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Der Schuldbegriff in fiktionaler Literatur über die NS-Zeit

Exemplarische Kurzanalyse der Romane "Der Vorleser" und "Stella"

Title: Der Schuldbegriff in fiktionaler Literatur über die NS-Zeit

Term Paper , 2019 , 20 Pages , Grade: 12

Autor:in: Lea Geiger (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ziel dieser Seminararbeit soll es sein, sich anhand der Beispiele Stella und Der Vorleser mit dem Schuldbegriff in fiktionaler Literatur auseinanderzusetzen. Um sich den Schuldbegriff in Nachkriegsliteratur anzuschauen, ist es sinnvoll, sich mit dem allgemeinen Schuldbegriff und der Schuld in der NS-Zeit auseinanderzusetzen.

Daher beginnt die Seminararbeit mit dem allgemeinen Schuldbegriff. Des Weiteren soll die Seminararbeit die Beantwortung der Frage ‚Wie äußert sich Schuld in fiktionaler Literatur über die NS-Zeit?‘ sein, wobei hier näher auf die bereits erwähnten Romane eingegangen wird. Abschließend soll eine Reflexion erfolgen, welche eine eigene Stellungnahme mit sich bringt und die Auseinandersetzung mit der Thematik beschreibt.

Schuld wird geleugnet. Schuld wird zugewiesen und bekannt. Schuldbekenntnisse werden angemahnt, abgelehnt und abgelegt. Schuld ist etwas Negatives und der Schuldvorwurf also ein Unwerturteil. Doch wie äußert sich Schuld in der Nachkriegsliteratur? Nachkriegsliteratur ist ein groß umstrittenes Themengebiet, da es sehr sensibel behandelt werden sollte. Es ist schwierig, eine Grenze im Schreiben zwischen Erlaubtem und Verbotenem zu finden, da diese Linie individuell gefällt wird. Was für den Einen schon grenzwertig ist, ist für den Anderen noch harmloses Schreiben.

Generell lässt sich sagen, dass die Schuld aus vielen verschiedenen Perspektiven zu betrachten ist. Schuld kann sowohl politisch, psychologisch, juristisch als auch moralisch interpretiert werden. Des Weiteren ist die Unterscheidung zwischen Schuld und Verantwortung ein wichtiger Aspekt, welcher nicht unberücksichtigt bleiben soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeiner Schuldbegriff

3. Schuld in der NS-Zeit

4. Schuld in Nachkriegsliteratur

4.1. Stella

4.2. Der Vorleser

5. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich anhand der Romane Stella von Takis Würger und Der Vorleser von Bernhard Schlink mit dem komplexen Schuldbegriff in der fiktionalen Literatur über die NS-Zeit auseinander. Dabei wird untersucht, wie Schuld in literarischen Werken dargestellt wird, welche verschiedenen Arten von Schuld (juristisch, moralisch, politisch) dabei eine Rolle spielen und wie die Protagonisten mit ihrem individuellen Schuldempfinden umgehen.

  • Differenzierung zwischen juristischer und moralischer Schuld
  • Analyse der Schuldfrage in Takis Würgers Roman "Stella"
  • Untersuchung des Schuldmotivs in Bernhard Schlinks "Der Vorleser"
  • Bedeutung der Kollektivschulddebatte in der Nachkriegsliteratur
  • Die Rolle der ästhetischen Gestaltung bei der Vermittlung komplexer Schuldthemen

Auszug aus dem Buch

4.1 Schuld in Stella

Der Roman Stella wird aus der Perspektive des Ich- Erzählers Friedrich erzählt. Es beschreibt einen Zeitraum von 1922 bis 1946, wobei die eigentliche Liebesgeschichte in dem Zeitraum von Januar 1942 bis Dezember 1942 beschrieben wird. Der Roman ist in zwölf Kapitel unterteilt, welche jeweils einen Monat beschreiben. Die erzählte Zeit und die Erzählzeit stimmen nicht überein.

Während die erzählte Zeit Jahre beschreibt, beschränkt sich die Erzählzeit auf 224 Seiten. Formal hat der Roman eine Besonderheit, da jedes Kapitel in dem Roman durch einen zu der Zeit aktuellen Bericht und Auszüge aus Gerichtsakten eines sowjetischen Militärtribunals eingeleitet wird. Dies dient dazu, dass die Situation und die damaligen Verhältnisse dieser Zeit nachzuvollziehen sind und lässt den Kontrast des Romans, welcher eine romantische Liebesbeziehung im Gegenzug zum Krieg und Grausamkeit beschreibt, deutlich werden. Der Autor beschreibt aus der Perspektive seines Erzählers Liebesszenen gefolgt von authentischen Gerichtsakten, die in dem Leser ein Schaudern verursachen.

Dies geschieht mit dem Hintergrund, dass der Leser zunächst ein rührendes Liebesereignis erlebt, um anschließend auf grausame Weise wieder in die Realität, welche Morde miteinschließt, eingeführt zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das umstrittene Themengebiet der Schuld in der Nachkriegsliteratur ein und definiert den Fokus auf die Werke "Stella" und "Der Vorleser".

2. Allgemeiner Schuldbegriff: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Facetten von Schuld, wie kriminelle, politische, moralische und metaphysische Schuld, und unterscheidet zwischen dem juristischen Tatbestand und dem moralischen Schuldgefühl.

3. Schuld in der NS-Zeit: Hier werden die spezifischen Komplikationen bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen thematisiert, insbesondere die Problematik der Kollektivschuld und der Verantwortung der nachgeborenen Generationen.

4. Schuld in Nachkriegsliteratur: Dieses Kapitel untersucht, wie Literatur als Medium dient, um komplexe Schuldfragen ästhetisch zu verarbeiten und den Leser zum kritischen Nachdenken anzuregen.

4.1. Stella: Die Analyse konzentriert sich auf die ambivalente Hauptfigur Stella Goldschlag und die Frage, wie der Roman deren Täter-Opfer-Dichotomie vor dem Hintergrund von Zwang und moralischer Schuld darstellt.

4.2. Der Vorleser: Dieses Kapitel beleuchtet Michaels und Hannas Umgang mit Schuld, wobei insbesondere die Trennung von moralischer Verantwortung und juristischer Schuld sowie die Rolle des Analphabetismus als Triebfeder für Hannas Handlungen untersucht wird.

5. Reflexion: Die Autorin fasst ihre Auseinandersetzung zusammen, zieht ein Fazit über die Vielschichtigkeit des Schuldmotivs und unterstreicht die Notwendigkeit, derartigen Themen sensibel zu begegnen.

Schlüsselwörter

Schuld, NS-Zeit, Nachkriegsliteratur, Moral, Verantwortung, Stella, Der Vorleser, Bernhard Schlink, Takis Würger, Kollektivschuld, Verdrängung, Schuldgefühl, Täter, Opfer, Aufarbeitung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Umgang mit dem Schuldbegriff in der fiktionalen Nachkriegsliteratur anhand der beiden Romane "Stella" und "Der Vorleser".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Unterscheidung zwischen gesetzlicher und moralischer Schuld, die Rolle des Gewissens, die Kollektivschulddebatte sowie die ästhetische Darstellung von Schuld in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der Romane zu verdeutlichen, wie fiktionale Texte dazu beitragen, die komplexe Schuldfrage der NS-Zeit zu hinterfragen, ohne sie vorschnell oder eindeutig zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, um Motive, Erzählperspektiven und sprachliche Mittel in den ausgewählten Romanen zu untersuchen und in den Kontext von Schuldtheorien zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst den allgemeinen Schuldbegriff und die spezifische Problematik der NS-Zeit, bevor er detailliert auf die Schuldmotive in "Stella" und "Der Vorleser" eingeht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Schuld, Moral, Verantwortung, NS-Vergangenheit, Kollektivschuld und literarische Aufarbeitung.

Wie unterscheidet sich die Schuldfrage bei Hanna ("Der Vorleser") von der bei Stella?

Während Hanna versucht, ihre Schuld durch Verdrängung und das Geheimhalten ihres Analphabetismus zu verbergen, wirft Stellas Geschichte eine komplexere Täter-Opfer-Problematik auf, da sie unter direktem Zwang zur Täterin wurde.

Welche Rolle spielt die Kollektivschuld in den beiden Romanen?

Das Thema der Kollektivschuld wird insbesondere im "Der Vorleser" diskutiert, wo die Hauptfigur Michael eine Entwicklung durchläuft: vom Beschuldigen der Tätergeneration hin zum Hinterfragen kollektiver Schuldzuweisungen.

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Details

Title
Der Schuldbegriff in fiktionaler Literatur über die NS-Zeit
Subtitle
Exemplarische Kurzanalyse der Romane "Der Vorleser" und "Stella"
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
12
Author
Lea Geiger (Author)
Publication Year
2019
Pages
20
Catalog Number
V919625
ISBN (eBook)
9783346239839
ISBN (Book)
9783346239846
Language
German
Tags
schuldbegriff literatur ns-zeit exemplarische kurzanalyse romane vorleser stella
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lea Geiger (Author), 2019, Der Schuldbegriff in fiktionaler Literatur über die NS-Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/919625
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