieser Frage widmet sich das nächste Kapitel anhand zwei soziologischen Theorien.

2 Theorien sozialer Ungleichheit

In der Vergangenheit war man der Auffassung die Ungleichheit sei Gottes Plan und damit nicht kritisierbar.

Im Zeitalter der Aufklärung wendete man sich von der christlichen Kirche ab und die Wis­senschaft gewann an enormer Bedeutung.

„Sapere aude!“ - „Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen“ (Kant. I. (1784)), war Immanuel Kants Leitsatz zur Aufklärung.

An die Stelle der theologischen Weltansicht traten nun die wissenschaftlichen Deutungen. Man wollte vernünftig handeln und die Gesellschaft durch Wissenschaft erklären und nicht durch den christlichen Glauben.

Der Mensch wollte sich nicht mehr damit zufriedengeben, dass Ungleichheiten von „höhe­ren Mächten“ gewollt sind. Die Gesellschaft ist das Ergebnis des menschlichen Handels und somit sind auch die sozialen Ungleichheiten von Menschen gemacht.

Im Folgenden werden die Theorien zur sozialen Ungleichheit von Karl Marx und Pierre Bourdieu veranschaulicht, um einen Überblick zu bekommen, wie die Theorien sich im Laufe der Zeit verändert haben und um der Ursache für soziale Ungleichheiten einen Schritt näher zu kommen.

2.1 Karl Marx

Der Philosoph und Ökonom Karl Marx (*1818-f1883) entwarf im Zeitalter des heraufzie­henden Kapitalismus eine der frühesten Theorien zur Ursache sozialer Ungleichheit: die Marxsche Klassentheorie, die einen bis heute andauernden Einfluss hat. In diesem Rahmen kann nur eine kleine Zusammenfassung der Marxschen Theorie erfol­gen.

Laut Marx ist die gesamte historische Entwicklung auf die Geschichte der Klassenkämpfe zurückzuführen. „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klas­senkämpfen. Frier und Sklave, Patrizier und Plebejer, Baron und Leibeigener, Zunftbürger und Gesell, kurz, Unterdrücker und Unterdrückte standen in stetem Gegensatz zueinander, führten einen ununterbrochenen, bald versteckten, bald offenen Kampf, einen Kampf, der jedes Mal mit einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft endete oder mit gemeinsamen Untergang der kämpferischen Klassen“ (Marx, K.; Engels F. (2009), S. 11).

Diese Klassenkämpfe zeichnen sich nach Marx durch das Verhältnis von Produktionskräf­ten, Besitz von Produktionsmitteln und durch das Produktionsverhältnis allgemein aus. Da­bei sind unter Produktionskräften die materiellen und personellen Faktoren, welche eine Produktion gewährleisten, wie z.B. menschliche Arbeitskraft sowie Fähigkeiten und Kennt­nisse bezüglich der Produktion, zu verstehen.

Produktionsverhältnisse sind die Verhältnisse, die die Menschen bei einem Produktions­prozess eingehen, beispielsweise Rechts- und Eigentumsverhältnisse und die damit ver­bundenen Macht- bzw. Herrschaftsverhältnisse.

Produktionsmittel wären z.B. Grundstücke, auf denen produziert werden kann sowie Werkstoffe und Werkzeuge, die zur Produktion von Nöten sind (vgl. Burzan, N. (2011), S.15).

Diese sind nach Marx diejenigen, die für die Ungleichheit verantwortlich sind, denn der Be­sitz und Nicht-Besitz von Produktionsmitteln beherrscht das gesamte Leben und Zusam­menleben der Gesellschaft. Somit ist der Besitz von Produktionsmitteln aus privatem Ei­gentum der Grund von Ungleichheit (vgl. Burzan, N. (2011), S. 15).

