Vorwort
In dieser Hausarbeit werde ich zunächst eine kurze Erläuterung des Testverfahrens „Familie in Tieren“ geben und danach ein wenig auf die Versuchsanordnung, die der Entwicklung des Tests voranging, eingehen. Ich werde mich hier nicht genauer auf die Auswertung des Tests beziehen sondern auf den Hintergrund der Tiersymbolik - vor allem deren mythologischen Hintergrund - wie auch deren Bedeutung für das Individuum. Um ein Verständnis für die Funktionsweise projektiver Testverfahren zu bekommen, halte ich es für wichtig den psychoanalytisch geprägten Begriff der Projektion etwas näher zu erläutern. Im Anschluss daran werde ich mich detailierter mit der Tiersymbolik im Unbewussten auseinandersetzen und als letztes noch die Verbindung zur Mythologie schaffen. Hierbei ist es mir im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich eine vollkommene Beschreibung alle mythologischen Hintergrundinformationen zu geben, deshalb beschränke ich mich auf das meiner Meinung nach Wesentliche.
2. Einleitung
Das tiefenpsychologische Testverfahren Familie in Tieren wurde entwickelt, um einen Einblick in die kindliche Seele zu geben, nicht zuletzt auch deshalb, weil Kinder eine andere Psychologie besitzen. Eine Psychologie, die dem Erwachsenen nicht offen zugänglich und verständlich ist. Ereignisse werden von einem Kind auf andere Weise verarbeitet und treten anders zu Tage. Zu diesem Zweck ist es in der praktischen Behandlung eine wichtige Angelegenheit, die psychische Beschaffenheit des Kindes nicht mit der des Erwachsenen zu vergleichen bzw. diese beim Kinde vorauszusetzen.
Oftmals sind Eltern nicht in der Lage aus dem Verhalten ihres Kindes „schlau“ zu werden. Vor allem auch darum, da sie die Wirkung bestimmter Lebenssituationen nicht genauso auffassen wie die Kinder es tun und oftmals daran verzweifeln, nachvollziehen zu können, warum das Kind in einer bestimmten Art und Weise reagiert. Das führt - nicht selten - zu Problemen in der Erziehung des Kindes und auf die Dauer zu weit reichenden psychosozialen Konsequenzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Erläuterung des Testverfahrens Familie in Tieren
3.1 Beschreibung
3.2 Durchführung
3.3 Auswertung
4. Projektion und FIT
4. Projektion und FIT
5. Tiersymbolik im Unbewussten
6. Tiersymbolik und Mythologie
7. Abschließende Zusammenfassung
8. Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den mythologisch-symbolischen Hintergrund der Tiersymbolik im tiefenpsychologischen Testverfahren "Familie in Tieren" (FIT), um ein tieferes Verständnis für die projektive Funktionsweise und die psychologische Relevanz kindlicher Tierdarstellungen zu gewinnen.
- Grundlagen des Testverfahrens "Familie in Tieren"
- Psychoanalytischer Begriff der Projektion
- Tiersymbolik als Ausdruck unbewusster Prozesse
- Verbindung zwischen Mythen, Märchen und kindlicher Psyche
- Methodische Aspekte der testpsychologischen Auswertung
Auszug aus dem Buch
5. Tiersymbolik im Unbewussten
Das Tier als lebendiges Objekt erzeugt ein Abbild in der Psyche des Menschen. Nach C.G. Jung prägen diese archetypischen Inhalte im Menschen ein Bild, welches sich über die Zeit nicht verändert. Die sogenannten Archetypen (vgl. Jung, 2001a). Wie viel von dieser Ansicht Jungs zu halten ist, ist schwer zu beurteilen aber es bedeutet zumindest, dass dem Tier im Unbewussten des Menschen eine wichtige Rolle zukommt, insofern es nämlich schon immer Teil der menschlichen Erfahrungswelt war und ist. Als Beispiel dient das Pferd, welches dem Menschen schon seit Anbeginn der Zeit ein Hilfs –und Reittier war und dem in den Sagen, Mythen und Märchen eine bedeutende Rolle zukommt. Hierzu erwähnt Jung (2001c), dass dem Pferd die Eigenschaften des Unbewussten zugeschrieben werden:
„[…] Pferde sind hellsehend und hellhörend, sie sind Wegweiser, wo der Verirrte sich nicht zu helfen weiß, sie sind von mantischer Fähigkeit[…] Das Pferd sieht auch Gespenster. Alle diese Dinge entsprechen charakteristischen Manifestationen des Unbewussten“ (Jung, 2001c, S. 355ff)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf den mythologischen Hintergrund der Tiersymbolik konzentriert, statt auf die reine Testauswertung.
