Veränderung anthropometrischer Daten bei Teilnehmerinnen eines Trainingskonzeptes im Vergleich zu Teilnehmerinnen eines Trainings- und Ernährungskonzeptes


Bachelorarbeit, 2020

56 Seiten, Note: 1,9


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Problemstellung

1 Zielsetzung

2 Gegenwärtiger Kenntnisstand
2.1 Definition von Body-Mass-Index, Übergewicht und Adipositas
2.1.1 Body-Mass-Index
2.1.2 Übergewicht
2.1.3 Adipositas
2.2 Prävalenz von Übergewicht und Adipositas der Frauen in der deutschen Bevölkerung
2.3 Einflussfaktoren, Ursachen, Risikofaktoren und Folgeerkrankungen für Übergewicht und Adipositas
2.3.1 Einflussfaktoren und Ursachen
2.3.2 Risikofaktoren
2.3.3 Folgeerkrankungen
2.4 Überblick zu anderen kommerziellen Gewichtsreduktionsprogrammen und die Auswirkungen auf den Gewichtsverlust
2.4.1 Lebensstilveränderung
2.4.2 Mahlzeitenersatz und medizinische Unterstützung
2.5 Ernährungsformen
2.5.1 Low-Carb
2.5.2 High-Carb
2.5.3 Intervallfasten
2.6 Aktueller Kenntnisstand zur vollwertigen Ernährung am Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
2.7 Darstellung und Auswirkungen des Sport- und Ernährungskonzeptes von XY auf das Körpergewicht
2.7.1 Darstellung des Ernährungskonzeptes von XY
2.7.2 Darstellung des Trainingskonzeptes von XY
2.7.3 Auswirkungen von Sport und Ernährung bei XY auf das Körpergewicht

3 Methodik
3.1 Untersuchungsobjekte
3.1.1 Forschungsfrage
3.1.2 Rekrutierung und Forschungsdesign
3.1.3 Zusammensetzung der Stichprobe
3.1.4 Ein- und Ausschlusskriterien
3.2 Versuchsdurchführung
3.2.1 Informationsveranstaltung zur Vermittlung des Inhaltes der achtwöchigen Studie
3.2.2 Zeitliche und räumliche Bedingungen der Datenerhebung
3.3 Datenerhebung
3.3.1 Art und Ablauf der Datenerhebung
3.3.2 Messinstrumente und Gütekriterien
3.3.3 Operationalisierung der Variablen
3.4 Statistische Datenauswertung
3.4.1 Darstellung des statistischen Verfahrens
3.4.2 Datenauswertung der anthropometrischen Daten
3.4.3 Drop-Out-Quote

4 Ergebnisse

5 Diskussion

6 Zusammenfassung

7 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
7.1 Abbildungsverzeichnis
7.2 Tabellenverzeichnis

8 Literaturverzeichnis

Titel der Abschlussarbeit:

Veränderung anthropometrischer Daten bei Teilnehmerinnen eines Trainingskonzeptes im Vergleich zu Teilnehmerinnen eines Trainings- und Ernährungskonzeptes in den Betrieben XY Pinneberg und Elmshorn.

Aus rechtlichen Gründen wurde das Unternehmen anonymisiert. (Anm. d. Red.)

Einleitung und Problemstellung

In Deutschland nimmt die Anzahl der übergewichtigen und adipösen Frauen immer mehr zu. Innerhalb der Jahre 1985 bis 2006 stieg die Prävalenz für Adipositas um 44 Prozent. Prävalenz beschreibt die Kennzahl der Adipösen und Übergewichtigen in der oben genannten Zeitspanne (Ehehalt, 2006). Dies ist neben der Genetik auch auf eine hyperkalorische, die über den Energiebedarf hinhausgehende, Ernährung und die immer weniger gewordene körperliche Bewegung der in diesem Fall zu betrachteten weiblichen Bevölkerung zurückzuführen (Lob-Corzilius, 2017).

Die Anzahl der Personen, welche ihr Gewicht reduzieren möchten, ist seit 1957 angestiegen und befindet sich seit ungefähr dreißig Jahren auf einem konstant hohen Niveau (Allensbach, 2014, S. 3). Die übergewichtigen und adipösen Frauen versuchen durch Sport ihr Ziel, die Gewichtsreduktion, zu erreichen (Keller, 2017).

Auch die Begleit- und Folgeerkrankungen durch Übergewicht steigen immer mehr an und sorgen somit in allen Alterstufen für eine schlechte Lebensqualität, wie zum Beispiel Atemnot, Schwerfälligkeit im Alltag oder Verlust der Selbstständigkeit bei der Haus- und Gartenarbeit ((DSSV), 2018).

Verschiedene Studien zeigen, dass man mit einer Umstellung der Ernährung und dem Betreiben von Sport eine Reduzierung des Körperfettanteils erreichen kann (Berg, et al., 2014; Reisloh, 2013; Sammito, 2011).

Es wurden bereits vier unterschiedliche Studien zum Thema Gewichtsreduktion durchgeführt. Dort erzielten die Probanden, die nur ein Bewegungsprogramm durchführten, innerhalb der ersten sechs Monate eine Gewichtsabnahme von drei Kilogramm (Sammito, 2011). Eine zweite Studie stützte sich ausschließlich auf ein Ernährungsprogramm, in welchem die Probanden in den ersten zwölf Monaten eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich 5,1 Kilogramm erzielen konnten (Berg, et al., 2014). In einer weiteren Gruppe, die nur die Ernährung umstellte, verlor man in den ersten sechs Monaten zwischen 6,3 und 8,1 Kilogramm Gewicht (Hönemann, 2007, S. 37). Bei einer reinen Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion ist jedoch negativ anzumerken, dass die Drop-Out Quote, welche die Abbruchsquote der Studienteilnehmerinnen bezeichnet, sehr hoch ist (Hönemann, 2007, S. 33). In der vierten Studie, in welcher das Sport- und Ernährungsprogramm kombiniert wurde, verloren die Probanden in den ersten zwölf Monaten zehn Kilogramm an Körpergewicht (Reisloh, 2013).

Die Durchführung der Studie im Rahmen dieser Bachelorarbeit soll Aufschluss darüber geben, welche Komponenten den größeren Einfluss auf eine Gewichtsreduzierung haben: Das Durchführen von Sport, eine Ernährungsumstellung oder eine Kombination beider.

