In der folgenden Arbeit untersuche ich die ökonomischen Grundlagen des Nationalsozialismus aus Sicht der beiden Autoren Ernst Fraenkel und Franz Neumann in ihren Werken „Der Doppelstaat“ bzw. „Behemoth“. Die Auswahl dieser beiden Werke liegt darin, dass ich sie für die ersten beiden relevanten Auseinandersetzungen mit dem Nationalsozialismus halte und sie während der Zeit des Nationalsozialismus entstanden sind. Der Doppelstaat geht auf die Zeit bis 1938 zurück und kann als Phase eins oder Friedensphase bezeichnet werden. Behemoth hingegen ist die historische Fortentwicklung und wird in meiner Arbeit als Phase zwei oder als Kriegsphase gesehen: „Unter dem Eindruck der Vorbereitung und Durchführung des Krieges erweiterte sich der Maßnahmenstaat zu dem alles verschlingenden Unstaat, den Franz Neumann mit dem Namen des alttestamentarischen Ungeheuers Behemoth kennzeichnete.“
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG:
1a) ERNST FRAENKEL - ÜBERBLICK
1b) FRANZ NEUMANN - ÜBERBLICK
2a) DER DOPPELSTAAT – ÜBERBLICK
2b) BEHEMOTH - ÜBERBLICK
3a) DIE ÖKONOMIE DES NATIONALSOZIALISMUS IN FRAENKELS
„DOPPELSTAAT“; PHASE 1 (FRIEDENSPHASE):
3b) DIE ÖKONOMIE DES NATIONALSOZIALISMUS IN NEUMANNS
„BEHEMOTH“; PHASE 2 (KRIEGSPHASE):
CONCLUSIO:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht vergleichend die ökonomischen Grundlagen des Nationalsozialismus anhand der Standardwerke „Der Doppelstaat“ von Ernst Fraenkel und „Behemoth“ von Franz Neumann, um die Transformation des Wirtschaftssystems von einer Friedensphase hin zu einer totalitären Kriegswirtschaft aufzuzeigen.
- Analyse des NS-Wirtschaftssystems bei Fraenkel (Friedensphase)
- Untersuchung der totalitären Monopolwirtschaft bei Neumann (Kriegsphase)
- Vergleich der Konzepte „Normenstaat“ und „Maßnahmenstaat“ vs. „Behemoth“
- Staatliche Kontrollmechanismen in Rüstungs- und Kriegsproduktion
- Die Rolle der Kapitalkonzentration und Profitinteressen im NS-Regime
Auszug aus dem Buch
3a) DIE ÖKONOMIE DES NATIONALSOZIALISMUS IN FRAENKELS „DOPPELSTAAT“; PHASE 1 (FRIEDENSPHASE):
Das Kapitel „Die ökonomischen Grundlagen des Doppelstaates“ wird von Ernst Fraenkel als Abschnitt des Kapitels „Die Rechtswirklichkeit des Doppelstaates“ wahrgenommen und in 17 Seiten eher kurz abgehandelt, da er sich selber nicht als Nationalökonom sieht. Trotz alledem bekommt der/die LeserIn einen ersten Einblick, auf welcher Basis der Wirtschaft, der Nationalsozialismus in Deutschland etabliert werden konnte. „Nur wenn der wirtschaftliche Hintergrund des Regimes ausreichend berücksichtigt wird, ist verständlich, warum der Staat des heutigen Deutschland ‚doppelten’ Charakter besitzt.“ (S.223; Der Doppelstaat)
Die Frage, ob das deutsche Wirtschaftssystem zu dieser Zeit sozialistisch oder kapitalistisch war, beantwortet Fraenkel damit, dass obwohl es vielfachen Änderungen unterworfen wurde, es kapitalistisch blieb. Der Autor sieht das deutsche Wirtschaftssystem als eine neue Phase bzw. als neuen Typ des Kapitalismus.
Fraenkel weiters: „Dieser neue Typ des Kapitalismus ist so eng mit der Gestalt des Doppelstaats verwoben, dass keiner von ihnen in seiner gegenwärtigen Gestalt ohne den anderen bestehen könnte.“ (ebd.) Der Kapitalismus der Konkurrenz war für das Regime nicht brauchbar. Man installierte einen „organisierten“ Kapitalismus, der durch Schutzzölle und staatliche Subventionen gestützt wurde. Vor allem Schlüsselindustrien wie das Verkehrswesen und die Energieversorgung standen unter der Kontrolle der Nationalsozialisten.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Untersuchung der ökonomischen Grundlagen des Nationalsozialismus ein und definiert die zeitliche Einteilung in eine Friedensphase (Fraenkel) und eine Kriegsphase (Neumann).
