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Wie Phönix aus der Asche: Zur Rolle Otto Grotewohls bei der Gründung des Zentralausschusses der SPD in Berlin im Frühjahr/Sommer 1945

Title: Wie Phönix aus der Asche: Zur Rolle Otto Grotewohls bei der Gründung des Zentralausschusses der SPD in Berlin im Frühjahr/Sommer 1945

Scientific Essay , 2007 , 18 Pages

Autor:in: Dr. Matthias Loeding (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die Geschichte der SPD um den Wiederaufbau der Partei nachdem Zweitem Weltkrieg ist untrennbar mit zwei Namen verbunden: Kurt Schumacher, der nach der Befreiung durch die Westmächte in Hannover das SPD-Büro Schumacher bildete, und seinem Gegenspieler Otto Grotewohl, einem der drei Vorsitzenden des im Juni in Berlin gegründeten Zentralausschusses der SPD. Beide hatten den Anspruch, die politische und organisatorische Führung der SPD im ganzen Reich zu erlangen. Im Gegensatz zu Kurt Sachumacher ist der Mensch und Politiker Otto Grotewohl heutzutage weitestgehend in Vergessenheit geraten, obzwar er die deutsche Nachkriegsgeschichte wie auch Kurt Schumacher entscheidend mitgeprägt hat, wie Wolfgang Triebel feststellt. Vielen Jüngeren in Deutschland ist er vollkommen unbekannt. Ältere Ostdeutsche kennen ihn noch als einen der Vorsitzenden des Zentralausschusses (ZA) der SPD in der Sowjetischen Besatzungszone. Sie erinnern sich vielleicht auch an seinen Händedruck mit Wilhelm Pieck bei der SED Gründung im April 1946 in Berlin und als ersten Ministerpräsidenten der DDR von 1949 bis 1964. Vielen Westdeutschen ist er unbekannt oder sie haben von ihm gelesen oder gehört, er hätte mit seiner Billigung der Vereinigung von SPD und KPD zur SED in der Sowjetzone im Februar 1946 sozialdemokratische Ideale verraten. Grotewohl ist sicherlich nicht der Verräter der SPD, den viele Genossen in den Westzonen in ihm nach seiner Zustimmung zur Vereinigung von SPD und KPD zur SED nur in der SBZ sahen und auch nicht der Einheitsapostel und glühende Befürworter einer geeinten Arbeiterpartei, den die DDR-Geschichtsschreibung aus ihm machte. So war er kein Befürworter einer sofortigen Gründung einer Einheitspartei im Zentralausschuss der SPD im Sommer 1945. Beide Wertungen sind zu undifferenziert und reflektieren überhaupt nicht die Bemühungen Grotewohls bis in den Februar 1946 hinein, eine einheitliche SPD als Voraussetzung einer Vereinigung mit der KPD in Gesamtdeutschland zu erreichen. Er wollte die gespaltene Arbeiterbewegung in Deutschland ohne Aufspaltung des Reiches einigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Grotewohl und die Stunde Null

3. Erste politische Initiativen – der Schöneberger Kreis

4. Der vorbereitende Ausschuss der SPD und die Konstituierung des Zentralausschusses

5. Grotewohls Beitrag am Zustandekommen des ZA-Aufrufes vom 15. Juni 1945

6. Die Rede Otto Grotewohls auf der Funktionärskonferenz am 17.6.1945

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die politische Rolle Otto Grotewohls während der Gründungsphase des Zentralausschusses der SPD in Berlin im Frühjahr und Sommer 1945. Dabei wird untersucht, wie Grotewohl innerhalb weniger Wochen nach Kriegsende vom lokalen Funktionär zum zentralen Akteur aufstieg und welchen Einfluss er auf die programmatische Ausrichtung der Partei sowie das Verhältnis zur KPD ausübte.

  • Wiederaufbau der SPD nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin und der sowjetischen Besatzungszone
  • Die Entstehung und Konstituierung des Zentralausschusses der SPD
  • Die Rolle Otto Grotewohls bei der Erstellung des ZA-Aufrufes vom 15. Juni 1945
  • Analyse der Funktionärskonferenz vom 17. Juni 1945 und Grotewohls diesbezüglicher Rede
  • Das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Einheitsfront mit der KPD und der Wahrung sozialdemokratischer Eigenständigkeit

Auszug aus dem Buch

6. Die Rede auf der Funktionärskonferenz am 17.6.1945

Nach der Veröffentlichung seines Aufrufes beantragte der ZA, die offizielle Registrierung der SPD bei den sowjetischen Militärbehörden und beschloss, am 17. Juni 1945 eine erste offizielle Nachkriegsfunktionärskonferenz der Berliner SPD im Deutschen Hof in der Luckauer Strasse in Berlin-Kreuzberg abzuhalten, um die personelle Zusammensetzung des Zentralausschusses und den Aufruf offiziell durch die Mitgliedschaft bestätigen zu lassen.

Nach einigen Schwierigkeiten gelang es den Sozialdemokraten, die Erlaubnis zur Abhaltung der Versammlung von der sowjetischen Besatzungsmacht zu erlangen. Nachdem Max Fechner die Funktionärskonferenz eröffnet hatte, hielt Otto Grotewohl als Sprecher des ZA, vor mehr als 1000 Zuhörern, die Rede zum Aufruf des ZA. Das zeugt von Vertrauen der anderen ZA-Mitglieder und dem Stellenwert, den Otto Grotewohl im ZA genoss.