2. Einleitung: Es wird die Notwendigkeit von projektiven Testverfahren bei Kindern dargelegt, da deren Psychologie sich wesentlich von der Erwachsener unterscheidet.
3. Erläuterung des Testverfahrens Familie in Tieren: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die theoretische Einordnung, die Durchführung und die formalen sowie inhaltlichen Auswertungskriterien des FIT.
4. Projektion und FIT: Hier wird der für das Verständnis des Tests zentrale psychoanalytische Projektionsbegriff anhand der Theorien von Freud und Jung analysiert.
5. Tiersymbolik im Unbewussten: Das Kapitel beleuchtet die archetypische Bedeutung von Tieren in der menschlichen Psyche und deren Rolle als Repräsentanten unbewusster Inhalte.
6. Tiersymbolik und Mythologie: Der Autor zeigt den engen Zusammenhang zwischen Mythen, Märchen und dem kindlichen Seelenleben auf, um den Symbolwert von Tieren zu erschließen.
7. Abschließende Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur Bedeutung der Projektion und der mythologischen Fundierung für die diagnostische Arbeit werden rekapituliert.
8. Nachwort: Der Autor reflektiert kritisch über die Standardisierung von Gütekriterien bei projektiven Verfahren und deren Nutzen in der therapeutischen Praxis.
Schlüsselwörter
Familie in Tieren, Tiersymbolik, Projektion, Tiefenpsychologie, Mythologie, Kinderpsychologie, Unbewusstes, Archetypen, Kindliche Seele, Testverfahren, Psychoanalyse, Symbolik, Projektive Verfahren, Diagnostik, Märchen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die mythologisch-symbolischen Hintergründe des psychodiagnostischen Testverfahrens "Familie in Tieren" und dessen tiefenpsychologische Funktionsweise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Theorie der Projektion, die Bedeutung von Tiersymbolen im Unbewussten sowie die Verbindung zwischen mythischen Motiven und kindlichen Ausdrucksformen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, den mythologischen Gehalt der verwendeten Tiersymbole zu erarbeiten, um ein besseres Verständnis für deren diagnostische Bedeutung in der Arbeit mit Kindern zu erlangen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturarbeit und der hermeneutischen Interpretation psychologischer und mythologischer Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des FIT, die Erläuterung des Projektionsbegriffs nach Freud und Jung sowie die Analyse von Tieren als archetypische Symbole und deren Präsenz in Mythen und Träumen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Familie in Tieren", "Projektion", "Tiersymbolik", "Tiefenpsychologie" und "Archetypen" geprägt.
Warum wird im FIT ausgerechnet das Medium "Tier" verwendet?
Tiere fungieren als Projektionsfläche für unbewusste, triebhafte und instinktive Anteile des Menschen, die Kindern aufgrund ihrer noch stark unbewusst geprägten Psyche leichter zugänglich sind.
Wie steht der Autor zur Kritik an der Objektivität projektiver Tests?
Der Autor argumentiert, dass die gängigen standardisierten Gütekriterien projektive Verfahren oft nicht adäquat erfassen und die Qualität der Diagnostik maßgeblich von der Erfahrung des Therapeuten abhängt.
- Quote paper
- David Hofmann (Author), 2008, Der mythologisch-symbolische Hintergrund der Tiersymbolik des Testverfahrens Familie in Tieren , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92089