1 Zielsetzung

Das Ziel der Bachelor-Studie besteht darin, die Auswirkungen und Unterschiede der Ergebnisse des Sport-, beziehungsweise Sport- und Ernährungskonzept auf die anthropometrischen Daten. Diese belaufen sich auf das Körpergewicht, den Body-Mass-Index , das Körperfett, sowie den Taillen- und Hüftumfang der Teilnehmerinnen. Weiterhin soll die These, dass Sport und Ernährung in der Kombination erfolgreicher ist als nur eine einzelne der beiden, hinsichtlich der Gewichtsreduktion. Dazu werden von allen Neumitgliedern, die sich bereit erklärten an der Studie teilzunehmen, zum Start der Studie, nach vier und nach acht Wochen die anthropometrischen Daten erhoben.

Diese Teilnehmerinnen trennte man in eine Interventionsgruppe, sowie eine Kontrollgruppe. Die Damen der Interventionsgruppe führten ein Trainings- und Ernährungsprogramm durch, während die Damen in der Kontrollgruppe lediglich im XY Club trainierten. Dabei stützte sich das Training und die Ernährung auf das Konzept von XY, welche in den Abschnitten 3.7.1 und 3.7.2 dargestellt werden. Die anthropometrischen Daten der beiden Gruppen sollen dann analysiert werden, um diese zu evaluieren und mit den Studien aus der Einleitung zu vergleichen (Berg, et al., 2014; Reisloh, 2013).

Anhand der Studie besteht für XY die Möglichkeit ihren Mitgliedern aufzuzeigen, welche Ergebnisse mit einer Kombination aus Ernährung und Training zu erreichen sind. Positiv ausgewertete Ziele können so zu einer besseren Mitgliederbindung, sowie einer Erhöhung der Neumitglieder führen.

2 Gegenwärtiger Kenntnisstand

2.1 Definition von Body-Mass-Index, Übergewicht und Adipositas

2.1.1 Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index, kurz auch BMI, berechnet sich aus der Formel BMI = Körpergewicht (in kg) / Körpergröße (in m)2 . Der Indexwert hilft in der Praxis Übergewicht und Adipositas zu klassifizieren. Er ersetzt den ehemaligen Broca-Index und gibt Aussagen über das kardiovaskuläre Risiko (Antwerpes, kein Datum).

2.1.2 Übergewicht

Übergewicht ist die Vorstufe von Adipositas und wird über den BMI definiert. Menschen mit Übergewicht haben einen Körperfettanteil über das Normalmaß hinaus. Als Übergewicht wird ein BMI zwischen 25 und 30 kg/m2 bezeichnet (Hentschel, kein Datum). Die Einteilung der verschiedenen Gewichtsklassen des BMIs ist weltweit einheitlich (Weiner, 2000, S. 15).

In der folgenden Abbildung ist zu erkennen, wie die unterschiedlichen Klassifizierungen eingeteilt sind. Zu sehen ist, dass der optimale Body-Mass-Index Bereich zwischen 18,5 und 24,99 kg/m2 liegt. Unter diesem Bereich gelten die Personen als untergewichtig. Hier wird in drei verschiedene Stärken von Untergewicht unterschieden. Bezüglich des Übergewichtes gibt es nur eine einzelne Kathegorie. Sie gilt als Präadipositas und somti als Vorstufe der Adipositas (Wulff, 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: BMI Gewichtstabelle WHO-Basis (Wulff, 2008)

2.1.3 Adipositas

Wie in der Abbildung 2 zu erkennen, ist Adipositas die Vermehrung des Körperfetts über das Normalmaß von einem BMI über 30 kg/m2 bei Erwachsenen hinaus. Adipositas lässt sich in drei verschiedene Grade einteilen. Der erste Grad liegt bei einem BMI zwischen 30 und 34,9 kg/m2, der zweite Grad liegt zwischen 35kg/m2 und 39,9kg/m2 und der Höchste über 40kg/m2. Bei Kindern ist ein anderer BMI für Adipositas definiert, er richtet sich nach Größe und Alter.

Allerdings spielt nicht nur der BMI, sondern auch der Taillenumfang eine entscheidende Rolle bei der Definition von Adipositas. Hier gelten Werte bei Frauen über 88 Zentimetern und bei Männern über 102cm als gesundheitsgefährdend (Stumvoll, 2018).

Man unterscheidet bei adipösen Menschen zwischen zwei verschiedenen Typen. Auf der einen Seite der androide Typ und auf der anderen Seite der gynoide Typ (Weiner, 2000, S. 16).

Beim androiden Typ ist das Körperfett eher am Bauch angesammelt und sorgt dadurch für ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko bezüglich Zuckerkrankheiten, Bluthochdruck und der Herzkranzgefäße. Bei dem gynoiden Typ ist das Fett eher an Oberschenkeln und Hüften ansiedelt (Weiner, 2000, S. 16).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: BMI-Gewichtstabelle WHO-Basis (Wulff, 2008)

2.2 Prävalenz von Übergewicht und Adipositas der Frauen in der deutschen Bevölkerung

Die Prävalenz für Übergewicht nimmt immer mehr zu. In den Jahren von 2012 bis zur erneuten Untersuchung im Jahr 2014/2015 ist die Prävalenz für Adipositas um zwei Prozentpunkte angestiegen. Somit haben insgesamt 46,7 Prozent der Frauen in Deutschland einen BMI der über 45kg/m liegt und 17,9 Prozent sind adipös. Es zeigt sich zwar, dass die Anzahl der übergewichtigen und adipösen Personen in den letzten Jahren nicht mehr weiter gestiegen ist, sich aber auf einem sehr hohen Bereich eingependelt hat, was keinen Grund zur Entwarnung gibt (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017).

Seit der letzten Studie von 2009 bis 2012 sind die Prozentzahlen der Übergewichtigen und Adipösen zwar stabil geblieben, aber schon Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren weisen bereits eine Prävalenz von 7,7 Prozent auf, sowie eine Übergewichtsprävalenz von 16,2 Prozent. Die Mädchen haben im Alter von elf bis 13 Jahren die höchste Übergewichtsprävalenz mit zwanzig Prozent.

Zu beachten ist auch, dass Kinder und Jugendliche mit zunehmendem Alter eine immer höhere Übergewichts- und Adipositasprävalenz aufweisen. Dabei ist nicht relevant, ob diese normal- oder übergewichtig sind (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017, S. 18-19).

Aber auch bei den Erwachsenen ist zu sehen, dass mit steigendem Alter die Anzahl der Normalgewichtigen sinkt und immer mehr Frauen übergewichtig sind (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017, S. 24).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas nach Alter und Bildungsstatus bei Frauen (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017, S. 24)

In der Abbildung 3 ist zu sehen, wie sich das Gewicht der Frauen mit zunehmendem Alter verändert. So nimmt die Anzahl der Untergewichtigen mit jeder neuen Altersgruppe ab. So sind es bei den 18-29-jährigen 7,5 Prozent, die Untergewicht aufweisen und bei den über 65-jährigen nur noch 2,2 Prozent (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017, S. 24).

Auch die Anzahl der Normalgewichtigen wird ab einem Alter von dreißig Jahren immer geringer. Die höchste Anzahl der Normalgewichtigen sind in der Altersklasse von 18 bis 29 Jahren. Die niedrigste Anzahl ist hingegen bei den über 65-jährigen zu finden.

Bei den Übergewichtigen und Adipösen ist eine größere Anzahl mit zunehmendem Alter festzustellen. So sind lediglich 16,5 Prozent der 18 bis 29-jährigen Menschen übergewichtig und 9,7 Prozent adipös (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017, S. 24).

Ab einem Alter von über 65 Jahren sind dagegen 37,5 Prozent der Menschen übergewichtig und 21,3 Prozent adipös. Diese Werte zeigen, wie die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas mit zunehmendem Alter steigt (Schienkiewitz, Kuhne, Lange, & Mensink, 2017, S. 24).

Innerhalb der Adipositasstufe ist in den Jahren von 1999 bis 2003 die Anzahl der adipösen Menschen rasant angestiegen. So nahm die Häufigkeit von Adipositas Grad 2 bei den Frauen um sechzig Prozent zu und im Grad 3 sogar um 102 Prozent (siehe Abbildung 1). Diese Aussage verdeutlicht die Aussage der Abbildung 3 (Müller, kein Datum).

2.3 Einflussfaktoren, Ursachen, Risikofaktoren und Folgeerkrankungen für Übergewicht und Adipositas

2.3.1 Einflussfaktoren und Ursachen

Als Ursachen für Übergewicht und Adipositas gelten viele verschiedene genetische Dispositionen. Solche sind beispielsweise Funktionsproteine, welche die Stoffwechselvorgänge beeinflussen. Von der BMI-Veränderlichkeit ist sechszig bis achtzig Prozent auf die Genetik zurückzuführen. Dies ist evolutionär bedingt, da es bei begrenzten Nahrungsressourcen notwendig ist die wenigen Lebensmittel für Hungerphasen zu speichern. Diese genetische Gegebenenheit ist auf die Steinzeit zurückzuführen, als die Menschen noch sammeln und jagen mussten und sich nicht auf geregelte Nahrungsaufnahmen verlassen konnten. Auch wenn im heutigen Zeitalter immer genug Nahrung vorhanden ist, ist dieser Vorgang noch in der Genetik gespeichert. Dadurch speichert der Körper in Phasen mit viel Nahrungszufuhr die überschüssige Energie in Form von Fett ab (Weiner, 2000, S. 22-23).

Die Veränderung des Hormonhaushaltes mit steigendem Alter führt oftmals ebenfalls zur Gewichtszunahme. Der Stoffwechsel verlangsamt sich mit der Veränderung der Hormone und sorgt für einen geringeren Grundumsatz. Somit erreicht die Person mit der gleichen Nahrungsaufnahme schneller einen größeren Enegieüberschuss und baut dadurch eher Fett auf (Weiner, 2000, S. 32).

Weiterhin ist auch der Lebensstil entscheidend, wie zum Beispiel mangelnde Bewegung, Fehlernährung oder die heutzutage ständige Verfügbarkeit von Nahrung (Berg, et al., 2014, S. 17)

Schlafmangel ist ein ebenso bedeutender Faktor für Übergewicht, da bei mangelndem Schlaf die Blutzuckermenge deutlich langsamer abgebaut und somit der Glukose-Stoffwechsel negativ beeinflusst wird (wbr, 2014).

Auch die hormonelle Situation bei Stress, ein niedriger Sozialstatus und hormonelle Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktionen, können für Übergewicht und Adipositas verantwortlich sein (Berg, et al., 2014, S. 17).

Weiterhin können auch eine gestörte Regulation des Körpergewichts, eine erbliche Veranlagung hormoneller Einflüsse und Bewegungsarmut zu Übergewicht führen (Hogen, 2008, S. 218).

Grundsätzlich ist aber die langfristige, positive Energiebilanz für die Gewichtszunahme verantwortlich. Das lange Überschreiten von zwei Prozent der Nahrungsaufnahme über dem Verbrauch hinaus kann zu einer deutlichen Gewichtszunahme führen. So führt eine Energieüberschreitung der Lebensmittel um 190 Kilokalorien pro Tag über zehn Jahre bereits zu einer Gewichtszunahme von 14,5 Kilogramm (Weiner, 2000, S. 21).

2.3.2 Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren einer Adipositas gehören neben andauerndem Schlafmangel zu viel Alkoholkonsum, Nikotinentzug und Stress. Bei diesen Faktoren entstehen hormonelle Situationen, welche die Speicherung des Fettgewebes fördern. So werden durch die eben genannten Faktoren die Hunger- und Sättigungshormone beeinflusst. Das Belohnungssystem im Gehirn spielt bei der Entstehung von Übergewicht und Adipositas eine zentrale Rolle. Die Person wird in Stresssituationen vermehrt nach Fett, Zucker und kalorienhaltigen Lebensmitteln verlangen (Leister, Schmid, & Semmler, kein Datum).

Auch seelische und psychische Probleme können das Gewicht sehr beeinflussen. Dabei sind die Faktoren sehr unterschiedlich. So kann die Ursache eine Störung des Selbstwertgefühls, mangelnde Selbstkontrolle, fehlende Zuwendung und Liebe sein. Diese wiederum können Essanfall-Syndrome mit einer Störung des Sättigungsgefühls oder eine Störung des Körperschemas auslösen (Weiner, 2000, S. 24).

Weiterhin kann der moderne Lebensstil, welcher sich durch zu wenig Bewegung im Alltag und einer Fehlernährung auszeichnet, durch die ständige Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, zu Übergewicht führen (Berg, et al., 2014, S. 17).

Eine Zunahme des Körpergwichtes kann auch durch die Medikamenteneinnahme über einen längeren Zeitraum, wie beispielsweise Antidepressiva, Neuroleptika, Antiepileptika, Antidiabetika, Betablocker oder Ähnliche hervorgerufen werden (Berg, et al., 2014, S. 17).