Die Ansprache Grotewohl stand in enger gedanklicher Verknüpfung zum Aufrufentwurf, den er in die Programmkommission eingebracht hatte. Somit kann die Rede nicht losgelöst von dieser Vorlage betrachtet werden. Es ist anzunehmen, dass die Kernpunkte der Ansprache Grotewohls zum ZA-Aufruf das Resultat gemeinsamer Beratungen waren, die Akzentsetzung hingegen von Grotewohl selbst vorgenommen wurde. Grotewohl umriss in seiner Ansprache die Problemfelder, die nach seiner und der anderen ZA-Mitglieder Auffassung zur Lösung anstanden. Dazu bestimmte er zentrale Positionen des ZA. Im Ergebnis der Außenwirkung dieser Ansprache erschien es notwendig, einen positiven Eindruck bei der sowjetischen Besatzungsmacht zu hinterlassen, um die SPD als kompetenten politischen Ansprechpartner zu präsentieren und sich gleichzeitig von der KPD abzugrenzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Einführung in die historische Bedeutung Grotewohls und die unterschiedliche Wahrnehmung seiner Rolle in Ost- und Westdeutschland nach 1945.

2. Grotewohl und die Stunde Null: Darstellung von Grotewohls politischer Tätigkeit in der Weimarer Republik, seinem Leben während der Zeit des Nationalsozialismus und seinen ersten Schritten nach Kriegsende.

3. Erste politische Initiativen – der Schöneberger Kreis: Analyse der informellen Zusammenschlüsse sozialdemokratischer Funktionäre im Raum Schöneberg zur Vorbereitung des Parteiwiederaufbaus.

4. Der vorbereitende Ausschuss der SPD und die Konstituierung des Zentralausschusses: Schilderung des Zusammenwachsens verschiedener Gründerkreise zum provisorischen Zentralausschuss der SPD.

5. Grotewohls Beitrag am Zustandekommen des ZA-Aufrufes vom 15. Juni 1945: Untersuchung der redaktionellen Beteiligung Grotewohls und der programmatischen Debatten innerhalb der Kommission für den Gründungsaufruf.

6. Die Rede Otto Grotewohls auf der Funktionärskonferenz am 17.6.1945: Analyse von Grotewohls öffentlichem Auftreten vor über 1000 Zuhörern und dessen Bedeutung für die Positionierung des ZA gegenüber den Besatzungsmächten und der KPD.

Schlüsselwörter

Otto Grotewohl, SPD, Zentralausschuss, Nachkriegsgeschichte, sowjetische Besatzungszone, KPD, Einheitsfront, 1945, Antifaschismus, politische Neugründung, Berliner Magistrat, Arbeiterbewegung, Erich W. Gniffke, Parteienzulassung, politische Führung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem politischen Wirken von Otto Grotewohl in der kritischen Phase des Wiederaufbaus der SPD in Berlin unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konstituierung des Zentralausschusses (ZA), die interne Parteiprogrammatik, das Spannungsverhältnis zur sowjetischen Militäradministration und das komplizierte Verhältnis zur KPD.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die oft verkürzte oder einseitige historische Wahrnehmung von Grotewohl zu korrigieren und seine maßgebliche Rolle bei der organisatorischen und inhaltlichen Neuausrichtung der SPD 1945 wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer intensiven Analyse von Primärquellen, darunter Sitzungsprotokolle, Entwürfe zum ZA-Aufruf, zeitgenössische Redemanuskripte sowie Korrespondenzen aus Archivbeständen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch: von den ersten informellen Kontakten im „Schöneberger Kreis“ über die offizielle Konstituierung des Zentralausschusses bis hin zur weithin beachteten Funktionärskonferenz am 17. Juni 1945.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem "Zentralausschuss", "Stunde Null", "sozialdemokratische Identität" sowie die "Einheit der Arbeiterbewegung".

Welche Rolle spielte der "Schöneberger Kreis" für Grotewohl?

Der Schöneberger Kreis diente als erste informelle Anlaufstelle für überlebende SPD-Funktionäre und war der organisatorische Ausgangspunkt für Grotewohls politische Arbeit im zerstörten Berlin.

Warum war Grotewohls Rede vom 17. Juni 1945 so bedeutsam?

Die Rede festigte Grotewohls Position als führender Sprecher des Zentralausschusses und half dabei, die SPD gegenüber der sowjetischen Besatzungsmacht als handlungsfähigen und eigenständigen politischen Partner zu etablieren.

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Details

Title
Wie Phönix aus der Asche: Zur Rolle Otto Grotewohls bei der Gründung des Zentralausschusses der SPD in Berlin im Frühjahr/Sommer 1945
Author
Dr. Matthias Loeding (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V91981
ISBN (eBook)
9783638046473
ISBN (Book)
9783638941730
Language
German
Tags
Phönix Asche Rolle Otto Grotewohls Gründung Zentralausschusses Berlin Frühjahr/Sommer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Matthias Loeding (Author), 2007, Wie Phönix aus der Asche: Zur Rolle Otto Grotewohls bei der Gründung des Zentralausschusses der SPD in Berlin im Frühjahr/Sommer 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/91981
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