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Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich von 1941 bis 1945. Überleben und Zwangsarbeit zwischen Vernichtung und Ausbeutung

Title: Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich von 1941 bis 1945. Überleben und Zwangsarbeit zwischen Vernichtung und Ausbeutung

Term Paper , 2017 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Felix Hutschenreuter (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Die Arbeit behandelt die Thematik der sowjetischen Kriegsgefangen im Deutschen Reich. Ziel der Hausarbeit ist es zu untersuchen, wie sich die Lebensbedingungen der sowjetischen Kriegsgefangenen während des Zweiten Weltkriegs mit dem Arbeitseinsatz im Deutschen Reich entwickelten und veränderten.

Dafür sollen zunächst knapp die Lebensbedingungen in den sogenannten „Russenlagern“, im Sommer und Herbst 1941 untersucht werden. Anschließend liegt der Fokus auf den Folgen des Arbeitseinsatzes und den Maßnahmen, die zur Arbeitsleistungssteigerung ab 1942 ergriffen wurden und die Lebensumstände nachdrücklich beeinflussten.

Der 22. Juni 1941 war einer der folgenreichsten Tage des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Start des „Unternehmen Barbarossa“ machte die Wehrmacht nicht nur riesige Gebietsgewinne, sondern nahm gleichzeitig Hunderttausende sowjetische Soldaten in
Kriegsgefangenschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überlebenskampf in den Kriegsgefangenenlagern 1941

3. Leben und Arbeiten während des „Groß-Einsatzes“ - Ausbeutung statt Vernichtung

3.1 Winter 1941/42: Massensterben und „Aufpäppelung“

3.2 Die Entwicklungen 1942 und die Bedeutung des Zivilstatus

3.3 1943-45: Arbeit zwischen Leistungsernährung und Luftangriffen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Lebensbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener im Deutschen Reich während des Zweiten Weltkriegs unter dem Aspekt des kriegswirtschaftlich motivierten Arbeitseinsatzes. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie sich der Übergang von der anfänglichen Vernichtungspolitik hin zum „Groß-Einsatz“ auf die physische und psychische Situation der Gefangenen auswirkte und ob bzw. inwiefern Maßnahmen wie das „Aufpäppelungssystem“ zu einer tatsächlichen Verbesserung der Lebensumstände führten.

  • Die katastrophalen Lebensbedingungen in den „Russenlagern“ 1941
  • Kriegswirtschaftliche Zwänge und die Einführung des „Groß-Einsatzes“
  • Das Spannungsfeld zwischen Rassenideologie und dem Bedarf an Arbeitskräften
  • Die Auswirkungen des Zivilstatus und des „Aufpäppelungssystems“ auf die Ernährung und Gesundheit
  • Betriebliche und lagerinterne Bestrafungssysteme sowie die Folgen der Luftangriffe

Auszug aus dem Buch

3.1 Winter 1941/42: Massensterben und „Aufpäppelung“

Dieser Unterpunkt soll verdeutlichen, dass die Vorstellung der Befehlshaber, der Arbeitskräftemangel sei mit der Entscheidung für den „Groß-Einsatz“ gelöst, über den Winter 1941/42 revidiert wurde. Die Lebensbedingungen in den Lagern waren derart katastrophal, dass durch Fleckenfieber, Ruhr und Unterernährung bis zum 1. Februar 1942 von 3,35 Millionen gefangen genommenen Sowjets rund zwei Millionen, „fast 60 Prozent“, starben. Unter diesen Bedingungen war nur der geringste Teil der Rotarmisten in der Lage, zu arbeiten bzw. der deutschen Industrie zu nutzen. So wurden bis Ende Januar 1942 nur 147.736 sowjetische Gefangene in der deutschen Kriegswirtschaft eingesetzt. Um diesen Zustand zu ändern, musste ein Umdenken in der Behandlung der Russen einsetzen.

Streits Tabelle zeigt dazu, dass das OKW bereits am 26. November 1941 eine Erhöhung der Verpflegung russischer Gefangener um 500 Kalorien festlegte. Daran anknüpfend lässt sich der Befehl des OKW vom 18. Dezember 1941 über die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit sowjetischer Kriegsgefangener zitieren: „Alle Maßnahmen der Kommandanten von Kriegsgefangenenlagern sind darauf zu richten, möglichst viele Kr.Gef. wieder gesund und arbeitseinsatzfähig zu machen oder zu erhalten. Dazu gehört: 1.) Ausreichende Ernährung aller Lagerinsassen […] 2.) Unterbringung in heizbaren Räumen. 3.) Ärztliche Überwachung. Einwandfreie Entlausungsanlagen […] 4.) Ausreichende Bekleidung. […] Gelegenheit zu körperlicher Reinigung und zum Trocknen nasser Uniformen und Kleidungsstücke[…].“

