Der mythologisch-symbolische Hintergrund der Tiersymbolik des Testverfahrens Familie in Tieren


Hausarbeit, 2008
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Erläuterung des Testverfahrens Familie in Tieren
3.1 Beschreibung
3.2 Durchführung
3.3 Auswertung

4. Projektion und FIT

4. Projektion und FIT

5. Tiersymbolik im Unbewussten

6. Tiersymbolik und Mythologie

7. Abschließende Zusammenfassung

8. Nachwort

9. Literatur

10. Abbildungsverzeichnis

1. Vorwort

In dieser Hausarbeit werde ich zunächst eine kurze Erläuterung des Testverfahrens „Familie in Tieren“ geben und danach ein wenig auf die Versuchsanordnung, die der Entwicklung des Tests voranging, eingehen. Ich werde mich hier nicht genauer auf die Auswertung des Tests beziehen sondern auf den Hintergrund der Tiersymbolik - vor allem deren mythologischen Hintergrund - wie auch deren Bedeutung für das Individuum. Um ein Verständnis für die Funktionsweise projektiver Testverfahren zu bekommen, halte ich es für wichtig den psychoanalytisch geprägten Begriff der Projektion etwas näher zu erläutern. Im Anschluss daran werde ich mich detailierter mit der Tiersymbolik im Unbewussten auseinandersetzen und als letztes noch die Verbindung zur Mythologie schaffen. Hierbei ist es mir im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich eine vollkommene Beschreibung alle mythologischen Hintergrundinformationen zu geben, deshalb beschränke ich mich auf das meiner Meinung nach Wesentliche.

2. Einleitung

Das tiefenpsychologische Testverfahren Familie in Tieren wurde entwickelt, um einen Einblick in die kindliche Seele zu geben, nicht zuletzt auch deshalb, weil Kinder eine andere Psychologie besitzen. Eine Psychologie, die dem Erwachsenen nicht offen zugänglich und verständlich ist. Ereignisse werden von einem Kind auf andere Weise verarbeitet und treten anders zu Tage. Zu diesem Zweck ist es in der praktischen Behandlung eine wichtige Angelegenheit, die psychische Beschaffenheit des Kindes nicht mit der des Erwachsenen zu vergleichen bzw. diese beim Kinde vorauszusetzen.

Oftmals sind Eltern nicht in der Lage aus dem Verhalten ihres Kindes „schlau“ zu werden. Vor allem auch darum, da sie die Wirkung bestimmter Lebenssituationen nicht genauso auffassen wie die Kinder es tun und oftmals daran verzweifeln, nachvollziehen zu können, warum das Kind in einer bestimmten Art und Weise reagiert. Das führt - nicht selten - zu Problemen in der Erziehung des Kindes und auf die Dauer zu weit reichenden psychosozialen Konsequenzen.

Zur Diagnose und Therapie eventueller Verhaltensstörungen sind die sogenannten projektiven Verfahren bei Kindern ein wichtiges Hilfsmittel[1]. Anders als bei objektiven Testverfahren sind die projektiven Verfahren bzw. deren Ergebnisse hauptsächlich Manifestationen unbewusster Prozesse, die aufgrund ihrer Vielfältigkeit kaum zu standardisieren sind. Die unbewussten Inhalte werden auf ein äußeres Objekt übertragen und als diesem Objekt zugehörig empfunden (vgl. die nachfolgende Definition von Projektion). Es gibt eine Reihe von tiefenpsychologischen Testverfahren, die sich der Projektion bedienen. Jedoch wird bei diesen Verfahren oftmals die mangelnde Objektivität bzw. Standardisierbarkeit bemängelt. Hierbei ist u. a. die suggestive Beeinflussung des Probanden durch den Testleiters ein hauptsächlicher Kritikpunkt. Desweiteren ist die Interpretationsobjektivität dieser Verfahren nicht leicht herzustellen, denn es handelt sich oftmals um eine Hermeneutik, deren Objektivierung und vor allem Operationalisierung ein bedeutendes wissenschaftstheoretisches Problem darstellt. Diese Beanstandung bezieht sich jedoch auf bestimmte Kriterien der psychologischen Gesellschaft zur Standardisierung bestimmter Methoden, die ebenfalls in ihrem Nutzen für die Perfektionierung psychologischer Test und Methoden einer beständigen Erneuerung bedürfen.

Die Psychoanalyse ist eine komplexe Angelegenheit und äußerst abhängig von der Psyche des Analysierenden (s. Gegenübertragungsphänomen), weshalb es schwer sein dürfte diese an bestimmten Kriterien festzumachen, vor allem wenn es um Diagnostik geht.

3. Erläuterung des Testverfahrens Familie in Tieren

Ich werde hier nur kurz auf die Durchführung und Auswertung des Testes eingehen. Der Hauptbestandteil dieser Hausarbeit liegt in der Erarbeitung der mythologisch- symbolischen Hintergründe des FIT.

3.1 Beschreibung

Das Testverfahren Familie in Tieren von Luitgard Brem-Gräser ist ein sogenannter thematisch-grafischer Gestaltungstest (Brem-Gräser, 2006, S.17)[2]. Es gibt laut Brem-Gräser (Brem-Gräser, 2006, S. 17ff) verschiedene Arten von Projektiven Verfahren die in der Diagnostik von Kindern eingesetzt werden:

Projektion in der Handlung

(z. B. Theaterspiel, Kasperletheater, Marionettenspiel, Sceno-Test)

Verbale Projektion

(Thematic-Apperceptions-Test, Children-Apperceptions-Test, Rorschach, Vetter-Auffassungstest)

Grafische Projektion

(Schrift, Zeichnen)

Familie in Tieren gehört zu den thematisch-grafischen Verfahren, weil durch eine Anweisung die Gestaltung eines bestimmten Themas angeregt, also in eine spezifische Richtung gelenkt wird (Brem-Gräser, 2006, S.19). Aus den Gestaltungen werden dann Rückschlüsse auf die Persönlichkeit gezogen[3]. Um jedoch eine gewissen statistischen Rückhalt der theoretischen Basis des Verfahrens zu haben, wurde eine empirische Untersuchung, basierend auf drei Erhebungen durchgeführt. Untersucht wurden 1067 Jungen und 955 Mädchen im Alter von 10 Jahren. Die Auswertung der Erhebungen erfolgte unter folgenden Gesichtspunkten (Brem-Gräser, 2006, S.31):

Welche Tiere spielen im Erleben des Kindes eine Rolle?

Nimmt das Kind die Aufforderung, seine Familie in Tieren zu zeichnen freudig, ablehnend, gleichgültig auf? Was geht im Kind aufgrund der Anweisung vor sich?

Findet für die Darstellung der Tierfamilie eine charakteristische Auswahl unter den bekanntesten Tieren statt, so dass die Vermutung gerechtfertigt ist, dass durch die Test-Anweisung das Kind zur vertieften Darstellung seiner Erlebnisweise angeregt wird?

Welche Eigenschaften verkörpern für das Kind die einzelnen Tiere?

[...]


[1] Mehr als die Stellung eines Hilfsmittels, welches dem Therapeuten Anhaltspunkte liefert, kann von den Testverfahren bisher nicht vorausgesetzt werden.

[2] Ein weiterer verbreiteter thematisch-grafischer Gestaltungstest ist zum Beispiel der Baumtest von K. Koch, bei der die Testperson die Aufgabe erhält einen Baum zu zeichnen

[3] Diese Rückschlüsse sollten natürlich durch weiter diagnostische Methoden gestärkt werden. Die Hauptarbeit bleibt dennoch oder zum Glück noch dem Therapeuten überlassen

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der mythologisch-symbolische Hintergrund der Tiersymbolik des Testverfahrens Familie in Tieren
Hochschule
Hochschule Magdeburg-Stendal; Standort Magdeburg
Veranstaltung
Psychodiagnostik
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V92089
ISBN (eBook)
9783638057325
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tiersymbolik, Mythologie, Symbolik, Psychodiagnostik, Testverfahren, Familie in Tieren, Kinder, Psychodynamik
Arbeit zitieren
David Hofmann (Autor), 2008, Der mythologisch-symbolische Hintergrund der Tiersymbolik des Testverfahrens Familie in Tieren , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92089

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