In dieser Hausarbeit soll am Beispiel der Tres Galliae gezeigt werden, wie die Einrichtung einer Provinz von Statten ging und welche provinzialen Strukturen die Römer in diesen drei Provinzen geschaffen haben.
Dazu soll zunächst kurz die Geschichte der Eroberung Galliens durch Caesar beschrieben und der Zustand Galliens unmittelbar nach der Eroberung betrachtet werden. Das eroberte Gallien blieb sich zunächst viele Jahre selbst überlassen. Erst Augustus unternahm es, das eroberte Gallien als Provinz zu organisieren und schuf dazu die Struktur der Tres Galliae.
Es folgt sodann eine Beschreibung der Verwaltungsstrukturen in den drei Provinzen, wobei zunächst die römische Oberverwaltung, dann aber insbesondere auch die lokale Selbstverwaltung der Provinzen dargestellt wird. Die Arbeit beschreibt im Wesentlichen den Zustand zur Zeit des Augustus. Die Strukturen haben sich allerdings im Laufe der Zeit teilweise erheblich verändert.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Die Einrichtung einer Provinz am Beispiel der „Tres Galliae“
1. Geschichte der Eroberung von Gallia Comata
2. Gallia Comata in den Jahren unmittelbar nach der Eroberung
3. Neuordnung von Gallia Comata unter Augustus
C. Die Etablierung provinzialer Strukturen am Beispiel der Tres Galliae
1. Die Etablierung einer römischen Oberverwaltung
2. Die Etablierung vom Stadtstaaten (Civitates)
3. Die Etablierung einer gallischen Selbstverwaltung
4. Der Gallische Landtag (Collegium Galliarum)
D. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht am Beispiel der drei gallischen Provinzen (Tres Galliae), wie das Römische Reich Provinzen einrichtete und welche administrativen Strukturen zur Integration eroberter Gebiete etabliert wurden, wobei der Schwerpunkt auf der Verwaltungsreform unter Augustus liegt.
- Historische Entwicklung der Eroberung Galliens unter Caesar
- Transformation keltischer Stammesstrukturen in römische Stadtstaaten (Civitates)
- Aufbau der römischen Oberverwaltung durch Legaten und Procuratoren
- Funktionsweise der gallischen Selbstverwaltung und des Landtags (Collegium Galliarum)
Auszug aus dem Buch
3. Neuordnung von Gallia Comata unter Augustus
Nach Zustandekommen des ersten Triumvirats im Jahre 43 v. Chr. erhielt zunächst Antonius die Herrschaft über Gallia Transalpina und Gallia Comata. 40 v. Chr. ging diese Herrschaft von Antonius auf Augustus über (Vertrag von Brundisium). Augustus hatte wohl zunächst die Absicht, den Gesamtbereich nicht weiter zu unterteilen, sondern e i n e m Kommando zu unterstellen 12. Nach Rückgabe aller seiner außerordentlichen Vollmachten aus der Triumviratzeit am 13. Januar 27 v. Chr. erhielt Augustus für 10 Jahre offiziell das Amt des Proconsuls für alle noch nicht befriedeten Provinzen im römischen Reich. Hierzu gehörten auch Gallia Comata und Gallia Transalpina (27 v. Chr. umbenannt in Gallia Narbonensis). Da Augustus das Amt des Proconsuls nicht persönlich ausüben konnte, delegierte er diese Aufgabe an einen Legaten, den sogenannten Legatus Augusti pro Praetore 13 .
Im Jahre 22 v. Chr. wurde Gallia Narbonensis abgetrennt und als befriedete Provinz dem Senat unterstellt 14. Im Jahre 16 v. Chr. teilte Augustus Gallia Comata in die drei Provinzen Aquitania, Lugdunensis und Belgica 15 .
Wie bereits berichtet 16, teilten die Römer bereits vor der Eroberung Gallia Comata in die Bereiche Aquitania, Celtica und Belgica. Diese Einteilung ergab sich aus der Verteilung der einzelnen Ethnien. Aquitania hatte eine Bevölkerung, die nicht keltischen sondern iberischen Ursprungs war. Auch Belgica war von Stämmen besiedelt, die keine Kelten waren und die auch eine andere Sprache als die Kelten sprachen. Celtica war der große Bereich in Zentralgallien, in dem die Kelten siedelten 17.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung der Arbeit bezüglich der administrativen Provinzialisierung Galliens unter Augustus nach der Eroberung durch Caesar.
B. Die Einrichtung einer Provinz am Beispiel der „Tres Galliae“: Dieses Kapitel behandelt die historische Eroberung von Gallia Comata und die spätere territoriale Neuorganisation in die drei Provinzen Aquitania, Lugdunensis und Belgica durch Augustus.
C. Die Etablierung provinzialer Strukturen am Beispiel der Tres Galliae: Hier werden die römische Oberverwaltung, die Umwandlung keltischer Stämme in Civitates, die lokale Selbstverwaltung und die Funktion des Collegium Galliarum detailliert beschrieben.
D. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, wie durch eine effiziente, personalarme Verwaltung unter Einbindung der lokalen Aristokratie die römische Herrschaft in Gallien stabilisiert wurde.
Schlüsselwörter
Gallien, Tres Galliae, Augustus, römische Provinz, Romanisierung, Gallia Comata, Civitates, Verwaltung, Legatus Augusti pro Praetore, Procurator, Stadtstaaten, Selbstverwaltung, Collegium Galliarum, lokale Aristokratie, indirect rule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Prozess der Romanisierung und der administrativen Strukturierung der gallischen Provinzen durch das Römische Reich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der administrativen Neuordnung unter Augustus, dem Übergang von Stammesstrukturen zu Civitates und der Rolle der lokalen Elite in der Selbstverwaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Römer mit geringem Verwaltungspersonal eine effiziente Herrschaftsform entwickelten, um eine stabile Integration der Provinzen zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung antiker Quellen (u.a. Caesar, Strabon) und moderner fachwissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die römische Oberverwaltung durch Legaten und Procuratoren sowie die Transformation der keltischen Stammesgebiete in das römische Stadtstaatensystem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Romanisierung, Tres Galliae, Civitates, lokale Aristokratie, administrative Neuordnung und die Rolle des Augustus.
Was unterscheidet das Collegium Galliarum von anderen Institutionen?
Das Collegium Galliarum war ein Gallien-weites, zentrales Gremium, das der kultischen Huldigung diente und als Plattform für den Austausch über Themen fungierte, die alle drei Provinzen betrafen.
Warum war das Prinzip der „indirect rule“ für die Römer in Gallien wichtig?
Da das Römische Reich nur über begrenztes Verwaltungspersonal verfügte, war es auf die Kooperation der lokalen Aristokratie angewiesen, um die Provinzen effektiv zu verwalten.
- Arbeit zitieren
- Klaus Deissenberger (Autor:in), 2020, Tres Galliae. Neuorganisation und Selbstverwaltung der Provinzen unter Augustus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/919610