Ein Unternehmen muss, um immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein und dadurch innovative Produkte anbieten zu können, in regelmäßigen Abständen Investitionen tätigen, die dieses gewährleisten. Diese Investitionen müssen wiederum finanziert werden und belasten die häufig ohnehin niedrige Liquiditätsdecke der Unternehmen. Als Folge hat Leasing als Finanzierungsalternative in Deutschland gegenwärtig eine beachtliche volkswirtschaftliche Größenordnung erreicht. Aus der betrieblichen Praxis ist diese Finanzierungsform nicht mehr wegzudenken. Unternehmen haben deswegen häufig zu entscheiden ob eine Investition mit Kreditmitteln durchgeführt werden soll, oder ob die Finanzierung mittels Leasing vorteilhafter ist. Hierbei sind quantitative und qualitative Argumente zu berücksichtigen.
Das Ziel der vorliegenden Diplomarbeit ist eine umfassende betriebswirtschaftliche Analyse der Leasingfinanzierung und die Darstellung der wichtigsten Einflussfaktoren auf die Entscheidung zwischen Leasing und Kredit. Die Analysen in dieser Arbeit beschränken sich hauptsächlich auf quantitative Faktoren. Gleichzeitig soll kritisch hinterfragt werden ob Leasing im Vergleich zum Kauf eines Anlagegutes wirklich die Vorteile bietet, mit denen die Leasingindustrie wirbt.
Im Grundlagenteil werden zunächst der Begriff, die Erscheinungsformen des Leasings und deren Vertragsarten erläutert, sowie die Kriterien für die bilanzielle Zurechnung des Leasinggegenstands beschrieben. Des Weiteren erfolgt im selben Abschnitt die Abgrenzung zum Kredit.
Im anschließenden Hauptteil dieser Arbeit wird ein Entscheidungsmodell entwickelt, das die unterschiedlichen Wirkungen bei Leasing und Kreditkäufen berücksichtigt. Das Modell beschreibt die quantitativen Folgen der jeweiligen Finanzierungsart beim Investor. Der Investor soll anhand gegebener Kredit- und Leasingangebote entscheiden können welche Finanzierungsform für ihn vorteilhaft ist.
Im Folgenden wird betrachtet, inwiefern sich die Leasingfinanzierung im Vergleich zum Kredit positiv auf die Liquiditätssicherung der Unternehmen auswirkt. Dabei werden auch die Grenzen der Liquiditätssicherung durch Leasing aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Definition des Leasings
2.2 Erscheinungsformen des Leasings
2.3 Vertragsarten des Leasings
2.3.1 Operate-Leasing
2.3.2 Finanzierungs-Leasing
2.3.2.1 Vollamortisations-Finanzierungsleasingverträge
2.3.2.2 Teilamortisations-Finanzierungsleasingverträge
2.4 Bilanzielle Zurechnung von Leasingobjekten
2.4.1 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasingnehmer
2.4.2 Bilanzierung bei Zurechnung zum Leasinggeber
2.5 Abgrenzung zur Kreditfinanzierung
3 Auswirkungen des Leasings gegenüber einem Kreditkauf
3.1 Quantitativer Vergleich
3.1.1 Die beiden Finanzierungsalternativen
3.1.2 Liquiditätswirkung des Leasings gegenüber der Kreditfinanzierung
3.1.2.1 Möglichkeiten der Liquiditätssicherung durch Leasing
3.1.2.1.1 Liquiditätsvergleichsrechung zwischen Kreditkauf und Leasing
3.1.2.1.1.1 Statische Liquidität
3.1.2.1.1.2 Dynamische Liquidität
3.1.2.1.2 Ausgaben bei der Leasingfinanzierung
3.1.2.1.3 Ausgaben beim kreditfinanzierten Kauf
3.1.2.1.4 Steuerlicher Be- und Entlastungsvergleich bei Leasingfinanzierung und Kreditkauf
3.1.2.1.5 Auswertung der Liquiditätsvergleichsrechung
3.1.2.2 Grenzen der Liquiditätssicherung durch Leasing
3.1.3 Auswirkung der beiden Finanzierungsalternativen auf die Bilanzkennzahlen
3.1.4 Steuerwirkungen der beiden Finanzierungsalternativen
3.1.4.1 Verkehrs- und Substanzsteuern
3.1.4.2 Ertragsteuerwirkungen
3.1.4.2.1 Gewerbesteuer
3.1.4.2.2 Körperschaftsteuer
3.1.4.2.3 Bestimmung des Nettokalkulationszinssatzes
3.1.4.3 Möglichkeiten der Abschreibungsgestaltung
3.1.4.4 Investitionszulagen und Investitionszuschüsse
3.1.5 Wertung des Vergleichs
3.2 Qualitativer Vergleich
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert betriebswirtschaftlich die Leasingfinanzierung im Vergleich zum Kreditkauf für Produktionsanlagen, um Investoren eine Entscheidungshilfe bei der Wahl der Finanzierungsform zu bieten.
