Die Vielfalt kultureller Unterschiede. Das Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu als Erklärungsansatz für das soziale Verhalten von Gruppen


Bachelorarbeit, 2017

45 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die methodologische Grundlage Bourdieus für die Entwicklung des Habitus
2.1 Der Konflikt der Distanz zum Forschungsgegenstand
2.2 Die Schwierigkeiten des Objektivismus und Subjektivismus
2.3 Die praxeologische Erkenntnisweise als Lösungsvorschlag

3. Die Habitus-Theorie als Erklärung für das soziale Verhalten von Gruppen
3.1 Die Definition und Funktion des Habitus
3.2 Die Entstehung kultureller Unterschiede
3.3 Bourdieus Anwendung des Konzepts in der empirischen Forschung

4. Weiterführende Rezeption: Beispiele aus dem Alltag
4.1 Der Körper in der Soziologie: Programmieren
4.2 Die Musik als Legitimationsmittel für Geschmack

5. Ein kritischer Ausblick

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Gender-Klausel

Zugunsten der besseren Lesbarkeit wird im Rahmen dieser wissenschaftlichen Arbeit auf die simultane Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezogene Bezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

1. Einleitung

„Verstehen heißt zunächst das Feld zu verstehen, mit dem und gegen das man sich entwickel t."1

Bereits im Jugendalter setzte sich Pierre Bourdieu mit seiner sozialen Herkunft auseinander.2 Als Kind eines Briefträgers stammte er aus bescheidenen Verhältnissen, welche später seine Beziehung zur gesellschaftlichen Welt prägen sollten. Durch die Berufstätigkeit des Vaters, die trotz langer Arbeitszeiten nur eine einfache Wohnsituation ermöglichte, entwickelte Bourdieu ein Verständnis für die Lebensbedingungen der einfachen Leute.3 Mit dem Eintritt in das Internat erlebte er den Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Wertesystemen. Es wurden von ihm Eigenschaften wie gute Manieren und sittliches Verhalten gefordert, die im Kontrast zu seiner ländlich geprägten Erziehung standen.4 Obwohl er als Schüler im Internat sehr gute Leistungen erzielte, fühlte er sich aufgrund seines niedrigen Sozialstatus nie dazugehörig. Enorme Unterschiede im Vergleich zu seinen bürgerlichen Mitschülern, beispielsweise der Kleidungsstil, das finanzielle Vermögen und sein bäuerlicher Sprachdialekt, verstärkten seine Rolle als Außenstehender zunehmend. Aber nicht nur individuelle Differenzen, sondern auch institutionelle Vorgehensweisen der Schule wie Auszeichnungen, die sich am gesellschaftlichen Status der Eltern orientierten, beeinflussten Bourdieus Position im Internat im negativen Sinne. Seine Erfahrungen mit der Welt wurden von Anfang an mit sozialer Ungleichheit konfrontiert.5

Auch in Bourdieus weiterem Lebenslauf wird das Dilemma der beiden grundsätzlich verschiedenen Lebensweisen deutlich. Als Student der Philosophie an der ,Ecole normale supérieure‘ befand er sich auf dem höchsten Grad der schulischen Ausbildung.6 Bourdieu selbst beschreibt in seinem Buch ,,Ein soziologischer Selbstversuch“ die Trennung seines Habitus. Zum einen beinhaltet er die Dispositionen seiner Herkunft, welche die Ansichten der niedrigen Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Auf der anderen Seite zeigt die Hochachtung im Bildungswesen, für dessen Verdienst er gewisse Regeln befolgen musste, seine Auswirkung auf den Habitus.7 Der Grund für seinen zweigeteilten Habitus lässt sich an seiner Erfahrung mit dem akademischen Bereich der Philosophie erklären, in dem er sich zunehmend als Außenseiter empfunden hatte. Er entfernte sich von der Bildungselite der Philosophen, die eine fächerübergreifende Tätigkeit prinzipiell ablehnte und sich selbst als dominierende Fakultät sah8, und widmete sich der Ethnologie sowie der Soziologie, um der Arroganz im philosophischen Feld zu entkommen.9 Nach seinem Studium in Frankreich und seinem Militärdienst in Algerien arbeitete Bourdieu zusammen mit dem algerischen Wissenschaftler Abdelmalek Sayad an seiner ethnologischen Feldforschung über die algerische Gesellschaft, die er später mit der französischen Gesellschaft in Vergleich setzte.10

Geleitet von seinem Interesse an sozialen Wirklichkeiten und Lebensumständen,11 die wiederum von sozialen Gegensätzen geformt sind, entwickelte Bourdieu ein Konzept, welches das Verhalten von sozialen Gruppen zu erklären versucht. Denn Bourdieu selbst sah seine soziale Herkunft nicht als Belastung: Für ihn öffnete sich dadurch vielmehr die Gelegenheit, eine Perspektive zu entwickeln, die den Blickwinkel auf das Unbedeutende richtet.12

Um im Verlauf dieser Arbeit der Frage auf den Grund zu gehen, inwiefern der Habitus-Ansatz von Pierre Bourdieu das soziale Verhalten von Gruppen erklären kann und wie dies in der Anwendung genau geschieht, soll der Fokus zuerst auf die methodologische Sichtweise Bourdieus gelegt werden, mit der sich die Entstehung des Habitus-Konzepts erläutern lässt. Dabei werden die Probleme von subjektivistischen als auch objektivistischen Theorien aufgezeigt, die Bourdieu zu dem Entwurf einer praxeologischen Erkenntnisweise bewegen. Anschließend wird mithilfe der Definition und Funktion des Habitus versucht, kulturelle Unterschiede von sozialen Gruppen in der Theorie sowie in der empirischen Forschung herauszuarbeiten. Zum Schluss sollen zwei wichtige Rezeptionen dargelegt werden, welche die theoretische Idee Bourdieus aufgreifen. Jedoch muss auch die kritische Auffassung gegenüber dem bourdieuschen Konzept in Betracht gezogen werden, was letztendlich zu einem umfassenden Fazit führt.

