The New Komeito


Essay, 2006

7 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung der New Komeito
2.1 Von Unabhängigen Kandidaten der Soka Gakkai zur Komeito
2.2 Die Komeito als Verlängerungsarm der Soka Gakkai
2.3 Die Komeito als Systempartei und Kooperationspartner
2.4 Auflösung der Komeito und Gründung der New Komeito
2.5 Struktur der Komeito

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Komeito wurde von der buddhistischen Sekte Soka Gakkai 1964 gegründet und wird auch Clean Government Party genannt. Sie ist die einzige Partei, die nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet worden ist und keine Vorgängerpartei hatte. Auch unterscheidet sie sich in ihrer Struktur von den anderen Parteien Japans.

Im nachfolgenden Text möchte ich auf die Entwicklung der New Komeito, ihre Wahlergebnisse, Zielgruppen und Struktur eingehen.

2 Entwicklung der New Komeito

2.1 Von Unabhängigen Kandidaten der Soka Gakkai zur Komeito

Die Soka Gakkai (Studiengesellschaft zur Schaffung von Werten) ist die größte national ausgerichtete, buddhistische Sekte der Nichiren Shoshu Vereinigung. Sie wurde am 18.11.1930 von Makiguchi Tsunesaburo gegründet mit dem langfristigen Ziel eine buddhistische Gesellschaft zu bilden und ihre Lehrgrundsätze zu verbreiten.[1] 1954 errichtete sie einen „Kulturclub“ um erste politische Aktivitäten aufzunehmen.[2] Dessen Ziel war die „Buddhistische Demokratie“, als Mittelweg zwischen Kapitalismus und Sozialismus welche eine Kombination aus Sozialstaat und individuellem Glück bedeutete. Dem Ziel lag das Prinzip der obutsu myogo zugrunde, eine Fusion von Religion bzw. Buddhismus und Politik. Auch nahm die Soka Gakkai politische Aktivitäten auf, um ein staatlich unterstütztes Gebetshaus, eine nationale Ordinationshalle (kokuritsukaidan), zu bauen.[3] Dieses Vorhaben verstößt jedoch gegen Artikel 20 JV (Verbot der Verschmelzung von Politik und Religion) und wurde 1970 aus dem Parteiprogramm der Komeito genommen.

Schon 1955 nahmen Soka Gakkai - Mitglieder als Unabhängige an Kommunalwahlen teil und erhielten 51 Mandate.[4] 1956 erzielten sie 3 Mandate im Oberhaus, welche sich 1959 schon verdoppelten. 1962 wurde aus dem Kulturklub die „Komei seiji renmei“, welche 1962 9 Mandate im Oberhaus erlangte und zur zweitgrößten Oppositionspartei wurde. Dies war der erste Schritt zu den Wahlen ins Unterhaus. Am 17. November 1964 wurde die Komeito als ordentliche Partei gegründet.[5]

2.2 Die Komeito als Verlängerungsarm der Soka Gakkai

Die Entwicklung der Komeito kann man in zwei Phasen einteilen:

In ihrer Anfangszeit war die Komeito ein Verlängerungsarm der Soka Gakkai, nach der offiziellen Trennung von der Sekte wurde sie zu einer Systempartei.

Bei ihrer ersten Wahl 1964 erhielt sie 25 Sitze im Unterhaus und wurde drittgrößte Partei im Parlament, welche sie auch bis 1993 blieb.[6] Ihr Wahlprogramm unterschied sich nicht sehr stark vom Ziel der Soka Gakkai. Sie proklamierten eine Politik des Mittelwegs und den Aufbau einer Gesellschaft für Frieden und Zufriedenheit. Dies bedeutete für sie eine saubere Bürgerpolitik, soziales und reiches Leben und eine Welt ohne Krieg. Die Komeito war in ihrer politischen Ausrichtung nicht eindeutig rechst oder links einzuordnen. Sie war anfangs gegen Nuklearwaffen, für einen friedlichen, neutralen Staat (gegen den Sicherheitsvertrag mit den USA) und setzte sich für den Wohlfahrtsstaat ein (1976 brachten sie einen Plan zur Steigerung der Wohlfahrt der Gesellschaft heraus). Die Komeito wurde in ihrem Wahlkampf von der Soka Gakkai unterstützt und auch die Parteimitglieder waren allesamt Sektenmitglieder.

Ihre Hauptzielgruppe war vor allem die Mittelschicht, darunter wurden diejenigen verstanden, die nicht vom Wirtschaftsboom der 70er profitiert hatten, Arbeitnehmer von klein- und mittelständigen Unternehmen mit geringen Einkommen, Handwerker, Dienstleister, Mieter, aber auch Mitglieder der Soka Gakkai, Frauen, Menschen mit traditionellen Werten und Wähler, die den Politikern vertrauen ( politisch Passive).[7]

2.3 Die Komeito als Systempartei und Kooperationspartner

Am 03. Mai 1970 trennte sich die Komeito offiziell von der Soka Gakkai. Die Partei änderte 1972 ihre Ansichten bezüglich des USA- Japanischen Sicherbündnis und der Beziehung zu China und näherte sich so den Sozialisten (SPJ) und Sozialdemokraten (DSP) an. Es kam zu einer Wahlkooperation zwischen diesen Parteien mit dem Ziel, die Liberal- Demokratische Partei (LDP)- Regierung abzulösen. Sie kooperierten miteinander bis 1979/80, bis die Komeito ein Drittel ihrer Mandate im Unterhaus verlor. Diese Niederlage sah die Komeito als Ergebnis ihrer ungleichgewichtigen Kooperationsbemühungen, die bis dato immer zu Gunsten der SPJ ausfielen.[8] Doch der herausragende Gewinn der LDP bei den Unterhauswahlen 1986 ließ die Komeito sich wieder der DSP und SPJ zuwenden.

[...]


[1] Bruns, Gabriele (1999): Die japanische Demokratie, Band 10: Kieler Schriften zur politischen Wissenschaft, Frankfurt am Main, Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften, S. 101

[2] Fukuoka, Masayuki (1986): Gendai Nihon no Seitouseiji, Tokei Select, Toyo Keizai Shinhoushya, S. 111

[3] Bruns, Gabriele (1999), S. 102

[4] Bruns, Gabriele (1999), S. 102

[5] Fukuoka, Masayuki (1986), S. 111

[6] Buns, Gabriele (1999), S. 105

[7] Fukuoka, Masayuki (1986), S. 115-116

[8] Christensen, Ray: Ending the LDP Hegemony- Party Cooperation in Japan, University of Hawai’i Press books, S. 95-96

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
The New Komeito
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Grundlagen der politikwissenschaftlichen Ostasienforschung
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
7
Katalognummer
V92208
ISBN (eBook)
9783638060578
Dateigröße
341 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Komeito, Grundlagen, Ostasienforschung
Arbeit zitieren
Sabine Naito (Autor:in), 2006, The New Komeito, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92208

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