Die geschlechtsspezifischen Risikofaktoren sind für Frauen besonders in der Pubertät vorhanden, da der Körper in diesem Fall dafür sorgt, dass genug Energiereserven da sind, um die Fortpflanzung zu sichern. Aus diesem Grund spielt das Hormon Leptin eine große Rolle. Dieses Hormon fördert den Fettaufbau. Dies bedeutet, dass ohne die Gewichtszunahme keine Pubertät möglich ist, da sonst nicht genug Energiereserven für die Fortpfllanzung zur Verfügung sind (Neubauer, 2014). Auch durch eine Schwangerschaft stellen sich die Hormone im Körper um, weshalb die Frauen häufiger unter Heißhungerattacken leiden und so eine Gewichtszunahme die Folge sein kann (Horvath, Siebenhofer-Kroitzsch, & Semlitsch, 2018).

Hormonelle Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Störung der Schilddrüse oder eine erhöhte Kortisol Produktion, können ebenfalls für das Entstehen von Übergewicht und Adipositas sorgen (Horvath, Siebenhofer-Kroitzsch, & Semlitsch, 2018).

2.3.3 Folgeerkrankungen

Adipositas lässt viele Menschen an Folgeerkrankungen leiden. Eine ein- bis zweifache Erhöhung des Risikos einer Erkrankung gilt für Carcinome, Polyzystisches Ovar Syndrom, Koxarthrose, Rückenschmerzen und Fetopathie. Für Koronare Herzkrankheit, Hypertonie, Dyslipidämien, Gonarthrose, Gicht und Refluxösophagitis gilt sogar ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko als adipöse Person daran zu erkranken.

Mehr als dreifach erhöht ist die Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung von Diabetes mellitus, Cholezystolithiasis, Dyslipidämie, Insulinresistenz, Fettleber und Schlaf-Apnoe-Syndrom (Berg, et al., 2014, S. 20).

Selbst leichtes Übergewicht kann bereits Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie und dem Metabolischem Syndrom auslösen (Hogen, 2008, S. 639). Krebserkrankungen, Lungenkomplikationen, psychische Störungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates sind ebenfalls mögliche Folgen Übergewichts (Weiner, 2000, S. 30). Die verschiedenen Risiken stehen im Bezug zum Ausmaß und zur Dauer des Übergewichts, sowie auch zur Körperfettverteilung. Das bedeutet, dass nicht jede Person, die übergewichtig ist, diese Folgeerkrankungen bekommen kann. Es hängt davon ab, wie stark das Übergewicht ausgeprägt ist und wie lange es schon Bestand hat (Weiner, 2000, S. 27).

Für die Folgeerkrankungen durch das übermäßige Bauchfett bei den übergewichtigen Personen sind vor allem die Adipokine zuständig. Adipokine sind Fettgewebshormone. Diese werden vom eigenen Fettgewebe produziert und greifen aktiv in den Stoffwechsel ein. So können sie Entzündungsstoffe produzieren oder auch für eine Insulinresistenz sorgen. Diese werden bei Übergewicht in den vergrößerten und vermehrten Fettzellen im Bauch produziert und sorgen für die Krankheiten wie Diabetes melitus (Naumann, kein Datum).

Die Adipokine sind auch für das Gleichgewicht zwsichen dem Körpergewicht und dem Energiehaushalt zuständig. Dafür interagiert das zentrale Nervensystem mit den Signalen der Fettgewebszellen, den sogenannten Adipokinen. Sie werden hauptsächlich in der Bauchspeicheldrüse und im Gastrointestinaltrakt gebildet.

In der Bauchspeicheldrüse kann durch einen erhöhten Insulinspiegel, wie bei einem Diabetiker, nicht mehr genug Insulin freigesetzt werden, da die Glukosehomöostase gestört ist. In diesem Fall wird durch Übergewicht und Adipositas weiterhin die Insulinresistenz gefördert und führt schließlich dazu, dass weitere Adipokine aus dem Fettgewebe freigesetzt werden und entzündungsfördernde Stoffe produzieren. So werden immer mehr Krankheiten gefördert, wie zum Beispiel Entzündungen oder solche, die durch Entzündungen entstehen (Ebert, Bilz, & Aczel, 2015).

2.4 Überblick zu anderen kommerziellen Gewichtsreduktionsprogrammen und die Auswirkungen auf den Gewichtsverlust

2.4.1 Lebensstilveränderung

2.4.1.1 Sport und Ernährung

Im Folgenden soll aufgezeigt werden, wie sinnvoll es ist durch ein individuell gekoppeltes Sport- und Ernährungsprogramm das Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Einerseits wird durch die Ernährung auf ein Energiedefizit geachtet und gleichzeitig erhöht man durch Sport seinen Energieumsatz.

An der Deutschen Sporthochschule in Köln wurde untersucht, wie sich die anthropometrischen Daten veränderten, wenn die Teilnehmer über zwölf Monate an 17 Ernährungs- und 53 Trainingseinheiten mitwirkten (Reisloh, 2013, S. 8-9).

In den Ernährungseinheiten, welche in Form von Gruppentreffen abgehandelt wurden, vermittelte man Wissen, bezüglich dem Erwerb von praktischen Fertigkeiten zur Selbstkontrolle und Entwicklung einer Therapietreue nach dem Prinzip von Weight Watchers. Dieses Prinzip wird unter 3.4.1.2 näher erläutert (Reisloh, 2013, S. 24).

Die Bewegungseinheiten über sechzig Minuten wurden ein- bis zweimal in der Woche durchgeführt und bestanden aus Kraft- und Ausdauertraining. Sie beinhalteten neben dem eigentlichen Training auch Wissensvermittlung an die Teilnehmer (Reisloh, 2013, S. 8-9). Diese Einheiten finden sich in dem Konzept „leicht erreicht“ von Reisloh wieder und teilt sich in vier verschiedene Phasen. Diese bestehen aus der Start-, Kompetenzentwicklungs-, Ausschleich- und Stabilisierungsphase und bauen aufeinander auf (Reisloh, 2013, S. 21-22).

Die Startphase sollte die Grundvoraussetzungen für die folgenden Phasen liefern, weshalb hier vorrangig an der Körperwahrnehmung in den Bewegungseinheiten gearbeitet wurde. So wollten die Teilnehmerinnen ein besseres Körpergefühl erlangen und ihre Belastungen subjektiv bewerten, damit sie auch eigenständig richtig trainieren (Reisloh, 2013, S. 21-22).

In der Kompetenzentwicklungsphase lag das Augenmerk der Studie auf der Verbesserung und Ökonomisierung der Bewegungsabläufe. Weiterhin dienten die Fortschritte der kardiopulmonalen Stoffwechsellage der Verbesserung der Ausdauerleistung. Weiterhin ging es in dieser Phase besonders um die Gruppendynamik, um eine angenehme Atmosphäre zum Sport zu schaffen (Reisloh, 2013, S. 22).

Die Ausschleichphase diente lediglich zum Erlangen der Überzeugung dieses Konzept dauerhaft beizubehalten. Auch Anregungen und Hilfen für den Alltag wurden hier den Teilnehmern gegeben, um ein eigenständiges Weiterführen zu begünstigen (Reisloh, 2013, S. 22).

Die Stabilisierungsphase half am Ende der zwölf Monate dabei, die Teilnehmer in dern wöchentlichen Gruppentreffen zu motivieren. Hier wurde vor allem auf Selbstdisziplin und Organisationsfähigkeit geachtet, damit nach dieser Phase alle Probanden ohne Probleme die erlernten Kompetenzen anwenden können (Reisloh, 2013, S. 22).

In dem Ernährungskonzept von Reisloh verloren die Teilnehmer über die zwölf Monate im Schnitt 10,8 Kilogramm an Körpergewicht und 3,5kg/m2 BMI (Reisloh, 2013, S. 32-33). Die Muskelmasse konnte in dieser Zeit um 1,8 Kilogramm aufgebaut und das Körperfett um 4,8 Kilogramm abgebaut werden (Reisloh, 2013, S. 38).

Auch Markus Wanjek beschreibt in seiner Studie, dass das beste Ergebnis hinsichtlich einer Gewichtsreduktion bei der Gruppe aus Trainingsprogramm gekoppelt mit einer individuellen Ernährungsberatung oder einem gruppenbasierten Gewichtsreduktionskurs zu erreichen sind. Die Unterschiede waren deutlich. So konnten in beiden Gruppen, mit Ernährung und Sport, um den Faktor 2,3 bis 3,7 mehr Gewicht verloren werden (Wanjek, 2018, S. 155).

Er untersuchte über drei Monate in 95 Fitnessstudios aus ganz Deutschland die Gewichtsreduktion dreier verschiedener Gruppen (Wanjek, 2018, S. 91). Die Nutzergruppe 1 führte über ein Vierteljahr hinweg das Trainingsprogramm durch, wogegen die Nutzergruppe 2 zusätzlich die individuelle Ernährungsberatung in Anspruch nahm. Nutzergruppe 3 nahm das Training, sowie den gruppenbasierten Reduktionskurs an (Wanjek, 2018, S. 95).

Das Training sah für alle Teilnehmer den gleichen Umfang an Kraft- und Ausdauertrainings vor (Wanjek, 2018, S. 95). Die individuelle Ernährungsberatung ergab eine Kalorienreduktion um 500 Kilokalorien mit verschiedenen Kostformen vor. Hierfür musste vorerst eine Analyse des individuellen Ernährungsverhaltens, der Formulierung der Ernährungszielsetzung, die Informationen zur Ernährung und Gewichtsreduktion, sowie Maßnahmen zur Verhaltensmodifikation und Kontrolltermine vorgenommen werden (Wanjek, 2018, S. 100).

In der Gruppe des Gewichtsreduktionskurses hingegen lag der Fokus eher auf den Informationen und praktischen Tipps zur Veränderung des Ernährungsverhaltens. Die Anzahl der Kurstreffen ist hierbei doppelt so hoch wie bei den in den Einzelterminen (Wanjek, 2018, S. 100).

Den größten Erfolg hinsichtlich der Gewichtsreduktion konnte die Nutzergruppe 3 aufweisen. Sie verloren innerhalb der drei Monate durchschnittlich 5,5 Kilogramm an Gewicht (Wanjek, 2018, S. 105).

2.4.1.2 Ernährung

Das Programm von Weight Watchers basiert auf dem Zählen von „SmartPoints“. Dabei hat jedes Lebensmittel seine feste Punktanzahl, welche der Teilnehmer dann berechnet, wenn er die jeweiligen Mahlzeiten verzehrte. Der Punktewert wird nach Kalorien, Zucker, Fetten und Proteinen berechnet (Backes D. r., 2018, S. 92).

Das Programm beinhaltet wöchentliche Treffen, um sich dort auszutauschen und gegenseitig zu motivieren. Die Gründerin Nidetch fand heraus, dass das Abnehmen in einer Gemeinschaft deutlich einfacher ist, da man das gleiche Ziel anstrebt und sich so unterstützen kann. Allerdings ist die Teilnahme an diesen Treffen nicht verpflichtend, sondern ein Angebot. Genauso gut kann das Konzept auch alleine oder in Form einer App genutzt werden (Backes D. r., 2018, S. 92-93).

An jedem Tag darf der Proband eine für ihn individuell festgelegte Anzahl von Punkten, in Form von Lebensmitteln, essen und kann selbst entscheiden mit welchen Lebensmitteln er diese Punkte erreicht. Die Referenzmenge für die Teilnehmer wird nach Körpergewicht, Körpergröße, Geschlecht und Alter festgelegt. Wenn an einem Tag Sport betrieben wurde, darf sich der Teilnehmer „AcitvePoints“ dazu sammeln. Der Sport in diesem Programm ist somit keine Voraussetzung, sorgt aber dafür, dass der Teilnehmer sich extra Punkte durch Bewegung dazu verdient und somit mehr verzehren darf. Helfen sollen auch die vielen Rezeptvorschläge von Weight Watchers. Sogenannte Wochenextra entstehen, wenn der Proband eine festgelegte Punktebilanz erreicht hat und somit Extrapunkte für das Wochenende erhält. Desweiteren gibt es noch andere Programme, wie beispielsweise der Barcode-Scanner, mit dem die Lebensmittel direkt im Supermarkt bestimmt werden können, um das Ziel zu erreichen (Backes D. r., 2018, S. 92-93).

Über einen Zeitraum von zwölf Monaten kann so eine Gewichtsreduzierung von durchschnittlich 3-4,5 Kilogramm erzielt werden. Dazu wurden in einer Studie 772 Probanden über zwölf Monate beobachtet. Sie verloren, im Gegensatz zu einer definierten hausärztlichen Standardbehandlung zur Ernährungsberatung doppelt so viel Gewicht. Diese Standardbehandlung beinhaltet lediglich ein Anamnesegespräch mit Empfehlungen zur besseren Ernährung und mehr Bewegung, aber eine individuelle Beratung findet nicht statt. Ernährungswissenschaftlich ist dem Weight Watchers Konzept nichts entgegen zu setzten, da die Probanden selber wählen können, welche Lebensmittel sie verzehren. Es kann nur gesagt werden, dass es keine Nebenwirkungen gab und hauptsächlich Lebensmittel mit niedriger Energiedichte sowie hohem Eiweiß- und Ballaststoffanteil verzehrt werden sollen (Backes D. r., 2018, S. 93).

