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Aufschwung und Niedergang: Die wirtschaftliche Transformation Chinas und Russlands im Vergleich

Title: Aufschwung und Niedergang: Die wirtschaftliche Transformation Chinas und Russlands im Vergleich

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Stefan Weidemann (Author)

History - Asia
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Die Arbeit vergleicht die radikale wirtschaftliche Transformation der Sowjetunion (bzw. Russlands) anfang der 90er Jahre mit der schrittweisen, marktwirtschaftliche Öffnung Chinas seit den spätern 70er Jahren. Sie stellt dabei die Frage in den Mittelpunkt, wie die sehr unterschiedlichen Erfolge begründet werden können und welche Rolle die Ausgangssituationen und die Wahl der Reformansätze dabei spielten. Die tiefgreifenden Veränderungen, die Russland und China in den letzten zwanzig Jahren des vergangenen Jahrhunderts erlebten, standen in vielfacher Hinsicht unter ähnlichen Vorzeichen und hätten unterschiedlicher doch nicht sein können. Auf der einen Seite die Erosion des einstigen Sowjet-Imperiums, in dem ein dramatischer, ökonomischer Niedergang mindestens ebenso schnell Einzug hielt, wie westliche Wirtschaftsberater und konventionelle, kapitalistische Wirtschaftspolitik. Auf der anderen Seite das zunächst ökonomisch praktisch bedeutungslose China, das mittels einer vorsichtigen, schrittweisen Öffnung für marktwirtschaftliche Ansätze eine Phase atemberaubenden ökonomischen Aufschwungs herbeiführte, der nicht nur an sich schon alles zuvor Bekannte in den Schatten stellt, sondern der eine wirtschaftliche Supermacht hervorbrachte, die heute eine ernstzunehmende Herausforderungen für die etablierten Industrienationen darstellt. Zwar sind heute – beispielsweise in Form massiver Umweltverschmutzungen – Makel am 'chinesischen Wirtschaftswunder' offenbar geworden; Zwar hat Russland wohl den Tiefpunkt seiner ökonomischen Krise überwunden und fordert – begünstigt durch steigende Rohstoffpreise – seinen Platz im oberen Drittel der Weltwirtschaft zurück. Dennoch aber zeugt die Transformation der beiden größten kommunistischen Volkswirtschaften, hin zu marktorientierteren Systemen, von gravierenden Unterschieden, die einer Erklärung bedürfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten – Die Ausgangslage im Vergleich

Der wirtschaftliche Niedergang der Sowjetunion

Die Hinterlassenschaften von Mao Zedong

Fazit

2 Die Reformpolitik im Vergleich

Die Reformen in der Sowjetunion und Russland

Die Reformen in China

3 Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Reformen

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gravierenden Unterschiede in der wirtschaftlichen Transformation Chinas und Russlands in den letzten zwanzig Jahren des 20. Jahrhunderts. Das Ziel besteht darin, durch eine übergeordnete Perspektive zu klären, inwieweit die unterschiedlichen ökonomischen Ergebnisse auf die jeweiligen Ausgangspositionen der Länder oder auf die gewählten Reformansätze zurückzuführen sind.

  • Analyse der wirtschaftlichen Ausgangslage beider Systeme vor Beginn der Reformen.
  • Vergleich der Reformansätze: Schocktherapie in Russland versus gradueller Reformprozess in China.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen und sozialen Ergebnisse der jeweiligen Transformationspfade.
  • Bewertung des Einflusses politischer Stabilität und institutioneller Rahmenbedingungen.
  • Reflexion über das Verhältnis von marktwirtschaftlicher Öffnung und politischem System.

Auszug aus dem Buch

Die Hinterlassenschaften von Mao Zedong

Im gängigen Bild von Chinas jüngerer Geschichte beginnt aller wirtschaftlicher Aufschwung oftmals erst mit den Reformen Deng Xiaopengs. Und auch wenn dies insofern seine Berechtigung besitzt, als China durch die durch Deng eingeleiteten Reformen einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, sollte eines dennoch nicht vergessen werden: Die Zeit unter Mao Zedong war die Zeit der chinesischen industriellen Revolution. Mao hinterließ ein China, dessen industrieller Anteil am „materiellen Nettoprodukt [...] von 23 Prozent im Jahre 1952 auf fünfzig Prozent im Jahre 1976 gestiegen [war].“ Insofern ist also die Vorstellung vom China vollkommen kleinbäuerlicher Prägung verfehlt. Aus Furcht vor Angriffen, der USA und später auch der Sowjetunion, hatte China allerdings seine wachsenden industriellen Kapazitäten insbesondere zum Ausbau des militärischen Sektors genutzt, auch wenn es selbst nicht im Zentrum des Kalten Krieges stand. Noch zu Maos Lebzeiten war es in den Kreis der Atommächte aufgestiegen und produzierte Jets ebenso wie Interkontinentalraketen.

Das alles sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das chinesische Wachstum ebenso wie in der Sowjetunion auf dem Mehreinsatz von Arbeitskraft und Ressourcen beruhte und die totale Faktorproduktivität unter Mao sogar zurückging. Außerdem blieb der Lebensstandard insbesondere der Landbevölkerung sehr gering, denn auch die chinesische Planwirtschaft hatte mit den allen staatlich gelenkten Volkswirtschaften innewohnenden Effizienzproblemen zu kämpfen. Hinzu kam die immer deutlicher zu Tage tretende Überbevölkerung. Mehr als ein viertel der Bevölkerung „vegetierten unterhalb des Existenzminimums. In den Städten hatte sich der Wohnraum pro Einwohner zwischen 1952 und 1977 von 4,3 auf 3,6 Quadratmeter reduziert.“

Abschließend sei hier noch auf einen anderen Aspekt hingewiesen: Wie in der Sowjetunion, gab es auch in China die Erfahrung (geradezu katastrophal) gescheiterter Reformversuche. Im Gegensatz zur Sowjetunion handelte es sich dabei allerdings um radikale Projekte wie den „Großen Sprung nach vorne“, der Millionen Hungertote verursachte. Die Chinesen hatten also die Erfahrung gemacht, dass Reformversuche, die die chinesische Wirtschaft in kürzester Zeit umfassend verändern sollten, sich als katastrophale Fehler erwiesen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die gegensätzlichen Entwicklungen von China und Russland seit Ende des 20. Jahrhunderts dar und formuliert die Forschungsfrage nach den Ursachen dieser unterschiedlichen Transformationspfade.

1 Unterschiede und Gemeinsamkeiten – Die Ausgangslage im Vergleich: Dieses Kapitel arbeitet die ökonomischen Rahmenbedingungen beider Länder vor Beginn der Reformen heraus und beleuchtet die Rolle von Planungssystemen und militärischer Ressourcenbindung.

2 Die Reformpolitik im Vergleich: Hier werden die gegensätzlichen Reformansätze gegenübergestellt – der radikale Umbruch in Russland (Schocktherapie) und der schrittweise, pragmatische Ansatz in China.

3 Die wirtschaftlichen Ergebnisse der Reformen: Dieses Kapitel skizziert die signifikanten Unterschiede in der wirtschaftlichen Performance und den sozialen Auswirkungen der Reformen in beiden Ländern.

4 Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass primär die unterschiedliche Wahl der Reformansätze und das politische Umfeld die divergierenden Ergebnisse erklären, wobei das Scheitern in Russland stark auf politisches Versagen zurückzuführen ist.

Schlüsselwörter

Transformation, Sowjetunion, China, Marktwirtschaft, Reformpolitik, Schocktherapie, Planwirtschaft, Deng Xiaopeng, Michail Gorbatschow, Wirtschaftsreform, Systemumbruch, Transformation, ökonomischer Niedergang, Privatisierung, industrielle Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die unterschiedlichen wirtschaftlichen Transformationsprozesse von China und der ehemaligen Sowjetunion bzw. Russland nach 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die ökonomischen Ausgangslagen der beiden Länder, die verschiedenen Reformansätze und die resultierenden wirtschaftlichen sowie sozialen Entwicklungen während der Transformationsphase.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit untersucht, ob die dramatische Kluft in den Entwicklungsergebnissen der beiden Länder primär durch ihre unterschiedlichen Ausgangspositionen oder durch die gewählten Reformansätze verursacht wurde.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird ein vergleichender historisch-ökonomischer Ansatz gewählt, der eine übergeordnete Perspektive einnimmt, um grundsätzliche Zusammenhänge und Ursache-Wirkungs-Prinzipien der Transition aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Ausgangssituationen, stellt die Reformpolitik Gorbatschows und Jelzins jener von Deng Xiaopeng gegenüber und beleuchtet die quantitativen und qualitativen Ergebnisse dieser Politiken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Gradualismus, Schocktherapie, staatliche Planwirtschaft, industrielle Transformation und institutionelle Stabilität.

Wie unterscheidet sich die russische Privatisierung von der chinesischen?

Während Russland eine abrupte und politisch instabile Privatisierung durchführte, die in einem Zusammenbruch resultierte, setzte China auf einen schrittweisen Übergang, der den Kapitalzufluss in ländliche Regionen förderte.

Welche Rolle spielte der internationale Druck bei den russischen Reformen?

Der Autor führt das Scheitern der russischen Reformen teilweise auf die Beratung durch internationale Institutionen wie den IWF und die zu radikale Umsetzung marktwirtschaftlicher Prinzipien zurück.

Warum konnte China laut Autor eine höhere Stabilität bewahren?

Die chinesische Führung bewahrte eine größere ideologische Flexibilität und Stabilität, indem sie schrittweise vorging und den Zusammenbruch staatlicher Institutionen verhinderte.

Was ist das ernüchternde Fazit bezüglich politischer Systeme?

Das Fazit stellt fest, dass eine ökonomische Transformation zu einem marktwirtschaftlichen System nicht zwangsläufig mit einer demokratischen politischen Öffnung einhergeht.

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Details

Title
Aufschwung und Niedergang: Die wirtschaftliche Transformation Chinas und Russlands im Vergleich
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Geschichte der Weltwirtschaft seit 1945
Grade
2,3
Author
Stefan Weidemann (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V92244
ISBN (eBook)
9783638060844
Language
German
Tags
Aufschwung Niedergang Transformation Chinas Russlands Vergleich Geschichte Weltwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Weidemann (Author), 2007, Aufschwung und Niedergang: Die wirtschaftliche Transformation Chinas und Russlands im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/92244
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