Prävention von sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Die bundesweite Initiative "Trau dich!"


Ausarbeitung, 2020

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Prävention bei sexuellem Missbrauch

3. Initiative „Trau dich!“
3.1 Gegenstand des Konzeptes
3.2 Präventionsprogramm
a. Initiatives Theaterstück und begleitende Aktion
b. Online-Portal für Kinder
c. Medien- und Fortbildungsangebote

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anmerkung

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich der Einfachheit halber, wenn die Rede von Lehrern, Pädagogen, Adressaten, etc. ist, darauf verzichten werde, in jedem Fall auch die weibliche Form anzugeben. Selbstverständlich treffen derartige Aussagen auch auf Lehrerinnen, Pädagoginnen, Adressatinnen, etc. zu.

1. Einleitung

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Daten zum sexuellen Missbrauch im Bereich der Verbreitung in Deutschland ersichtlich verbessert. Verantwortlich hierfür sind die Erfahrungen aus der Praxis, die der Weiterentwicklung in der Forschung dienen. Zudem wurden verschiedene Perspektiven und die Praxiserfahrungen zu kontrollierten Herangehensweisen gerahmt. Erst durch den ersichtlichen Erfolg der westlichen Länder bezüglich der Zurückdrängung sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche legte auch die Republik Deutschland ihren Fokus auf die Aufklärung, Prävention und Strafverfolgung sexuellen Missbrauchs. Viele Menschen und Institutionen bewegt die Arbeit gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen aufgrund des so jungen Klientels. (vgl. Kindler/Derr, 2018: S. 3f.)

Die Anzahl der Fälle ist hier in Deutschland konstant hoch. Etwa jedes vierte bis fünfte Mädchen und jeder zwölfte Junge ist betroffen. Dabei dürfte die Dunkelziffer deutlich höher liegen. Aufgrund dessen wird die gesellschaftliche Bedeutung von sexueller Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen deutlich und dagegen muss schnellstmöglich vorgegangen werden.

Systematische Aufarbeitungsprojekte gibt es erst seit etwa 2010. Die Forschung hat bis dato eine Landschaft entwickelt, die dem Thema „Sexualisierte Gewalt“ einen relativ hohen Stellenwert verschafft hat. Ab diesem Zeitpunkt wurde eine Vielzahl von Projekten und Studien auf den Weg gebracht. Die Notwendigkeit präventiver Programme wurde folglich der „öffentlichen Resonanz auf die Thematisierung von jahrelanger erfahrener sexualisierter Gewalt in pädagogischen Einrichtungen“ (Keupp/Mosser/Busch/Hackenschmied/Straus, 2019: S. 35) erkannt.

In meiner Arbeit befasse ich mich mit der Thematik der Prävention bei sexuellem Missbrauch im Kindes- und Jugendalter. Hierfür stelle ich im ersten Kapitel kurz den Begriff der Prävention dar, einschließlich seiner Aufgaben. Im Anschluss beschäftige ich mich mit dem präventiven Konzept der Initiative „Trau dich“. Dieser Punkt enthält drei wesentliche Bausteine, die die Prävention als Ganzes zusammenfasst.

Mein Ziel ist es, zu untersuchen, wie wirkungsvoll das Präventionsprogramm der Initiative „Trau dich“ in ihrer inhaltlichen Struktur und Durchführung ist.

2. Prävention bei sexuellem Missbrauch

Sexueller Missbrauch stellt nicht erst seit gestern ein großes Problem unserer Gesellschaft dar. Pädagogische und psychologische Fachkräfte und Wissenschaftler beschäftigen sich schon seit geraumer Zeit mit der Thematik. Denn viele Kinder sind schon in einem sehr frühen Alter davon betroffen, oftmals auch über viele Jahre hinweg, ohne dass es jemand bemerkt. (vgl. Ulonska/Koch, 1997: S. 89) Im Schnitt sind etwa 20-25 % aller minderjährigen Mädchen und 10-12 % aller minderjährigen Jungen betroffen (vgl. Kobriger, 2006: S. 6). Was man sicher weiß, ist, dass die Täter häufig aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld kommen und die Kinder ihren Peiniger oftmals auch kennen. Neben den seelischen und physischen Folgen, die das Kind langfristig schaden können, müssen einige auch mit ihrem Leben bezahlen. Zudem leiden viele ihr Leben lang unter Depressionen und Angstzuständen und entwickeln ein niedriges Selbstwertgefühl. Aber auch die Angehörigen und Pädagogen haben im Falle eines Übergriffs mit Verunsicherungen und Ängsten zu kämpfen. Auch noch in der heutigen Zeit wird viel geschwiegen, aus Angst das Kind unnötig zu belasten und in der Hoffnung, dass es das eigene Kind nicht betrifft. Trotz des Wunsches sein Kind zu beschützen, müssen diese mit den Gefahren konfrontiert werden. Eltern und Pädagogen müssen den Kindern die Angst nehmen und ihnen zeigen, dass sie in keinem Fall mit dem Problem allein dastehen. (vgl. Ulonska/Koch, 1997: S. 89)

Im Weiteren sollten Kinder und Jugendliche sensibilisiert werden, ohne Angst zu verbreiten und sie zudem handlungsfähig zu machen. Trotz ihrer Verletzlichkeit haben Kinder Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten, die ihnen offengelegt werden müssen. (vgl. Andresen/Gade/Grünewalt, 2015: S. 13) Kinder brauchen „sensible Antworten auf Fragen nach den Motiven von Misshandlern oder denen einer Misshandlerin“ (Ulonska/Koch, 1997: S. 89).

Da es die Aufgabe der Erziehungsbeauftragten und der Pädagogen ist, Mädchen und Jungen in ihren Entwicklungsaufgaben zu fördern sowie sie in besonderen Krisen- und Belastungssituationen, wie bspw. bei Mangel in der Versorgung und Zuwendung, bei Gewalttaten und bei Missbrauch unterschiedlichster Ausprägungen, zu unterstützen (vgl. Fegert, 2002: S. 148), steht es außer Frage, Kinder und Jugendliche mit dem Konflikt allein stehen zu lassen. Und genau aus diesem Grund ist Präventionsarbeit dringend notwendig. (vgl. Ulonska/Koch, 1997: S. 141)

Prävention bedeutet so viel wie Schaden abwenden bzw. Gefahr vorbeugen und gliedert sich in drei Bereiche. Die primäre Prävention sollte frühstmöglich beginnen und hat die allgemeine Aufklärung zum Ziel. Hier geht es darum, die Gefahr ganz zu vermeiden. Die Sekundärprävention richtet sich an Personen, die höher gefährdet sind. (vgl. Klein/Schatz, 2010: S. 19) D. h. diese Art der Prävention versucht eine Wiederholungstat zu verhindern und bezieht sich zudem auf frühzeitiges Aufdecken des Missbrauchs (vgl. May, 1997: S. 25). Kindern, die bereits sexuelle Gewalt erlebt haben, gilt es zu helfen und mittels der Tertiärprävention Spätzeitfolgen zu minimieren und entstehende traumatische Erlebnisse zu verhindern. Auf dieser Stufe können nur therapeutische Maßnahmen wirken, welche man in speziellen Beratungsstellen und Einrichtungen findet. (vgl. Gies, 1995: S. 61)

Prävention kann in vielerlei Hinsicht und in verschiedenen Kontexten erfolgen (vgl. Ulonska/Koch, 1997: S. 141), sollte jedoch sinnvollerweise schon in der Grundschule beginnen und differenziert nach Zielgruppe geplant werden (vgl. Kobriger, 2004: S. 37).

Nicht ohne Grund gibt es in Institutionen verschiedene Arbeitsbereiche der Prävention. Denn der Missbrauch an Kindern und Jugendlichen gilt als Verletzung der körperlichen Integrität und somit als schwere Beeinträchtigung der persönlichen Selbstentfaltung. Prävention muss hier an verschiedenen Punkten ansetzen, da sie das „Zusammenspiel von strukturellen Gegebenheiten, individuellen Fähigkeiten und kulturellen Rechten und Normen berücksichtigen muss“ (Anderes/Gade/Grünewalt, 2015: S. 13). Explizit geht es zum einen um die Bekämpfung von Tabuisierungsprozessen und zum anderen um die Stärkung und Sensibilisierung des sozialen Umkreises der Kinder sowie die Stärkung der Betroffenen durch Aufklärungsarbeiten (vgl. Anderes/Gade/Grünewalt, 2015: S. 13f). Auch ist es die Aufgabe der Pädagogen ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter zu sensibilisieren, das nötige Grundwissen zu vermitteln, Netzwerke mit Beratungsstellen und Ansprechpartnern vor Ort zu knüpfen und klare Linien für das Vorgehen im Verdachtsfall zu vereinbaren (vgl. Kobriger, 2004: S. 37). Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass an Orten, an denen das Thema kein Tabu mehr darstellt und Ansprechpartner benannt werden, sich die Opfer mitteilen und aktiv Hilfen einfordern. Im Bereich der Primärprävention sind somit auch die Fallzahlen gestiegen. (vgl. Kobriger, 2004: S. 7)