2. Die methodologische Grundlage Bourdieus für die Entwicklung des Habitus

Für ein besseres Verständnis der methodologischen Basis Bourdieus und der darauf folgenden Entwicklung seines theoretischen Konzepts des Habitus soll kurz auf den Entstehungskontext seiner ,,Theorie der Praxis“ eingegangen werden, zumal Bourdieus ethnologische Erkenntnisse in Algerien bei den Kabylen13 seine wissenschaftliche Orientierung geprägt hat. Die fundamentalen Ansätze für die bourdieusche praxeologische Denkweise, wie der Begriff des Habitus, des Feldes oder des Kapitals manifestierten sich im Rahmen seiner Forschungsinteressen. Die Konzeption der drei zusammenhängenden Hilfsinstrumente erlaubt eine von dem zu untersuchenden Feld unabhängige Verknüpfung zwischen objektiven Strukturen und individueller Praxis.14 Aufgrund seiner Arbeit in der empirischen Forschung setzt sich Bourdieu das Ziel, die Lebenswelt des Individuums mit den gesellschaftlichen Feldern zu verbinden. Objektivismus und Subjektivismus15 stehen sich somit nicht als widersprechende Theorien gegenüber, sondern bedingen sich gegenseitig.16

Ohne spezifische Definitionen bereits vorwegzunehmen, soll in den nächsten Kapiteln deutlich werden, dass es Bourdieu auch in vielerlei Hinsicht um das Aufdecken von komplexen Herrschaftsstrukturen und die Überwindung des Ethnozentrismus17 geht, was in seiner ,,Theorie der Praxis“ betont wird.18 Er sieht in der Tätigkeit des Ethnologen ein mögliches Risiko: Da der Ethnologe die unterschiedlichen Praxishandlungen in einer Gesellschaft erklären möchte, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Forschungssituation während der Auseinandersetzung mit dem Forschungsgegenstand verfälscht werden könnte. Als Beispiel dafür lässt sich die Wahrnehmung der Sprache anführen. Anstatt das Individuum selbst mit der Sprache als Hilfe für Ausdruck und Handlung zu erforschen, fasst der Forscher oftmals das Sprechen als einen passiven Vorgang auf. So ist es möglich, dass der gesagte Text erläutert wird, ohne das Ausgesprochene als Handlungsmittel zu begreifen.19

Im Folgenden soll die Thematik über spezifische Probleme in der Feldforschung und die Schwierigkeiten des Subjektivismus und Objektivismus aus der Perspektive Bourdieus vertieft werden, was ihn letztendlich dazu veranlasste, seine Idee der praxeologischen Erkenntnisweise als Lösungsvorschlag zu entwickeln.

2.1 Der Konflikt der Distanz zum Forschungsgegenstand

Die Feldforschung in Algerien beeinflusste Bourdieus Auffassung gegenüber der Wissenschaft. Besonders in der Ethnologie zählt die Feldforschung zu einer der Hauptmethoden für das Gewinnen und Auswerten von zahlreichen Daten. Nach Justin Stagl dient sie neben ihrer Funktion als Generator von Informationen weiterhin der persönlichen Entwicklung. Denn nach einer erfolgreichen Feldforschung eröffnet sich dem Forscher eine neue Weltanschauung und zudem ein Blick auf sich selbst. Allerdings wird ein Ethnologe auch mit vielen Problemen, vor allem in Bezug auf die wissenschaftliche Ausarbeitung seines Forschungsaufenthaltes, konfrontiert. Um der Wissenschaft gerecht zu werden, wird die subjektive Betrachtungsweise des Forschungsgegenstandes auf die Ebene der Intersubjektivität reduziert.20

So beschreibt Bourdieu in seinem Werk ,,Theorie der Praxis“, dass durch die Distanz zu dem zu erforschenden Subjekt eine gewisse Oberflächlichkeit entsteht, welche dem Ethnologen Situationen objektiv erscheinen lässt, was folglich zum Verhängnis werden kann: Praxis und Wirklichkeit werden vom Forscher in wissenschaftstheoretische Ansichten transformiert. Des Weiteren liegt laut Bourdieu die Aufgabe der Anthropologie darin, die Position des außenstehenden Beobachters kritisch zu überprüfen. Der Forscher tendiert dazu, bewegt von seinem Ziel, praktische Handlungen zu erläutern, die Bedeutsamkeit des Forschungsgegenstands nach seinen Verhältnissen zu ihm zu beurteilen.21 Verbunden mit dieser Problematik erwähnt Stagl die Schwierigkeit hinsichtlich der Herkunft und der schulischen Ausbildung vieler Ethnologen, die vorrangig westlich geprägt war und immer noch ist.22