- Quantitative Analyse der Finanzierungsalternativen
- Liquiditätswirkungen und Kapitalstrukturvergleiche
- Steuerliche Auswirkungen und deren Einfluss auf die Vorteilhaftigkeit
- Qualitative Bewertungskriterien bei Investitionsentscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Liquiditätswirkung des Leasings gegenüber der Kreditfinanzierung
Liquidität bedeutet die Fähigkeit des Unternehmens den zu jedem Zeitpunkt zwingend fälligen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt nachzukommen. Diese Liquidität zu sichern ist eines der Hauptziele des Finanzmanagements eines Unternehmens.21
Die Beschaffung eines Investitionsgutes hat unmittelbare Konsequenzen auf die Liquiditätssituation eines Unternehmens. Beim Kauf verschlechtert sich die Liquidität, so dass sie meist nur durch Aufnahme eines mittel- oder langfristigen Investitionskredites in der Größenordnung des Kaufpreises wieder ausgeglichen werden. Die Aufnahme eines Kredits belastet die Kreditlinie des Investors und beeinflusst dadurch indirekt die Liquidität. Dagegen bleibt der Liquiditätsstatus des Leasingnehmers bei einer Investition durch Leasing in der Beschaffungsphase unverändert, da zu dem Zeitpunkt meistens noch keine Ausgaben erfolgt sind.22
Im Regelfall besteht bei einer Kreditfinanzierung höhere Flexibilität hinsichtlich der zeitlichen Verteilung der Ausgaben als bei der Leasing-Finanzierung. Während bei Krediten häufig die Möglichkeit besteht tilgungsfreie Jahre, monatliche oder vierteljährliche Annuitätenzahlungen oder sonstige individuelle Rückzahlungsmodelle zu vereinbaren, sind bei Leasing über die gesamte Laufzeit gewöhnlich gleich hohe Monatsraten zu leisten.23
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziel und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Investitionen für Unternehmen dar und definiert das Ziel, die Vor- und Nachteile von Leasing gegenüber dem Kreditkauf zu analysieren.
2 Grundlagen: Hier werden Definitionen, Erscheinungsformen und Vertragsarten des Leasings erläutert sowie die bilanzielle Zurechnung von Leasingobjekten und deren Abgrenzung zur Kreditfinanzierung beschrieben.
3 Auswirkungen des Leasings gegenüber einem Kreditkauf: Dieses Kapitel führt einen tiefgehenden quantitativen Vergleich durch, der die Liquiditätssituation, Bilanzkennzahlen sowie steuerliche Aspekte der beiden Finanzierungsarten beleuchtet, ergänzt um eine qualitative Betrachtung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass keine allgemeingültige Finanzierungsentscheidung getroffen werden kann, da diese von den spezifischen Bedingungen des Einzelfalls abhängt.
Schlüsselwörter
Leasing, Kreditkauf, Finanzierung, Liquidität, Investition, Barwert, Abschreibung, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Bilanzkennzahlen, Investitionszulagen, Cash Flow, Finanzmanagement, Anschaffungskosten, Rentabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht betriebswirtschaftliche Aspekte der Leasingfinanzierung im direkten Vergleich zum Kreditkauf, insbesondere am Beispiel einer Produktionsanlage.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Liquiditätswirkung, die bilanzielle Zurechnung, steuerliche Einflüsse sowie einen qualitativen Vergleich der Finanzierungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine umfassende betriebswirtschaftliche Analyse, die dem Investor als Entscheidungshilfe dienen soll, ob für eine geplante Investition Leasing oder Kreditkauf vorteilhafter ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Analyse durchgeführt, die unter anderem auf der Kapitalwertmethode und dem Vergleich von Liquiditätsströmen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Auswirkungen auf Liquidität, Bilanzkennzahlen, Steuerlasten sowie qualitative Unterschiede hinsichtlich Risiko und Flexibilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Leasing, Kreditkauf, Liquidität, Investitionsfinanzierung, Steuerwirkung und Kapitalwertmethode.
Wie wirkt sich die bilanzielle Zurechnung auf die Entscheidung aus?
Die Frage, wer das Leasingobjekt aktiviert, hat signifikante Auswirkungen auf die Bilanzkennzahlen und die Steuerlast, was die Vorteilhaftigkeit der Finanzierung stark beeinflussen kann.
Welche Rolle spielen Steuerregelungen bei der Vorteilhaftigkeit?
Steuern wie Gewerbe- und Körperschaftsteuer sind entscheidend, da sie je nach Finanzierungsart die Bemessungsgrundlage unterschiedlich belasten oder entlasten.
Ist Leasing immer vorteilhafter als ein Kreditkauf?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es keine pauschale Antwort gibt und die Vorteilhaftigkeit stets von den individuellen Bedingungen des Einzelfalls abhängt.
Was bedeutet das "Andienungsrecht" bei Teilamortisationsverträgen?
Das Andienungsrecht ermöglicht dem Leasinggeber, den Leasingnehmer zum Erwerb des Leasingguts zum vereinbarten Restwert zu verpflichten, falls der Verkaufserlös bei Vertragsende niedriger ausfällt.
- Quote paper
- Irina Wolwowskaja (Author), 2007, Das Leasing als Finanzierungsalternative zum Kreditkauf bei einer Produktionsanlage, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92046