In dieser Bachelorarbeit möchte die Autorin zeigen, mit welchen Angeboten und Maßnahmen versucht wird, Frauenempowerment zu fördern. Im ersten Teil stellt die Autorin Ihren Forschungsprozess vor, beschreibt die Fragestellung, die Methoden, den Umfang meiner Arbeit und geht auf den Begriff des "Empowerment"näher ein. Der zweite Teil umfasst die Ergebnisse der Forschung. Sie wird darin in einem ersten Schritt den Verein vorstellen und auf die wichtigsten Ziele eingehen. Weiterhin befasst Sie sich mit der Zielgruppe, den Frauen, die in den Verein kommen, auseinandersetzen. In einem nächsten Schritt stelle sie das Angebot des Vereins vor, greife dabei ein paar Bereiche heraus und erläutere, mit welchen Maßnahmen man versucht, Frauen zu stärken. Zuletzt stellt sie den Begriff des Frauenempowerment noch einmal in das Zentrum, erklärt, welche Rolle der Raum darin einnimmt und fasst die unterschiedlichen Ebenen zusammen, die wesentlich sind, um Empowerment zu fördern.
Frauenempowerment ist beim Verein "Frauen aus allen Ländern" in Innsbruck wesentlicher Bestandteil des Leitbildes und zielt darauf ab, Frauen in ihrer Persönlichkeit zu bestärken, um ihren Alltag selbstbestimmt und unabhängig gestalten zu können. Der Titel meiner Arbeit "Frauen(t)räume" verweist dabei auf zwei Aspekte, die zentral sind, um Empowerment von Frauen zu fördern. Besonders Migrantinnen erleben zu Beginn in Österreich eine große Einsamkeit, aufgrund der mangelnden Sprachkenntnisse kann man sich kaum verständigen, es fehlt an Kontakten und Begegnungsorten. Ein Frauenraum, in dem sich Frauen sicher und geschützt fühlen, ermöglicht Begegnung, Austausch und Kommunikation. Einen solchen Raum hat der Verein "Frauen aus allen Ländern"geschaffen, durch Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote, versucht man dort, Empowerment zu fördern. Es ist ein "geschützter Raum", in dem Frauen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen und unterstützt werden. Dieser Aspekt verweist auf den zweiten Teil des Titels. Träume sind Ausdruck von Bedürfnissen und Wünschen, sie bereichern das Leben und stärken die eigene Persönlichkeit. Auf die Bedürfnisse der Frauen einzugehen und die Angebote dahingehend zu gestalten, ist bei "Frauen aus allen Ländern" oberste Priorität und wird immer wieder kritisch hinterfragt. Gleichzeitig stecken im Verein selbst viele Träume und Visionen, die ihn so lebendig machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qualitative Forschung
2.1. Thema und Fragestellung
2.2. Begriffe
2.2.1. Empowerment
2.2.2. Frauenempowerment in der Praxis
2.3. Forschungsablauf
2.4. Empirische Datenerhebung
2.5. Methoden
2.5.1. Teilnehmende Beobachtung
2.5.2. Qualitative Interviews
2.5.3. Datenauswertung
3. Ergebnisse
3.1. Verein „Frauen aus allen Ländern“
3.1.1. Ziele
3.1.2. Team
3.1.3. Haltungen und Werte
3.2. Zielgruppe
3.3. Angebot
3.3.1. Kinderbetreuung
3.3.2. Deutschkurse
3.3.3. Freies Lernen
3.3.4. Basisbildung
3.3.5. Beratung
3.4. Frauenempowerment
3.4.1. Raum
3.4.2. Ort der Begegnung
3.4.3. Zusammenfassung
4. Visionen
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung der Angebote und Maßnahmen des Vereins „Frauen aus allen Ländern“ in Innsbruck hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zur Förderung von Frauenempowerment. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie der Verein durch seine Bildungs-, Beratungs- und Freizeitangebote dazu beiträgt, Frauen in ihrer Persönlichkeit zu bestärken, ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
- Empowerment-Konzepte in der sozialen Arbeit mit Frauen
- Die Bedeutung von geschützten Räumen für den Austausch und die Selbststärkung
- Rolle von Sprache und Kommunikation für die gesellschaftliche Teilhabe
- Methoden der qualitativen Sozialforschung (teilnehmende Beobachtung und Interviews)
- Strukturen und Arbeitsweisen eines multiprofessionellen Vereins
Auszug aus dem Buch
2.5.1. Teilnehmende Beobachtung
Eine Methode, die in meiner Forschung von großer Bedeutung war, ist die Teilnehmende Beobachtung. Es ist eine der wichtigsten Methoden der ethnographischen Feldforschung und geht zurück auf den Anthropologen Bonislaw Malinowski. Der/die ForscherIn nimmt dabei aktiv am Geschehen im Feld teil und wird als AkteurIn wahrgenommen. Er/sie ist in die dort stattfindenden Aktivitäten involviert, was den Unterschied zu einer nicht-teilnehmenden Beobachtung darstellt, bei der keinerlei Kontakt zum Feld besteht.
Bei einer teilnehmenden Beobachtung finden laut Jennifer Mason laufend soziale Interaktionen statt. Durch die Involviertheit in das Geschehen nehmen die Forschenden eine bestimmte Rolle ein, sie interagieren mit ihrem Umfeld, führen Gespräche, Diskussionen, sind Zuhörende und Handelnde zugleich. Sie beschreibt diesen Prozess als einen emotionalen und anstrengenden, der weder geordnet noch überschaubar sein kann, die eigene Rolle kann sehr verschwimmend sein und sich im Laufe der Forschung immer wieder verändern (vgl. Mason 2009: 87). „Fieldwork is personal, emotional and identity work“ (Mason 1999 zit. nach Mason 2009: 87).
Eine der größten Herausforderungen der teilnehmenden Beobachtung ist das Beobachtete in wissenschaftlich verwertbare Ergebnisse umzuwandeln. Das Verfassen von Feldnotizen und Protokollen spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Beobachtete wird nach dem Besuch im Feld so schnell wie möglich niedergeschrieben, dabei sollten alle Eindrücke, wie Gerüche, Farben, Emotionen festgehalten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Frauenempowerment beim Verein „Frauen aus allen Ländern“ ein und erläutert die Bedeutung des Titels „Frauen(t)räume“ sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Qualitative Forschung: Dieses Kapitel stellt das Forschungsdesign, die theoretischen Begriffe sowie die angewandten Methoden der Datenerhebung und -auswertung dar.
3. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Erkenntnisse über den Verein, dessen Ziele, das Team, die Angebote sowie die gelebte Praxis des Frauenempowerments.
4. Visionen: Abschließend werden zukünftige Entwicklungsziele, Wünsche und Visionen der Mitarbeiterinnen für den Verein zusammengefasst.
Schlüsselwörter
Frauenempowerment, Verein Frauen aus allen Ländern, Migrantinnen, geschützter Raum, Bildungsarbeit, Beratung, qualitative Forschung, teilnehmende Beobachtung, Selbststärkung, Integration, Sprache, Gender, soziale Arbeit, Empowerment-Ansatz, ethnographische Feldforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Frauenempowerment in der sozialen Arbeit, untersucht am Beispiel des Innsbrucker Vereins „Frauen aus allen Ländern“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Bildungs- und Beratungsangebote für Migrantinnen, die Bedeutung von geschützten Räumen zur Selbstermächtigung und die Rolle der Sprache für die gesellschaftliche Teilhabe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, mit welchen konkreten Angeboten und Maßnahmen der Verein versucht, Frauen in ihrer Persönlichkeit zu bestärken und ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin verwendete Methoden der qualitativen Sozialforschung, konkret die teilnehmende Beobachtung sowie leitfadengestützte Interviews mit Mitarbeiterinnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Vereinsstruktur, die Zielgruppe, das konkrete Angebot (wie Deutschkurse und Basisbildung) und die Umsetzung des Empowerment-Konzepts im Alltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Empowerment, Migrantinnen, geschützter Raum, Integration, soziale Arbeit und qualitative Forschung.
Warum wurde das Empowerment-Konzept anstelle von Integration gewählt?
In den Interviews zeigte sich, dass die Mitarbeiterinnen den Begriff „Integration“ kritisch sehen und teilweise ablehnen, da sie das Ziel des Empowerment, also die Stärkung der Frauen von innen heraus, als wesentlich passender für ihre Arbeit erachten.
Welche Rolle spielt die Kinderbetreuung im Verein?
Die Kinderbetreuung ist ein Herzstück des Konzepts, da sie den Frauen überhaupt erst die Teilnahme an den Kursen ermöglicht und somit eine essenzielle Rahmenbedingung für Empowerment darstellt.
Wie wurde mit der Herausforderung der „Machtstrukturen“ umgegangen?
Die Mitarbeiterinnen reflektieren kritisch ihre eigene Rolle, unter anderem durch Workshops zum Thema Paternalismus, um zu verhindern, dass die Hilfeleistung in ein herabwürdigendes Machtgefälle umschlägt.
- Quote paper
- Julia Dubsek (Author), 2013, Frauen(t)räume. Frauenempowerment am Beispiel des Vereins "Frauen aus allen Ländern" in Innsbruck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920175