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Toleranz im Hinblick auf das Neue Testament

Title: Toleranz im Hinblick auf das Neue Testament

Presentation (Elaboration) , 2007 , 21 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Alicja Hoppe (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Toleranz wird vom lateinischen Wort „tolerare“ abgeleitet. „Tolerare“ bedeutet
„dulden“ oder „ertragen“. Etymologisch ist es mit dem Wort „dolere“ verwandt,
was wiederum als „Schmerz empfinden“ übersetzt werden kann.
Toleranz ist meines Erachtens die Fähigkeit das Anderssein von Religionen,
Rassen und Ansichten vorurteilsfrei zu respektieren und das Gemeinsame zu
entdecken.
Um eine Vorstellung vom Toleranzbegriff zu erhalten, geht Ingo Broer auf
Alexander Mitscherlich und auf die christliche Tugend ein. Der Toleranz-begriff
wird von Alexander Mitscherlich als schwammig beschrieben, da jeder etwas
anderes darunter verstehen kann.
Meistens ist dann auch von Toleranz als christliche Tugend die Rede. Toleranz
kann aber so lange keine christliche Tugend sein, weil das Christentum und
auch andere Religionen die angeblich „eine und einzige“ Wahrheit vertreten.
Durch die immer wiederkehrenden Entwicklungen des Christentums ist
entweder eine Distanz oder eine Nähe zur Wahrheit vorhanden, die nicht immer
„optimal“ gelehrt werden kann.
Ingo Broer definiert Toleranz folgendermaßen:
„Christliche Toleranz als Tugend und Aufgabe, so möchte ich versuchsweise
definieren, müsste eine Haltung meinen, die in Anerkennung der Selbst-
Offenbarung Gottes im Christusereignis sowohl zu den jeweils anderen
christlichen Denominationen als auch zu den anderen, nicht-christlichen
Religionen offen ja sagt, ihr Lebensrecht also nicht nur notgedrungen akzeptiert
und sie nicht nur als schlechthin defiziente Modi von Religion ansieht.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überlegungen zum Verständnis des Begriffs der Toleranz

1.1. Definition

1.2. kurze Übersicht zum Toleranzbegriff

2. Toleranz im Neuen Testament? Ein Versuch zum Toleranzgedanken in den paulinischen Briefen

2.1. Innerchristliche Konflikte und ihre Bewältigung

2.2. Die Liebesforderung als Ansatzpunkt für Toleranz Das hohe Lied der Liebe (1 Kor 13)

2.3. Die Freiheitsforderung als Ansatzpunkt für Toleranz Zum Problem von Genuss und Askese im 1. Korintherbrief

2.4. Paulus und die Religionen

2.5. Der Toleranzgedanke und das Neue Testamen im Hinblick auf die paulinischen Briefen

3. Überlegungen zum heutigen Toleranzgedanken

3.1. Gedanken zur Toleranz

3.2. Voraussetzungen für Toleranz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der Toleranz im Kontext des Neuen Testaments, insbesondere innerhalb der paulinischen Briefe, und setzt diese Erkenntnisse in Bezug zu zeitgenössischen Debatten über Toleranz, religiösen Pluralismus und gesellschaftliche Grenzwerte.

  • Begriffsbestimmung von Toleranz im historischen und philosophischen Diskurs
  • Analyse des Toleranz- und Intoleranzverhaltens des Apostels Paulus in innerchristlichen Konflikten
  • Die Rolle von Liebe und Freiheit als theologische Anknüpfungspunkte für Toleranz
  • Untersuchung der paulinischen Haltung gegenüber anderen Religionen (Judentum und Heidentum)
  • Diskussion der Voraussetzungen für eine tolerante Gesellschaft im modernen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.4. Paulus und die Religionen

Die Gesamtkirche besteht aus Juden und Heiden. Judentum und Heidentum sollen „Eins“ werden. Schließlich wird auch die heilsgeschichtliche Rolle Israels anerkannt. Selbst Petrus lässt ein neues Gottesvolk aus Juden und Nichtchristen entstehen. Trotzdem hält Paulus das Judentum, das Heidentum und die ganze Menschheit für unentschuldbar. Die Nichtchristen sind unentschuldbar, da sie nicht an den Schöpfer glauben und sich nicht sittlich verhalten. Die Juden sind unentschuldbar, weil sie das Gesetz nicht befolgt haben. „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.“ Der Heilswille Gottes gilt der ganzen Menschheit, aber dieses Heil wird durch die Erkenntnis der Wahrheit erlangt. Diese Wahrheit bezeugt, dass Jesus Christus der Herr und Mittler ist.

Da Paulus Glaube universal ist, sieht er sein Apostelamt als Werkzeug des Glaubensverbreitung, mit dem er alle Völker erreichen möchte. Deswegen ergreift ihn der Eifer über Rom hinaus sein Evangelium zu verbreiten. Eifer ergreift aber nicht nur Paulus, sondern auch die Urgemeinde. Wie die paulinischen Gemeinden sieht sie sich als die Kirche Gottes. Aufgabe der Urgemeinde ist ganz Israel und die Heidenwelt zu bekehren. Erst durch den jüdischen Unglauben des alten Gottesvolkes kam der Glaube zu den Nichtchristen, so dass sich die Kirche mit der Missionierung der Nichtchristen beschäftigen musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überlegungen zum Verständnis des Begriffs der Toleranz: Dieses Kapitel definiert den Toleranzbegriff etymologisch sowie philosophisch und bietet einen historischen Überblick über dessen Entwicklung von der Reformation bis zur Aufklärung.

2. Toleranz im Neuen Testament? Ein Versuch zum Toleranzgedanken in den paulinischen Briefen: Hier wird analysiert, wie Paulus in seinen Briefen mit innerchristlichen Konflikten, Glaubensabweichungen und dem Verhältnis zu anderen Religionen umgeht, wobei Liebe und Freiheit als zentrale Motive dienen.

3. Überlegungen zum heutigen Toleranzgedanken: Dieses Kapitel überträgt die theologischen und philosophischen Erkenntnisse auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und definiert notwendige Voraussetzungen für eine tolerante Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Toleranz, Neues Testament, Paulus, Christentum, Judentum, Heidentum, Religionsfreiheit, Liebe, Freiheit, Pluralismus, interreligiöser Dialog, Aufklärung, Ethik, Gesellschaft, Wahrheitsanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Toleranz und dem Exklusivitätsanspruch religiöser Wahrheiten, mit einem spezifischen Fokus auf paulinische Texte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die biblische Exegese paulinischer Schriften sowie die philosophische Reflexion über moderne Toleranzkonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Ansatzpunkte für ein tolerantes Miteinander im Neuen Testament zu finden und diese in den Kontext einer säkularen, pluralistischen Gesellschaft zu stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theologisch-hermeneutische Arbeit, die durch eine philosophische Literaturanalyse ergänzt wird.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine exegetische Untersuchung der paulinischen Briefe hinsichtlich Konfliktmanagement und Religionsverständnis sowie eine Erörterung der Voraussetzungen für heutige Toleranz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Toleranz, paulinische Theologie, Interreligiosität, Freiheit und die Suche nach dem „verbindend Verbindlichen“.

Wie bewertet Paulus den Umgang mit „Götzenopferfleisch“ im Vergleich zur Beschneidung?

Paulus toleriert den Verzehr von Götzenopferfleisch als bloße Sitte, solange keine Heilsnotwendigkeit damit verbunden wird, während er die Beschneidung als notwendiges jüdisches Gesetz ablehnt, da dieses im Widerspruch zum christlichen Glauben steht.

Welche Rolle spielt die Liebe (1 Kor 13) für den Toleranzgedanken bei Paulus?

Die Liebe dient als zentrales göttliches Attribut und Bedingung des Menschseins, welches theoretisch das Ertragen anderer ermöglicht, auch wenn der Autor anmerkt, dass Paulus selbst bei seinen Gegnern oft intolerant agiert.

Was bedeutet das „fallibilistische Bewusstsein“ als Voraussetzung für Toleranz?

Es beschreibt die notwendige Einsicht, dass man selbst irren kann und die eigene Wahrheit nicht absolut setzen darf, was eine Grundbedingung für einen ehrlichen interreligiösen Dialog darstellt.

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Details

Title
Toleranz im Hinblick auf das Neue Testament
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Katholische Theologie FB 04)
Course
Fundamentaltheologische und philosophische Grundlagen eines interreligiösen Gesprächs zwischen Christen und Muslimen
Grade
2+
Author
Alicja Hoppe (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V92079
ISBN (eBook)
9783638053365
Language
German
Tags
Toleranz Hinblick Neue Testament Fundamentaltheologische Grundlagen Gesprächs Christen Muslimen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alicja Hoppe (Author), 2007, Toleranz im Hinblick auf das Neue Testament, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92079
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