Ein weiterer Punkt auf den Bourdieu aufmerksam macht, ist, dass die Erkenntnis eines Forschers nicht allein von der räumlichen und zeitlichen Lage gegenüber dem zu untersuchenden Individuums abhängt, sondern auch von der Beobachtung der praktischen Handlung.23 Die Methode der ,,Dichten Teilnahme“ nach Gerd Spittler bietet eine Vorgehensweise für eine präzise Erforschung praktischer Tätigkeiten. Spittler plädiert für eine Beobachtung, die alle Sinne des Menschen miteinschließt und weniger einer Systematik folgt. Dabei ist es wichtig, die Dinge mithilfe der Sinne aus dem Blickwinkel des Forschungsgegenstandes wahrzunehmen, und nicht nach der eigenen Tradition. Anstatt sich nur auf rein strukturierte Interviews zu konzentrieren, bildet die natürliche Unterhaltung den Schwerpunkt der Forschung, welche wiederum in einem wechselseitigen Verhältnis mit der Beobachtung steht.24

Bei der Untersuchung von Verhaltensweisen soll - anstelle von vorgefassten Betrachtungsweisen - das von Bourdieu beschriebene ,,Prinzip der Isotomie“ angewendet werden. Diese Idee beruht darauf, dass jeder Mensch dazu fähig ist, sich in die zu erforschende Gruppe zu integrieren, insofern er sich wie diese verhält und sich als Teil der Gruppe sieht. Durch zielstrebiges Verfolgen dieser Intention ist die Chance groß, wie ein Gruppenmitglied behandelt zu werden.25 In diesem Zusammenhang lässt sich zusätzlich die zeitlose Methode von Bronislaw Malinowski aufgreifen, welche die stetige Teilnahme am Leben der Eingeborenen als Voraussetzung für die Aufnahme in die zu analysierende Gruppe impliziert. Auch Malinowski sieht eine Gefahr in voreingenommenen Vorstellungen, da diese das Ergebnis verfälschen könnten.26 Nur durch die Eingliederung in die Gruppe ist es möglich, die Welt aus der Perspektive des Forschungsgegenstandes zu verstehen. Denn die Aufgabe des Ethnologen besteht darin, die Lebensverhältnisse und die spezifischen kulturellen Werte herauszufinden.27

Vorgefertigte Modelle für fremdartige Praktiken besitzen Bourdieus Ansicht nach keine ausreichende Entschlüsselungstechnik für die Symbole sozialer Wechselbeziehungen, wie zum Beispiel das Takt- oder Ehrgefühl.28 Zu dieser Thematik erwähnt George Herbert Mead, dass sich ein einzelnes Subjekt nur durch den Standpunkt der zugehörigen kollektiven Gruppe wahrnimmt.29 Mithilfe der Kommunikation äußert das Individuum in seiner sozialen Gruppe spezifische Symbole, die gewisse Reaktionen bei ihm selbst sowie bei den anderen sozialen Mitgliedern hervorrufen.30 Das Verhalten gegenüber einer bekannten bzw. vertrauten Person verläuft in dem Sinne anders - da man über die entsprechende Person informiert ist und somit über die damit verbundenen Werte, wie soziale Position, Geschlecht oder Alter Bescheid weiß - als bei einer unbekannten Person. Mit der Kenntnis der Beziehung wird die Wahl der Ausdrucksweise (wie die Körpersprache) beeinflusst, um beispielsweise nicht beleidigend auf das Gegenüber zu wirken.31

Zum tieferen Verständnis der Entwicklung Bourdieus praxeologischer Theorie wird im nächsten Kapitel auf die Schwierigkeiten des Subjektivismus und Objektivismus hingewiesen.

2.2 Die Schwierigkeiten des Objektivismus und Subjektivismus

In den Sozialwissenschaften wird unter dem Begriff des Objektivismus eine Erkenntnisweise verstanden, die Gegebenheiten wie etwa Strukturen, Systeme oder Gesetze untersucht. Dabei handelt es sich um eigenständige Verhältnisse, welche die subjektiven Elemente ausblenden. Im Vordergrund des Objektivismus steht die Makrosoziologie, die sich hauptsächlich mit der Gesellschaft und Systemen beschäftigt.32 Vertreter der objektivistischen Betrachtungsweise bemühen sich um die Erzeugung objektiver Bezüge, wie etwa linguistische Gesetze, welche die Strukturierung der unterschiedlichen Praxisformen regulieren.33

Aus der Perspektive Bourdieus tendieren vor allem Ethnologen, die von der Theorie der Linguistik geprägt sind, dazu, die wichtige Verbindung zwischen Sprache und Kultur zu übersehen.34 Als Beispiel dafür lässt sich Ferdinand de Saussure erwähnen, der die Sprache als ein theoretisches System mit Normen betrachtet, die den Sprechakt bedingen. Auf das Individuum selbst, welches spricht, wird keine Aufmerksamkeit gelegt. Zusätzlich fehlt es dem Objektivismus an Empirismus, da die reale Wirklichkeit in ein abstraktes Modell verwandelt wird, was die Struktur repräsentiert.35 Auch werden nach Bourdieus Meinung dem Untersuchungsobjekt Regeln vom Forscher auferlegt, die von ihm jederzeit willkürlich verändert werden können.36 Die Gedanken der Individuen werden ausgeblendet und die Struktur wird ohne Beachtung der Erzählung des Subjekts erzeugt.37 Ein weiterer Kritikpunkt von Bourdieu ist die passive Beobachterrolle des Forschers, aus dieser der Forschungsgegenstand auf Basis wissenschaftlicher Theorien analysiert wird, was eine Benachteiligung der gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Folge hat. Denn anstatt die Konzentration auf das Nachvollziehen sowie das Verstehen einer Praxis zu lenken, wird die Praxis aufgefasst und beschrieben. Eine damit eng zusammenhängende Problematik stellt die intellektuelle Beziehung des Forschers zum Objekt dar. Die Auffassung aus der Sicht des Akteurs, der das Objekt (beispielsweise ein Kunstwerk) erschaffen hat, fehlt gänzlich.38 Beim Objektivismus werden also zum einen soziale Handlungen als Interpretationsakt erläutert oder das produzierte und verschriftlichte System wird zum anderen zur Prämisse in der Wissenschaft.39

