Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Social System and Social Structure

Dauerhafte Ungleichheit – zur Kontinuität der Bildungsbenachteiligung

Title: Dauerhafte Ungleichheit – zur Kontinuität der Bildungsbenachteiligung

Term Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bjoern Cebulla (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Spätestens seit Veröffentlichung der Ergebnisse der PISA-Studien steht der Bereich Bildung wieder stark im Interesse der Öffentlichkeit und der Politik. Nicht nur das im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Abscheiden der deutschen Schülerschaft ist bemerkenswert, sondern auch der Zusammenhang von Leistungskompetenz und sozialer Herkunft. Zwar sind Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit in der Bundesrepublik Deutschland anerkannte Werte, jedoch zeigt sich in zahlreichen Untersuchungen (u.a. in den PISA-Studien), dass das deutsche Bildungssystem von einem wichtigen Bildungsziel – der Chancengleichheit – noch weit entfernt ist. Die Bildungsbeteiligung und der Erfolg im Bildungssystem stellen einen sehr sensiblen Bereich dar, denn die beruflichen Chancen bestimmen den späteren sozialen und ökonomischen Status sowie die Möglichkeit gesellschaftlicher Einflussnahme.

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, ob ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbenachteiligung besteht. Ist es wirklich Fakt, dass obere Sozialschichten immer noch bessere Chancen haben, höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen; fragt Rolf Becker zu Recht: Bildung als Privileg? Sind Reproduktionsmechanismen vorhanden, die es rechtfertigen würden, von dauerhafter Ungleichheit und Kontinuität von Bildungsbenachteiligung zu sprechen? Um die vorgestellten Fragen zu beantworten wird ein besonderes Augenmerk auf die PISA-Studie 2000 geworfen, da sie eine wichtige Datenbasis zur fundierten Untersuchung der Thematik darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Bildungsexpansion

3 Zusammenhang von Bildungsexpansion und sozialer Platzierung

4 Die PISA-Studien

4.1 Anliegen von PISA

4.2 Die Lesekompetenz

4.2.1 Kompetenzstufen

4.2.2 Allgemeine Befunde zur Lesekompetenz

5 Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung

5.1 Reproduktion schichtspezifischer Ungleichheiten

5.2 Sozialschichtzugehörigkeit und Bildungsbeteiligung

5.3 Sozialschichtzugehörigkeit und Lesekompetenz

6 Empfehlungen für den sukzessiven Abbau herkunftsspezifischer Bildungsbenachteiligung

7 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Schülern und deren Bildungsbenachteiligung im deutschen Schulsystem. Dabei wird analysiert, ob Bildungschancen weiterhin stark an den sozioökonomischen Status gekoppelt sind und inwiefern Reproduktionsmechanismen von Ungleichheit bestehen, wobei die PISA-Studie 2000 als zentrale Datengrundlage dient.

  • Analyse der Bildungsexpansion und ihrer Auswirkungen auf soziale Platzierungsprozesse.
  • Untersuchung der Lesekompetenz von 15-Jährigen in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft.
  • Identifikation von schichtspezifischen Reproduktionsmechanismen im dreigliedrigen Schulwesen.
  • Diskussion von bildungspolitischen Empfehlungen zur Förderung der Chancengleichheit.

Auszug aus dem Buch

Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung

In den letzten Jahren sind die Ansprüche, die Eltern an den Bildungsabschluss ihrer Kinder stellen, stetig gestiegen. Dem ungeachtet unterscheiden sich die Erwartungen und Wünsche je nach Berufs- und Bildungshintergrund der Eltern beachtlich. Während 76 Prozent der Eltern mit Hochschulreife sich auch für ihr Kind das Abitur erhoffen, haben nur 29 Prozent der Eltern mit Hauptschulabschluss den gleichen Wunsch für ihren Nachwuchs. Die Entscheidung über den weiteren Bildungsweg nach Absolvieren der Primarstufe steht bei Eltern der Mittelschicht häufig bereits im zweiten oder dritten Schuljahr fest. Hierbei spielen mehr die verfolgten beruflichen Ziele und die schulische Tradition der Familie eine Rolle, als die Begabung des Kindes. Eine repräsentative Untersuchung bestätigt, dass Arbeiterfamilien höhere Schulen überwiegend als fremd, kompliziert, theoretisch und streng empfinden. Dies belegt, dass die soziale Herkunft mit Bildungsbestrebungen und Bildungsbeteiligungen kovariiert. Wir haben es also mit mehr oder weniger stabilen Mustern der Reproduktion von Ungleichheiten zu tun.