Im Selbsthilfeprogramm zur Gewichtsreduzierung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung untersuchte man die Wirksamkeit eines Nährwertcomputers bei der Energieprotokollierung. Dabei stellte man fest, dass die Teilnehmer über zwölf Wochen durchschnittlich 3,64 Kilogramm Gewicht verloren. Allerdings hatten sie nach den ersten fünf Wochen, in denen man mit dem Nährwertcoumputer „mealus“ Protokoll geführt wurde, bereits 2,1 Kilogramm Gewicht verloren, was bedeutet, dass sie anschließend, als sie kein Protokoll mehr führen mussten, nur noch 1,54 Kilogramm Gewicht verloren, obwohl diese zweite Phase sieben Wochen andauerte (Ellrott, 2005, S. 392-394).

Die Teilnehmer hat man, zu Beginn und während der Studie, wöchentlich gemessen und gewogen. Allerdings sieht dieses Konzept keine individuelle Beratung oder Therapie vor. Eher wurde bezüglich der kognitiven Kontrolle, Hunger und des Durchhaltevermögens des Essverhaltens mit Protokollen und Fragebögen gearbeitet (Ellrott, 2005, S. 393). Dabei stellte man fest, dass die Kontrollgruppe ohne Nährwertcomputer eine zehn Prozent niedrigere Kalorienzufuhr hatte (Ellrott, 2005, S. 394). Allerdings brachen in den zwölf Wochen in der Interventionsgruppe vier Damen die Teilnahme an der Studie ab. Aus der Kontrollgruppe hörten 14 zuzüglich den beiden auf, die hinterher ausgeschlossen wurden, da sie nicht zu allen wöchentlichen Terminen erschienen sind, welche Pflicht waren (Ellrott, 2005, S. 393).

2.4.1.3 Sport

Schacht untersuchte und verglich in seiner Studie das Körpergewicht, den BMI und den Bauchumfang der Teilnehmerinnen, die über sechs Monate ihre Aktivität steigerten,, wie zum Beispiel durch mehr Schritte am Tag zu gehen oder Radfahren. Bei den Probanden handelt es sich um die Personen einer ambulanten Herzgruppe (Schacht, 2012, S. 9-10).

Die Teilnehmerinnen bekamen lediglich die Anweisungen zu den Aktivitätssteigerungen und der kalorienbegrenzten Ernährung in den sechs Monaten. Eine Kontrolle bezüglich des Durchhaltens und der Umsetzung war nicht vorgesehen. Es ging vielmehr darum, ob allein die Anleitung zu einer veränderten Verhaltensweise zur Gewichtsreduzierung führt. Für Fragen und Probleme gab es eine Betreuung, die auch die genaue Vorstellung des Konzeptes und zwischenzeitliche Gespräche beeinhaltete, falls neue Motivation für die Teilnehmerinnen benötigt wurden (Schacht, 2012, S. 12).

Auch die Ernährung wurde in der Studie angesprochen. Hier vergab man eine Ernährungstabelle mit einer Kennzeichnung, welche Lebensmittel aus erährungspsychologischer Sicht am ehesten zu verzehren sind. Eine weitere Begrenzung oder Vorgabe, hinsichtlich der Ernährung, gab es nicht (Schacht, 2012, S. 11-12).

Jeder Teilnehmer erhielt einen Schrittzähler und ein Tagebuch, um auch Aktivitäten, wie Fahrrad fahren, Gymnastik oder Schwimmen eintragen zu können. Somit konnte die Motivation durch ständiges protokollieren hoch gehalten werden. So sollten die Klienten zum Start der sechs Monate mindestens 5000 Schritte am Tag bewältigen und diese bis zum Ende der Studie auf 10000 steigern. (Schacht, 2012, S. 13-14).

Die Daten wurden in einer Kontrollmessung zu Beginn, nach drei und nach sechs Monaten gemessen (Schacht, 2012, S. 15). Durchschnittlich verloren die Probanden drei Kilogramm Körpergewicht und 2,95 Zentimeter an Bauchumfang. Weiterhin konnten sie ihren Body-Mass-Index um 1,02kg/m2 reduzieren (Schacht, 2012, S. 19-23).

Auch weitere Artikel zeigen, dass sich allein durch Sport zwar der Arbeitsumsatz, also der Kalorienverbrauch durch Bewegung, erhöht, jedoch dadurch allein keine Gewichtsreduktion zu erreichen ist. Der Nachbrenneffekt, durch den sich viele Menschen einen erhöhten Energieverbrauch wünschen, ist bei normalen Anstrengungen minimal, da er nur anhält, bis Atmung, Puls und Hormonhaushalt wieder im Normalzustand sind. Das bedeutet, dass nicht wie oftmals gedacht durch die Bewegungen noch Stunden später Fett verbrannt wird, sondern nur ein paar Minuten lang. Zusätzlich sollte auf die Ernährung geachtet werden. Gerade weil die erbrachte Leistung im Fitnessstudio meistens höher von den Personen eingeschätzt wird, als die wirklich verbrannten Kalorien, ist die Kalorienzufuhr meistens höher als die verbrannten. Die Personen denken, dass sie sich beim Sport so angestrengt haben, dass es eine hohe Kalorienverbrennung sein muss und schätzen sie somit falsch ein. Allerdings steht der Energieumsatz in keinem Verhältnis mit dem der Anstrengung, da der Körper bei Bewegung wenige zusätzliche Kalorien verbrennt. Lediglich die vermehrten Muskeln durch das Training wirken sich positiv auf den Grundumsatz aus (Brecht-Fischer, 2017).

2.4.2 Mahlzeitenersatz und medizinische Unterstützung

2.4.2.1 Formula-Diäten

Bei der Formula Diät werden am Tag zwischen 800 bis 1200 Kilokalorien aufgenommen, in Form von Formula-Produkten. Diese bestehen aus Shakes oder Fertigdrinks. Sie enthalten alle Nähr- und Mineralstoffe in einem Verhältnis nach der Diätverordnung. Außerdem gelten sie als Einstieg in die Gewichtsreduzierung, um das Ernährungsverhalten anschließend zu verändern (Backes D. , 2018, S. 60).

Bei der Einnahme von Bodymed, einem Formula-Produkt, konnten die Teilnehmer in zwölf Wochen zehn Prozent des Körpergewichts verlieren (Backes D. , 2018, S. 61). Dazu ersetzte man anfangs zwei Mahlzeiten am Tag durch das Formula-Produkt. Nach den ersten Wochen tauschte man nur noch eine Mahlzeit durch das Formula-Produkt zur langfristigen Gewichtsstabilisierung aus. Eine Beratung bezüglich der Ernährung und Bewegung wird bei dieser Diät zusätzlich angeboten (Backes D. , 2018, S. 61).

Die langfristige,viermonatige Untersuchung nach der Bodymed Ernährungsweise zeigte, dass die Teilnehmer nur 0,68 Kilogramm bzw. 1,75 Kilogramm nach Beendigung der Bodymed Einnahme zunahmen und über drei Jahre lang halten konnten (Backes D. , 2018, S. 61). Gerade für Patienten, mit einen BMI über 30kg/m2, wird diese Variante der Formular-Diäten von Ärzten empfohlen (Backes D. , 2018, S. 62).

Der FOCUS schreibt, dass künstlich hergestellte Nährstoffgemische Mahlzeiten ersetzen, lange satt machen und zu einer schnellen Gewichtsreduktion führen können. Als Vorteile werden die schnellen Erfolge zu Beginn der Diät genannt. Allerdings wird diese Art der Diät erst ab einem BMI von 30kg/m2 und unter ärztlicher Aufsicht empfohlen. Es wird mit einer Abnahme von acht bis zwölf Kilogramm in acht Wochen gerechnet. Jedoch ist diese Art von Ernährung keine Dauerlösung, da auf lange Sicht der Geschmack sehr eintönig ist und so das Durchhaltevermögen nicht ausreichend ist (Gesund essen & abnehmen, 2013, S. 80-81).

Die Erfolge oder auch das langfristige Halten des Gewichtes funktionieren nur, wenn man, wie in der Studie von Backes erwähnt, weiterhin Mahlzeiten durch das Formula Produkt ersetzt (Backes D. , 2018; Jakisch, kein Datum).

Die Formula Diät langfristig durchzuhalten ist durch die geringe Lebensmittelauswahl erschwert. Verschiedene Geschmacksorten sind zwar mittlerweile Standard, dennoch gibt es nur flüssige, kalte Shakes zum Verzehr. Weiterhin bleibt der Jo-Jo-Effekt nicht aus, wenn die Formula Diät beendet ist. In der Zeit verzichteten der Körper und Mensch auf viele geliebte Lebensmittel, die er hinterher in meist großen Mengen wieder verzehren möchte. Auch wird mit der Diät nicht die Ursache für das Übergewicht, sondern nur das Übergewicht an sich bekämpft (Jakisch, kein Datum).

2.4.2.2 Medikamente

Die Probanden, welche mit Hilfe des Medikamentes Orlistat abnehmen wollten, nahmen an einer 18-monatigen Studie teil. Sie nahmen dreimal am Tag 120mg/d Orlistat ein und kamen 22mal zu einer Visite zur Zwischenmessung (Höhne, 2003, S. 13). Die Visiten beinhalteten die Messung des Körpergewichts, des BMIs und des Taillen-Hüft-Quotienten Außerdem wurde der Blutdruck und Puls gemessen (Höhne, 2003, S. 14).

Dabei teilte sich die Studienzeit in zwei Phasen, wobei die ersten vier Wochen aus der Placebo-Run-In-Phase bestanden. In dieser Phase nahmen die Probanden dreimal täglich eine Placebo-Kapsel zu den Mahlzeiten ein (Höhne, 2003, S. 13). In der darauffolgenden 72 wöchigen Phase wurden die Probanden in zwei unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe führte die Einnahme der Placebo Kapsel fort, während die andere nun Orlistat statt der Placebo-Kapsel einnahm (Höhne, 2003, S. 13-14).

Die Energiemenge für die Diät berechnete man individuell und lag 600 Kilokalorien unter dem Tagesbedarf. So wurde der Energiebedarf abgeschätzt, indem man den Grundumsatz mit 1,3 multipliziert, bevor 600 Kilokalorien abgezogen wurden, um die Energiemenge festzulegen (Höhne, 2003, S. 14). Die Teilnehmer führten vor der Studie und während der Durchführung insgesamt acht viertägige Ernährungsprotokolle aus (Höhne, 2003, S. 15).

Nach Ende der 18 Monate hatten die Probanden im Durchschnitt 8,5 Kilogramm Körpergewicht abgenommen. Die Placebo-Gruppe hatte hingegen ganze 4,86 Kilogramm abgenommen. Es zeigte sich, dass in der Placebo-Gruppe nur 16 Prozent aller Teilnehmer zehn Prozent des Körpergewichts reduzieren konnten. In der Orlistatgruppe hingegen schafften dies ganze 42 Prozent (Höhne, 2003, S. 18-19).

Zu beachten ist, dass Orlistat ausschließlich in ärztlicher Begleitung eingenommen werden darf und nur ein Lipaseblocker ist. Dadurch wird ein Drittel des aufgenommenen Fettes wieder ausgeschieden und nicht durch den Darm aufgenommen. Bei der Einnahme von Orlistat leiden viele Menschen an Nebenwirkungen wie Durchfall, Blähungen oder anderem. Weiter kann es durch die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, die von Orlistat gebunden werden, zu einer Mangelversorgung mit Mineralstoffen kommen. Gleichzeitig warnt die Verbraucherzentrale vor einem Jo-Jo-Effekt (Havlat, 2019).

Auch hemmt Orlistat ein Enzym in der Leber, welches die Wirkung von einigen anderen Medikamenten verlängern oder die Wirkung von anderen Medikamenten unterdrücken kann. Forscher befürchten, dass es auch für einige Organe, vor allem der Bauchspeicheldrüse, Leber und Niere, toxisch wirken könnte. So kann es, gerade für Krebspatienten oder Personen, die Blutverdünner oder Aspirin einnehmen, sehr große Komplikationen geben. Der Grund hierfür ist, dass durch Orlistat die Wirkung eines Enzyms in der Leber gehemmt wird, welches der Körper nutzt, um die Medikamente zu verarbeiten. Allerdings sind diese Aussagen bisher nur im Labor untersucht worden. So wurde in Versuchen mit Ratten, Mäusen und an Zellkulturen untersucht, wie sich Orlistat auswirkt. Es kann nicht genau gesagt werden, wie die Wirkung wirklich für den Menschen ist, aber die Forscher vermuten, dass es von Patient zu Patient eine unterschiedliche Wirkung gibt. Das macht das Medikament noch gefährlicher, da einige Menschen Orlistat trotzdem einnehmen, weil sie denken, dass bei ihnen die Wirkung nicht zum Tragen kommt (Ballwieser, 2012).

2.4.2.3 Chirurgie

Bei Untersuchungen von Magen Bypassoperationen wurden über zwei Jahre lang Daten von sechzig Personen gesammelt. Diese beliefen sich auf Komplikationen vor und nach der Operation, der operativen Mortalität, dem Gewichtsverlust, Mangelerscheinungen und der Entwicklung der Sterblichkeit durch Adipositas geförderter Aspekte (Gerlach, 2011, S. 24).

Bei allen Patienten führte man die Roux-en-Y Magenbypass Technik durch (Gerlach, 2011, S. 20). Dies ist ein kombiniertes Prinzip aus einer Magenverkleinerung. Daraus resultiert eine Einschränkung der Fettverdauung. Hierzu werden Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse umgeleitet, wodurch sie direkt in den Darm gelangen. Somit scheidet man vierzig Prozent des aufgenommenen Fettes direkt wieder aus ohne es vorher zu verdauen (Weiner, 2000, S. 80). Diese Variante der Operation ist eine der komplexesten, weist jedoch eine geringe Komplikationsrate auf. Aus diesem Grund ist sie die am häufigsten bei stark übergewichtigen Menschen angewandte Methode (Weiner, 2000, S. 83).

Innerhalb der ersten zwölf Monate, nach der Operation, hatten die Teilnehmer bereits ungefähr sechzig Koligramm Körpergewicht verloren, wobei es sogar dreißig Kilogramm in den ersten drei Monaten waren, bevor es sich auf zehn Kilogramm Gewichtsabnahme in drei Monaten einpendelte (Gerlach, 2011, S. 30).

Das Gewicht, was die Personen nach den ersten zwölf Monaten erreicht hatten, blieb anschließend die folgenden fünf Jahre stabil (Gerlach, 2011, S. 31).

Diese Methode verursacht jedoch einige Nebenwirkungen, wie Schwächegefühl, Schweißausbrüche, Blässe und Druckgefühl, sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Diese werden häufig durch Süßigkeiten oder zu hohen Fettverzehr ausgelöst. Weiterhin sind auch Nährstoffmängel zu beachten. Die Personen sollten genau darauf achten, was nach der Operation verzehrt wird (Gerlach, 2011, S. 13-18; Weiner, 2000, S. 80).

Solche Komplikationen konnten auch in der Studie von Gerlach beobachtet werden. So kam es in 8,3 Prozent der Fälle zu Frühkomplikationen, wie Anastomose insuffizient. Das ist eine mangelnde Dichtheit, das Aufreißen von zwei Strukturen oder gastrointestinale Nachblutungen, und bei 6,6 Prozent zu Spätkomplikationen, welche sich als Thrombose, Embolie, Rhabdomyolyse, dem Auflösen von quergestreiften Muskelfasern, wie dem Herzen, Stenose oder Gastro-Gastrische Fistelung zeigte. In zehn Prozent der Fälle musste nach der Operation eine Korrektur dieser folgen (Gerlach, 2011, S. 27-28).

Auch einige Nährstoffmängel, wie zum Beispiel Calcium, Vitamin B12 und Eisen, stellte man bei 15,4 Prozent der Klienten fest, welche man jedoch mit einer Substitutionstherapie, also in Tablettenform, durch den Hausarzt therapieren kann (Gerlach, 2011, S. 38).

2.5 Ernährungsformen

2.5.1 Low-Carb

Die Low-Carb Ernährung beinhaltet eine Nahrungsaufnahme mit wenig Kohlenhydraten. Sie liegt im Bereich von weniger als 45 Prozent der gesamten Energiezufuhr, weshalb der Anteil von Proteinen und Fetten höher liegen sollte (Henning, 2017). Unterschieden wird zwischen drei verschiedenen Stufen. Die erste ist die kohlenhydratreduzierte Diät, welche sich auf 26-45 Prozent Kohlenhydrate beläuft. Die kohlenhydratarme Diät, welche bei 10-25 Prozent Kohlenhydraten liegt, ist die zweite Form. Als letztes folgt die kohlenhydratarme ketogene Diät , welche eine Aufnahme unter zehn Prozent Kohlenhydraten aufweist (Worm & Muliar, 2011, S. 14).

Die neue Atkins-Diät, welche einen weitere Low-Carb Diät ist, wirbt mit fünf Regeln, die man beachten sollte. Die Zufuhr von Eiweiß, Vitaminen, sowie Mineral- und Ballaststoffen sollte erhöht und die der Transfette und Zucker reduziert werden (Rodriguez, 2007, S. 42).

Die Diät besteht aus zwei Phasen, wobei der Klient die Dauer der Phasen selbst entscheiden kann. In der ersten Phase, welche sich „Low-Carb Quick-Start“ nennt, sind möglichst nicht-stärkehaltiges Gemüse, mageres Eiweiß, fettarme Kuh- und Sojamilchprodukte und Fette aus Nüssen, Kernen und anderen ungesättigten Fetten erlaubt. Weiter sollte kein Zucker oder keine Weißmehlprodukte verzehrt werden (Rodriguez, 2007, S. 42-44).

Anschließend wird „Good-Carb“ empfohlen, was eine lebenslange kohlenhydratarme Ernährung bedeutet. Hier sind Obst und Vollkornprodukte erlaubt und raffinierter Zucker und Weißmehl weiter verboten (Rodriguez, 2007, S. 42-44).

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Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Veränderung anthropometrischer Daten bei Teilnehmerinnen eines Trainingskonzeptes im Vergleich zu Teilnehmerinnen eines Trainings- und Ernährungskonzeptes
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,9
Autor
Jahr
2020
Seiten
56
Katalognummer
V920310
ISBN (eBook)
9783346309020
ISBN (Buch)
9783346309037
Sprache
Deutsch
Schlagworte
veränderung, daten, teilnehmerinnen, trainingskonzeptes, vergleich, trainings-, ernährungskonzeptes
Arbeit zitieren
Jana Mohr (Autor:in), 2020, Veränderung anthropometrischer Daten bei Teilnehmerinnen eines Trainingskonzeptes im Vergleich zu Teilnehmerinnen eines Trainings- und Ernährungskonzeptes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920310

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