Die Forschungsfrage dieser Studienarbeit lautet: Welche Möglichkeiten und Grenzen hat der Zahlungsverkehr und was können die Geschäftsbanken unternehmen, um im Bereich Zahlungsverkehr erfolgreich zu bleiben?
Diese Arbeit gliedert sich in drei Kernbereiche. Nach den einleitenden Worten wird im zweiten Kapitel die Funktionsweise des Zahlungsverkehrs erläutert. Anschließend wird auf die Zahlungsmittel und Zahlungsformen sowie den Anforderungen an Zahlungssysteme näher eingegangen. Das dritte Kapitel befasst sich mit den verschiedenen Methoden des Zahlungsverkehrs. Dabei wurde eine Untergliederung in traditionelle, moderne und innovative Zahlungsmethoden vorgenommen. Diese Unterteilung ist sinnvoll, da es die Entwicklung der vergangenen Jahre widerspiegelt.
Traditionelle Zahlungsverfahren gab es bereits vor der kommerziellen Nutzung des Internets und des Mobiltelefons. Dementsprechend entstanden moderne Zahlungsverfahren durch diese Kommunikationssysteme. Die innovativen Zahlungsmethoden schließen dieses Kapitel ab. Das letzte Kapitel beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen der Zahlungssysteme. Dabei werden auch Zahlungsmentalitäten von anderen Staaten beispielhaft aufgezeigt. Das vierte Kapitel endet mit Empfehlungen, wie sich die Geschäftsbanken im Zahlungsverkehrsmarkt zeitgemäß aufstellen können.
Die Null-Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hat große Auswirkungen auf die Betriebsergebnisse deutscher Geschäftsbanken. Das ist an der rückläufigen Entwicklung des Zinsüberschusses u.a. der Volks- und Raiffeisenbanken zu erkennen. Solange die Zinsen auf dem jetzigen Rekordtief bleiben, wird der Zinsüberschuss Jahr für Jahr geringer ausfallen. Die Banken versuchen seit Jahren diese Ertragsdifferenz mit anderen Geschäftsfeldern zu kompensieren. Der Provisionsüberschuss ist die zweitgrößte Ertragsposition in der Gewinn- und Verlustrechnung einer Bank.
Provisionen werden im Genossenschaftssektor überwiegend durch die Vermittlung von Finanzdienstleistungen, beispielsweise Wertpapiere und Versicherungen, und hauptsächlich durch Zahlungsverkehrserträge generiert. Durch die voranschreitende Digitalisierung und den technischen Fortschritt, kommen immer mehr Finanzdienstleister auf den Markt, die den Banken u.a. im Zahlungsverkehr Konkurrenz machen. In der aktuellen Ertragslage ist es für die Bankenbranche wichtig die Zahlungsverkehrserträge langfristig zu sichern, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen des Zahlungsverkehrs
2.1 Funktionsweise des Zahlungsverkehrs
2.2 Zahlungsmittel und Zahlungsformen
2.3 Anforderungen an Zahlungssysteme
3 Methoden des Zahlungsverkehrs
3.1 Traditionelle Zahlungsmethoden
3.2 Moderne Zahlungsmethoden
3.3 Innovative Zahlungsmethoden
4 Kritische Würdigung der Zahlungssysteme und Handlungsempfehlung
4.1 Möglichkeiten der aktuellen Zahlungssysteme
4.2 Grenzen der aktuellen Zahlungssysteme
4.3 Handlungsempfehlung für die Praxis
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Studienarbeit untersucht die aktuellen Möglichkeiten und Herausforderungen im Zahlungsverkehr vor dem Hintergrund fortschreitender Digitalisierung und veränderter Kundenbedürfnisse. Das primäre Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für deutsche Geschäftsbanken abzuleiten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in diesem sich wandelnden Umfeld nachhaltig zu sichern.
- Grundlagen und Funktionsweise moderner Zahlungssysteme
- Vergleich von traditionellen, modernen und innovativen Zahlungsmethoden
- Analyse der Anforderungen von Kunden und Händlern
- Kritische Bewertung aktueller Trends wie Blockchain und Mobile Payment
- Strategien zur Stärkung der Position etablierter Kreditinstitute
Auszug aus dem Buch
NFC-basierte Technik am Beispiel von Apple Pay
Das Bezahlverfahren Apple Pay baut auf die in dem Kapitel 3.1 bereits beschriebene Near Field Communication (NFC) auf. Beim kontaktlosen Bezahlen ist die Voraussetzung, dass beide Gerätschaften mit dieser Technologie ausgestattet sind. Das bedeutet das Händlerterminal und das Zahlungsinstrument müssen diese NFC-Technik eingebaut haben. Diese Technik hat Apple in seine iPhone-Generation 6 und in alle darauffolgenden Entwicklungen (Apple Watch, iPad, MacBook) implementiert. Der Grundgedanke von Apple war dabei, dass die Verbraucher neben dem Smartphone keine weiteren Zahlungsmittel mit sich führen müssen. Bereits 2014 wurde das Bezahlverfahren Apple Pay in den USA eingeführt. In Deutschland ist die Bezahlung mit den Apple-Geräten erst seit 2018 möglich.