Diese Maßnahmen sollten „aufpäppelungsfähigen Kr.Gef.“ die Wiederherstellung ihrer Arbeitskraft ermöglichen. Der Kommandeur der Kriegsgefangen im Wehrkreis IV schrieb trotz dieser Anweisungen in einer Denkschrift vom 15. Januar 1942: „Die primitivste Erkenntnis des Arbeitseinsatzes ist: Wenn eine unzureichende Ernährung in eine ‚menschliche Arbeitsmaschine‘ hineingesteckt wird, so kann auch nur eine unzureichende Arbeitsleistung erzielt werden. […] Die unerhörte Arbeitskraftnot in Industrie und Wirtschaft fordert, daß die Arbeitskraft der kr.gef. Sowjetrussen bis zum Letzten ausgenutzt wird.“ Dies zeigt, dass die vom OKW befohlenen Ernährungsrichtlinien erneut in der Realität kaum umgesetzt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des Russlandfeldzuges, die ideologische Entwertung sowjetischer Soldaten durch das NS-Regime sowie die kriegswirtschaftliche Notwendigkeit, die schließlich zum Arbeitseinsatz führte.

2. Überlebenskampf in den Kriegsgefangenenlagern 1941: Dieses Kapitel analysiert die menschenunwürdigen Anfangsbedingungen in den sogenannten „Russenlagern“ unter Berücksichtigung von Unterbringung, Hygiene und der bewussten Unterernährung.

3. Leben und Arbeiten während des „Groß-Einsatzes“ - Ausbeutung statt Vernichtung: Hier wird der Prozess untersucht, in dem das NS-Regime versuchte, die Arbeitskraft der Gefangenen durch Maßnahmen wie das „Aufpäppelungssystem“ zu erhalten, während ideologische Repression und betriebliche Bestrafungssysteme fortbestanden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ambivalenz des Arbeitseinsatzes zusammen, der zwar ein „Aufpäppelungssystem“ einführte, aber durch fortgesetzte rassenideologische Behandlung und die katastrophale Versorgungslage zu einer enormen Sterblichkeitsrate unter den Gefangenen führte.

Schlüsselwörter

Sowjetische Kriegsgefangene, Zweiter Weltkrieg, Wehrmacht, NS-Regime, Zwangsarbeit, Ostarbeiter, Groß-Einsatz, Rassenideologie, Vernichtungspolitik, Aufpäppelungssystem, Kriegswirtschaft, Ernährung, Arbeitseinsatz, Lebensbedingungen, Sterblichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt die Lebensbedingungen sowjetischer Kriegsgefangener im Deutschen Reich zwischen 1941 und 1945 und deren Transformation durch den kriegswirtschaftlich erzwungenen Arbeitseinsatz.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die anfängliche rassenideologisch begründete Vernichtungspolitik, die kriegswirtschaftliche Wende zum „Groß-Einsatz“, die Ernährungssituation sowie die betrieblichen und lagerinternen Bestrafungssysteme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, wie sich die Lebensbedingungen im Zuge des Arbeitseinsatzes entwickelten und ob die Maßnahmen zur Arbeitsleistungssteigerung eine reale Verbesserung für die Gefangenen darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Analyse, die sowohl zeitgenössische Dokumente als auch einschlägige wissenschaftliche Monographien und Forschungsergebnisse zur Thematik einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Phasen vom anfänglichen Massensterben 1941, über die Einführung des „Aufpäppelungssystems“ 1942 bis hin zur Arbeitssituation zwischen Leistungszwang und Luftangriffen bis 1945.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Groß-Einsatz“, „Russenlager“, „Leistungsernährung“, „Ostarbeiter“ und „Vernichtungspolitik“ geprägt.

Welche Bedeutung hatte der Zivilstatus für die Betroffenen?

Die Überführung in den Zivilstatus und die damit verbundene Bezeichnung als „Ostarbeiter“ diente vorrangig der Stigmatisierung und der rechtlichen Kontrolle, führte jedoch nicht zu einer weitreichenden Verbesserung der Lebensbedingungen.

Welchen Einfluss hatten die Luftangriffe der Alliierten auf die Situation der Gefangenen?

Die Luftangriffe verschlechterten die physische Substanz der Gefangenen erheblich, zerstörten Unterkünfte und Nahrungsvorräte und führten zu einer Radikalisierung der Behandlung durch das Lager- und Aufsichtspersonal.

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Details

Title
Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich von 1941 bis 1945. Überleben und Zwangsarbeit zwischen Vernichtung und Ausbeutung
College
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Course
Deutschland als Einwanderungsland. Die Deutschen und ihre "Fremden" im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
1,3
Author
Felix Hutschenreuter (Author)
Publication Year
2017
Pages
17
Catalog Number
V919304
ISBN (eBook)
9783346246141
ISBN (Book)
9783346246158
Language
German
Tags
Zweiter Weltkrieg Sowjetische Kriegsgefangene Zwangsarbeit Vernichtung Ausbeutung "Groß-Einsatz" "Aufpäppelung" Nationalsozialismus "Untermenschen"
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Hutschenreuter (Author), 2017, Sowjetische Kriegsgefangene im Deutschen Reich von 1941 bis 1945. Überleben und Zwangsarbeit zwischen Vernichtung und Ausbeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/919304
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