1a) ERNST FRAENKEL - ÜBERBLICK: Dieser Abschnitt bietet einen biografischen und strukturellen Überblick über das Werk „Der Doppelstaat“ und den Autor Ernst Fraenkel.
1b) FRANZ NEUMANN - ÜBERBLICK: Hier wird der Autor Franz Neumann vorgestellt und sein Werk „Behemoth“ in den Kontext der Exilforschung und der Analyse des NS-Regimes gestellt.
2a) DER DOPPELSTAAT – ÜBERBLICK: Das Konzept des Doppelstaates, bestehend aus Normenstaat und Maßnahmenstaat, wird erläutert, um die Funktionsweise der NS-Herrschaft zu erklären.
2b) BEHEMOTH - ÜBERBLICK: Die theoretische Herleitung des Begriffs „Behemoth“ durch Neumann wird als Beschreibung für das Chaos und die Gesetzlosigkeit im NS-Staat dargestellt.
3a) DIE ÖKONOMIE DES NATIONALSOZIALISMUS IN FRAENKELS „DOPPELSTAAT“; PHASE 1 (FRIEDENSPHASE): Fraenkel analysiert den organisierten Kapitalismus der Vorkriegszeit, der als Instrument zur Machtabsicherung des NS-Regimes diente.
3b) DIE ÖKONOMIE DES NATIONALSOZIALISMUS IN NEUMANNS „BEHEMOTH“; PHASE 2 (KRIEGSPHASE): Neumann beschreibt den Umbau zur totalitären Monopolwirtschaft unter Kriegsbedingungen, geprägt durch staatliche Kontrollinstitutionen und zunehmende Kapitalkonzentration.
CONCLUSIO: Im Fazit werden die gegensätzlichen Ansätze von Fraenkel und Neumann zusammengeführt und die Entwicklung von einem (rest-)gesetzlichen System hin zum totalitären Unstaat resümiert.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Der Doppelstaat, Behemoth, Ernst Fraenkel, Franz Neumann, organisierter Kapitalismus, Maßnahmenstaat, Normenstaat, Monopolwirtschaft, Befehlswirtschaft, Kriegswirtschaft, Kapitalkonzentration, totalitäres Regime, Wirtschaftspolitik, Machtausdehnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftlichen Strukturen des Nationalsozialismus anhand der theoretischen Analysen von Ernst Fraenkel und Franz Neumann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Kapitalismus, staatliche Kontrollmechanismen, die Ausrichtung der Wirtschaft auf Aufrüstung und Krieg sowie die Machtstruktur des NS-Staates.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch den Vergleich der Werke „Der Doppelstaat“ und „Behemoth“ aufzuzeigen, wie sich das NS-Wirtschaftssystem von der Friedensphase zur totalitären Kriegswirtschaft entwickelte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, um die Theorien von Fraenkel und Neumann systematisch gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomischen Analysen der Friedensphase bei Fraenkel und der Kriegsphase bei Neumann, wobei insbesondere Kontrollmethoden und die Rolle des Kapitals beleuchtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Doppelstaat, Behemoth, organisierter Kapitalismus, totalitäre Monopolwirtschaft und staatliche Intervention.
Wie unterscheidet sich Neumanns Analyse von der Fraenkels?
Während Fraenkel ein duales System aus Normen- und Maßnahmenstaat sieht, lehnt Neumann dies für die Kriegsphase ab und beschreibt stattdessen ein vollkommenes Chaos und eine rechtlose Befehlswirtschaft.
Welche Rolle spielt Albert Speer in Neumanns Darstellung?
Neumann hebt die Machtfülle Speers hervor, der als Rüstungsminister zentrale Kontrollfunktionen über Transport, Energie und Bauwesen vereinte und damit die Kriegswirtschaft maßgeblich steuerte.
Was versteht man laut Fraenkel unter „organisiertem Kapitalismus“?
Fraenkel bezeichnet damit ein System, das durch staatliche Subventionen und Schutzzölle stabilisiert wird, um die Rüstung und die Autarkie des Regimes zu fördern, während private Investitionen zugunsten staatlicher Ziele gelenkt wurden.
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- Bernd Weiss (Author), 2007, Eine Entwicklung: Die ökonomischen Grundlagen im Nationalsozialismus in Ernst Fraenkels „Der Doppelstaat“ und Franz Neumanns „Behemoth“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92026