Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Skinheads und Faschos - Rechtsextreme Jugendliche in der DDR

Titel: Skinheads und Faschos - Rechtsextreme Jugendliche in der DDR

Seminararbeit , 2006 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christoph Wowtscherk (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der DDR galt der Faschismus offiziell als mit „Stumpf und Stiel“ ausgerottet. Jedoch sah man in den achtziger Jahren zunehmend Jugendliche mit kahlgeschorenem Kopf, Bomberjacke usw. auf den Strassen, die sich selbst als Skinheads bezeichneten. Sie skandierten nationalsozialistische Parolen und wetterten gegen den sozialistischen Staat. Oft waren sie in Schlägereien mit anderen jugendlichen subkulturellen Gruppen, aber auch mit der Polizei verwickelt. Höhe- und Wendepunkt dieser Ausschreitungen war der Überfall einer Gruppe von Skinheads auf die Berliner Zionskirche 1987. Der Staat setzte daraufhin zu einer groß angelegten Verfolgung der Skinheads an. Diese reagierten mit Rückzug und entwickelten sich zu den noch politischeren Faschos weiter.
Diese Arbeit soll einen Überblick über die Entstehung und Entwicklung der rechtsextremen Jugendszene der DDR geben. Zu Beginn soll daher zunächst der Versuch einer Definition des Begriffes „Rechtsextremismus“ erfolgen.
Der genaue Untersuchungszeitraum erstreckt sich von der Entstehung der Skinheadszene Anfang der achtziger Jahre bis zum Fall der Berliner Mauer am
9. November 1989, denn ab diesem Zeitraum versuchten westdeutsche Parteien und Gruppierungen wie die Republikaner u. ä. Fuß in Ostdeutschland zu fassen. Auch die staatliche Reaktion soll dabei Beachtung finden. Hierbei stellt sich die Frage, inwieweit die staatliche Reaktion die rechten Gruppen beeinflusste.
In einem dritten Teil soll die Frage nach den Ursachen für rechtsextreme Einstellungen beantwortet werden. Allerdings kann die Antwort darauf nur aus Ansätzen bestehen, da die Entwicklung zu einem Rechtsextremen bei jedem Jugendliche andere Ursachen und Gründe haben kann. Daher sollen in dieser Arbeit ein paar staatlich- verursachte Probleme vorgestellt werden, die als Ursachen für Rechtsextremismus angesehen werden können.
Die wissenschaftliche Untersuchung des Problems setzte ziemlich bald nach der Wiedervereinigung ein. Besonders Busche- Baumann, Schumann und Waibel sind hier zu erwähnen, welche die Skinheadszene sowie rechte Gewalttaten anschaulich darstellen.
Der Begriff „Rechtsextremismus“ ist weit verbreitet und eng mit Termini wie „Rechtsradikalismus“ oder „Neofaschismus“ verknüpft. Daher ist eine genaue Begriffsbestimmung von Nöten. Doch eine genaue Definition ist schwierig, da es eine einheitliche Ideologie nicht gibt, dafür aber eine Vielzahl von verwandten Begriffen existieren, die häufig für ähnliche Phänomene verwendet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Rechtsextremismus?

3. Von Skinheads zu Faschos

3.1 Die Entstehung der Skinheadbewegung

3.2 Wendepunkt der rechten Bewegung: Der Zionskirchenprozess und seine Folgen

4. Ursachenforschung

4.1 Sozialisation in der DDR

4.2 Verdrängte Vergangenheitsbewältigung

4.3 Der Antifaschismus

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturangabe

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der rechtsextremen Jugendszene in der DDR von den frühen achtziger Jahren bis zum Mauerfall 1989. Dabei wird analysiert, inwieweit staatliche Repressionen, die fehlende Aufarbeitung des Nationalsozialismus und die rigide Jugendpolitik der SED als Katalysatoren für die Radikalisierung rechtsextremer Gruppierungen fungierten.

  • Definition des Rechtsextremismus im Kontext eines sozialistischen Staates
  • Transformation von der Skinhead-Subkultur zur politisch organisierten rechten Szene
  • Die Rolle staatlicher Verleugnung und das Ereignis des Zionskirchenprozesses
  • Soziologische Analyse der Herkunft und Sozialisationsbedingungen rechtsextremer Jugendlicher
  • Kritische Reflexion des staatlich verordneten Antifaschismus als Ursache für jugendlichen Protest

Auszug aus dem Buch

3.2 Wendepunkt der rechten Bewegung: Der Zionskirchenprozess und seine Folgen

Nach der Herausbildung und Abgrenzung der Gruppen begannen ab 1986 gewalttätige Übergriffe der Skinheads auf Punks. Diese Bewegung schrumpfe nun zunehmend und einige Punks wurden sogar Skinheads.

Aber auch andere Personengruppen wurden Opfer rechter Gewalt: Ausländer, Funktionsträger der Partei, Polizisten, Homosexuelle und Intellektuelle. Die Zahl derartiger Straftaten stieg nach Angaben der Kriminalpolizei zwischen 1983 und 1988 ca. um das Fünffache. Allerdings fehlt in den Gerichtsberichten jeder Hinweis auf eine politische Motiviertheit dieser Taten. Dass heißt: Trotz zunehmender Gewaltakte verleugnete der Staat die Existenz rechter Gruppen.

Doch mit dem 17. Oktober 1987 sollte sich die Wahrnehmung der rechtsextremen Skinheads durch die Öffentlichkeit grundlegend ändern. An diesem Tag überfielen ca. 30 Skinheads die Besucher eines Rockkonzertes in der Ostberliner Zionskirche, welche sich zu diesem Zeitpunkt zu einem Zentrum der Bürger- und Menschenrechtsbewegung entwickelte. Flüchtende Konzertteilnehmer und Passanten wurden noch etwa einen Kilometer verfolgt und geprügelt; leere Flaschen wurden geworfen. Dabei brüllten die Täter Nazi- Sprüche wie „Judenschweine“ oder „Kommunistenschweine“.