Diese bezeichnet Becker als „subtile Mechanismen“ der Sicherung von Macht- und Herrschaftspositionen. Die Mechanismen wirken der Öffnung des Zugangs zu Bildungstiteln entgegen. Bildungsgänge werden oft erst dann allgemein zugänglich, wenn die von ihnen vergebenen Berechtigungen schon einer gewissen Entwertung unterliegen, weil Anforderungen weiter gestiegen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Bildungsbenachteiligung und Skizzierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

2 Die Bildungsexpansion: Historischer Rückblick auf den massiven Ausbau des deutschen Bildungswesens seit den 1950er Jahren und die Wandlung von Bildung zum "Humankapital".

3 Zusammenhang von Bildungsexpansion und sozialer Platzierung: Erörterung der selektiven Funktion des Bildungssystems und der Bedeutung von Bildung als Ressource für den sozialen Status.

4 Die PISA-Studien: Vorstellung der methodischen Grundlagen der PISA-Studien sowie eine detaillierte Differenzierung der Lesekompetenz in Kompetenzstufen.

5 Soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung: Zentrale Analyse darüber, wie familiäre Hintergründe den Bildungsweg und die Lesekompetenz prägen sowie die Aufdeckung schichtspezifischer Selektionsprozesse.

6 Empfehlungen für den sukzessiven Abbau herkunftsspezifischer Bildungsbenachteiligung: Vorschläge für bildungspolitische Reformen, insbesondere durch längeres gemeinsames Lernen und eine stärkere individuelle Förderung.

7 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Einschätzung der Ergebnisse und Appell an die Politik, Bildungsgerechtigkeit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.

Schlüsselwörter

Bildungsbenachteiligung, PISA-Studie, Bildungsexpansion, soziale Herkunft, Chancengleichheit, Lesekompetenz, Schichtzugehörigkeit, Reproduktion, Selektion, Humankapital, Bildungsbeteiligung, Schulsystem, Leistungsunterschiede, Bildungsabschluss, Bildungsgerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das deutsche Bildungssystem trotz Bildungsexpansion die Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen erfolgreich auflösen konnte oder ob weiterhin eine Kontinuität der Benachteiligung besteht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Bildungsexpansion, der Rolle des Bildungssystems bei der sozialen Platzierung und dem Einfluss des Elternhauses auf die Schullaufbahnentscheidungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob ein signifikanter Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsbenachteiligung existiert und ob Reproduktionsmechanismen aktiv dazu beitragen, den Status der Oberschicht zu zementieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf die Sekundäranalyse von Daten der PISA-Studie 2000 sowie auf bildungssoziologische Theorien, um den Zusammenhang von Sozialstruktur und Bildungserfolg zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Daten zur Lesekompetenz, vergleicht den Schulformbesuch nach sozialen Schichten (EGP-Modell) und arbeitet die Gelenkstellen der Schullaufbahn als entscheidende Selektionspunkte heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsgerechtigkeit, soziale Selektion, Lesekompetenz und schichtspezifische Bildungsbenachteiligung charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Familie laut dem Autor für den Bildungserfolg?

Die Familie fungiert als „zentrale soziale Dirigierungsstelle“, die durch Humankapital, Wertorientierungen und Erwartungshaltungen den Bildungserfolg und die Risikowahrscheinlichkeit der Kinder maßgeblich beeinflusst.

Warum ist das frühe dreigliedrige Schulsystem problematisch?

Das System gilt als Ursache für die Reproduktion sozialer Ungleichheiten, da Übergangsentscheidungen oft zu früh und leistungsfremd getroffen werden, was Arbeiterkinder überproportional benachteiligt.

Excerpt out of 28 pages  - scroll top

Details

Title
Dauerhafte Ungleichheit – zur Kontinuität der Bildungsbenachteiligung
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,7
Author
Bjoern Cebulla (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V92191
ISBN (eBook)
9783640135608
ISBN (Book)
9783640781126
Language
German
Tags
Dauerhafte Ungleichheit Kontinuität Bildungsbenachteiligung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bjoern Cebulla (Author), 2006, Dauerhafte Ungleichheit – zur Kontinuität der Bildungsbenachteiligung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92191
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  28  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint