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Desaparecido. Entführung und Mord als Methode des Staatsterrors in Lateinamerika

Title: Desaparecido. Entführung und Mord als Methode des Staatsterrors in Lateinamerika

Term Paper , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Dubsek (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Diese Arbeit soll sich vor allem jenen widmen, die Opfer von Staatsterror wurden, speziell Opfer des "Verschwindenlassens". Somit legt die Arbeit einen zentralen Fokus auf die Gefangenen die während Militärdiktaturen verschwanden und deren Angehörigen, Familien und Freunden.

"Verschwindenlassen" ist eine von vielen Methoden, die von staatsterroristischen Regimen eingesetzt wird, um die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Es ist eine Methode, die großes Leid unter jenen hervorruft, die selbst zu Opfer werden und auch im speziellen unter ihren Angehörigen, die nicht wissen, wo ihre geliebten Menschen zu finden sind, unter welchen Umständen sie an einem bestimmten Ort sind und ob sie überhaupt noch am Leben sind. Es ist für Gefangene und Angehörige ein anhaltender Schwebezustand zwischen Leben und Tod.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Staatsterror und seine Methoden

3. „Desaparecido“ – Verschwindenlassen als Methode

3.1. „Verschwindenlassen“ hat Geschichte:

4. „Verschwindenlassen in Argentinien

5. „Verschwunden“ – Die Opfer

5.1. Die Familie als Opfer

5.2. Madres y Abuelas de la Plaza de Mayo – Widerstand in Argentinien

6. Aufarbeitung in Argentinien

7. Conclusio

8. Bibliographie

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Methode des "Verschwindenlassens" als zentrales Instrument staatsterroristischer Regime, mit einem spezifischen Fokus auf die Militärdiktatur in Argentinien. Ziel ist es, die Systematik dieser Unterdrückungsform, ihre Auswirkungen auf die betroffenen Opfer und deren Familien sowie die komplexen Prozesse der gesellschaftlichen Aufarbeitung darzulegen.

  • Historische Wurzeln und Systematik des "Verschwindenlassens"
  • Staatsterror als politisches Instrument zur Machtstabilisierung
  • Die psychologischen und sozialen Auswirkungen auf Angehörige
  • Formen des zivilgesellschaftlichen Widerstands (z.B. Madres de la Plaza de Mayo)
  • Prozesse der juristischen und historischen Aufarbeitung in Argentinien

Auszug aus dem Buch

3. „Desaparecido“ – Verschwindenlassen als Methode

Das Wort „desaparecido“ kommt aus dem Spanischen und heißt übersetzt „unaufspürbar“, „vermisst“, „verschollen“. Es wird im Deutschen vor allem mit „verschwunden“ übersetzt, diese Übersetzung trifft aber nur zum Teil das, was wir in vielen Ländern Lateinamerikas unter den berüchtigten „desaparecidos“ verstehen. Diese Menschen sind nicht einfach verschwunden, im Sinne von sich auflösen, verloren gegangen sein, „vom Erdboden verschluckt sein“, nein - sie „wurden verschwunden“. Das heißt es gibt jemanden, der verantwortlich ist für deren „Verschwinden“, der weiß wo sie sich befinden, in welchem Zustand sie sind, warum man sie „verschwinden“ ließ und noch schlimmer, der die völlige Verantwortung und Macht über diese Menschen besitzt.

„Aus dieser Perspektive ist ´Verschwinden´ eine falsche Bezeichnung, wenn sie Situationen kennzeichnen soll, wie sie in den folgenden Kapiteln beschrieben werden. Wenn die schlimmsten Befürchtungen zutreffen, werden viele Gefangene, die ´verschwunden´ sind, nicht mehr am Leben sein. Keiner jedoch ist verloren oder hat sich aufgelöst. Lebendig oder tot befindet sich jeder von ihnen an einem bestimmten Ort infolge von Entscheidungen, die Menschen getroffen und ausgeführt haben. Irgend jemand weiß Bescheid und – wichtiger noch – ist verantwortlich.“ (Amnesty International, 1982: S. 9)

In vielen Büchern wird deshalb, wenn über die Methode des „Verschwindenlassens“ geschrieben wird, häufig aus den oben genannten Gründen das Wort unter Anführungsstriche gesetzt. Ich teile diese Überzeugungen, somit werde ich dies in meiner Arbeit ebenfalls so verwenden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des "Verschwindenlassens" ein und definiert den Fokus auf die argentinische Militärdiktatur.