Da die Zionsgemeinde die Westberliner Staatsanwaltschaft (ein paar der Randalierer kamen aus Westberlin) einschaltete, berichtete auch schon bald die westdeutsche Presse von dem Vorfall, welcher sich dadurch schnell herumsprach Das Geschehene und vor allem der politische Hintergrund konnte diesmal nicht von den DDR- Offiziellen vertuscht werden. Somit stellt der Überfall auf die Zionskirche einen Wendepunkt im Umgang des Staates mit den Skinheads dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der rechtsextremen Szene in der DDR ein und skizziert den zeitlichen Untersuchungsrahmen sowie die zentrale Fragestellung zur staatlichen Reaktion auf diese Gruppen.

2. Was ist Rechtsextremismus?: Dieses Kapitel erörtert Schwierigkeiten bei der Begriffsbestimmung und definiert Rechtsextremismus im DDR-Kontext als einen fundamental-oppositionellen Gegenentwurf zum SED-Staat.

3. Von Skinheads zu Faschos: Hier wird die Entwicklung der Skinheadbewegung von einer losen Subkultur hin zu einer politisch radikalisierten Gruppierung sowie der Wandel zum sogenannten Fascho-Typus beschrieben.

3.1 Die Entstehung der Skinheadbewegung: Der Abschnitt erläutert die Wurzeln der Szene in den frühen achtziger Jahren und deren Abgrenzung durch Musik, Äußerlichkeiten und erste Eintrittsbedingungen.

3.2 Wendepunkt der rechten Bewegung: Der Zionskirchenprozess und seine Folgen: Dieses Kapitel analysiert den Zionskirchenüberfall als Zäsur, die den Staat zu einer Reaktion zwang, während dieser gleichzeitig versuchte, die politische Dimension des Problems zu verleugnen.

4. Ursachenforschung: Der Teilbereich untersucht systemimmanente Gründe für das Entstehen rechtsextremer Einstellungen in der DDR-Gesellschaft.

4.1 Sozialisation in der DDR: Hier wird die Rolle der Familie und die staatlich dominierte Jugendarbeit der FDJ als Faktoren für die Entfremdung Jugendlicher beleuchtet.

4.2 Verdrängte Vergangenheitsbewältigung: Dieses Kapitel thematisiert, wie der Mangel an einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der DDR den Boden für die Weitergabe faschistoider Denkmuster bereitete.

4.3 Der Antifaschismus: Der Abschnitt kritisiert die Instrumentalisierung des Antifaschismus als staatliches Legitimationsmittel, das bei der Jugend aufgrund seiner Scheinheiligkeit zunehmend auf Ablehnung stieß.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die rigide DDR-Politik wesentlich zur Entstehung und Radikalisierung rechter Einstellungen beigetragen hat, indem sie den Protest junger Menschen gegen den Staat in rechtsextreme Bahnen lenkte.

6. Literaturangabe: Auflistung der für die Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Primärliteratur.

Schlüsselwörter

DDR, Rechtsextremismus, Skinheads, Faschos, Zionskirchenprozess, SED, Antifaschismus, Sozialisation, Radikalisierung, Jugendkultur, Nationalsozialismus, staatliche Repression, politische Opposition, Aufarbeitung, Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert die Entwicklung der rechtsextremen Jugendszene in der DDR von den 1980er Jahren bis zum Fall der Mauer und untersucht die Ursachen dieses Phänomens.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichte der Skinhead- und Fascho-Szene, der staatliche Umgang mit diesen Gruppen sowie tiefgreifende soziologische Ursachen wie mangelnde Vergangenheitsbewältigung und rigide staatliche Jugendpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie staatlich verursachte Probleme und ein verordneter Antifaschismus zur Radikalisierung Jugendlicher am rechten Rand beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der aktuelle Forschungsbeiträge zur ostdeutschen Geschichte und zum Rechtsextremismus kritisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des Begriffs Rechtsextremismus, die Darstellung der chronologischen Entwicklung der rechten Szene und eine Ursachenanalyse, die Familie, Erziehung und den staatlich propagierten Antifaschismus umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR, Rechtsextremismus, Skinheads, Radikalisierung, Zionskirchenprozess, SED-Staat und Vergangenheitsbewältigung.

Warum war der Überfall auf die Zionskirche so bedeutend?

Das Ereignis markiert einen Wendepunkt, da es erstmals die staatliche Verleugnung der Existenz rechter Gruppen durch öffentlichen und medialen Druck unmöglich machte und zu einem harten, aber instrumentalisierten Vorgehen der Justiz führte.

Welchen Einfluss hatte der Antifaschismus auf die Jugendliche?

Der staatlich verordnete Antifaschismus wurde von vielen Jugendlichen aufgrund seiner Scheinheiligkeit und Abstraktheit abgelehnt; die bewusste Abkehr davon und die Nutzung rechter Parolen diente primär als Protestmittel gegen den ungeliebten SED-Staat.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Skinheads und Faschos - Rechtsextreme Jugendliche in der DDR
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Opposition, Widerstand und politische Verfolgung in der DDR
Note
1,3
Autor
Christoph Wowtscherk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V92216
ISBN (eBook)
9783638060622
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Skinheads Faschos Rechtsextreme Jugendliche Opposition Widerstand Verfolgung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Wowtscherk (Autor:in), 2006, Skinheads und Faschos - Rechtsextreme Jugendliche in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92216
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum