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Monarchismus in der Weimarer Republik: Das Bild Friedrichs des Großen als Teil der Monarchievorstellungen der Deutschnationalen Volkspartei

Title: Monarchismus in der Weimarer Republik: Das Bild Friedrichs des Großen als Teil der Monarchievorstellungen der Deutschnationalen Volkspartei

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Benjamin Pommer (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Friedrich der Große wird als preußischer König mit Soldatentum und dem Absolutismus in Verbindung gebracht und gilt uns heute als eher kontroverse Episode deutscher Geschichte im schulischen Geschichtsunterricht. Aber wie verhält es sich, wenn die Figur Friedrichs bewusst dazu genutzt würde, als Symbolfigur einer bestimmten politischen Zielsetzung zu dienen? Der preußische Staat hörte mit entsprechendem Gesetz der Alliierten 1947 endgültig auf zu existieren, die Monarchie preußischer Prägung schon 1918 mit der Abdankung Kaiser Wilhelm II., der in Personalunion auch preußischer König war. In der Novemberrevolution 1918 nach Beendigung des Ersten Weltkrieges und im Zuge der Entstehung der ersten Demokratie in einem deutschen Nationalstaat, gab es nicht nur Befürworter der neuen Ordnung. Der Versailler Vertrag, der die Anerkennung der alleinigen deutschen Kriegsschuld und der daraus resultierenden Reparationsverpflichtungen des Deutschen Reiches festlegte, ermöglichte keine positive Grundlage für die Weimarer Republik. Die antirepublikanischen, revisionistischen und zum Teil monarchistischen Gruppierungen, wie den in dieser Arbeit betrachteten Deutschnationalen, versuchten der Republik durch propagandistische Agitation für eine Restauration der Monarchie die Grundlage zu entziehen. Aber ironischerweise, so viel sei schon vorweggenommen, war der letzte Kaiser Wilhelm II. nicht der Wunschkandidat der Monarchisten. Gerade in die Zeit der Republik fallen, neben dem Erscheinen verschiedener wissenschaftlicher Abhandlungen über Friedrich den Großen, eine Reihe filmischer Adaptionen des Preußenkönigs, die sich hoher Beleibtheit erfreuten. Untersucht werden soll, ob und inwieweit Friedrich der Große Teil der Monarchievorstellungen der Deutschnationalen gewesen sein könnte und wo die Ursachen dafür liegen? Dazu werden zuerst die Weimarer Republik und ihre Exekutivmacht auf Einflüsse des Kaiserreiches untersucht. Im Folgenden wird das Friedrich-Bild in der Weimarer Republik in seinen unterschiedlichen Ausprägungen analysiert, danach die Deutschnationale Volkspartei als Hauptvertreter der Monarchisten im politischen Geschehen. Daraufhin wird das Friedrich-Bild im Zusammenhang mit den Vorstellungen der Monarchisten untersucht und gemäß der Fragestellung auf Verknüpfungspunkte hin betrachtet.
Die Literaturlage im Bezug auf die Partei und auf das Bild Friedrichs des Großen ist umfangreich...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Einfluss des Kaiserreichs in der Weimarer Republik

2.1. Verfassung

2.2. Militär

2.3. Bevölkerung

3. Veränderungen der Darstellung Friedrichs des Großen

3.1. Wissenschaftliche Literatur

3.2. Popularisierung durch Propaganda

3.2.1. Film

3.2.2. Wahlkampf

4. Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP)

4.1. Parteiprogramm

4.2. Politik in der Republik

4.3. Resonanz

5. Monarchismus in der Weimarer Republik

5.1. Kaiseridee der Deutschnationalen

5.2. Einfluss der Leitfigur Friedrich

5.3. Resonanz in der Bevölkerung

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die historische Figur Friedrichs des Großen als zentraler Bestandteil der monarchischen Vorstellungen und der politischen Agitation der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in der Weimarer Republik fungierte und welche Motive dieser Instrumentalisierung zugrunde lagen.

  • Analyse der Nachwirkungen kaiserlicher Strukturen auf das politische System der Weimarer Republik.
  • Untersuchung der medialen Popularisierung Friedrichs des Großen durch Film und Wahlpropaganda.
  • Darstellung der politischen Strategien und Programmatik der DNVP in der Weimarer Republik.
  • Bewertung der Rolle des "Preußen-Mythos" als Ersatz für eine fehlende monarchische Identität in der Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Film

Die bereits erwähnte versuchte Etablierung Friedrichs als Führungsfigur konnte neben der literarischen Darstellung am zweckmäßigsten mit dem in den 1920er Jahren populärer werdenden Massen-Medium Film erreicht werden. Hier machten sich die Filmproduzenten die in der Bevölkerung bekannten, idealisierten Geschichten über Friedrich den Großen zu eigen, welche durch die Bilder aus dem 19. Jahrhundert und die preußische Hofgeschichtsschreibung verbreitet worden waren. Der Filmstoff beinhaltete dabei hauptsächlich die Zeit des Siebenjährigen Krieges von 1756 bis 1763, der perspektivisch an Friedrichs vermeintlichen volkstümlichen Lebensweg angelehnt ist und eine Rückbesinnung auf die Zeit des wahren Preußen darstellte. In der Weimarer Republik wurde der Stoff im Schwerpunkt (etwa 16 von 23 Friedrich-Filmen) in der so genannten Fridericus-Rex-Reihe verarbeitet. Die Reihe mit Filmen wie dem Fridericus Rex-Vierteiler von 1920/21 bis 1923 befriedigte nicht nur die Nachfrage des Publikums nach Schwelgen in der glorreichen Vergangenheit in Zeiten republikanischer Krisen, sondern ermöglichte auch der Universum Film AG (UFA) das Angebot der Filme aufgrund des großen finanziellen Erfolges auszuweiten.

