Das Selfie im Netz. Ein Ausdruck narzisstischer Persönlichkeit?


Hausarbeit, 2016

23 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Medien im Alltag: Ein Nährboden für Selbstvermarktung

2. Das Selfie: Die fotografische Selbstinszenierung im Netz
2.1. Die kulturelle und mediale Entwicklung des Selbstporträts
2.2. Die Botschaft des Selfies
2.3. Eine inszenierte Authentizität

3. Das Selfie als Ausdruck des Narzissmus
3.1. Narzissmus: Eine Definition
3.2. Idealbildung und Selbstwertgefühl
3.3. DieBildung des Über-Ichs und Größenwahn
3.4. Die Vieldeutigkeit des Narzissmus

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Medien im Alltag: Ein Nährboden für Selbstvermarktung

In den letzten Jahren sind die Massenmedien immer mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Die Medien erwiesen sich als „integrierter Bestandteil der alltäglichen Lebensführung [...]“1 und der Alltag wurde zum Medienalltag. Im Jahr 2015 hat das Fernsehen mit einer Nutzungsdauer 259 Minuten täglich erreicht und liegt somit vor dem Radio mit täglich 115 Minuten und dem Internet mit 53 Minuten. Betrachtet man jedoch die Altersgruppe der 14- bis 49-jährigen Deutschen, dann liegt die Internetnutzung.2

Medien nehmen in der Gesellschaft nicht nur einen enormen Stellenwert ein, sondern prägen auch unser Denken, unsere Wahrnehmung und unsere Identitäten.3 Ihre kulturellen Ausprägungen „sind geprägt von Fragen, in welchem Verhältnis Menschen als Subjekte zur Welt stehen, in welcher Weise sie interagieren, sich vernetzen und kommunizieren, sich und Anderen Identitäten verleihen.“4 Indem das Internet eine autonome kommunikative Lebenswelt kreiert, die ihre eigenen Regeln schafft, besitzt es - anders als die anderen Massenmedien - eine soziale und interaktive Komponente.5

Menschen haben schon immer den Drang gehabt sich selbst zu inszenieren und andere an ihrem Leben und ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Bereits die Gesellschaft der 70er Jahre wurde als „Me-Generation“ bezeichnet. Ähnlich sieht es nun im gegenwärtigen Jahrhundert - im Zeitalter der Selfies und der leicht zugänglichen sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram, Twitter - aus: Vor allem das Internet bietet einen optimalen Nährboden für Selbstvermarktung und Selbstdarstellung, dass seinen Nutzern unter anderem zu mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung verhelfen kann.6 „,Sich von der Schokoladenseite‘ zeigen, sich in ein besseres Licht rücken: All diese Formulierungen verweisen auf den Wunsch Selbstbildnisse nicht zum Nachteil der Abgebildeten zu (re-) produzieren.“7 Dank dem neuen ,,Selfie-Trend“ kann sich ein jeder in seiner aktuellen Situation fotografieren und diese Bilder zeitgleich mit seinen digitalen Freunden auf den sozialen Netzwerken teilen.

Doch Selfies vermitteln meist auch eine übergroße Eigenliebe und Selbstbezogenheit, die in den sozialen Netzwerken oft nicht besonders gut ankommt. Neu ist allerdings, dass dieses Verhalten ein Anzeichen für ernstzunehmende psychische Störungen sein kann, sagt eine Studie der Ohio State University. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass Selfie-Liebhaber - und insbesondere Männer - mit einer größeren Wahrscheinlichkeit Narzissten oder Psychopaten sind. Für diese Studie wurden 800 Männer zwischen 18 und 40 Jahren von den Forschern zu ihrem Verhalten in den sozialen Netzwerken befragt. Darüber hinaus wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie oft die Probanden ihre Bilder veröffentlichten und ob sie diese im Vorfeld sogar bearbeiteten.8

Doch ist diese teilweise selbstverliebte Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken mithilfe der Selfies wirklich unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung einzuordnen? Ist es wirklich Narzissmus, wenn manche Menschen den Drang verspüren sich allen Freunden und Bekannten durch ein Foto mitzuteilen? Jenen Fragen soll in dieser Arbeit nachgegangen werden. Im Folgenden wird als Einstieg in das Thema zunächst die allgemeine Definition eines Selfies beleuchtet, bevor näher auf die Aspekte des Narzissmus im Selfie anhand der Forschungen von Heinz Kohut und Siegmund Freud eingegangen werden soll.