2. Staatsterror und seine Methoden: Hier wird der theoretische Rahmen für Staatsterror erläutert und aufgezeigt, wie Angst und Willkür zur Machtabsicherung genutzt werden.

3. „Desaparecido“ – Verschwindenlassen als Methode: Dieses Kapitel analysiert den Begriff und die systematische Verantwortlichkeit hinter dem Verschwindenlassen von Personen.

3.1. „Verschwindenlassen“ hat Geschichte:: Es wird die historische Kontinuität der Methode anhand von Beispielen wie dem "Nacht- und Nebelerlass" aufgezeigt.

4. „Verschwindenlassen in Argentinien: Der Text beschreibt die Entstehung der Diktatur in Argentinien und die Radikalisierung des Terrors in den 1970er Jahren.

5. „Verschwunden“ – Die Opfer: Dieses Kapitel widmet sich den Menschenrechtsverletzungen an den Inhaftierten und den grausamen Bedingungen in den Haftlagern.

5.1. Die Familie als Opfer: Hier wird der seelische Leidensweg der Angehörigen und der verwehrte Trauerprozess thematisiert.

5.2. Madres y Abuelas de la Plaza de Mayo – Widerstand in Argentinien: Das Kapitel dokumentiert den mutigen Widerstand der Mütter und Großmütter gegen die Militärjunta.

6. Aufarbeitung in Argentinien: Es wird der Prozess der Wahrheitsfindung durch Kommissionen und die spätere juristische Strafverfolgung der Täter beschrieben.

7. Conclusio: Die Conclusio fasst die Bedeutung von Erinnerungskultur und gesellschaftlicher Aufarbeitung für die Demokratisierung zusammen.

8. Bibliographie: Hier sind die verwendeten Quellen und weiterführende Internetadressen aufgeführt.

Schlüsselwörter

Verschwindenlassen, Staatsterror, Argentinien, Militärdiktatur, Desaparecidos, Madres de la Plaza de Mayo, Menschenrechte, Geheimhaltung, Aufarbeitung, Widerstand, Angst, Amnestiegesetz, CONADEP, Gewalt, Unterdrückung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das systematische Verschwindenlassen von Menschen als politisches Werkzeug diktatorischer Regime, mit besonderem Augenmerk auf die historischen Ereignisse in Argentinien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Systematik staatlicher Repression, die Rolle der Angst in einer Terrorherrschaft, das Leid der Angehörigen sowie die zivilgesellschaftlichen Gegenbewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Geheimhaltung und psychologische Kriegsführung funktionieren und wie Widerstand gegen ein totalitäres System dennoch möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Literaturanalyse, die politische Berichte, Menschenrechtsdokumentationen und historische Zeugnisse kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des Staatsterrors, die historische Analyse des Verschwindenlassens, die Beschreibung des Leids der Opfer und Familien sowie die Darstellung des Widerstands und der Aufarbeitungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Typische Schlüsselbegriffe sind Staatsterror, Verschwindenlassen, Militärdiktatur, Aufarbeitung, Menschenrechte und Widerstand.

Warum ist das Wort "Verschwindenlassen" in der Arbeit oft in Anführungszeichen gesetzt?

Die Autorin setzt das Wort in Anführungszeichen, um zu verdeutlichen, dass das Verschwinden kein schicksalhafter Prozess war, sondern eine gezielte, staatlich organisierte Methode mit klar identifizierbaren Verantwortlichen.

Welche Rolle spielten die "Madres de la Plaza de Mayo"?

Sie agierten als eine der wichtigsten Formen des zivilen Widerstands, indem sie durch ihre öffentliche Präsenz die Mauer des Schweigens durchbrachen und internationale Aufmerksamkeit auf die Verbrechen der Junta lenkten.

Welche Bedeutung hat der CONADEP-Report für Argentinien?

Der Bericht war ein entscheidender Schritt zur Dokumentation der Verbrechen, der als Grundlage für spätere Gerichtsprozesse diente und den Opfern eine Stimme gab.

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Details

Title
Desaparecido. Entführung und Mord als Methode des Staatsterrors in Lateinamerika
College
University of Vienna  (Kultur- und Sozialanthropologie)
Grade
1,0
Author
Julia Dubsek (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V920185
ISBN (eBook)
9783346240637
ISBN (Book)
9783346240644
Language
German
Tags
desaparecido entführung mord methode staatsterrors lateinamerika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Dubsek (Author), 2011, Desaparecido. Entführung und Mord als Methode des Staatsterrors in Lateinamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920185
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