Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Veränderungen in der Modebranche, die durch den Nachhaltigkeitstrend verursacht werden. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, herauszufinden, inwiefern die Problematik um Nachhaltigkeit das Bewusstsein der Konsumenten verändert hat und ob sich diese Modifikation im Verhalten von Kunden widerspiegelt. Des Weiteren wird untersucht, ob ein möglicher Wandel im Konsumentenverhalten das Verhalten von Textilanbietern beeinflussen kann.
Zu Beginn wird ein theoretisches Fundament über Nachhaltigkeit gelegt, wobei hier der Fokus auf Nachhaltigkeit in der Modebranche gesetzt wird. Diese sorgt in den letzten Jahren für erhebliche Veränderungen in der Wertschöpfungskette vieler Unternehmen.
Im Verlauf der Arbeit wird ersichtlich, wodurch die Veränderungen ausgelöst wurden und warum es ohne sie undenklich wäre in Zukunft zu wirtschaften. Nachdem die Einflüsse des Nachhaltigkeitstrends auf die Modebranche erläutert wurden, widmen sich weitere Ausarbeitungen dem Konsumentenverhalten.
In diesem Zusammenhang wird das Bewusstsein der Kunden für die Problematik in der Modeindustrie betrachtet. Anhand von theoretischen Modellen soll das komplexe Modell vereinfacht werden. Neben dem theoretischen Fundament bedient sich diese Arbeit sechs Interviews mit Experten aus der Modebranche. Diese liefern weitreichende Erkenntnisse über die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung Nachhaltigkeit
2.2 Problematik der konventionellen Bekleidungsindustrie
2.2.1 Fast Fashion
2.2.2 Slow Fashion
2.2.3 Ökologische Folgen
2.3 Einflüsse des Nachhaltigkeitstrends auf die Modebranche
2.3.1 Nachhaltigkeit in der Modeindustrie
2.3.2 Implementierung des Nachhaltigkeitsbegriffs in die Marketingstrategie von Modeunternehmen
2.3.3 Corporate Social Responsibility
3 Entwicklungen im Konsumentenverhalten im Zeitalter der Nachhaltigkeit
3.1 Konsumverhalten
3.1.1 Arten und Merkmale der Kaufentscheidungsprozesse von Konsumenten in der Modeindustrie
3.2 Bewusstsein für die Problematik der konventionellen Bekleidungsindustrie
3.2.1 Konsumverhalten und Bewusstsein
3.2.2 Attitude-Behaviour-Gap
3.2.3 Gründe für den Attitude-Behaviour-Gap
4 Empirische Untersuchung: Experteninterviews
4.1 Expertenauswahl
4.2 Erkenntnisse
4.3 Ergebnis
4.4 Schlussfolgerung
4.5 Bedingungen für zukünftig nachhaltigen Konsum
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Nachhaltigkeitstrends auf das Verhalten von Konsumenten und Anbietern in der Modebranche. Ziel ist es, das Bewusstsein der Konsumenten für ökologische und soziale Problematiken sowie die daraus resultierenden Implikationen für die Unternehmensstrategien im Modebereich zu analysieren.
- Analyse des Nachhaltigkeitsbegriffs und dessen Bedeutung in der Modeindustrie.
- Untersuchung der Mechanismen von Fast Fashion versus Slow Fashion.
- Identifikation der Kluft zwischen der Einstellung der Konsumenten und ihrem tatsächlichen Kaufverhalten (Attitude-Behaviour-Gap).
- Empirische Auswertung durch Experteninterviews zur Zukunft nachhaltigen Konsums.
- Erörterung von Strategien zur Implementierung von Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility in Modeunternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Fast Fashion
„A business strategy which aims to reduce the processes involved in the buying cycle and lead times for getting new fashion product into stores, in order to satisfy consumer demand at its peak” - Barnes and Lea-Greenwood (2006, p. 259).
Die Modeindustrie hat sich in den letzten 25 Jahren stark gewandelt. Diese Veränderungen sind vor allem durch die Globalisierung geprägt worden. Eine der größten war die Auslagerung der Produktionsfabriken in Niedriglohnländer vorwiegend in Asien.
In der Vergangenheit lancierten Modeunternehmen zwei Kollektionen pro Jahr, die circa zwei Jahre im Voraus konzipiert wurden. Heute bieten Fast-Fashion-Anbieter jeden Monat neue Ware an, manche sogar wöchentlich. Sogar Luxusunternehmen wie zum Beispiel Chanel lancieren mehr als sechs Kollektionen jährlich. Neue Trends werden permanent geschaffen, sodass der Konsument ununterbrochen das Gefühl hat, dass er sich etwas Neues kaufen muss, um mit den Trends Schritt halten zu können. Das Motto „Here today, gone tomorrow“ (Bhardwaj & Fairhurst, 2012, S. 166) führt zu einer Vermehrung gekaufter Ware. Zudem fügen Fast-Fashion-Unternehmen ihrem Sortiment ständig neue Kleidungsstücke hinzu, sodass die Kunden, die in deren Geschäfte gehen, immer wieder Neues entdecken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der modernen Modeindustrie ein, beleuchtet den Megatrend Nachhaltigkeit und definiert die Zielsetzung sowie Vorgehensweise der Bachelorthesis.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel liefert ein theoretisches Fundament zur Nachhaltigkeit, erklärt Fast- und Slow-Fashion-Strategien und analysiert die Implementierung von CSR-Maßnahmen in Modeunternehmen.
3 Entwicklungen im Konsumentenverhalten im Zeitalter der Nachhaltigkeit: Hier wird der Kaufentscheidungsprozess in der Modebranche untersucht, wobei der Fokus insbesondere auf dem Bewusstsein der Kunden und der Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten liegt.
4 Empirische Untersuchung: Experteninterviews: Dieser Teil präsentiert die qualitativen Ergebnisse aus Expertenbefragungen, die verschiedene Perspektiven auf Nachhaltigkeitspotenziale und Konsumverhalten in der Modebranche liefern.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Nachhaltigkeit ein langfristiger, notwendiger Transformationsprozess für die Modeindustrie ist.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Modebranche, Fast Fashion, Slow Fashion, Konsumentenverhalten, Attitude-Behaviour-Gap, Corporate Social Responsibility, CSR, Experteninterviews, Nachhaltigkeitsmanagement, Wertschöpfungskette, Umweltverschmutzung, Kaufentscheidungsprozess, grüne Mode, nachhaltiger Konsum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Einfluss des aktuellen Trends zur Nachhaltigkeit auf sowohl die Produktions- und Marketingstrategien der Modeanbieter als auch auf das Kauf- und Entscheidungsverhalten der Konsumenten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte sind das Nachhaltigkeitskonzept in der Bekleidungsindustrie, die Unterschiede zwischen Fast und Slow Fashion, das Konsumentenbewusstsein sowie die Rolle von Unternehmensverantwortung (CSR).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, herauszufinden, ob und wie der Nachhaltigkeitstrend das Bewusstsein und das tatsächliche Verhalten von Konsumenten verändert und inwieweit Modeunternehmen ihre Strategien an diesen Wandel anpassen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer umfassenden theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse nutzt die Arbeit eine empirische Untersuchung in Form von Experteninterviews mit Branchenkennern, um praktische Einblicke zu gewinnen.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen (Modelle, Industrieproblematiken) als auch die empirischen Ergebnisse diskutiert, die aufzeigen, warum der "Attitude-Behaviour-Gap" existiert und wie Unternehmen auf diesen reagieren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Modebranche, Nachhaltigkeit, Konsumentenverhalten, Fast Fashion, Attitude-Behaviour-Gap und Corporate Social Responsibility charakterisieren.
Welche Rolle spielt der sogenannte "Attitude-Behaviour-Gap" in der Analyse?
Der "Attitude-Behaviour-Gap" beschreibt die Diskrepanz zwischen der positiven Einstellung von Kunden gegenüber nachhaltiger Mode und ihrem tatsächlichen Kaufverhalten, das oft weiterhin von Preisen und Design dominiert wird.
Warum betreiben viele Modeunternehmen laut der Autorin Greenwashing?
Greenwashing wird oft als taktisches Marketinginstrument eingesetzt, um das Image zu verbessern und ökonomische Vorteile zu erlangen, ohne dass grundlegende Veränderungen in der Wertschöpfungskette stattfinden.
Welche Rolle spielt die Politik bei der Förderung nachhaltigen Konsums?
Die Arbeit verdeutlicht, dass staatliche Regulierungen und einheitliche Standards notwendig sein könnten, da freiwilliges Handeln der Unternehmen aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks oft hinter ökonomischen Zielen zurückbleibt.
- Citar trabajo
- Silvia Stoycheva (Autor), 2019, Nachhaltigkeitstrends in der Modebranche. Der Einfluss auf das Konsumenten- und Anbieterverhalten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/920371