2. Das Selfie: Die fotografische Selbstinszenierung im Netz

Früher war das Fotografieren und Filmen ausschließlich Profis vorbehalten. Heute trägt fast jeder mindestens eine Kamera in seinem Smartphone mit sich herum, was den Prozess spontan ein Foto von sich zu schießen vereinfacht:

Prominente fotografieren sich in Unterwäsche, Astronauten im Weltall, der Papst mit seinen Anhängern und Barack Obama und David Cameron unterbrechen dafür sogar eine Beerdigung. Das Selfie, das digitale Selbstporträt einzelner oder mehrerer Personen, ist eine Momentaufnahme digitaler Medienkultur, die aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken ist.9

Als man 2012 bei einem Selfie noch von Mode sprach, so ist es heutzutage zu einem sehr beliebten Genre von Bildern geworden und der Selfie-Strom wächst weiterhin an. Der Begriff Selfie ist mittlerweile fest im Sprachgebrauch verankert. Es ist ein neuer Begriff für ein altes und seit vielen Jahrhunderten praktiziertes Phänomen: das Selbstporträt. Das Oxford Dictionary kürte das Wort Selfie im Jahr 2013 zum englischen Wort des Jahres und definiert es wie folgt: „A photograph that one has taken of oneself, typically one taken with a smartphone or webcam and shared via social media.“10 Bei einem Selfie geht man also von einer spontanen Momentaufnahme des Selbst aus, die das Alltagsleben dokumentiert und dazu bestimmt ist auf sozialen Netzwerken geteilt zu werden.11 Hat man früher noch private Bilder der großen Ereignisse, wie Familienfeste, Urlaube oder gesellschaftliche Zusammentreffen gemacht, „fragt die Visuelle Kultur vielmehr nach Individuen [.] und deren Identitäten.“12

Dabei sind Selfies nicht nur produziertes Bildmaterial, sondern auch kommunikative Handlungen - ein „gestural image“13, wie Paul Frosh in seinem Aufsatz The Gestural Image erklärt. Diese Handlung rückt das „Ich in das Wahrnehmungszentrum von Selfie­Produktion und -Rezeption [.].“14 Gleichzeitig sind Selfies natürlich auch Teil einer öffentlichen Inszenierung der eigenen Person und interagieren mit der Wahrnehmung durch die Medien.15 Deswegen sind sie ausschließlich im Gesamtkontext digitaler Medien zu verstehen - sie werden ausschließlich auf den leicht zugänglichen sozialen Netzwerken geteilt. Selfies sind also ein Ausdruck der digitalen Gesellschaft:

Die Vervielfachung der Publikations- und Kommunikationsformate hat dazu geführt, dass Millionen von Usern/Userinnen ihre Alltagskommunikation öffentlich im Kontext digitaler Netzwerke ausbreiten. Durch ihre Online-Präsenz ist die biografische Selbstdarstellung ein Gegenstand des öffentlichen Interesses, welches sich der persönlichen Daten und Informationen nach dem Prinzip der freien Verfügbarkeit von Wissensbeständen [.| bemächtigen kann.16

Diese öffentlichen Biografien können als Gemeingut der Informationsgesellschaft gesehen werden und somit auch als öffentlich stattfindende Formierung des Selbst. Öffentliches wird mit Privatem vermischt und das Selfie wird zum digitalen Bild unserer Person.17

Doch Selfies sind nicht nur bloße Aufnahmen, sondern sie sind von den Bedingungen des eigenen Körpers abhängig: „When taking a selfie, the subject usually holds a smartphone in hand; this does not allow the subject to create a great range of distance between his or her self and the smart-phone‘s camera [.|.”18 Das Selfie zeigt Einblicke in den Prozess der Bildproduktion, denn das jeweilige Foto wurde von dem oder der Abgebildeten selbst geschossen. Dabei sind die Arme, die die Kamera für den Schnappschuss halten, auf der Bildkomposition zu sehen. „These arms assume the role of the pointing finger: They implicitly designate the absent hands and their held devices as the site of pictorial production.”19 So wird die Kamera zur Extension des eigenen Körpers und stellt eine direkte Nähe und Intimität zum Fotografen her. Neueste Werkzeuge wie Selfie­Sticks dienen hierbei der Professionalisierung.20

