Diese Hausarbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Dynamik der Migration in modernen Gesellschaften, mit einem Fokus auf die Problematiken im Verhältnis zwischen Aufnahmegesellschaften und Zuwanderern. Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis der theoretischen Grundlagen von Migration, der historischen Hintergründe, insbesondere in Österreich, und der Herausforderungen der Integration zu vermitteln.
Der Text bietet eine detaillierte Untersuchung der Migration in modernen Gesellschaften, beginnend mit grundlegenden Definitionen und Theorien rund um Migration, Nation, Ethnizität und Integration. Der erste Abschnitt legt den Grundstein für ein umfassendes Verständnis der Migrationsdynamiken. Im zweiten Teil wird die Universalgeschichte von Völkerwanderungen erörtert, gefolgt von einem spezifischen Blick auf die Migrationsgeschichte Österreichs seit der Habsburger Monarchie. Der dritte Abschnitt beleuchtet die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Aufnahmegesellschaften und Einwanderern, wobei die Herausforderungen und Problematiken dieser Beziehungen im Vordergrund stehen. Der vierte Teil widmet sich der Rolle der Medien in der Kommunikation und Integration, und wie diese zur Überbrückung von Unterschieden zwischen Aufnahmegesellschaften und Zuwanderern beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Migration - Allgemeine Begriffe und Theorien
1.1. Definitionen und Begriffe
1.2. Nation, Ethnizität und Intergration
2. Hintergründe und einige Querverweise
2.1. Universalgeschichte von Völkerwanderungen
2.2. Migration in Österreich von der Habsburger Monarchie bis Heute
3. Die Problematik zwischen Aufnahmegesellschaft und EinwanderInnen
4. Kommunikation und Integration durch Medien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Problematiken im Verhältnis zwischen der Aufnahmegesellschaft und ZuwanderInnen. Ziel ist es, mittels einer fundierten theoretischen Auseinandersetzung anhand ausgewählter Fachliteratur die strukturellen, sozialen und psychologischen Dynamiken zu beleuchten, die Migrationsprozesse und Integrationsbemühungen prägen.
- Theoretische Grundlagen der Migrationsforschung und Ethnohistorie
- Historische Entwicklungslinien der Migration in Österreich
- Soziale und psychologische Aspekte der Aufnahmegesellschaft
- Die Rolle von Kommunikation und Medien im Integrationsprozess
- Die Bedeutung von Ethnizität, Nation und Grenzziehungen
Auszug aus dem Buch
3. Die Problematik zwischen Aufnahmegesellschaft und EinwanderInnen
Annette Treibel bezieht sich in ihrem Text „Migration in modernen Gesellschaften“ auf die Problematik zwischen Aufnahmegesellschaft und Zugewanderten.
Sie verweist darauf, dass MigrantInnen in den Einwanderungsgesellschaften, unabhängig vom Hintergrund ihrer Einwanderung als Problem gehandhabt werden. Sie kritisiert in ihrer Ausführung den Umgang mit MigrantInnen sei es von Seiten der Gesellschaft, als auch im Besonderen von Seiten der Politik. Sie fordert deshalb eine „politische und soziale Gestaltung“ im Umgamg mit dem Thema Migration.
In drei Thesen diskutiert sie die (problematische) Beziehung zwischen Aufnahmegesellschaft und MigrantInnen, weist auf zentrale Themen und Problemstellungen hin und versucht Lösungsansätze zur Bewältigung der Problematik zu liefern:
These 1: „Moderne Gesellschaften sind keine spannungsfreien Gebilde. Die Einheimischen geben die Spannungen, denen sie als Mitglieder moderner, differenzierter Gesellschaften ausgesetzt sind, an die Zugewanderten weiter. Sie setzen diese einem Modernisierungsdruck aus und schließen gleichzeitig die Reihen gegen sie.“ (Treibel 2003, S.227)
Laut Norbert Elias sind moderne Gesellschaften einem gesellschaftlichen Zwang unterworfen, der aufgrund von heutiger Hektik, Unruhe, Oberflächlichkeit, Zwang zu Staussicherung, demonstrativen Konsum, etc. (vgl. Treibel 2003, S.228) gefördert wird. Somit sind diese Gesellschaften extremen Spannungen unterworfen, dessen Druck an die ZuwanderInnen weitergegeben wird. Treibel fordert deshalb, dass sich Aufnahmegesellschaften mit dieser Problematik auseinandersetzen und die Ursachen für Konflikte bei sich selbst suchen sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Migration - Allgemeine Begriffe und Theorien: Das Kapitel führt in grundlegende Definitionen und Konzepte der Migrationsforschung ein und beleuchtet den Zusammenhang zwischen Migration, Ethnizität und nationaler Identität.
2. Hintergründe und einige Querverweise: Hier werden historische Dimensionen von Völkerwanderungen sowie die spezifische Entwicklung der Migration in Österreich von der Habsburger Monarchie bis zur Gegenwart analysiert.
3. Die Problematik zwischen Aufnahmegesellschaft und EinwanderInnen: Dieses Kapitel diskutiert die durch moderne Gesellschaften erzeugten Spannungen und wie diese als Druck auf ZuwanderInnen weitergegeben und zur Abgrenzung genutzt werden.
4. Kommunikation und Integration durch Medien: Der Abschnitt untersucht die Rolle von Kommunikationsprozessen und Medien bei der Integration von MigrantInnen sowie die theoretische Debatte über deren tatsächlichen Einfluss auf den Integrationsverlauf.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Assimilation, Aufnahmegesellschaft, ZuwanderInnen, Ethnohistorie, Ethnizität, Globalisierung, Transmigration, Identität, Soziale Dynamiken, Massenmedien, Österreich, Migrationsforschung, Fremdenfeindlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die komplexen Verhältnisse zwischen Aufnahmegesellschaften und ZuwanderInnen unter besonderer Berücksichtigung theoretischer Konzepte und historischer Entwicklungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Migrationsursachen, historische Migrationslinien in Österreich, die Rolle von Identität und Ethnizität sowie die gesellschaftliche Kommunikation über Migration.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die strukturellen und psychologischen Hintergründe der abwehrenden Haltung von Aufnahmegesellschaften gegenüber MigrantInnen aufzuzeigen und kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene soziologische und ethnohistorische Ansätze von Autoren wie Mückler, Bauböck, Treibel und Esser gegenübergestellt und diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine historische Einordnung der österreichischen Migrationsgeschichte sowie eine Analyse der sozialen Spannungsfelder und der Rolle der Medien bei der Gestaltung des gesellschaftlichen Bildes von Migration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Integration, Assimilation, Aufnahmegesellschaft, ethnische Identität und soziale Dynamiken charakterisiert.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Medien bei der Integration?
Im Gegensatz zu Hartmut Esser, der Medien eine eher geringe Rolle zuschreibt, betont die Autorin deren bedeutende Rolle bei der Schaffung eines "Bildes" über MigrantInnen und fordert eine intensivere Auseinandersetzung mit deren subtiler Wirkung.
Warum wird Österreich als ein Beispiel für ambivalente Migrationspolitik genannt?
Österreich wird als Beispiel angeführt, da es trotz einer historisch tief verwurzelten Migrationsgeschichte Zuwanderung oft nur unter dem Kriterium einer "kurzen Aufenthaltsdauer" akzeptierte und sich somit zu einem Aufnahmeland entwickelte, ohne diesen Status aktiv anzunehmen.
- Arbeit zitieren
- Julia Dubsek (Autor:in), 2009, Migration in modernen Gesellschaften. Grundlegende Problematiken zwischen Aufnahmegesellschaft und ZuwanderInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920184