Im Gegensatz zum Objektivismus wird der Subjektivismus als eine Betrachtungsweise definiert, welche sich allein auf subjektive Empfindungen fokussiert. Dies können Absichten, Praktiken oder Wahrnehmungen eines Individuums sein. Die Untersuchung des Subjekts erfolgt im Rahmen einer Mikrosoziologie, in welcher der Forscher die Lebenswelt des Individuums betrachtet.40 Wissenschaftstheoretisch erklärt die subjektivistische Sichtweise die Wirklichkeit der Primärerfahrungen mit der sozialen Welt, die als selbstverständlich wahrgenommen wird. Sie umschreibt die Beziehung zur vertrauten Umwelt.41 Subjektivistische Theorien beruhen auf der Überzeugung, dass spezifische Bedingungen von Handlungen und Gedankenvorgängen eines Individuums erst aufgrund seines subjektiven Wissens möglich sind. Für die wissenschaftliche Ausarbeitung konzentriert sich das Konzept des Subjektivismus auf die alltägliche Erfahrung eines Individuums.42

Basierend auf seinem Werk ,,Der soziale Sinn“ kritisiert Bourdieu zunehmend die subjektive Ansicht Jean-Paul Sartres, der die Wahrheit einer über dem Individuum stehenden Instanz verneint.43 Bourdieus Erachtens nach besitzen Subjekte keine absolute Freiheit über ihren Willen und ihr Denken, da sich das alltägliche Wissen der Individuen über objektive Strukturen organisiert.44 Darüber hinaus neigt der Subjektivismus, gleichermaßen wie der Objektivismus, dazu, bestimmte Erfahrungen im wissenschaftlichen Diskurs zu generalisieren, da der Forscher seine Erlebnisse auf die des Individuums (in dem er sich selbst erkennt) projiziert.45 Außerdem wird bei der subjektivistischen Erkenntnisweise ,,die freie Entscheidung eines bewußten und rationalen Subjekts zur Grundlage der zumindest scheinbar irrationalsten Praktiken“46 gemacht. Das heißt, dass Handlungen, welche beispielsweise auf religiösen Glauben oder Vorlieben basieren, auf einer rationalen Entscheidung gründen.47 Es stellt sich grundsätzlich die Frage, unter welchen Voraussetzungen die alltäglichen Erfahrungen eines Individuums als natürlich verstanden werden.48

Was letztendlich dem Objektivismus fehlt ist die Praxis, die wiederum in der subjektivistischen Denkweise die Gesamtheit aller Individuen erklärt.49 Die Praxis ist der Schlüssel, um das Handeln der Akteure herauszufinden. Die Intentionen der Individuen, die erforderlich, hilfreich oder aussichtslos sein können, werden anhand der Praxis sichtbar.50 Aus der Sicht von Bourdieu entwickeln beide Ansätze ein theoretisches Konstrukt, um die Praxisformen der Subjekte erläutern zu können. Dies kann mit einer anthropologischen Beschreibung gleichgesetzt werden.51

2.3 Die praxeologische Erkenntnisweise als Lösungsvorschlag

Für Bourdieu gehören die vom Strukturalismus verhältnismäßig unbeachteten praktischen Erlebnisse der Individuen zur sozialen Welt dazu und müssen unter Beachtung von objektiven Strukturen analysiert werden. Bei der praxeologischen Betrachtungsweise werden die Einseitigkeiten von Objektivismus und Subjektivismus vermieden. Vielmehr bemüht sich Bourdieu darum, die Widersprüche der beiden Theorien zu überwinden.52 Um dies zu erreichen, muss der Wechsel von ,opus operatum‘ zum ,modus operandi‘ erfolgen. Das bedeutet, dass neben den objektiven Strukturen auch auf deren Erzeugungsweise eingegangen werden muss. Die Dialektik zwischen spezifischen Strukturen, die in einem bestimmten Umfeld vorkommen (z.B. klassenspezifische Bedingungen), und die mit dieser Umgebung untrennbaren sozialen Normen, produzieren die Formen des Habitus.53

Mit Bourdieus Theorie der Praxis ist es möglich die Intentionalität des Subjekts zu erfassen, da sich der Akteur kontinuierlich in eine gewählte soziale Welt begibt, worauf die unbewusste Kontrolle dieser erfolgt. Der soziale Sinn des handelnden Individuums ist die Voraussetzung des praktischen Sinns und macht jenen erst explizit.54 Der Praxissinn ermöglicht eine spontane Reaktion auf eine Praxis innerhalb einer sozialen Situation. Diese Art des Handelns tritt am zahlreichsten auf und wird als praktisches Handeln definiert. Es entstehen habitualisierte Reaktionen, die wiederum von Gewohnheit, Inkorporierung und Spontanität geformt sind.55 Solche Handlungen werden durch soziale Strukturformen beeinflusst und aus dem Habitus von Individuen hervorgebracht. Die Habitusformen werden infolge der Praxis erworben und erzeugen diese gleichzeitig, was das entscheidende Kennzeichen der Praxistheorie ausmacht.56