2.1. Die kulturelle und mediale Entwicklung des Selbstporträts

Die Selbstinszenierung auf Selfies ist kein Phänomen des digitalen Zeitalters. Der eigentliche Ursprung liegt weit in der Vergangenheit. Das Porträtieren der eigenen Person diente schon lange vor den Selfies einem bestimmten Zweck: der Inszenierung des Selbst und der Demonstration der eigenen Macht. Die Darstellung von Menschen reicht bis in die Steinzeit zurück. Betrachtet man beispielsweise die frühen Höhlenmalereien sind menschliche Bemühen Dinge für kommende Generationen festzuhalten ersichtlich. Diese damaligen Malereien waren zwar weit entfernt vom Porträt nach aktuellem Verständnis, jedoch legten sie den Grundstein für die weitere Entwicklung.21

1524 malte der italienische Maler Parmigianino sein „Selbstporträt im konvexen Spiegel“, das seine verzerrten Körperproportionen durch das Medium des Spiegels zeigt. Das Ölgemälde hat mit seiner leichten Fischaugen-Optik tatsächlich Ähnlichkeit mit einem Smartphone-Selfie.22 Ab dem 18. Jahrhundert und bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zählen die Selbstporträts der Künstler zu den begehrtesten Sammlerobjekten. Heute sind wir bei der „Generation Selfie“23 angelangt. Das Selbst hat die Funktion des Künstlers eingenommen: „Rather, like much new media, the selfie can be conceived as a multimodal convergence of older and newer technologies: the selfie is a mirror, and a camera, and a stage or billboard at once.“24 Die Kamera des ersten Smartphones befand sich an der Rückseite des Gerätes - deswegen konnten Selfies nur mithilfe eines Spiegels geschossen werden. Mittlerweile haben sich die Technologien mit Fronkameras dem Körper seiner Nutzer angepasst - denn die Kamera ist nun stets im Blickfeld des Smartphone-Nutzers zu sehen - und Selfies können nun an jedem Ort und zu jeder Zeit - auch ohne Spiegel - gemacht werden.25

Auch die Plattform der Selfies hat sich geändert und die Fotografie wurde zu einem Maßstab sozialer und gesellschaftlicher Ereignisse: „Hat man früher private Fotos hauptsächlich am Sofa mit der Familie betrachtet, teilt man sie nun mit all seinen virtuellen Bekanntschaften (bekanntlich hat sich der Begriff der ,Freundschaf‘ auch durch digitale Plattformen wie Facebook verändert).“26 Das Selfie deutet auf Veränderungen in der Gesellschaft hin, die sozialer und kultureller orientiert sind. Doch nicht nur der gesellschaftliche Wandel, sondern auch mediale und technische Neuerungen werden dadurch in den Fokus gerückt - insbesondere „die weite Verbreitung der Fototechnik [...]. Das führt zu der Frage, inwieweit die digitale Fotografie einen Einfluss auf Praxen des Alltags hat und wie dieser erklärt werden kann.“27

2.2. Die Botschaft des Selfies

Generell ist das Selfie a [...] type of snapshot. In it, individuals often represent themselves as at the peak of their own attractiveness, and then use this image as a profile image, or put it out into the public realm through, for example, their Instagram feed. The selfie is a way of saying, “look at me”, out loud, in a public domain, it is about getting attention but also about crafting the self as an object in a very particular way.28

Das Selfie soll in seiner Verwendung als Kommunikationsmittel eine Botschaft vermitteln. Diese findet „nicht mündlich, d.h. Face-to-Face und damit flüchtig, statt, sondern wird schriftlich fixiert und zum essenziellen Bestandteil des Selfies selbst.“29 In der Anschlusskommunikation bewerten die digitalen Freunde das veröffentliche Bild mit „likes“ oder in Form von Kommentaren. Keine andere Art von Bildern hätte man zuvor als Worteersatz verwenden können:

„[.] als Medium, mit dem in jedem Moment Nachrichten, Meinungen, Gefühle ausgetauscht werden. Auch früher schon mochten Bilder den Charakter von Signalen oder Botschaften besitzen, sie sollten eine Stimmung ausdrücken oder etwas zugespitzt in Szene setzen, aber es ließ sich nicht live mit ihnen kommunizieren. Dazu war ihre Herstellung lange zu zeitaufwendig, vor allem aber gab es nicht die Möglichkeit, sie sofort an andere zu adressieren.“30

Das Interesse bestand eher darin etwas festzuhalten. Der Selfie-Schnappschuss soll an den Moment erinnern, in dem er versendet wird - es ist also ein Erinnerungsmedium, das an die Stelle der Erzählung treten und eine Repräsentationsfunktion übernehmen kann.31 Das Selfie kreiert eine „mediale Realität unseres Selbst nicht nur in der Wahrnehmung des Einzelnen, sondern des gesamten Kollektivs, wodurch ihre Bedeutung in Sharing-Kulturen stetig zunimmt.“32 In manchen Fällen wird das Selfie auch ganz konkret als Ausdruck von Freundschaft verwendet, die der Fotograf nach außen hin demonstrieren möchte.

Durch das Selfie wird der Wunsch von der globalisierten Gesellschaft als Individuum mit eigener Identität wahrgenommen zu werden ausgedrückt. Im virtuellen Raum scheint die Selbstinszenierung dabei vielen Menschen einfacher zu fallen. Denn die Inhalte und Bilder, die dort veröffentlicht werden, werden in der realen Welt meistens nicht einmal angesprochen. Die Bestätigung, die man früher hauptsächlich von der Familie auf dem Sofa bekommen hat, kann nun im großen Rahmen erreicht werden.33

2.3. Eine inszenierte Authentizität

Teilweise werden Selfies als „attempts at self-branding, trying to sell the best version of #me: positive, happy, accomplished, proud, well-dressed, [...] seductive or sexy”34 beschrieben. Es ist nicht abzustreiten, dass Bestätigung, Anerkennung und Teilhabe einen wichtigen Aspekt bei der digitalen Inszenierung spielen. Deswegen stellen User und Userinnen der sozialen Netzwerke hauptsächlich Inhalte online, die sie nachhaltig in einem positiven Licht erscheinen lassen. Gerade Bildmaterial, das dokumentarische Charakterzüge - wie es auch das Selfie tut - aufweist, vermittelt Authentizität.35 Denn all das, „was augenscheinlich als amateurhaft, spontan und nicht-inszeniert erscheint, wirkt authentisch.“36 Doch wie authentisch und realistisch sind diese spontanen Selbstporträts wirklich?

Prominente wie beispielsweise der Sänger Justin Bieber nutzen Selfies, „um mediale Nähe zu ihren Fans durch inszenierte Authentizität auf visueller Ebene aufzubauen.“37 Gleichzeitig inszenieren sie sich in den sozialen Netzwerken selbst. Des beste Beispiel ist hierfür das Selfie der Oscarverleihung aus dem Jahr 2014, das von der amerikanischen Moderatorin Ellen DeGeneres mit einigen medialen Bekanntheiten wie Brad Pitt, Bradley Cooper und Meryl Streep scheinbar spontan geschossen wurden und zum meistgeteilten Foto auf der sozialen Plattform Twitter wurde. Doch das Foto war keineswegs spontan, sondern ist im Vorfeld geplant worden und wurde so zum Teil der Medieninszenierung. Das Selfie scheint dafür als besonders geeignet zu sein38: „Es suggeriert Nähe, Spontanität, Witz und ein ,Mit-der-Zeit-gehen‘, was der gesamten Filmbranche eine deutliche Image­Profilierung ermöglichte.“39

Die Medien begünstigen die Entfaltung des Idealichs und auch das Selfie trägt seinen Teil dazu bei. Die Idealisierung, die in der wirklichen Welt nicht erfüllt wird, kann in den Medien realisiert werden: „Die Sehnsucht nach Ferne und Abenteuer, nach Stärke, Schönheit und Größe wird durch mannigfaltige Identifikationsangebote im Personen- und Ereignisbereich befriedigt.“40 41 Demnach folgt ein jeder Nutzer in der Medienwelt einem anderen Idealich. Zeitgleich ist ein permanenter Identitätswandel zugange. Um in den Medien - im Falle der Selfies vor allem in den sozialen Netzwerken - dieses Idealbild von sich präsentieren zu können, werden verschiedene Möglichkeiten herangezogen.

Laut Bent Fausing ist das Gesicht, das auf den meisten Selfies zu sehen ist, ein Teil der Inszenierung, also eine Maske: „Masks are faces that have been acquired, immediate personalities. The mask is the most immediate and widespread form of disguise of the face of the self - and thus the transformation of the whole person [.. ,|.” "Gerade für Frauen ist das Gesicht das stellvertretende Element der Identität, deswegen wird es meistens künstlich durch Make-Up korrigiert. Diese Inszenierung offenbart meist die Wünsche und Sehnsüchte der Person, die versucht sich in einem gewissen Bild zu präsentieren.42

Doch nicht selten werden die „spontanen“ Selbstporträts auch nach dem Prozess der Produktion mit Programmen oder Apps auf dem Smartphone aufwendig bearbeitet, noch bevor sie hochgeladen werden:

With the use of the filter function, we have opportunity to become even more fascinated with ourselves by stylizing our images to looks as though they are from the past. The filter function simulates the look of physical age on photographs, which gives our selfies more importance than average self-portraits.43

Allerdings gibt es durch die „No-Make-Up-Selfies“ eine Gegenströmung dieser Inszenierung.44 Doch ob diese Bilder, die als komplett unbearbeitet erscheinen, das auch sind, ist zu bezweifeln.

3. Das Selfie als Ausdruck des Narzissmus

Kritiker sehen in den Selfies hauptsächlich einen „Hyperindividualismus“: „Sie befürchten, dass sich in der heutigen Gesellschaft die meisten Menschen nur noch für sich selbst interessieren und zu Egomanen geworden sind.“45 Besonders diejenigen, die häufig Selfies auf sozialen Netzwerken veröffentlichen, werden als Narzissten abgestempelt - das wurde auch von einigen Studien, wie die bereits genannte aktuelle Studie der Ohio State University belegt.46

[...]


1 Voß, Günter; Holly, Werner; Boehnke, Klaus (Hrsg.): Neue Medien im Alltag: Begriffsbestimmungen eines interdisziplinären Forschungsfeldes, Berlin 2000, S. 7.

2 Vgl. Statista: Durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer ausgewählter Medien in Deutschland in den Jahren 2014 und 2015 (in Minuten); URL: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/ 165834/umfrage/taegliche-nutzungsdauer-von-medien-in-deutschland/; 2016.

3 Vgl. Christian Stiegler: Digitale Medientheorien, in: Christian Stiegler, Patrick Breitenbach, Thomas Zorbach (Hrsg.): New Media Culture: Mediale Phänomene der Netzkultur, Karlsruhe 2015, S. 13.

4 Ebd.

5 Ebd., S. 14f.

6 Vgl. Christian Stiegler: Selfies und Selfie Sticks: Automedialität des digitalen Selbstmanagements, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 70ff.

7 Stiegler: Selfies und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 76.

8 Vgl. Jeff Grabmeier: Hey, Guys: Posting a Lot of Selfies Doesn't Send a Good Message: Posting more online photos of yourself may suggest anti-social traits, URL: https://news.osu.edu/news/2015/01/06/hey- guys-posting-a-lot-of-selfies-doesn%E2%80%99t-send-a-good-message/, 2015.

9 Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 67.

10 Oxford Dictionary: selfie, URL: https://www.oxforddictionaries.com/de/definition/englisch/selfie.

11 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 79ff.

12 Claudia Brückner: Die Digitalisierung des Selbst: Zur Fotopraxis des Selbstportraitierens, in: Irene Ziehe, Ulrich Hägele (Hrsg.): Digitale Fotografie. Kulturelle Praxen eines neuen Mediums, Münster, New York 2009, S. 111.

