Die Reaktion der Umwelt führt oft dazu, dass sich psychisch kranke Menschen und ihre Angehörigen zurückziehen oder sich zurückgestoßen fühlen. Psychisch Kranke erleben die Welt, ihre Mitmenschen und sich selbst anders als gesunde Menschen. Beispielsweise quälen sich Menschen mit Depressionen häufig mit Schuldgefühlen oder wahnhaften Gedanken. Menschen, die unter einer schizophrenen Psychose leiden sind vielleicht der festen Überzeugung, dass sie verfolgt werden oder Stimmen ihnen Botschaften vermitteln.
Dies bedeutet aber nicht, dass psychisch Kranke in der „normalen“ Welt keinen Platz haben. Im Gegenteil. Vielleicht sind sie weniger belastbar, reagieren in einigen Situationen überraschend oder wirken eigenartig. Die soziale Isolation, in die eine psychische Erkrankung die Betroffenen und oft auch die Angehörigen treibt, verstärkt das Leid erheblich. Akzeptanz der Eigenarten und menschliche Annahme kann die Situation erheblich verändern und verbessern.
Bei der Recherche zu dieser Arbeit wurden mir die Komplexität und der Umfang dieses Themas nach und nach bewusst. Bestehende Erkenntnisse und neueste Forschungen unterliegen einer so starken Dynamik, dass ich nur versuchen kann, einen kleinen Teilbereich als Momentaufnahme zu beleuchten. Psychische Erkrankungen führen nur zu schnell zu einer Stigmatisierung und damit einhergehend zur sozialen Isolation.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken
2. Psychische Krankheit /psychische Störung
2.1 Das Asperger-Syndrom
2.2 Borderline-Persönlichkeitsstörung
2.3 Schizoide Persönlichkeitsstörung
2.4 Schizophrenie
3. Sozialpädagogik in der Psychiatrie
4. Bewältigungsmöglichkeiten
5. Empowerment als eine mögliche Form der Hilfe
5.1 Definition
5.2 Empowerment in der psychosozialen Praxis
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten der sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das primäre Ziel ist es, Schnittmengen zwischen verschiedenen Krankheitsbildern wie Asperger-Syndrom, Borderline-Störungen, schizoider Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie zu identifizieren und sozialpädagogische Interventionsansätze, insbesondere das Konzept des Empowerments, für die Praxis nutzbar zu machen, um soziale Isolation zu verringern.
- Charakterisierung ausgewählter psychischer Krankheitsbilder bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
- Analyse des sozialpädagogischen Handlungsbedarfs und der Zielsetzungen in der Psychiatrie.
- Diskussion von Bewältigungsmöglichkeiten und der Problematik der Stigmatisierung.
- Einführung in das Konzept des Empowerments und dessen praktische Umsetzung in der psychosozialen Arbeit.
- Reflektion der Rolle von Fachkräften als Wegbegleiter zur Stärkung der Autonomie der Betroffenen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Borderline-Persönlichkeitsstörung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung, auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt, ist die im psychologischen und psychiatrischen Umfeld am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Die Bereiche der Gefühle, des Denkens und des Handelns sind beeinträchtigt, was sich durch negatives und teilweise paradox wirkendes Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie im gestörten Verhältnis zu sich selbst äußert. Sie wird immer von weiteren Belastungen begleitet, darunter Dissoziative Störungen, Endogene Depressionen und verschiedene Formen von Selbstverletzendem Verhalten.
Darüber hinaus bestehen hohe Komorbiditäten mit anderen Persönlichkeitsstörungen, dabei am häufigsten die Ängstliche Persönlichkeitsstörung und die Narzisstische Persönlichkeitsstörung. Der Name der Störung „Borderline“ bedeutet auf deutsch „Grenzlinie“, was sich darauf bezieht, dass die Störung früher in den Grenzbereich zwischen den Neurotischen Störungen und den Psychotischen Störungen eingeordnet wurde, da Symptome aus beiden Bereichen beobachtet wurden. Das Krankheitsbild zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Erscheinungen aus und ist meist ein Sammelsurium vieler Diagnosen in der Krankheitsgeschichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Gedanken: Einführung in die Problematik psychischer Erkrankungen und deren soziale Auswirkungen, unterstrichen durch die Notwendigkeit von Akzeptanz und menschlicher Annahme.
2. Psychische Krankheit /psychische Störung: Charakterisierung spezifischer Krankheitsbilder, darunter Asperger-Syndrom, Borderline-Persönlichkeitsstörung, schizoide Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie.
3. Sozialpädagogik in der Psychiatrie: Darstellung der Ziele und Handlungsdimensionen sozialpädagogischer Arbeit in psychiatrischen Einrichtungen zur sozialen Rehabilitation.
4. Bewältigungsmöglichkeiten: Analyse von gesellschaftlichen Reaktionen und Interventionsmöglichkeiten zur Reduktion von Stigmatisierung und Stärkung des Selbstwertgefühls.
5. Empowerment als eine mögliche Form der Hilfe: Erläuterung des Empowerment-Ansatzes, seiner Definitionen und der praktischen Umsetzung als Form der professionellen Unterstützung.
6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Herausforderungen für die Betroffenen und die Notwendigkeit einer empowerment-orientierten, nicht-stigmatisierenden Praxis.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, psychische Erkrankungen, psychiatrische Hilfe, Empowerment, Stigmatisierung, soziale Rehabilitation, Asperger-Syndrom, Borderline-Störung, Schizophrenie, Autonomie, psychosoziale Praxis, Selbstbestimmung, Lebensqualität, soziale Isolation, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten der sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Menschen mit verschiedenen psychischen Erkrankungen, wobei der Fokus auf Hilfsansätzen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Charakterisierung spezifischer psychischer Störungen, der sozialpädagogische Ansatz in der Psychiatrie, der Umgang mit Stigmatisierung und das Konzept des Empowerments.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten bei verschiedenen psychischen Krankheitsbildern zu suchen und sozialpädagogische Handlungsoptionen zu definieren, die den Betroffenen helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie der Verknüpfung von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit praktischen Erfahrungen aus dem Bereich der Sozialarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Beschreibung klinischer Störungsbilder, eine Analyse der Rolle der Sozialpädagogik, eine Diskussion über Stigmatisierung und eine detaillierte Einführung in das Empowerment-Konzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Soziale Arbeit, Empowerment, psychische Erkrankungen, Stigmatisierung und soziale Rehabilitation.
Wie wird Empowerment im Kontext der psychiatrischen Praxis definiert?
Empowerment wird als ein Prozess verstanden, der darauf abzielt, die Selbstbestimmung, Autonomie und Lebenssouveränität der Betroffenen durch Unterstützung ihrer vorhandenen Stärken zu fördern.
Welche Bedeutung spielt die Gruppe in der sozialpädagogischen Arbeit mit psychisch Kranken?
Die Gruppe fungiert als wichtiges Trainingsfeld, in dem gesellschaftliche Wirklichkeit abgebildet und das Leben mit anderen trainiert werden kann, um Isolation abzubauen.
Welche Rolle spielt die Stigmatisierung für den Heilungsverlauf?
Stigmatisierung führt oft zu sozialer Isolation und reduziert das Selbstwertgefühl, was die Bewältigung der Krankheit erschwert; daher ist die Unterstützung durch das soziale Umfeld essenziell.
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- Burkhard Schröter (Author), 2007, Soziale Arbeit mit psychisch Kranken. So können Sie helfen!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91865