Um gezielt Auswege aus schwierigen Situationen aufzuzeigen und in Selbstbestimmung zu ermutigen, haben es sich verschiedene Personengruppen aus dem pädagogischen und psychologischen Raum zur Aufgabe gemacht, geeignete Programme für Kinder und Jugendliche zu erstellen, die in der Vermittlung im Interesse des Kindes liegt und weniger durch lernorientierten Unterricht operationalisiert werden. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen ist hier die Auseinandersetzung mit sich selbst und der Thematik, also die des Vermittlers, um ein gewisses Selbstverständnis gegenüber der Präventionsarbeit zu entwickeln. (vgl. Lappe/ Schiffrin/Timmermann, 1993: S. 45f.)

Ein solches Konzept stellt die Bundesweite Initiative „Trau dich!“ in den Vordergrund, welches im folgenden Kapitel näher beleuchtet wird.

3. Initiative „Trau dich!“

3.1 Gegenstand des Konzeptes

Die Initiative zur Prävention des sexuellen Missbrauchs bestrebt sich darin, Kinder im Grundschulalter durch verschiedene Inhalte und Darstellungsmittel vor sexuellem Missbrauch zu schützen, sie aufzuklären sowie auch Eltern und Fachkräfte zu informieren und die allgemeine Handlungssicherheit zu erhöhen. Als ein Teil der Strategie der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt bietet die Initiative eine Reihe von Maßnahmen, um gegen Missbrauch an Kindern vorzugehen. Zudem setzt sie sich für die bessere Vernetzung der Hilfesysteme vor Ort ein, setzt sich mit der sexuellen Gewalt an Schulen auseinander und verankert Präventions- und Schutzkonzepte. Für die Entwicklung von Konzeption und Durchführung sieht sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verantwortlich. „Trau dich!“ steht in enger Kooperation mit den Bundesländern und Fachstellen, u. a. auch mit dem Kinder- und Jugendtelefon der „Nummer gegen Kummer“.

Die Initiative möchte mit ihrem Konzept Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren sowie Eltern und pädagogische und psychologische Fachkräfte ansprechen. Hierfür hat sie sich eine Strategie überlegt, die sie dabei unterstützen soll ihr Ziel zu erreichen. Das zentrale Element ist die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium der Bundesländer, Initiativen und Verbänden, die gegen sexuellen Kindesmissbrauch vorgehen. Durch eine Befragung von Eltern, Kindern und Fachkräften wurde untersucht, welche Akteure aus den Bereichen Kommune, Bildung und Beratung aktiv an der Umsetzung der vorangestellten Ziele beteiligt waren. Diese Ziele und die optimierten Bausteine des Konzeptes wurden optimiert und überprüft, um hinreichende Akzeptanz, Nachhaltigkeit und Effektivität der Maßnahmen zu gewährleisten. Prävention kann dann ins gesellschaftliche Licht gerückt werden, wenn alle Partner an einer aktiven Unterstützung teilnehmen. Partner und Vertreter der Initiative „Trau dich!“ sind hier folgende:

- Kinder- und Jugendschutz, Fachberatungsstellen, Kinderrechte, Schulentwicklung, Erziehungswissenschaften, Präventionsforschung, Sexualpädagogik, Ministerien und Wohlfahrtsverbände. (vgl. Giffey/ Thaiss, 2018: S. 3-6, Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs. Broschüre)

3.2 Präventionsprogramm

Die optimierten Bausteine, also die eigentlichen präventiven Maßnahmen, stehen hier im Mittelpunkt des Konzeptes. Von ihnen gibt es drei, die ich nun näher erläutern werde.

