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V für Vox Populi - Zur Stimme von "V wie Vendetta" und ihre Bedeutung

Title: V für Vox Populi - Zur Stimme von "V wie Vendetta" und ihre Bedeutung

Term Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Beatrice Behn (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

Die menschliche Stimme definiert sich als das Vermögen, Töne und Laute zu erzeugen. Diese Laute wurden im Laufe der Evolution mit konnotativen und denotativen Bedeutungen verknüpft und es entwickelte sich die Sprache.
Doch die menschliche Stimme ist noch viel mehr als nur Träger der Sprache.
Psychoanalytisch betrachtet ist sie gleichzeitig ein Objekt (Jacques Lacan betrachtet sie sogar als ein objet (a)) , welches Begierde hervorruft und als Fetisch fungieren kann.

Schon in der pränatalen Phase ist der Fötus umgeben von Stimmen, die (retrospektiv betrachtet) von scheinbar überall herkommen und deren Quelle stets im Dunkeln liegt.
Dieses Phänomen, welches sich oft im Medium Film wieder findet, nennt Michel Chion in seinem Buch The Voice in Cinema die akusmatische Stimme, also eine Stimme, deren Herkunft unbekannt ist und die keinem menschlichen Körper zugeordnet werden kann. Chion konstatiert weiterhin, dass diese Stimme ausgestattet ist mit gottesähnlichen Attributen. Sie ist allgegenwärtig, allwissend, allsehend und damit allmächtig.

...

1.1 Die akusmatische Stimme und ihre vermeintliche Quelle

Die Einführung der Figur beginnt mit einer Stimme, deren zugehörige Quelle in Form eines menschlichen Körpers vorerst nicht im Bildbereich sichtbar ist. Somit tritt die Stimme als akusmatische Stimme in die Diegese ein.
Klar und deutlich hörbar flotiert sie über das gesamte Bild und macht es dem Rezipienten unmöglich, auch nur die Richtung zu orten, aus der sie kommt.

Erst danach erscheint ein Körper auf der Leinwand, der aus dem Dunkeln in eine spärlich beleuchtete Gasse tritt. Er ist durch das Halbdunkel und den Nebel um ihn herum zwar als menschliche Figur erkennbar, Einzelheiten lassen sich jedoch noch nicht feststellen. Trotz der nur vagen Andeutung des Körpers und der uneindeutigen Präsentation der Stimme, lässt sich ein Zusammenhang zwischen beiden sofort vermuten, da es einer der klassischen Regeln des Films entspricht, den Sprechenden gleichzeitig visuell zu repräsentieren.

Laut Chion entsteht die Bereitschaft, eine Stimme und einen Körper einander zuzuordnen und damit die Stimme zu deakusmatisieren, sobald man sieht, wie sich die Lippen bewegen und dabei die Stimme erklingt. In diesem Fall jedoch wird diese Erwartung nicht erfüllt. Lediglich die Montage suggeriert dem Rezipienten, dass der gezeigte Körper die tatsächliche Quelle der Stimme sein könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG: DIE AKUSMATISCHE STIMME

1. DIE EINFÜHRUNG VON STIMME UND KÖRPER IN DIE DIEGESE

1.1 DIE AKUSMATISCHE STIMME UND IHRE VERMEINTLICHE QUELLE

1.2 SCHAUSPIEL UND SPRACHE ALS WEITERE INDIZIEN FÜR DIE TRENNUNG VON STIMME UND KÖRPER

2. DER URSPRUNG UND DIE BEDEUTUNG DER STIMME VS

2.1 DIE ZWEI EBENEN DER DIEGESE

2.1.1 Die metakommunikative Ebene

2.1.2 Die Ebene der diegetischen Realität (Plot)

2.2 DIE KOLLEKTIVE VERKÖRPERUNG

3. SCHLUSSFOLGERUNG

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die filmische Darstellung der "akusmatischen Stimme" am Beispiel des Protagonisten V aus dem Film "V wie Vendetta" und analysiert, wie dessen Stimme durch das Ausbleiben der üblichen filmischen Deakusmatisierung zu einer bedeutungsvollen, politikphilosophischen Instanz wird.

  • Analyse des Konzepts der akusmatischen Stimme nach Michel Chion
  • Untersuchung der Trennung von Stimme und körperlicher Quelle im Film
  • Erörterung der metakommunikativen Bedeutungsebene der Stimme
  • Die Funktion der Maskierung und der kollektiven Verkörperung des Volkes

Auszug aus dem Buch

1.1 Die akusmatische Stimme und ihre vermeintliche Quelle

Die Einführung der Figur beginnt mit einer Stimme, deren zugehörige Quelle in Form eines menschlichen Körpers vorerst nicht im Bildbereich sichtbar ist. Somit tritt die Stimme als akusmatische Stimme in die Diegese ein.