Ebenso betont Andreas Reckwitz die Bedeutsamkeit einer praxistheoretischen Sichtweise des Handelns im Rahmen sozialwissenschaftlicher Forschungen.57 Verwendet man beispielsweise die praxeologische Perspektive in den Naturwissenschaften, so können ,,informelle Verhaltensroutinen ,at work‘ rekonstruiert [werden]; [die] […] ihrerseits von einem impliziten Hintergrundwissen gestützt [sind].“58 Zusätzlich erlauben oder beschränken Instrumente im Labor spezifische Handlungsabläufe der Akteure, da der Gebrauch dieser Objekte ein spezielles Repertoire an Wissen voraussetzt. Neben der Technikforschung gehören auch die ,Gender Studies‘ zu den Feldern der Praxistheorie: Anhand der körperlichen Inszenierung von Individuen in der Öffentlichkeit können Geschlechter identifiziert werden. Über die erlernten und allgemein zugänglich geschlechtstypischen Bewegungen wird das kulturell geprägte Körperverhältnis erforschbar.59

Um die wesentlichen Grundzüge der Praxistheorie präzisieren zu können, sollen demzufolge die Haupteigenschaften der praxeologischen Sichtweise bezüglich des Sozialen dargestellt werden. Als die beiden wichtigsten Grundelemente der Praxistheorie beschreibt Reckwitz die ,,Materialität der Praktiken“ und die ,,implizite Logik“.

Der bedeutendste Bestandteil des Sozialen bei der praxeologischen Erkenntnisweise ist die Praktik selbst, die entweder erst nur mittels des eigenen Körpers oder Artefakten existieren kann. Die Praxistheorie ist eine von wenigen Theorien, die den Körper an sich integriert und bei dieser die Praktik als eine vom Körper gekonnte Handlung auftritt. Bei der Aneignung einer spezifischen Praxis erlernt der Akteur gleichzeitig, seinen Körper in einer speziellen Art und Weise in Bewegung zu setzen. Der Inhalt einer Praktik fügt sich aus routinisierten Bewegungsabläufen zusammen, für die nach Bourdieu ein inkorporiertes Wissen erforderlich ist. Aber nicht nur der Körper, sondern auch Artefakte, wie etwa Kleidung oder Gebäudeeinrichtungen, bilden eine weitere Komponente sozialer Praktiken. Gleichermaßen wie bei dem Körper benötigt der Handelnde ein praktisches Wissen, damit die Benutzung beziehungsweise die Anschaffung eines Artefakts für die Ausführung der Praxis gelingt. Sie dienen nicht als reines Mittel zum Zweck, vielmehr werden sie sinnhaft eingesetzt.60

Die praxeologische Betrachtungsweise beschäftigt sich mit Handlungen, die auf ein bestimmtes Wissen gründen. Daraus folgt, dass das Wissen selbst einzig und allein unter der Betrachtung der dazugehörigen Praktik wiedergegeben und erfasst werden kann. Dabei bilden ,,kulturelle Codes“, mithilfe dieser zum Beispiel eine Handlung in unvorstellbar beziehungsweise erstrebenswert eingeordnet wird, die Grundlage für das Wissen selbst. Unter den sogenannten ,,kulturellen Codes“ wird in der Praxistheorie ein Geflecht sinnhafter Differenzierung verstanden, welches die Routinisiertheit von Handlungen steuert. In der soziologischen Lebensstilforschung werden anhand der ausgeführten Praktiken die jeweiligen ,,kulturellen Codes“ erkennbar. Im Allgemeinen neigen die Praktiken der Akteure - durch die Inkorporierung und den Erwerb des dazugehörigen Wissens - zu einer gewissen Routine. Allerdings ist in einigen Fällen die Wahrscheinlichkeit für einen Misserfolg von Praktiken gegeben.61 So ist es denkbar, dass sich der Zusammenhang einer Praktik verändern kann, da beispielsweise mit der Entwicklung neuer Artefakte ein anderer Wissensbestand erforderlich wird. Ein weiterer Faktor für das Misslingen einer Praktik ist die Zeitlichkeit, die eine Unsicherheit in der Zukunft einbezieht und einen Einfluss auf das spezifische Handeln nehmen kann. Zudem ist es im Laufe der Zeit nicht ausgeschlossen, dass sich der Sinngehalt einer Praktik verändert, was ebenfalls einen Wandel des Wissens zur Folge hätte. Im Gegensatz zur Theorie der rationalen Entscheidungen setzt sich die praxeologische Erkenntnisweise mit der Routinisierung und Materialität des Sozialen auseinander.62

3. Die Habitus-Theorie als Erklärung für das soziale Verhalten von Gruppen

Der Theorieansatz des Habitus führte zu einem Paradigmenwechsel in den Sozialwissenschaften, da man sich zunehmend von der Annahme eines bewussten und nach Regeln befolgten Handelns distanzierte.63 Wenn der Begriff ,,Habitus“ fällt, wird dieser oft mit Pierre Bourdieu verknüpft. Ursprünglich stammt das Konzept jedoch aus der Philosophie Aristoteles, das von Bourdieu nach 1960 überarbeitet wurde. Die Gründung des Habitus basiert auf dem aristotelischen Terminus der ,,hexis“, welcher den erworbenen Zustand eines nach bestimmten ethischen Handlungsmuster laufenden Charakters impliziert, der die Gefühle sowie die Bedürfnisse und somit auch das Verhalten eines Individuums steuert.64