a. Initiatives Theaterstück und begleitende Aktion

Ins Leben gerufen hat diese Form der Prävention die Kompanie Kopfstand, die sich seit 2006 dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater widmete und in weiten Teilen Deutschland sowie der Schweiz agiert. Sie nutzen dokumentarische, darstellerische und interaktive Theaterformen und zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich mit einem so jungen Publikum vor, während und nach der Produktion auseinandersetzt. Die dargestellte Form des Theaters lebt von der Gewinnung der Geschichte der Kinder und begreift diese als Experten ihrer Alltagsrealität. Sie macht die Kinder stark, sich mit Publikum und Bühne auseinanderzusetzen, regt sie zur aktiven Beteiligung an und macht den Kindern Mut, ihre Träume zu leben.

Für die Umsetzung eines Theaterstückes bedarf es einer guten Vor- und Nachbereitung, die gewisse Grundregeln beinhalten. Hier einige Beispiele:

- „Es ist gut, seine eigenen Ideen und Meinungen einzubringen.“
- „Wenn ein Kind spricht, hören die anderen zu.“
- „Es gibt keine doofen Fragen, alle Fragen sind erlaubt.“
- „Keiner wird beschuldigt, bewertet oder ausgelacht.“
- „Die Teilnahme ist freiwillig. Niemand sollte zum Mitmachen gezwungen werden.“ (Giffey/ Thaiss, 2018: S. 17, Methodenheft für Fachkräfte. Broschüre).

Die Regeln dienen zum einen für die Schaffung einer positiven und harmonischen Atmosphäre, in der sich die Kinder frei entfalten können. Zum anderen sollen sie ein Gefühl des Vertrauens vermitteln, Selbstbewusstsein und Sensibilisierung für das eigene Empfinden schaffen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, können sich die Kinder auf die Themen des Theaterstücks einstimmen, bei denen Fragen angesprochen werden, die mit den Gefühlen der Kinder einhergehen. Mögliche Fragen können folgende sein:

- „Woran erkennt man, dass man jemanden nicht mag?“
- „Wofür sind Freunde und Freundinnen gut?“
- „Was könnte man tun, wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt?“
- „Wie könnte es sich im Körper anfühlen, wenn jemand in der Nähe ist und du es als unangenehm empfindest?“
- „Wie fühlt es sich an, wenn man bedroht wird? Was kann man tun?“ (Giffey/ Thaiss, 2018: S. 17, Methodenheft für Fachkräfte. Broschüre).

Für Fachkräfte in Institutionen ist dies ein besonderer Einstieg in die präventive Arbeit gegen sexualisierte Gewalt gegenüber Jungen und Mädchen und lädt sie dazu ein sich zu öffnen und Erfahrungen sowie Erlebnisse aus ihrem eigenen Leben zu erzählen. In jedem Fall ist es die Aufgabe der Fachkräfte das Kind freundlich zu unterbrechen, falls es eine grenzüberschreitende Geschichte oder auch eigene Missbrauchserlebnisse erzählt. Am besten bietet man ein persönliches Gespräch an, in dem die Thematik noch einmal aufgegriffen werden kann. (vgl. Giffey/ Thaiss, 2018: S. 18, Methodenheft für Fachkräfte. Broschüre).

Mithilfe der besprochenen Fragen (s. o.) können nun Übungen konstruiert werden, die die Themen spielerisch aufgreifen und die Kinder zum Denken anregen. Inhalte, die mit sexualisierter Gewalt zu tun haben, lösen viele Emotionen aus und können mitunter schwierig sein. Ebenso können Erinnerungen in Konfrontation mit dem Geschehen heftige Gefühle wecken. An dieser Stelle hat auch jedes Kind die freie Entscheidung darüber, ob es sich bereit fühlt, sich damit auseinanderzusetzen (vgl. Kobriger, 2004: S. 41f.). Die eigene Biografie mit dem Erleben ist individuell, weshalb gerade bei der Vorbereitung des Theaterstückes Übungen in verschiedene Bereiche unterteilt werden, wie Gefühle, Nähe und Distanz, schlechte und gute Geheimnisse und Vertrauenspersonen. Wichtig zu erwähnen ist, dass hier viele verschiedene Gewaltformen thematisiert werden. Neben sexualisierter Gewalt finden sich auch Themen häuslicher Gewalt, Mobbing und andere Belastungen wieder. (vgl. Giffey/ Thaiss, 2018: S. 26, Methodenheft für Fachkräfte. Broschüre)

b. Online-Portal für Kinder

Die Website (www.trau-dich.de) ist für Kinder und Jugendliche erstellt worden und bietet ihnen viele Möglichkeiten zur Beantwortung ihrer Fragen sowie Unterstützungsmöglichkeiten. Das Portal ist für Kinder in „leichter Sprache“ gut verständlich strukturiert. Sie haben hier die Optionen durch das Klicken auf die verschiedenen Items auf der Startseite zu den Unterstützungsleistungen zu gelangen (bspw. führt das Klicken auf die Maske, die an der Wand hängt, zu einem Videoclip über das Theaterstück). Kinder, die sich Hilfe und Unterstützung suchen, finden hier Beratungsangebote über eine Datenbank, die über E-Mail und Telefon „Nummer gegen Kummer“ zugänglich sind. Das kinderfreundliche Portal soll bewirken, dass sich Kinder im Portal selbständig zurechtfinden. Das folgende Bild stellt die Startseite des Portals dar:

Abb. 1: Homepage Initiative „Trau dich“

Das Portal wird unter anderem auch in Gebärdensprache zur Verfügung gestellt sowie für Erwachsene unter der Website „www.multiplikatoren.trau-dich.de“. (vgl. Giffey/ Thaiss, 2018: S. 7, Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs. Broschüre)

c. Medien- und Fortbildungsangebote

Kinderschutz und rechte, Übergriffe, Gewalt, sexuelle Belästigung und Hilfsangebote sind wichtige Themen, die nicht nur Erwachsene beschäftigt. Auch Kinder sollten darüber informiert werden und sich konkret damit auseinandersetzen. Eltern sollten sich zudem darüber informieren, wie sie ihre Kinder schützen können. Aber auch Fachkräfte brauchen eine adäquate Vermittlung zum Thema sexueller Kindesmissbrauch und darüber hinaus auch Projektideen zum Einsatz in institutionellen Einrichtungen, wie Schulen und Jugendtreffs. (vgl. Giffey/ Thaiss, 2018: S. 8, Bundesweite Initiative zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs. Broschüre)

Die Initiative bietet ein großes Spektrum an präventiven Maßnahmen für Kinder, Jugendliche, Eltern und Fachkräfte zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch, aber auch Unterstützungsangebote bei bereits bestehenden Verdachtsfällen und Übergriffen.

Bei Verhaltensauffälligkeiten während der Übungen oder Gespräche mit den Kindern (z. B. Wutanfälle, Signalisieren von Abwesenheit, innerliches Abschalten) ist es ratsam eine Lösung zu suchen und ruhig zu bleiben. Möglicherweise wird das betroffene Kind an einen Missbrauch oder an ein anderes traumatisches Erlebnis erinnert. Das Kind muss an dieser Stelle stabilisiert werden, was durch folgende Übungen erreicht werden kann:

- „Tief einatmen und ausatmen“
- „Kraftvoll stampfen“
- „Aufstehen und mit den Armen einen magischen Zauberkreis um sich herum in die Luft malen“
- „Ein schönes Entspannungslied singen“
- „Alle komischen Gedanken mit einem Atem in den Boden, in die Erde hineinschicken“ (Giffey/Thaiss, 2018: S. 19, Methodenheft für Fachkräfte. Broschüre).

Beachtet man die Gesamtheit an Regeln, Übungen und Methoden, so kann eine gute und zielorientierte Prävention gewährleistet werden. Diese richtet sich in jedem Fall an die Interessen der Kinder, weshalb das Programm bzw. die Theatercollage in ihren Inhalten sehr unterschiedlich sein können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Prävention von sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Die bundesweite Initiative "Trau dich!"
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V921495
ISBN (eBook)
9783346250759
ISBN (Buch)
9783346250766
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prävention, gewalt, kindern, jugendlichen, initiative, trau
Arbeit zitieren
Katja Trapp (Autor), 2020, Prävention von sexueller Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Die bundesweite Initiative "Trau dich!", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/921495

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