13 Paul Frosh: The Gestural Image: The Selfie, Photography Theory, and Kinesthetic Sociability, URL: http://ijoc.org/index.php/ijoc/article/viewFile/3146/1388, 2015, S. 1608.

14 Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 67.

15 Vgl. Sybille Krämer: Gibt es eine Performance des Bildlichen?: Reflexionen über „Blickakte“, in: Ludger Schwarte (Hrsg.): Bild-Performanz: Die Kraft des Visuellen, URL: http://userpage.fu-berlin. de/~sybkram/media/downloads/Performanz_des_Bildlichen.pdf, München 2010, S. 63ff.

16 Ramón Reicher: Amateure im Netz: Selbstmanagement und Wissenstechnik im Web 2.0, Bielefeld 2008, S. 11.

17 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 71ff.

18 Brooke Wendt: The Allure of the Selfie: Instagram and the New Self-Portrait, Amsterdam 2014, S. 24.

19 Frosh: The Gestural Image, S. 1610.

20 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 68ff.

21 Vgl. Werner Faulstich, Werner: Medienwissenschaft, Paderborn 2004, S. 52.

22 Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 68.

23 Ebd. , S. 67.

24 Katie Warfield: Making Selfies/Making Self: Digital Subjectives in the Selfie, URL: http://kora.kpu.ca/cgi/viewcontent.cgi?article=1008&context=facultypub, Surrey 2014, S. 2.

25 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture 69ff.

26 Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 71.

27 Brückner: Die Digitalisierung des Selbst, in: Ziehe, Hägele (Hrsg.): Digitale Fotografie S. 109.

28 Mehita Iqani: Spectacles or Publics?: Billboards, magazine covers, and „selfies” as spaces of appearance, URL: http://wiser.wits.ac.za/system/files/seminar/Iqani2013.pdf, 2013, S. 7.

29 Ulla Autenrieth: Das Phänomen „Selfie“: Handlunngsorientierungen und Herausforderungen der fotografischen Selbstinszenierung von Jugendlichen im Social Web, URL: https://www.lmz- bw.de/fileadmin/user_upload/Medienbildung_MCO/fileadmin/bibliothek/autenrieth_selfies/autenrieth_selfie s.pdf, München 2014, S. 2.

30 Wolfgang Ullrich: Selfies als Weltsprache, in: Ausstellungskatalog Staatliche Kunsthalle, Karlsruhe (Hrsg.): Ich bin hier!: Vom Rembrandt zum Selfie, Köln 2015, S. 35.

31 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 69ff.

32 Ebd., S. 69.

33 Vgl. Ebd., S. 71ff.

34 Anne Burns: Selfies and the Numbers Game, URL: http://photomediationsmachine.net/2014/02/15/selfies- and-thenumbers-game, 2014, S. 7.

35 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 74ff.

36 Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 74.

37 Ebd.

38 Vgl. Ebd., S. 74ff.

39 Ebd., S. 75.

40 Peter V. Zima: Narzissmus und Ichideal: Psyche, Gesellschaft, Kultur, Tübingen 2009, S. 139.

41 Bent Fausing: Self-Media: The Self, the Face, the Media and the Selfies, URL: https://ku- dk.academia.edu/BentFausing, Sassari 2014, S. 10.

42 Vgl. Fausing: Self-Media, S. 10.

43 Wendt: The Allure of the Selfie, S. 9.

44 Vgl. Stiegler: Selfie und Selfie Sticks, in: Stiegler, Breitenbach, Zorbach (Hrsg.): New Media Culture, S. 80f.

45 Ullrich: Selfies als Weltsprache, S. 34.

46 Vgl. Ebd., S. 34f.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das Selfie im Netz. Ein Ausdruck narzisstischer Persönlichkeit?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
23
Katalognummer
V918613
ISBN (eBook)
9783346227669
ISBN (Buch)
9783346227676
Sprache
Deutsch
Schlagworte
selfie, netz, ausdruck, persönlichkeit
Arbeit zitieren
Christine Pensenstadler (Autor), 2016, Das Selfie im Netz. Ein Ausdruck narzisstischer Persönlichkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/918613

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