Online-Netzwerke zu bilden ist eine Möglichkeit, kollaboratives, prozessorientiertes und nachhaltiges Lernen im Internet zu initiieren. Neben einer Übersicht einiger bestehender Modelle von Online-Netzwerken, gehen wir auf kritische Erfolgsfaktoren und die Entwicklungsphasen dieser virtuellen Netzwerke ein. Anhand zweier best-practice Beispiele zeigen wir auf, wie diese als Wertsteigerung der Lehre, des Lernens und der Kommunikation von Präsenzunterricht eingesetzt werden können.
Online-communities are a possibility to introduce collaborative, process-orientated learning with lasting effect. Besides giving an overview of some types of online-communities we discuss factors that are crucial to their success and introduce the development-phases of online-communities. Presenting two best-practice examples we are showing ways of using online-communities as added value to face-to-face lectures.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Arten von Online-Netzwerken
2.1 Knowledge Communities
2.2 Erfolgsfaktoren einer Knowledge Community
3. Best Practice Beispiel: Die Initiierung eines Netzwerkes
3.1. Rahmenbedingungen
3.2. Betreuung des Netzwerkes
3.3 Arbeitsphasen
3.3.1 Einstiegsphase
3.3.2 Partizipationsphase
3.3.3 Emanzipierte Phase
3.4 Status quo der beschriebenen Online-Communities
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Online-Netzwerken zur Förderung kollaborativen und prozessorientierten Lernens. Ziel ist es aufzuzeigen, wie solche Netzwerke als nachhaltige Wertsteigerung für die Lehre und den Wissensaustausch im Bildungsbereich eingesetzt werden können, wobei theoretische Grundlagen durch praktische Fallbeispiele ergänzt werden.
- Grundlagen und Definitionen verschiedener Arten von Online-Communities
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren für den Aufbau von Knowledge Communities
- Vorstellung praxisorientierter Methoden zur Initiierung von Netzwerken
- Untersuchung der Entwicklungs- und Arbeitsphasen in virtuellen Lernumgebungen
- Strategien für die Verzahnung von Online-Aktivitäten mit der Präsenzlehre
Auszug aus dem Buch
Erfolgsfaktor Nr. 2: Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung
Eine Community ist kein starres Gebilde, sondern ein lebendiges, organisches System, welches sich immer wieder an die Bedürfnisse der Mitglieder anpassen muss. So sind die bei der Initiierung angeregten Themenbereiche nicht „einzementiert“, je nach Bedürfnis der Mitglieder können neue Themen diskutiert bzw. alte Themen aufgelassen werden.
Beim Streben nach einer möglichst optimalen Anpassung an die Bedürfnisse der Mitglieder gilt es das „Prinzip der schweigenden Mehrheit“ zu beachten: Nicht immer sind diejenigen, die am lautesten schreien (die Nörgler und die Enthusiasten) tatsächlich repräsentativ für die Meinung der übrigen Mitglieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung des E-Learnings im Hochschulbereich und die Notwendigkeit, durch Online-Netzwerke nachhaltige Lernprozesse und Wissensaustausch jenseits starrer Lehrveranstaltungen zu initiieren.
2. Arten von Online-Netzwerken: Hier werden unterschiedliche Community-Typen definiert und voneinander abgegrenzt, mit einem besonderen Fokus auf Knowledge Communities für das Wissensmanagement.
2.1 Knowledge Communities: Dieser Abschnitt thematisiert die Notwendigkeit eines effektiven Community-Managements, um den Austausch zwischen Teilnehmern einer Lehrveranstaltung über deren Ende hinaus lebendig zu gestalten.
2.2 Erfolgsfaktoren einer Knowledge Community: Es werden fünf zentrale Faktoren vorgestellt, darunter Identifikation, Weiterentwicklung, Gruppenbewusstsein, Rollen/Rituale sowie die Verzahnung von Online- und Offline-Welt, die über den Erfolg eines Netzwerks entscheiden.
3. Best Practice Beispiel: Die Initiierung eines Netzwerkes: Anhand zweier konkreter Netzwerkgründungen wird die methodische Vorgehensweise bei der Initiierung von Community-Projekten dargelegt.
3.1. Rahmenbedingungen: Dieser Teil beschreibt die organisatorische Planung, die Zielsetzung und die Wahl der Werkzeuge für den erfolgreichen Start eines Netzwerks.
3.2. Betreuung des Netzwerkes: Es wird erläutert, wie eine Community durch Rollenverteilung und klare Verantwortlichkeiten auch nach der Gründungsphase stabil gehalten werden kann.
3.3 Arbeitsphasen: Das Kapitel gliedert den Lebenszyklus einer Community in verschiedene Phasen, um den unterschiedlichen Fokus in der Entwicklung zu verdeutlichen.
3.3.1 Einstiegsphase: Fokus auf die inhaltliche Fokussierung und die Schaffung von Kommunikationsanlässen sowie das Setzen von Regeln.
3.3.2 Partizipationsphase: Hier stehen Maßnahmen im Vordergrund, die passive Nutzer zu aktiven Teilnehmern machen und ein geeignetes Kommunikationsverhalten fördern.
3.3.3 Emanzipierte Phase: Dieser Abschnitt beschreibt die Selbstorganisation der Community, bei der die Verantwortung weitgehend von den Nutzern selbst getragen wird.
3.4 Status quo der beschriebenen Online-Communities: Ein Zwischenbericht über die Entwicklung der in dieser Arbeit behandelten Fallbeispiele nach zwei Jahren Laufzeit.
4. Zusammenfassung: Die Autoren resümieren, dass der Erfolg von Online-Netzwerken weniger von komplexer Technik abhängt, sondern primär von der methodischen Begleitung und der Bereitschaft der Akteure zum Rollenwechsel.
Schlüsselwörter
Online-Netzwerke, E-Learning, Knowledge Communities, Wissensmanagement, Kollaboratives Lernen, Community Building, Gruppenbewusstsein, Online-Community, Netzwerkknoten, Erfolgsfaktoren, Didaktik, Prozessorientiertes Lernen, Alumni-Netzwerk, Moderation, Netiquette
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation befasst sich mit der Initiierung und Pflege von Online-Netzwerken, um kollaboratives und nachhaltiges Lernen im Internet zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Arten von Online-Communities, den Erfolgsfaktoren für deren Aufbau sowie den verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung und Betreuung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Online-Netzwerke als wertvolle Ergänzung zum Präsenzunterricht genutzt werden können, um den Transfer von Wissen in die berufliche Praxis zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus theoretischer Fundierung durch existierende Modelle und einem erfahrungsbasierten Best-Practice-Ansatz anhand eigener Netzwerkprojekte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Klassifizierung von Netzwerken, die Identifikation von fünf zentralen Erfolgsfaktoren und eine detaillierte Analyse der Arbeitsphasen bei der Netzwerkgründung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Online-Netzwerke, Knowledge Communities, kollaboratives Lernen, Wissensmanagement und Community-Building.
Wie wichtig ist die Technik für den Erfolg eines Netzwerks?
Den Autoren zufolge ist Technik zweitrangig; der Erfolg wird primär durch die Menschen, das methodische Vorgehen und die Pflege der sozialen Dynamik getragen.
Warum ist eine Netiquette für solche Netzwerke sinnvoll?
Sie dient dazu, Missverständnisse in der schriftlichen Kommunikation zu vermeiden und den formalen Rahmen für den respektvollen Austausch innerhalb der Gruppe zu definieren.
Was unterscheidet die Einstiegsphase von der emanzipierten Phase?
In der Einstiegsphase dominieren redaktionelle Steuerung und Zieldefinition, während in der emanzipierten Phase die Selbstorganisation der Teilnehmer und die aktive Gestaltung des Community-Lebens durch die Nutzer selbst im Vordergrund steht.
Was ist das „Prinzip der schweigenden Mehrheit“ im Kontext von Online-Netzwerken?
Es beschreibt die Notwendigkeit, bei der Anpassung des Netzwerks an Mitgliederbedürfnisse nicht nur auf die lautesten Nutzer (wie Nörgler oder Enthusiasten) zu hören, sondern die oft weniger hörbare, aber repräsentative Mehrheit zu berücksichtigen.
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- Mag. rer. nat. Hartmut Häfele (Author), Kornelia Maier-Häfele (Author), 2008, Lehren, Lernen und Kommunizieren in Online-Netzwerken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91971