In dem Vierteiler wurde die Lebensgeschichte Friedrichs von der Jugend bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges verarbeitet, der trotz biographischer Übereinstimmungen keiner realen, zeitgenössischen Sicht auf Preußen entsprach. Gerade der letztere Punkt ist optisch nachzuvollziehen, wenn ein Vergleich der bildlichen Darstellung Friedrichs vorgenommen wird. Hier zeigt sich, dass die bildliche Darstellung Friedrichs durch Adolph Menzel und Anton Graff ab 1870 in der Bevölkerung verinnerlicht worden war, da sich die Beliebtheit der Fridericus-Rex-Filme auf das bekannte Bild stützte, was nicht zuletzt an der Person des Schauspielers Otto Gebühr und dessen Ähnlichkeit zu Friedrich lag.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung, ob Friedrich der Große als Symbolfigur für monarchistische Bestrebungen in der Weimarer Republik instrumentalisiert wurde, und stellt den Kontext der preußischen Traditionen dar.

2. Der Einfluss des Kaiserreichs in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel untersucht die Kontinuitäten monarchischer Strukturen in der Verfassung und dem Militär sowie die Haltung der Bevölkerung gegenüber dem neuen Staat.

3. Veränderungen der Darstellung Friedrichs des Großen: Hier wird analysiert, wie das Bild Friedrichs in der wissenschaftlichen Literatur und durch moderne Massenmedien wie den Film für propagandistische Zwecke gewandelt wurde.

4. Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP): Das Kapitel behandelt die Entstehung, das Parteiprogramm sowie die politische Arbeit und Resonanz der DNVP, die sich als zentrale konservative Kraft positionierte.

5. Monarchismus in der Weimarer Republik: Der Fokus liegt auf der monarchischen Ideologie der DNVP, dem Stellenwert der Kaiseridee und der bewussten Nutzung Friedrichs als identitätsstiftende Leitfigur.

6. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass eine echte Restauration der Monarchie nicht mehrheitsfähig war, die Nutzung von Friedrich als symbolische Führungsfigur jedoch ein zweckmäßiges politisches Mittel der DNVP blieb.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, DNVP, Friedrich der Große, Monarchismus, Preußen, Nationalismus, Politische Propaganda, Fridericus-Rex-Filme, Reichspräsident, Konservatismus, Identitätsstiftung, Geschichtsbild, Kaisertum, Dolchstoßlegende, Politische Kultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie konservative politische Kräfte in der Weimarer Republik die historische Gestalt Friedrichs des Großen als Symbol nutzten, um ihre monarchistischen Ziele zu propagieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten gehören das Fortbestehen kaiserlicher Traditionen in der Republik, die Instrumentalisierung historischer Mythen in den Massenmedien und die politische Strategie der Deutschnationalen Volkspartei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und inwieweit Friedrich der Große als Ankerpunkt für monarchistische Vorstellungen der Deutschnationalen diente und warum diese Strategie trotz massiver Bemühungen letztlich nur begrenzt erfolgreich war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse historischer Literatur, Wahlkampfmaterialien sowie zeitgenössischer filmischer Adaptionen, um das politische Geschichtsbild dieser Zeit zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Einfluss des Kaiserreichs auf die neue Republik, die Wandlung der Friedrich-Darstellung, die Parteiprogrammatik der DNVP sowie die spezifischen monarchistischen Konzepte innerhalb dieser Partei analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weimarer Republik, Monarchismus, DNVP, Preußen-Mythos, politische Instrumentalisierung und Symbolpolitik charakterisiert.

Warum lehnte ein Teil der Monarchisten Wilhelm II. als Leitfigur ab?

Viele Neokonservative lehnten Wilhelm II. aufgrund seiner Flucht, seiner wahrgenommenen Anpassung an westliche Lebensstile und seines mangelnden Kampfgeistes gegen sozialdemokratische Tendenzen ab.

Inwiefern beeinflussten die "Fridericus-Rex-Filme" die politische Meinung?

Diese Filme bedienten die Sehnsucht nach einer glorreichen, autoritären Vergangenheit und festigten das Bild einer starken, opferbereiten preußischen Führungsfigur, die den demokratischen Krisen der Zeit entgegengesetzt wurde.

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Details

Title
Monarchismus in der Weimarer Republik: Das Bild Friedrichs des Großen als Teil der Monarchievorstellungen der Deutschnationalen Volkspartei
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Neuere Geschichte I: Friedrich der Große oder Friedrich II.?
Grade
2,3
Author
Benjamin Pommer (Author)
Publication Year
2008
Pages
26
Catalog Number
V92228
ISBN (eBook)
9783638060721
ISBN (Book)
9783640282166
Language
German
Tags
Monarchismus Weimarer Republik Bild Friedrichs Großen Teil Monarchievorstellungen Deutschnationalen Volkspartei Neuere Geschichte Friedrich Große Friedrich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Pommer (Author), 2008, Monarchismus in der Weimarer Republik: Das Bild Friedrichs des Großen als Teil der Monarchievorstellungen der Deutschnationalen Volkspartei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92228
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