Er geht von zwei Klassen, der Klasse der Bourgeoisie und der Klasse der Proletarier, aus. Diese Klassenbildung ist durch die aufkommende Industriegesellschaft und die damit ver­bundenen Konkurrenzmärkte und das Privateigentum von Produktionsmitteln entstanden. Entweder man hatte Besitz und konnte dadurch produzieren (Bourgeoisie) oder man hatte keinen Besitz und musste gezwungenermaßen als Arbeiter*in fungieren (Proletariat).

Aus Besitz von Mitteln zur Produktion ergeben sich gegensätzliche Interessenlagen zwi­schen den beiden Klassen. Der Produktionsprozess, durch die ökonomischen Verhältnisse bestimmt das gesamte politische, kulturelle, ökonomische und soziale Leben sowie die So­zialstruktur der Gesellschaft (vgl. Bendel, K. (2015), S. 181). Somit ist die soziale Lage der Gesellschaft vordergründig durch die materiellen Lebensbedingungen bestimmt. Das indi­viduelle Handeln und die subjektiven Interpretationen oder aber auch die Qualifikationen eines Individuums änderten nichts an seiner/ihrer Klassenlage (vgl. Groß, M. (2008), S. 19).

Laut Karl Marx kommt es nicht darauf an wie viel die Klasse der Kapitalisten verdienen, sondern es kommt drauf an, auf welche Art und Weise dies geschieht. Es kann auf der einen Seite durch produktive Tätigkeit erfolgen, auf der anderen Seite, und diese ist für Marx die relevanteste, wenn es um soziale Ungleichheit geht, durch die ausbeuterische Mehrwertaneignung. Denn Marx ist der Überzeugung, dass nur Arbeit Werte schafft und sich die Bourgeoisie aufgrund ihres Besitzes von Produktionsmittel und der damit verbundenen Machthierarchie einen Teil der Arbeitsleistung des Proletariats in Form von Gewinn aneignet (vgl. Bendel, K. (2015), S. 182).

Der Bourgeoisie kommt es also auf den Mehrwert an, dieser Mehrwert wird aber von dem Proletariat durch ihre Arbeitskraft erzeugt. Die Arbeiter sind durch ihren Nicht-Besitz dazu gezwungen ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten abzugeben. Die Nachteile der Arbeiter­klasse sind die Vorteile der Bourgeoisie, denn dadurch, dass die Arbeiterklasse gezwungen ist für die Kapitalisten zu arbeiten, da sie selbst nicht im Besitz von Produktionsmitteln sind, kann die Bourgeoisie Macht ausüben, den sie ihrem Besitz verdanken (vgl. ebd.).

Das Klassenmodell nach Marx lässt sich in Bezug auf soziale Ungleichheit folgendermaßen zusammenfassen:

Der Zusammenhang von Besitz und Nicht-Besitz von Produktionsmitteln ist vordergründig entscheidend für die Klassenzugehörigkeit eines Individuums, für seine soziale Lage und für die Machtverhältnisse einer Gesellschaft. Die ökonomische Basis ist daher die Grund­lage für soziale Ungleichheiten (vgl. Burzan, N. (2011), S. 17).

Trotz der Kritik an dem Marxschen Klassenmodell, unter anderen, dass seine Prognose, die Bourgeoisie produziere „vor allem ihren eignen Totengräber“ (Marx, K; Engels, F. (2009),S. 32) und dass ihr Aufstand und somit „der Sieg der Proletariats“ (ebd.) unvermeid­bar sei, nicht eingetroffen ist und dass es undifferenziert sei, gilt es in darauffolgenden The­orien bezüglich der sozialen Ungleichheiten als Grundlage. Es werden einzelne Elemente seiner Theorie aufgenommen bzw. verworfen (vgl. Burzan, N. (2011), 19f.). Das Klassen­modell spielt also auch in neueren Diskussionen eine tragendende Rolle.

So auch für die Theorie von Max Weber, der das Klassenkonzept von Marx für seine The­orie von Klassen und Ständen als Grundlage verwendet hat.

2.2 Pierre Bourdieu

Pierre Bourdieu (*1930- f 2002) orientierte sich auch an der Klassentheorie von Marx, de­ren Grundlage er in zwei Schritten erweitert. Zum einen basieren soziale Ungleichheiten sowie die Klassenbildung nach Bourdieu nicht allein auf den ökonomischen, sondern eben­falls auf den sozialen und kulturellen Gütern. Zum anderen führt Bourdieu den Habitus als Vermittlungsinstanz zwischen den sozialen Strukturen und der Handlungspraxis der Indivi­duen ein (vgl. Bendel, K. (2015), S. 191).

Er entwickelte Modell das „sozialen Raumes“- der Darstellung und Analyse von Positionen von Individuen in der sozialen Struktur der Gesellschaft (vgl. Schilcher, C. (2005), S. 11).

2.2.1 Das Habitus- Konzept

Das Habitus- Konzept ist das „Kernstück“ der Soziologie von Pierre Bourdieu (vgl. Krais/Gebauer (2002), S. 5). Mit Habitus meint Bourdieu zum einen die verinnerlichten Ge­wohnheiten und Handlungen von Personen. Des Weiteren ist damit ein sozialisatorisch er­worbenes Schema zur Erzeugung immer neuer Handlungen gemeint, welches Grenzen und Spielräume sozialer Ordnungen verändert und reproduziert. (vgl. Liebsch, K., (2006), S. 74). Es ist also „das Prinzip des Handelns, Wahrnehmens und Denkens sozialer Indivi­duen“ (Rehbein, B/ Saalmann, G. (2009), S. 111). Es sind angewöhnte Einstellungen und Verhaltensmuster von Individuen, welche über das soziale Umfeld, im Sozialisationspro­zess entwickelt und zu einem prägenden Element der Persönlichkeit eines Individuums werden, ohne das gezielte Zutun der Individuen. Es passiert quasi automatisch (vgl. Bendel, K. (2005), S.192). Das können beispielsweise Kleidungspräferenzen, Lebenseinstellungen, Ausdrucksweisen und Sprachgewohnheiten sowie Hobbys sein.

Mit seinem Habitus-Begriff vertritt Bourdieu zum einen die These von einem handelnden Individuum, zum anderen wird das Individuum als sozial strukturiert und nicht autonom (vgl. Liebsch, K. (2006), S. 74) Der Habitus besitzt somit eine doppelte Funktion; er ist eine strukturierte Struktur und gleichzeitig eine strukturierende Struktur. Das bedeutet, dass er einerseits eine Ordnungsgrundlage für Handlungen und Vorstellun­gen zur Verfügung stellt (strukturierende Struktur) und andererseits ist der Habitus das Pro­dukt aus spezifischen Existenzbedingungen und ist selbst an die soziale Umgebung ange­passt (strukturierte Struktur). In anderen Worten: Der Habitus als strukturierte Struktur ist die passive Seite des Habitus. Er wird also strukturiert.

Habitus als strukturierende Struktur ist die aktive Seite des Habitus, welche den Menschen dazu veranlasst so zu handeln, wie er/sie handelt (vgl. ebd.).

Der Habitus ist somit nicht von seinem sozialen Kontext zu trennen. Bourdieu bezeichnet den sozialen Kontext als „ Feld “ (vgl. ebd.). Unter „Feld“ versteht Bourdieu die Handlungs­ebene der Individuen innerhalb des sozialen Raums.

Durch den Habitus sind Menschen dazu in der Lage, an der sozialen Praxis teilzunehmen und diese hervorzubringen. Er ist Ausdruck und Ergebnis der Zusammenstellung der Groß­gruppen im Raum der sozialen Ungleichheiten - somit ein Klassenhabitus (vgl. Fuchs-Hein- ritz/ König (2005), S. 114, nach Krais, B. (1989, S. 51).

Ähnlich wie Max Weber geht auch Pierre Bourdieu von einer dreiteiligen Klassengesell­schaft aus. Bourdieu unterscheidet auf der Basis seiner empirischen Studien die folgenden drei sozialen Klassen, welche über ein ähnlich hohes Maß an sozialem, kulturellem und ökonomischem Kapital verfügen (dazu später mehr): das Großbürgerturm, als höhere Klas­sen, das Kleinbürgertum, als Mittelklasse und die Arbeiter- und Bauernschaft als untere Klassen (vgl. Bendel, K. (2015), S. 192 f.).

Der Lebensstil eines Individuums ist durch seine/ ihre Klassenzugehörigkeit geprägt. Das bedeutet, dass man sie nicht komplett frei wählt. Nach Bourdieu drückt sich die Zugehörig­keit eines Menschen zu einer Klasse vor allem durch den Lebensstil aus (typische Hand­lungspraxis). Durch die Verbindung der sozialen Position mit den Lebensstilen ergibt sich ein vollständiges Bild des sozialen Raums. Der Raum sozialer Positionen und der Raum der Lebensstile sind durch den Habitus verbunden (vgl. Burzan, N. (2011), S. 130).

Den Zusammenhang von sozialen Positionen und Lebensstilen erklärt Bourdieu in seiner Studie „Die feinen Unterschiede“. Er belegt, dass Geschmack und Geschmacksurteile nicht zufällig, sondern klassenspezifisch ist. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen kul­turellen Wahrnehmungs- und Handlungsschemata mit dem Grad der Ausbildung und der sozialen Herkunft. Weiter zeigt Bourdieus Analyse, dass bei gleichem Bildungsabschluss der Einfluss der sozialen Herkunft erkennbar ist (vgl. Fuchs-Heinritz/König (2005), S. 60 f.). Die soziale Herkunft sei entscheidend für die soziale Laufbahn eines Individuums. Sie lässt den Umfang des vererbten Kapitals (dazu später mehr), den Aneignungsmodus von kultu­reller Kompetenz und damit die Möglichkeiten der Individuen sowie seine Ab- und Auf­stiegserfahrungen erkennen (vgl. ebd.; S.62).

Somit werden im Habitus soziale Ungleichheiten gespiegelt und zum Ausdruck gebracht. Bourdieu betont, dass der Habitus das Resultat der Geschichte der Sozialgruppen sei, denn er ist „durch die Praxis aufeinanderfolgender Generationen innerhalb eines bestimmten Typs geschaffen“ (vgl. Fuchs-Heinritz/König (2005), S. 114, zit. n. Bourdieu (1972/1976, S. 229).

Durch das Handeln werden bestimmte Handlungsobjekte geschaffen. Um diese zu bestim­men entwirft Bourdieu den Kapital - Begriff (vgl. Jurt, J. (2012), S. 22).

2.2.1 Die Kapital- Theorie

Bourdieu hat in seine Schriften eine Vielzahl an unterschiedlichen Kapitalarten benannt. Die wichtigsten sind: ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital. Die soziale Position eines Individuums in der Gesellschaft ist abhängig von seinem/ihrem Kapitalvolumen, d.h. der Menge an vorhandenem Kapital, der Kapitalstruktur und dem zeit­lichen Faktor. „Die zu einem bestimmten Zeitpunkt gegebene Verteilungsstruktur verschie­dener Arten und Unterarten von Kapital entspricht der immanenten Struktur der gesell­schaftlichen Welt, d.h. der Gesamtheit der innerwohnenden Zwänge, durch die das dauer­hafte Funktionieren der gesellschaftlichen Wirklichkeit bestimmt ist und über Erfolgschan­cen der Praxis“ (Bourdieu, P. (1983), S. 183). Das Kapital ist somit von zentraler Bedeutung für die Position eines Individuums im sozialen Raum.

2.2.1.1 Das Ökonomische Kapital

Das ökonomische Kapital ist das Vermögen und der Besitz eines Individuums, welches sich unmittelbar in Geld konvertieren lässt (vgl. Bourdieu, P. (1983), S. 185). Anders als bei den anderen Kapitalformen geht Bourdieu auf das ökonomische Kapital nicht ganz detail­liert ein. Dennoch wird dem ökonomischen Kapital eine zentrale Stellung zugewiesen, was sich in der „tendenziellen Dominanz“ des ökonomischen Feldes auswirkt (vgl. Schilcher, C. (2005) S. 50, nach Bourdieu, P. (1985), S.11).

2.2.1.2 Das kulturelle Kapital

„Das kulturelle Kapital ist das Kapital, welches „unter bestimmten Voraussetzungen in öko­nomisches Kapital konvertierbar“ ist (Bourdieu, P. (1983), S.185). Es gibt drei verschiedene Formen von kulturellem Kapital. Diese werden im folgenden Abschnitt erläutert.

a) Inkorporiertes kulturelles Kapital

Das inkorporierte kulturelle Kapital (das verinnerlichte kulturelle Kapital), womit das Wissen und die Bildung gemeint sind, welches zum einen durch Schule vermittelt wird, aber auch durch die Primärerziehung in der Familie erworben wird (vgl. Burzan, N. (2011), S. 126). Möchte man Bildung erwerben, so muss man Zeit investieren. Bourdieu betont, dass dies jede Person für sich selbst tun muss, denn kulturelles Kapital lässt sich im Gegensatz zu ökonomischem Kapital weder übertragen noch verschenken (vgl. Bourdieu, P. (1983), S. 187). Inkorporiertes kulturelles Kapital „ist ein Besitztum, das zu einem festen Bestandteil der Person wird“ (ebd.). Das bedeutet, dass das Erwerben des inkorporierten Kapitals für eine Person sehr prägend ist. Die ungleiche Verteilung des Kapitals ist für Bourdieu die Basis für soziale Ungleichheiten. Er argumentiert damit, dass ein Individuum nur solange kulturelles Kapital erwerben kann, solange ihm/ihr ökonomische Mittel zur Verfügung ste­hen (vgl. Bourdieu, P. (1983), S. 188).

b) Objektiviertes kulturelles Kapital

Die zweite Art des kulturellen Kapitals ist das objektivierte kulturelle Kapital, welches in Form von Kulturgütern auftritt. Das wären beispielsweise Bücher oder Gemälde. Diese las­sen sich ebenso gut wie das ökonomische Kapital übertragen, verschenken oder vererben. Jedoch ist hierbei relevant, dass nur das juristische Eigentum übertragbar ist (vgl. ebd.). Was jedoch nicht übertragbar ist, ist dass die Person, die z.B. ein hochwertiges Gemälde erwirbt, sich im Klaren ist, dass dieses Gemälde hochwertig ist. Dafür benötigt er/sie das inkorporierte kulturelle Kapital. Das objektivierte kulturelle Kapital unterliegt demnach zwei Bedingungen: Geld (ökonomisches Kapital) und Wissen um den Wert der Kulturgüter (in­korporiertes Kapital) (vgl. Bourdieu, P. (1983), S. 188f, Burzan, N. (2011), S. 126, Schilcher, C. (2005), S.51).

c) Institutionalisiertes kulturelles Kapital

Die dritte Form des kulturellen Kapitals ist das institutionalisierte kulturelle Kapital. Damit sind die formellen Bildungsgrade in Form von Abschlusstiteln gemeint. „Durch den schuli­schen oder akademischen Titel wird dem von einer bestimmten Person besessenen Kul­turkapital institutionelle Anerkennung verliehen“ (Bourdieu, P. (1983), S. 190). Diese insti­tutionelle Anerkennung bringt mit sich, dass der/die Besitzer*in des Titels diesen in ökono­misches Kapital übertragen kann (vgl. Bourdieu, P. (1983); S. 190, Burzan, N. (2011), S 126) Zur Veranschaulichung: Ein Abschluss an einer Universität (institutionalisiertes kultu­relles Kapital) bringt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Arbeitsstelle mit höherem Verdienst (ökonomisches Kapital) mit sich.

2.2.1.3 Das soziale Kapital

Die dritte Kapitalart nach Bourdieu ist das soziale Kapital. Damit meint er „die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder An­erkennens verbunden sind“ (Bourdieu, P. (1983), S. 190; Hervorhebung im Original).

Beim dem sozialen Kapital geht es vor allem um die sozialen Wirkungen, welche sich auf der Ebene der individuellen Eigenschaften der Handelnden feststellen lassen (vgl. Kurt, J. (2012), S. 29). Es bedarf eines hohen Maßes an Beziehungsarbeit. Das Individuum muss also Zeit investieren, um sein Beziehungsnetz zu pflegen. Die Wirkung des sozialen Kapi­tals wird sichtbar, wenn Personen mit ähnlich hohem Maße an ökonomischem und kultu­rellem Kapital unterschiedliche Profite erzielen, da sie das Kapital der Gruppe mobilisieren können. Da das soziale Kapital auf der Basis von Tauschbeziehungen existiert, kann ein Individuum oder eine Gruppe materielle und/oder symbolische Profite aus ihren Sozialbe­ziehungen ziehen. Dieser Profit ist wiederrum Basis für die Solidarität innerhalb der Gruppe, bewusst oder unbewusst. Die Tauschbeziehungen unterliegen jedoch keiner Garantie, was dem sozialen Kapital ein hohes Maß an Fragilität verleiht (vgl. Kurt, J. (2012), S. 29; Schilcher, C., S. 52; Bourdieu, P. (1983), S. 192). Aus diesem Grund ist für Bourdieu das soziale Kapital nicht das wichtigste Kapital, sondern kommt erst nach dem ökonomischen und kulturellen Kapital an dritter Stelle. Jedoch kann das Sozialkapital die Wirkung der bei­den anderen Kapitalarten bestärken.

Beide Theorien gehen davon aus, dass soziale Ungleichheit dadurch entsteht, dass wert­volle Güter/ Ressourcen ungleich in der Gesellschaft verteilt sind. Während sich für Karl Marx diese Ungleichheiten ausschließlich auf das ökonomische Kapital beziehen, geht Bourdieu von drei Kapitalarten aus, die die soziale Ungleichheit ausmachen. Auch ist für Bourdieu im Gegensatz zu Marx das ökonomische Kapital keine Ausbeutungsform, sondern eine Ressource.

Bourdieus Ansatz erklärt das Verhalten, die Chancen, Ungleichheiten etc. sozialer Klassen auf einer konkreten empirischen Ebene, während bei Marxs strukturellem Klassenbegriff die sozialen Phänomene nicht detailliert erklärt werden (vgl. Horvath, S. (2009)).

Man kann also folglich sagen, dass Bourdieu das Marxsche Klassenkonzept erweitert und es als Grundlage nimmt (vgl. Jurt, J. (2012).

Der Habitus fungiert als Bindeglied zwischen Lebensstil und sozialen Lagen. Dieser wird durch die Sozialisation und durch das soziale Umfeld geprägt.

Für den Verlauf der Arbeit sind vor allem die Theorien Pierre Bourdieus von großer Bedeu­tung. Seine Erkenntnisse werden immer wieder aufgegriffen, um Ungleichheiten bezüglich Bildung zu erforschen und zu erklären. Um den Zusammenhang von Bildung und sozialen Ungleichheiten soll es im nächsten Kapitel gehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
Soziale Ungleichheit und Bildung im Kontext digitaler Medien
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,7
Jahr
2020
Seiten
58
Katalognummer
V918590
ISBN (eBook)
9783346287618
ISBN (Buch)
9783346287625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale, ungleichheit, bildung, kontext, medien
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Soziale Ungleichheit und Bildung im Kontext digitaler Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918590

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