Im Gegensatz zur Idee der ,,generativen Grammatik“ Noam Chomskys65, fokussiert sich Bourdieu bei seiner Auffassung des Habitus nicht auf die natürlichen, sondern auf die sozialen Begebenheiten. Außerdem lässt sich der Habitus auf die verschiedensten Bereiche, in denen Praktiken vorkommen, übertragen. Er ist grundsätzlich dauerhaft, aber mit der Wandlung von sozialen Umständen, beispielsweise infolge von Migration, kann dieser durchaus verändert werden.66 Zusätzlich zeichnet sich der Habitus neben der Inkorporierung von sozialen Strukturen, welche die produzierten Praktiken beeinflussen, durch ein zeitliches Element aus. Denn die in der Vergangenheit erzeugten Erfahrungen werden mit den Konstitutionen in der Gegenwart konfrontiert.67

Ohne den Anspruch auf eine vollständige Behandlung des Habitus zu erheben, wird in diesem Kapitel versucht, die wichtigsten Aspekte des Habitus aus der Sichtweise von Bourdieu zu definieren sowie seine Funktionsweise zu erläutern, und wie dadurch klassenspezifische kulturelle Unterschiede erklärt werden können.

3.1 Die Definition und Funktion des Habitus

a) Definition

Der Ausdruck ,,Habitus“ im bourdieuschen Sinn beschreibt die Stellung eines Subjekts innerhalb der sozialen Welt. Diese Positionierung impliziert die Lebensweise, Einstellungen, Werte und Gewohnheiten des Individuums, wodurch sein Handeln und Denken erfasst werden. Dabei agiert der Mensch weder aufgrund seiner inneren Selbstbestimmung, wie es beim Subjektivismus der Fall ist, noch nach festgelegten Normen, wie bei der objektivistischen Theorie. Demgegenüber ist das Innere des Subjekts durch Vergesellschaftung geformt, infolgedessen das Individuum beschränkte Verhaltens- und Denkmuster aufweist, die im Rahmen der sozialen Praxis mitwirken.68

Bourdieu verwendet den Begriff des Habitus nicht als Merkmal der Individualität eines Subjekts, sondern das Individuelle ist immer mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten verbunden. Er spiegelt somit die Subjektivität der Sozialisation wider.69 Dadurch unterliegt der Habitus eines Individuums der ständigen Wechselbeziehung zwischen subjektiven Zielvorstellungen und objektiven Gelegenheiten. Zum Beispiel kann ein Mensch mithilfe seines eigenen Ehrgeizes die Aussicht auf einen hohen Schulabschluss in Erwägung ziehen oder er richtet seine Handlungen nach den objektiven Optionen aus, ohne ein subjektives Ziel vor Augen zu haben.70

Neben dem gesellschaftlichen Kriterium hängt der Habitus auch von historischen Bedingungen ab, zumal er nicht seit Geburt vorhanden ist, sondern sich aus individuellen und kollektiven Erfahrungen zusammenfügt.71 Entsprechend der Erklärung von Bourdieu legt der Akteur auf Grund seiner erlebten Primärerfahrungen eine praktische Beurteilung fest, welche die Habitusformen generiert. All dies ist zudem an den jeweiligen ökonomischen und sozialen Konditionen, wie zum Beispiel Verbote oder Vorlieben, die in einer Familie vorgelebt werden, gebunden.72 Mit anderen Worten wird einem Menschen, der in einer bestimmten Familie unter den dazugehörigen kulturellen Mitteln groß wird, die Möglichkeiten oder die Grenzen bei Wahrnehmungen oder Handlungen vorgegeben, die sich aber in seinem zukünftigen Leben noch ändern können. Dem Habitus an sich widerfährt keine Veränderung und neue Erfahrungen werden mit aufgenommen. Generell zeichnet er sich durch eine gewisse Stabilität aus, indem er versucht die vertrauten Zustände zu bewahren. In Bezug auf ungewohnte Situationen offenbart sich der Habitus als widerspenstig, was gewissermaßen das Vorkommen der Gegensätzlichkeit zwischen Habitus und objektiven Strukturen beweist.73 Bourdieu beschreibt diesen Konflikt als Hysteresiseffekt. Denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass das Individuum die Handlungen in einem Umfeld, was von dem Umfeld abweicht, in dem sich die Handlungen des Subjekts objektiv angepasst haben, als ablehnend auffasst. Dies kann beispielsweise bei Generationskonflikten beobachtet werden. Es treffen ungleiche Habitusformen zusammen, die aus verschiedenen objektiven Kontexten entstanden sind.74

Grundsätzlich lassen sich drei Muster des Habitus erkennen, die verbunden sind und miteinander fungieren. Während die Wahrnehmungsschemata die Strukturierung der alltäglichen Erfahrungen des sozialen Umfeldes organisieren, sind die Denkschemata für die Klassifikation der sozialen Welt, die Wahrnehmung ethischer Richtlinien und den Geschmack verantwortlich. Das bedeutet, dass die Akteure die soziale Welt auf eine bestimmte Art und Weise auffassen. Darüber hinaus sind sie mithilfe von ethischen Regeln fähig, die Handlungen der Gesellschaft zu bewerten und durch die Existenz ihres jeweiligen Geschmacks können sie kulturelle Praxis und Dinge beurteilen. Zuletzt gibt es noch die Handlungsschemata, welche die tatsächlichen gesellschaftlichen und individuellen Praktiken der Akteure beinhalten. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass all diese Schemata zum größten Teil ohne das Bewusstsein des Subjektes ablaufen, was das Vergessen der Geschichte erfordert. Geschmack und Ethos wirken kontinuierlich zusammen. Der soziale Sinn des Individuums ist im Körper selbst enthalten, welcher wiederum von den gerade erwähnten Schemata beeinflusst wird. Somit werden auch die körperliche Beherrschung, wie Bewegungen oder die Haltung des Körpers, und die Sprechweise des Akteurs durch den Habitus geformt.75

