Change-Management ist Soziales Management. Das Management von Gruppen und ihren internen Wandlungsprozessen ist das Management von sozialen Systemen. In sozialen Systemen existieren immer geplante, aber auch ungeplante Veränderungen. Die dargestellte Argumentation verfolgt das Ziel aufzuzeigen, dass Change-Theorien nicht nur für geplanten, sondern auch für ungeplanten Wandel nutzbar gemacht werden können.
Da Lewins Theorie und Methode auf gruppenbezogenen psychologischen Grundprinzipien aufbauen, besitzen sie im Kern gruppensoziologische Allgemeingültigkeit. Um diese Aussage nachvollziehbar darzustellen wird die Feldtheorie als Argumentationsgrundlage entwickelt. Von der Feldtheorie ausgehend wird die bis heute grundlegende Methode für geplanten Wandel im nächsten dargestellt. Um die Anwendbarkeit des Modells auch für ungeplanten Wandel zu verdeutlichen, werden in dann mit Motivation und Orientierung, zwei zentrale Erfolgsfaktoren für Change-Vorhaben erläutert. Der theoretische Teil dieser Ar Arbeit schließt mit einer Schlüsselkompetenz für Change-Vorhaben ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Feldtheorie
2.2 Drei-Phasen-Modell
2.3 Motivation und Orientierung
2.4 Kommunikation
3. Praxis
3.1 Praxisfall Covid-19
4. Selbstreflektion
4.1 Vier Handlungsoptionen
4.2 Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, wie Change-Management-Theorien, die ursprünglich für geplante Veränderungsprozesse entwickelt wurden, auch zur verantwortungsvollen Gestaltung von ungeplantem Wandel in sozialen Systemen eingesetzt werden können. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Ableitung konkreter Handlungsoptionen für das Management unter Einbezug psychologischer Prinzipien.
- Übertragbarkeit von Change-Theorien auf ungeplante Wandelsituationen
- Die Rolle von Feldtheorie und Drei-Phasen-Modell im Sozialen Management
- Bedeutung von Motivation und Orientierung für Mitarbeiter
- Kommunikationsstrategien als Fundament in Krisenzeiten
- Reflektion anhand eines Praxisfalls (Covid-19)
Auszug aus dem Buch
3.1 Praxisfall Covid-19
Am 27. Januar 2020 wurde der erste Covid-19-Fall in Deutschland erfasst (Deutschlandfunk 2020, Quelle Internet). Dies führte zu einem ungeplanten Wandel, welcher sich über die gesamte Bandbreite von natürlichen zu juristischen Personen auswirkte. Auch das Unternehmen, in dem ich arbeite, wurde davon betroffen und ist es zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Hausarbeit noch immer.
Ich arbeite in einem sozialen Unternehmen in der Gemeinwesenarbeit. Wir sind zu zweit vor Ort, wobei meine Kollegin im Quartiersmanagement tätig ist. Insgesamt gibt es drei Standorte, mit jeweils zwei Personen, die zusammen ein Team bilden. Meine Aufgabe ist es die allgemeinen Lebensbedingungen der Menschen in dem mir zugewiesenen sozialschwachen Quartier zu erhöhen. Dies geschieht durch die Etablierung verschiedener Kreativ- und Lern-Kurse, aber auch durch Netzwerkarbeit zwischen den Nachbarinnen und Nachbarn, sowie zwischen den Akteuren, wie Schulen, Jugendhäuser etc., im Quartier. Darüber hinaus haben wir einen Gemeinschaftsgarten und einen kleinen sozialen Laden.
Den Anfangszeitpunkt des Praxisfalls definiere ich in dem Moment, als sich die ehrenamtliche Leitung des Ladens bei mir meldet und mitteilt, dass sie und die anderen Mitarbeitenden auf Grund der Ansteckungsgefahr beschlossen haben den Laden vorläufig zu schließen. Dies war im Februar für mich der Anlass, um das Management zu kontaktieren und nach dem weiteren Vorgehen zu fragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des persönlichen Interesses am Sozialen Management und Zielsetzung, Change-Theorien für ungeplanten Wandel nutzbar zu machen.
2. Theorie: Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen wie Lewins Feldtheorie, das Drei-Phasen-Modell, Motivationsarten nach Lauer und Kommunikationsmodelle für Change-Prozesse.
3. Praxis: Anwendung der theoretischen Konzepte auf den Praxisfall der Covid-19-Pandemie und Analyse der Reaktionen im beruflichen Kontext.
4. Selbstreflektion: Ableitung von vier Handlungsoptionen – Kommunikationsstrategie, Motivationstraining, Niveausensibilität und Phasenbewusstsein – zur Bewältigung ungeplanten Wandels.
Schlüsselwörter
Change-Management, Soziales Management, Ungeplanter Wandel, Feldtheorie, Drei-Phasen-Modell, Motivation, Orientierung, Kommunikation, Kübler-Ross-Kurve, Covid-19, Gruppendynamik, Handlungsoptionen, Krisenmanagement, Führung, Organisationsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie man ungeplante Veränderungsprozesse in sozialen Systemen verantwortungsvoll und mit wissenschaftlich fundierten Management-Methoden steuern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Anwendung der Feldtheorie, Motivationspsychologie, zielgerichtete Kommunikation in Krisen und das Management von Gruppen in Wandlungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass klassische Change-Theorien nicht nur für geplante Projekte, sondern auch für unvorhersehbare, ungeplante Veränderungen (wie eine Pandemie) erfolgreich adaptiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche (Lewin, Lauer, Frei) und eine qualitative Reflexion eines eigenen Praxisfalls mittels SWOT-Analyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zu psychologischen Change-Modellen und einen praktischen Teil, in dem ein Fallbeispiel aus der Gemeinwesenarbeit analysiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Change-Management, Niveausensibilität, Phasenbewusstsein und Gruppendynamik.
Wie hilft das Drei-Phasen-Modell bei ungeplantem Wandel?
Indem man den Wandel in kontrollierbare Schritte (Auflockern, Hinüberleiten, Verfestigen) unterteilt, können Mitarbeiter weniger überfordert und Ergebnisse nachhaltiger gesichert werden.
Warum spielt die Kübler-Ross-Kurve hier eine Rolle?
Sie dient als Diagnosewerkzeug, um die emotionalen Phasen von Mitarbeitenden im Veränderungsprozess zu verstehen und passgenaue orientierungsgebende Maßnahmen einzuleiten.
Welche Rolle spielt die Führung im Praxisfall Covid-19?
Die Führung steht vor der Herausforderung, trotz fehlender Vorhersehbarkeit Orientierung zu geben, wobei das Fehlen direkter Kommunikation im Praxisfall als Schwachstelle identifiziert wurde.
- Arbeit zitieren
- Till Kujadt (Autor:in), 2020, Ungeplanten Wandel verantwortungsvoll Gestalten. Change Management Grundprinzipien im Kontext der COVID-19 Pandemie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922337