Klar und deutlich hörbar flotiert sie über das gesamte Bild und macht es dem Rezipienten unmöglich, auch nur die Richtung zu orten, aus der sie kommt.

Erst danach erscheint ein Körper auf der Leinwand, der aus dem Dunkeln in eine spärlich beleuchtete Gasse tritt. Er ist durch das Halbdunkel und den Nebel um ihn herum zwar als menschliche Figur erkennbar, Einzelheiten lassen sich jedoch noch nicht feststellen. Trotz der nur vagen Andeutung des Körpers und der uneindeutigen Präsentation der Stimme, lässt sich ein Zusammenhang zwischen beiden sofort vermuten, da es einer der klassischen Regeln des Films entspricht, den Sprechenden gleichzeitig visuell zu repräsentieren.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: DIE AKUSMATISCHE STIMME: Die Einleitung führt in das theoretische Konzept der akusmatischen Stimme nach Michel Chion ein und erläutert deren psychoanalytische sowie filmische Bedeutung.

1. DIE EINFÜHRUNG VON STIMME UND KÖRPER IN DIE DIEGESE: Dieses Kapitel analysiert die erste Erscheinung der Figur V und zeigt auf, warum hier keine klassische Zuordnung der Stimme zu einem physischen Körper stattfindet.

2. DER URSPRUNG UND DIE BEDEUTUNG DER STIMME VS: Hier wird die metakommunikative Ebene der Erzählung untersucht, um zu belegen, dass die Stimme als Verkörperung der "Vox populi" zu verstehen ist.

3. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Schlussfolgerung fasst zusammen, dass V wie Vendetta durch das bewusste Nicht-Deakusmatisieren der Stimme eine tiefere, politische Dimension innerhalb der Filmhandlung erzeugt.

Schlüsselwörter

Akusmatische Stimme, V wie Vendetta, Deakusmatisierung, Michel Chion, Filmtheorie, Vox populi, Metakommunikation, Diegese, Filmton, Politische Philosophie, Kollektive Verkörperung, Maske, Identität, Vokozentrismus, Ideologie des Sichtbaren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spezielle Verwendung der Stimme im Film "V wie Vendetta" und analysiert, wie diese im Gegensatz zu konventionellen Filmtechniken als "akusmatische Stimme" eingesetzt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen filmtheoretische Konzepte zur Tonbearbeitung, die Philosophie der Stimme, die Bedeutung von Maskierungen und die politische Symbolik der Figur V.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, warum die Stimme von V nicht wie üblich an einen physischen Körper gebunden ("deakusmatisiert") wird und welche politische Bedeutung sich daraus ableiten lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen, insbesondere von Michel Chion, auf die spezifische Szenengestaltung des untersuchten Films anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Einführung von Stimme und Körper in die Diegese sowie die Analyse der metakommunikativen und diegetischen Bedeutungsebenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben der "akusmatischen Stimme" vor allem "Vox populi", "Deakusmatisierung", "Metakommunikation" und "kollektive Verkörperung".

Warum wird die Figur V als eine Art "Puppe" beschrieben?

Der Autor argumentiert, dass V durch die Maske, die starre Körpersprache und die unnatürliche Dynamik der Stimme nicht als klassisches Individuum, sondern als Vehikel für die Stimme des Volkes fungiert.

Wie verändert sich die Bedeutung der Stimme am Ende des Films?

Am Ende des Films wird durch die Massendemaskierung deutlich, dass die Stimme nicht mehr einem Einzelnen gehört, sondern das gesamte Volk repräsentiert, wodurch die Stimme ihre Funktion als individuelle Identität verliert.

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Details

Title
V für Vox Populi - Zur Stimme von "V wie Vendetta" und ihre Bedeutung
College
Free University of Berlin  (Filmwissenschaft)
Course
Stimme im Film
Grade
1,3
Author
Beatrice Behn (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V92035
ISBN (eBook)
9783638053839
ISBN (Book)
9783640121205
Language
German
Tags
Populi Stimme Vendetta Bedeutung Stimme Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Beatrice Behn (Author), 2008, V für Vox Populi - Zur Stimme von "V wie Vendetta" und ihre Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92035
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