b) Funktion

Aus Sicht Bourdieus ist die Funktion des Habitus stets mit dem sozialen Zusammenhang des Akteurs verknüpft, worunter das Feld, die Klasse und das Geschlecht zählen. Der soziale Zusammenhang kommt zum einen in den Institutionen und zum anderen im menschlichen Körper selbst als Habitus zum Ausdruck.76 Außerdem prägen bestimmte Strukturregelmäßigkeiten (welche sich jederzeit verändern können) wie Macht oder Kapital den Habitus als solchen. Der Bedeutungsgrad dieser Strukturen variiert je nach Gesellschaft: So wird etwa der Geburt in einer spezifischen Gesellschaft mehr Wichtigkeit zugeschrieben als dem Bildungsgrad.77

Zu einer der drei relevanten Komponenten bezüglich des Habitus zählt das soziale Feld. Es bestimmt die Ordnung der Habitusformen und schafft die Voraussetzungen für die Inkorporierung dieser. Aber nicht nur das Feld allein legt die Zusammensetzung des Habitus fest, sondern auch der Habitus gestaltet das Feld als für sich sinnvolle Welt. Das ausgewählte Feld dient demnach genauso den Interessen des Habitus des jeweiligen Individuums.78 Trotz allem ist die Reichweite sozialer Handlungen in einem Feld, wie es zum Beispiel bei dem politischen Feld der Fall ist, beschränkt. Soziale Praktiken werden innerhalb eines Feldes ausgeführt und durch den Habitus festgesetzt.79

Der nächste Faktor, der auf die Funktionsweise des Habitus einen Einfluss nimmt, ist die soziale Klasse. Für Bourdieu schließt der Begriff der sozialen Klasse die sozialen Unterschiede zwischen der Ober- und der Unterschicht in einer Gesellschaft ein. Damit ist gemeint, dass generell ein Anteil der Menschen auf der Welt Ungleichheiten hinsichtlich der Teilnahme an gesellschaftlichen Entscheidungsvorgängen und Besitz erlebt. Die Differenzen der jeweiligen Individuen werden aufgrund der verschiedenen Kapitalsorten verwirklicht, wie zum Beispiel kulturelles oder ökonomisches Kapital, von denen einige mehr und andere weniger besitzen. Nach der bourdieuschen Auffassung stellt die Klassengesellschaft einen sozialen Raum dar, der neben den Ungleichheiten zusätzlich durch soziale Verhältnisse - worunter etwa die soziale Laufbahn, die Zeit und soziale Beziehungen fallen - geformt ist.80

Schließlich ist noch das Geschlecht zu erwähnen, welches auch für die Wirksamkeit des Habitus relevant ist. Schon während seinen Forschungsarbeiten bei den Kabylen bemerkt Bourdieu, dass sich das Geschlecht bezüglich der körperlichen Haltung gegeneinander abgrenzt. Bei den Frauen und Männern herrscht ein unterschiedliches Wertsystem, das sich durch Körperbewegungen und Gesten angesichts beider Geschlechter manifestiert. Dabei werden die verschiedenen Körper, wie etwa der eigene und die der anderen, in einer spezifischen Art und Weise wahrgenommen und in Kategorien verordnet.81 Dieses Wertsystem findet seinen Ursprung keineswegs in den biologischen Gegebenheiten, vielmehr lässt sich die Herkunft des Systems über erzählte Strukturen nachweisen.82 Das geschlechterspezifische Verhältnis zum eigenen Körper entfaltet sich schon seit Geburt und soziale Praktiken werden vom Habitus in den Gegensätzen weiblich und männlich klassifiziert. Sowie Männer als auch Frauen erlauben in ihren sozialen Handlungen die Reproduktion der Geschlechterbeziehung, was eine Einschränkung von Praktiken und Gelegenheiten beider Geschlechter bedeutet.83

[...]


1 Bourdieu, Pierre (2003a): Ein soziologischer Selbstversuch, Dt. Erstausgabe, 1. Auflage. Frankfurt am Main, Suhrkamp.

2 Pierre Bourdieu wurde am 1. August 1930 im französischen Dorf Denguin geboren. Zu seinen Lebzeiten wohnten dort 407 Einwohner (Vgl. Müller 2014: 15).

3 Vgl. Bourdieu 2003a: 95ff.

4 Vgl. Bourdieu 2003a: 112.

5 Vgl. Müller 2014: 16f.

6 Vgl. Bourdieu 2003a: 11f.

7 Vgl. Bourdieu 2003a: 113.

8 Vgl. Bourdieu 2003a: 14f.

9 Vgl. Bourdieu 2003a: 49f.

10 Vgl. Müller 2014: 18f.

11 Vgl. Bourdieu 2003a: 75.

12 Vgl. Bourdieu 2003a: 116.

13 Bourdieus Interesse für die Bauern in Kabylien entwickelte sich aufgrund der kabylischen Lebenswelt, die sich gänzlich von der vorherrschenden und rational geprägten Ökonomie abgrenzte (Vgl. Krais 2002: 18).

14 Vgl. Zips 2002: 242ff.

15 Eine genaue Erklärung der jeweiligen Begriffe erfolgt im zweiten Unterabschnitt dieses Kapitels.

16 Vgl. Schwingel 2000: 40.

17 Ethnozentrismus bezeichnet eine Auffassung, bei der die Überlegenheit der eigenen ethnischen Gruppe gegenüber anderen Ethnien im Vordergrund steht (Vgl. Rompel 2008: 660).

18 Vgl. Zips 2002: 236f.

19 Vgl. Bourdieu 1979: 140f.

20 Vgl. Stagl 1985: 289f.

21 Vgl. Bourdieu 1979: 141f.

22 Vgl. Stagl 1985: 293.

23 Vgl. Bourdieu 1979: 142.

24 Vgl. Spittler 2014: 213.

25 Vgl. Bourdieu 1979: 144.

26 Vgl. Malinowski 1979: 29ff.

27 Vgl. Malinowski 1979: 49.

28 Vgl. Bourdieu 1979: 144.

29 Vgl. Mead 1980: 180.

30 Vgl. Mead 1980: 188f.

31 Vgl. Bourdieu 1979: 145.

32 Vgl. Schwingel 2000: 39f.

33 Vgl. Schwingel 2000: 45.

34 Vgl. Bourdieu 1979: 153.

35 Vgl. Knoblauch 2014: 204f.

36 Vgl. Bourdieu 2003b: 59.

37 Vgl. Knoblauch 2014: 208.

38 Vgl. Bourdieu 2003b: 63ff.

39 Vgl. Bourdieu 2003b: 67.

40 Vgl. Schwingel 2000: 39f.

41 Vgl. Schwingel 2000: 42.

42 Vgl. Steiner 2001: 12.

43 Vgl. Bourdieu 2003b: 81.

44 Vgl. Steiner 2001: 13.

45 Vgl. Bourdieu 2003b: 85f.

46 Bourdieu 2003b: 89.

47 Vgl. Bourdieu 2003b: 89f.

48 Vgl. Schwingel 2000: 43.

49 Vgl. Knoblauch 2014: 219.

50 Vgl. Steiner 2001: 13.

51 Vgl. Bourdieu 1979: 164.

52 Vgl. Schwingel 2000: 47f.

53 Vgl. Bourdieu 1979: 164f.

54 Vgl. Bourdieu (et al.) 1996: 40ff.

55 Vgl. Barlösius 2011: 32f.

56 Vgl. Miebach 2014: 447f.

57 Vgl. Reckwitz 2003: 282.

58 Reckwitz 2003: 284.

59 Vgl. Reckwitz 2003: 284f.

60 Vgl. Reckwitz 2003: 289ff.

61 Vgl. Reckwitz 2003: 292ff.

62 Vgl. Reckwitz 2003: 294ff.

63 Vgl. Krais 2002: 5.

64 Da im Rahmen dieser Arbeit eine präzise Ausführung der Entwicklung des Habitus zu weit führen würde, werden hier nur wenige Anhaltspunkte bezüglich der Geschichte des Konzepts wiedergeben. Die lateinische Übersetzung des Ausdrucks ,,hexis“ in ,,habitus“ erfolgte im dreizehnten Jahrhundert von Thomas von Aquin. Später tauchte die Bezeichnung des Habitus neben den Theorien von Emile Durkheim, Max Weber und Marcel Mauss in Verbindung mit der Phänomenologie auf. Edmund Husserl verwendet den Begriff des Habitus als Medium, das zwischen Erfahrungen, die in der Vergangenheit entstanden sind und zukünftigen Handlungen, vermittelt. Weiterführend beschreibt Norbert Elias, ein Schüler Husserls, den Habitus als einen psychischen Habitus, der während dem Prozess der menschlichen Zivilisation auftritt (Vgl. Wacquant 2016: 64ff).

65 Nach dem Modell der generativen Grammatik von Noam Chomsky ist der Mensch fähig Sprachprozesse zu erzeugen, die auf geteilte mentale Strukturen basieren. Dieser Vorgang geschieht unbewusst (Vgl. Wacquant 2016: 66).

66 Vgl. Wacquant 2016: 64ff.

67 Vgl. Wacquant 2016: 67.

68 Vgl. Fuchs-Heinritz (et al.) 2014: 89f.

69 Vgl. Bourdieu (et al.) 1996: 159.

70 Vgl. Bourdieu 1979: 166.

71 Vgl. Schwingel 2000: 60.

72 Vgl. Bourdieu 1979: 168.

73 Vgl. Fuchs-Heinritz (et al.) 2014: 95f.

74 Vgl. Bourdieu 1979: 168.

75 Vgl. Schwingel 2000: 60ff.

76 Vgl. Krais 2002: 31-34.

77 Vgl. Barlösius 2011: 60ff.

78 Vgl. Bourdieu (et al.) 1996: 160ff.

79 Vgl. Miebach 2014: 455-458.

80 Vgl. Krais 2002: 35f.

81 Vgl. Bourdieu 1979: 195ff.

82 Vgl. Bourdieu 1979: 198.

83 Vgl. Krais 2002: 48ff.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Die Vielfalt kultureller Unterschiede. Das Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu als Erklärungsansatz für das soziale Verhalten von Gruppen
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
45
Katalognummer
V922555
ISBN (eBook)
9783346239280
ISBN (Buch)
9783346239297
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pierre Bourdieu, Habitus, Kulturen
Arbeit zitieren
Lena Scharnagl (Autor), 2017, Die Vielfalt kultureller Unterschiede. Das Habitus-Konzept von Pierre Bourdieu als Erklärungsansatz für das soziale Verhalten von Gruppen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/922555

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