Apple Pay kann zwar sowohl im POS als auch im E-Commerce verwendet werden, jedoch beziehen sich die weiteren Ausführungen auf eine Transaktion im stationären Handel. Bevor eine Bezahlung im Laden getätigt werden kann, muss der Apple-Nutzer seine Kreditkartendaten bei seinem iPhone, iPad usw. hinterlegen. Bei der Bezahlung an der Kasse muss der Kunde nun einfach sein Apple-Gerät an das NFC-fähige Terminal halten. Dabei wird nicht die Kreditkartennummer des Kunden übertragen, sondern eine davor generierte gerätespezifische Nummer in Kombination mit einem Transaktionscode. Diese Nummern werden als Token bezeichnet. Damit wird gewährleistet, dass weder Apple noch der Händler die sensiblen Kreditkartendaten unverschlüsselt erhält. Nach erfolgreicher Kreditkartenprüfung muss der Kunde die Transaktion noch mit einem Fingerabdruck oder über Face-ID bestätigen. Dem Kunden wird anschließend das Kreditkartenkonto belastet und der Händler erhält sein Geld.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Auswirkungen der Null-Zinspolitik auf die Ertragslage von Banken und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Zukunft des Zahlungsverkehrs.
2 Theoretische Grundlagen des Zahlungsverkehrs: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Konten und Clearingsystemen sowie die grundlegenden Zahlungsmittel und deren Anforderungen.
3 Methoden des Zahlungsverkehrs: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung von klassischen Verfahren, modernen E-Payment-Diensten und der innovativen Blockchain-Technologie.
4 Kritische Würdigung der Zahlungssysteme und Handlungsempfehlung: Das Kapitel analysiert aktuelle Marktdaten zum Zahlungsverhalten, diskutiert Grenzen der Systeme hinsichtlich Datenschutz und Akzeptanz und gibt konkrete Empfehlungen für Banken.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit für Banken, digitale Innovationen aktiv mitzugestalten.
Schlüsselwörter
Zahlungsverkehr, Geschäftsbanken, Digitalisierung, Bargeldlos, Lastschrift, Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, Blockchain, Bitcoin, M-Payment, Sicherheit, Datenschutz, Zahlungsformen, Finanzdienstleister
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Grenzen des heutigen Zahlungsverkehrs und untersucht, wie sich dieser durch technologische Entwicklungen verändert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Zahlungsverkehrs, einen Vergleich verschiedener Zahlungsmethoden und eine kritische Auseinandersetzung mit der Marktstellung von Banken gegenüber neuen Wettbewerbern.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Sie lautet: Welche Möglichkeiten und Grenzen hat der Zahlungsverkehr und was können die Geschäftsbanken unternehmen, um im Bereich Zahlungsverkehr erfolgreich zu bleiben?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Marktdaten, um Entwicklungen im Zahlungsverkehr theoretisch zu untermauern und praxisnahe Empfehlungen abzuleiten.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden zunächst Grundlagen erläutert, anschließend traditionelle, moderne und innovative Methoden detailliert analysiert und schließlich kritisch bewertet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Zahlungsverkehr, Digitalisierung, Online-Bezahldienste wie PayPal, kontaktloses Bezahlen, Blockchain und die strategische Neuausrichtung von Banken.
Wie unterscheidet sich die Situation des bargeldlosen Zahlens in Deutschland von anderen Ländern?
Deutschland zeigt im Vergleich zu Ländern wie China oder Kenia eine konservativere Zahlungsmentalität und ein deutlich langsameres Wachstum bei der Nutzung innovativer mobiler Bezahllösungen.
Welche Rolle spielt die Blockchain für den Zahlungsverkehr laut dem Autor?
Der Autor stuft die Blockchain als hochinteressante Technologie mit dezentralen Vorteilen ein, betont jedoch, dass sie für den Massenzahlungsverkehr aufgrund ihrer aktuellen Skalierungsgrenzen und hohen Energieverbrauchs noch nicht ausgereift ist.
Was empfiehlt der Autor den deutschen Geschäftsbanken?
Es wird empfohlen, die eigene Marktposition durch die aktive Vermarktung von Eigenentwicklungen wie paydirekt zu stärken, Kooperationen mit FinTechs einzugehen und technologische Entwicklungen genau zu beobachten.
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- Markus Hörmann (Author), 2019, Zahlungsverkehr und Zahlungsmethoden der Zukunft. Möglichkeiten und Grenzen für Geschäftsbanken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/919427